Häufige Jobwechsel werden immer mehr zur Regel als zur Ausnahme. Eine Kündigung ist in erster Linie aber nur eines: lehrreich!

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Arbeitsplatzsicherheit scheint aus der Mode zu kommen

Kündigung – das klingt in den Ohren vieler Deutscher nach dem Horrorszenario Nummer eins. Aber ist das nicht vielleicht Jammern auf hohem Niveau? Es macht keinen Sinn, den vergangenen Zeiten des Industriebeamtentums nachzutrauern, in welchen der Arbeitnehmer nach der Ausbildung oder dem Studium unbefristet in einem Unternehmen eingestiegen ist und dort das gesamte Dasein seines Berufslebens gefristet hat. Fakt ist: Die Patchwork-Karriere ist schwer im Kommen.

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Seien es der neue Spirit der jungen Generation Y, die globalen Veränderungen in der Geschäftswelt, die Digitalisierung oder eine bunte Mischung aus vielerlei Faktoren – während die Gründe für die aktuellen Entwicklungen vielfältig sind, ist das Resultat dasselbe: Der Arbeitnehmer von heute genießt weniger Arbeitsplatzsicherheit als noch vor wenigen Jahren. Doch jede Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Was von vielen Betroffenen als Manko wahrgenommen wird, bedeutet auf der anderen Seite ein Plus an persönlicher Freiheit. Experten raten sogar, freiwillig nach spätestens sieben Jahren den Job zu wechseln.

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Millenials werden im Laufe ihres Lebens mindestens fünf verschiedene Jobs haben, hieß es in einer Werbung. Schon bald werden wir in einer Gesellschaft der Freelancer leben, tönt es aus der US-amerikanischen Presse. Egal, welche Wahrheit schlussendlich eintreffen wird, erste Tendenzen in Richtung weg von der Arbeitsplatzsicherheit und hin zu einer höheren Kündigungsbereitschaft unter deutschen Arbeitnehmern ist bereits jetzt zu beobachten. 

Zahlreiche Menschen bleiben aber lieber in einer unglücklichen Anstellung, als den Sprung in die Unsicherheit zu wagen. Eine Kündigung ohne Plan B? Undenkbar! Unvernünftig! Riskant! Angsteinflößend! Natürlich gestaltet sich der Übergang vom alten in den neuen Job im Optimalfall fließend. Aber was läuft im Leben schon optimal? Manchmal ist es der Arbeitgeber, der dich mehr oder weniger überraschend vor die Tür setzt.

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Ein anderes Mal ist es eine Krankheit, welche dich arbeitsunfähig werden lässt. Und das dritte Mal muss das Unternehmen vielleicht Insolvenz anmelden und der scheinbar so sichere Arbeitsplatz löst sich in Luft auf. Sicherheit ist eine Illusion, von welcher du dich schnellstmöglich verabschieden solltest – nicht nur im Berufsleben.

Nimm dir stattdessen ein Beispiel an all jenen Menschen, die vor dir den Mut gefasst und eine Kündigung gezückt haben, und zwar ohne Plan B. Fast immer war die Entscheidung schlussendlich ein großer Glücksfall im Leben. Und immer war sie auf jeden Fall lehrreich. Wir haben deshalb jetzt die wichtigsten Lektionen zusammengetragen, welche dir eine Kündigung ohne Plan B lehren kann:

Lektion 1: Angst ist lähmend!

Du denkst schon länger über eine Kündigung nach? Du bist in deiner aktuellen Anstellung chronisch unglücklich? Du nimmst vielleicht erste gesundheitliche Beschwerden psychischer oder physischer Art wahr? Dann ist es keinesfalls zu früh für eine Kündigung. Was hält dich ab? In den meisten Fällen wird deine Antwort „Angst“ lauten. Natürlich sollte eine solche Entscheidung gut durchdacht und aus finanzieller Sicht auch durchgerechnet sein. Doch stehen die Zeichen auf Grün, dann wage den Sprung ins kalte Wasser.

Einmal unten angekommen, wird die Kündigung gar nicht mehr so angsteinflößend erscheinen und du fühlst dich erfrischt und voller Tatendrang für alles, was jetzt kommen mag. Denn viele Betroffene sind gerade durch diese Angst gelähmt. Deine Energie fließt in die Angst, statt in deine Bewerbungen, die Selbstständigkeit oder sonstigen beruflichen Zukunftspläne. Du begibst dich dadurch in eine negative Spirale aus einer sich selbst verstärkenden Angst.

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Fasse hingegen den Mut, aus diesem Teufelskreis auszubrechen, dich deinen Befürchtungen zu stellen und dadurch wieder die Kontrolle über dein Leben zu übernehmen, lässt der Plan B meist nicht mehr lange auf sich warten. Wieso? Weil du, wenn du loslässt, beide Hände frei hast für die neuen Chancen, welche dich anschließend für deine Karrierelaufbahn ergeben.

Lektion 2: Pausen sind wichtig!

