Es ist ein heikles Thema, das schon manchen vielversprechenden Bewerber oder späteren Mitarbeiter zum Straucheln gebracht hat: Eine Falschaussage in der Bewerbung oder eine Falschangabe im Lebenslauf können für den Kandidaten auch nach vielen Jahren unerwartete und gravierende Konsequenzen haben.

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Zu unterscheiden ist dabei, ob der Schwindel schon vor dem Vertragsabschluss auffällt oder ob