Dass Pausen wichtig sind, kennst du gewiss aus eigener Erfahrung. Du wirst viel produktiver sein, wenn du an einem Acht-Stunden-Arbeitstag mehrere Pausen einlegst, als wenn du von morgens bis abends durchschuftest. Doch nicht nur die Pausen „im Kleinen“ sind wichtig, sondern auch die „im Großen“.

Das bedeutet: Manchmal ist es besser, zwischen dem alten und dem neuen Job ein paar Wochen oder sogar Monate Pause zu machen. Wenn das deine berufliche, private und finanzielle Situation zulässt, könnte dies deine einmalige Chance auf ein Sabbatical werden.

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Pausen sind manchmal wichtig, um neue Energie zu tanken, die Prioritäten neu zu ordnen, sich über Entscheidungen klar zu werden oder einfach, um zu leben. Nicht selten sieht der „Plan B“ am Ende der Pause ganz anders aus als noch zu Beginn.

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Lektion 3: Sicherheit ist eine Illusion!

Wir sagten es bereits und wiederholen es gerne: Im Leben gibt es keine Sicherheit! Verabschiede dich von der Illusion einer „sicheren“ Arbeitsstelle, von „sicheren“ finanziellen Verhältnissen oder einer „sicheren“ Zukunft. Dein Arbeitsplatz kann jederzeit Umstrukturierungen zum Opfer fallen. Eine Inflation könnte dein Vermögen auffressen. Oder du erhältst eine schreckliche Diagnose und all deine Zukunftspläne lösen sich innerhalb von Sekunden in Luft auf. Wir wollen keine Schwarzmalerei betreiben. Doch wir möchten dir bewusst machen, dass Sicherheit eine Illusion ist.

Frage dich stattdessen: Wenn du nur noch ein Jahr, einen Monat oder eine Woche zu leben hättest, würdest du auch nur einen weiteren Tag in diesem Job „verschwenden“?

Sicherheit findest du schlussendlich nur in dir selbst – in Form von Selbstvertrauen. Übernimm Verantwortung für dein Leben, stelle dich deinen Ängsten und vertraue sowohl in deine Fähigkeiten als auch darin, dass der „Plan B“ kommen wird und du nicht obdachlos unter einer Brücke endest.

Lektion 4: Geld ist nicht wichtig!

Eines der häufigsten Gegenargumente einer Kündigung sind die Finanzen. Viele Menschen begründen, sie könnten sich eine Kündigung schlichtweg nicht leisten. Sie hätten Angst davor, ihren Lebensstandard nicht halten zu können. Der nächste Job könnte schlechter bezahlt sein. Die Selbstständigkeit könnte scheitern. Die Ersparnisse könnten nicht reichen. Wie bereits erwähnt, solltest du eine Kündigung natürlich unbedingt vorab durchrechnen.

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Doch wer bereit ist, hier und dort ein wenig an den Stellschrauben seines Lebensstandards zu drehen, braucht schlussendlich meist viel weniger Geld zum Leben als gedacht. Prüfe deshalb, ob das Geld wirklich nicht reichen würde oder ob dein Gegenargument nur ein willkommenes Alibi ist. Geld ist schließlich nicht das Wichtigste im Leben. Die wirklich wichtigen Dinge kannst du stattdessen nicht kaufen:

  • Gesundheit
  • Glück
  • Freiheit
  • Zufriedenheit
  • Familie
  • Liebe
  • Freunde
  • Lebenszeit
  • Geborgenheit
  • Sinn
  • u. v. m.

Wie unwichtig Geld wirklich ist und wie viel zufriedenstellender es sein kann, aus einer belastenden Situation auszubrechen, wieder Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und eine freie Entscheidung zu treffen – auch ohne Plan B – merken viele Menschen erst nach ihrer Kündigung.

Lektion 5: Reue ist ein schreckliches Gefühl!

Eine wichtige Lektion der Kündigung ohne Plan B ist häufig: Reue fühlt sich schrecklich an. Wer einmal den Sprung ins kalte Wasser gewagt und gemerkt hat, dass es vielleicht doch wärmer ist als gedacht, fragt sich nicht selten:

  • Wieso bin ich überhaupt so lange geblieben?
  • Wieso habe ich nicht das Jobangebot vor zwei Jahren angenommen?
  • Wieso habe ich für diesen Arbeitsplatz meine Gesundheit ruiniert?
  • Wieso habe ich so viel Zeit mit meiner Familie verschenkt?
  • Wieso habe ich nicht früher die Notbremse gezogen?

Es ist ein schmaler Grat zwischen einer übereilten Entscheidung und dem Pfad der Reue. Wer einmal gekündigt hat, tut es meist wieder, wenn die Zeit reif ist. Wieso? Um sich nicht irgendwann wieder fragen zu müssen „Wieso…?“. Denn ohne Reue lebt es sich leichter.

Lektion 6: Es ist egal, was andere denken!

„Wieso…?“, das ist eine Frage, die auch Freunde, Familie, Kollegen & Co bei der Entscheidung für eine Kündigung ohne Plan B häufig stellen. Die optimale Gelegenheit also, endlich zu realisieren, dass es vollkommen egal ist, was andere denken. Du musst dich nicht rechtfertigen. Es ist dein Leben. Es sind deine Entscheidungen. Du wirst es sonst sein, der irgendwann unter der soeben genannten Reue leidet. Wer einmal den Mut gefunden hat, sich von der Meinung des sozialen Umfelds loszusagen, findet ihn meist wieder und wieder. Diese neue Freiheit und Selbstbestimmung kann geradezu süchtig machen – weil sie glücklich macht.

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Lektion 7: Der Job ist nicht deine Identität!

In unserer deutschen Kultur nimmt der Job einen hohen Stellenwert ein. Auf die Frage „Was machen Sie so?“ oder „Wer sind Sie?“ werden die meisten Menschen mit ihrem Beruf antworten. Leider entsteht daraus schon im Kindesalter der Irrtum, der Job wäre Teil der Identität einer Person. Dies ist nicht der Fall! Wer sich über seine Arbeit definiert, leidet häufig unter einem mangelnden Selbstbewusstsein. Dies erklärt, weshalb viele der erfolgreichsten Menschen der Welt narzisstisch oder sogar psychopathisch veranlagt sind.

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Wer hingegen über ein gesundes Selbstbewusstsein verfügt, kann jeden Job der Welt ausüben – oder überhaupt keinen – ohne sich deshalb als besserer oder eben schlechterer Mensch zu fühlen. Wenn die Kündigung also keinen Identitätsverlust mehr bedeutet, erscheint sie gleich viel weniger beängstigend.

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Lektion 8: Du wirst nicht der Erste und nicht der Letzte sein!

Eine Kündigung ohne Plan B? Sei dir sicher: Du bist nicht der erste Mensch auf der Welt, der vor dieser Entscheidung steht. Und du wirst nicht der letzte sein. Einige deiner Vorgänger haben sich dafür entschieden, andere dagegen. Wenn du dir unsicher bist, sprich einfach mit ihnen. Die Erkenntnis, nicht alleine zu sein, kann dir viel Mut und Kraft schenken. Wer sich darauf einlässt, erfährt meist viel mehr Unterstützung aus dem sozialen Umfeld – oder auch von bislang völlig Fremden – als jemals gedacht.

Lektion 9: Erfolg ist keine Konstante

Last but not least führt eine Kündigung ohne Plan B häufig zu der Erkenntnis, dass Erfolg nicht konstant, planbar und dauerhaft ist. Es wird stets Phasen in deinem Leben geben, in denen alles wie am Schnürchen zu laufen scheint. Und dann wird irgendwann der nächste Abgrund kommen. Hast du dieses Hindernis überwunden, hast du vielleicht wieder Rückenwind. Zumindest so lange, bis die nächste Hürde kommt. So ist das Leben. Eine Kündigung ist nur eines dieser Hindernisse. Wenn du nicht davor zurückschreckst, sondern es überwindest, kann es zu ungeahnten Möglichkeiten führen, welche du sonst verpasst hättest:

  • Ein neuer Job.
  • Mehr Geld.
  • Ein glücklicheres Leben.
  • Eine neue Liebe.
  • Mehr Freizeit.
  • Der Umzug in ein fremdes Land.
  • Eine Selbstständigkeit.

Das Leben steckt voller Überraschungen. Wer es positiv beschreitet, statt sich von Angst leiten zu lassen, wird Positives erfahren – oder sich von Negativem einfach weniger einschüchtern lassen. So oder so bedeutet das Leben Veränderung. Viele Menschen haben Angst vor Veränderungen, da sie stets auch eine Verschlechterung bedeuten könnten. Doch auch eine Verbesserung ist eben nur durch Veränderung möglich.

Fazit: Eine Kündigung bringt dich als Persönlichkeit weiter – garantiert!

Lasse dich also nicht einschüchtern. Dies wird vielleicht nicht dein erster und mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht dein letzter Jobwechsel im Berufsleben sein. Das Leben ist zu kurz, um Chancen zu verschenken oder dauerhaft in einer belastenden Situation zu verweilen.

Lasse dich nicht von Angst leiten, denn Angst ist stets ein schlechter Berater. Sprich am besten selbst mit einer Person aus deinem Umfeld, die den Sprung ins kalte Wasser und die Kündigung ohne Plan B gewagt hat. Frage nach den wichtigsten Lektionen, welche sie aus diesem Abenteuer mitgenommen hat.

Welche waren das? Wie stehst du selbst zur Kündigung ohne Plan B? Oder hast du eine solche Erfahrung hinter dir und wie bewertest du diese rückblickend? Würdest du es wieder tun? Was gilt es zu bedenken? Wir bedanken uns für deine Anregungen in den Kommentaren!

Bildnachweis: Liubomyr Vorona/istockphoto.com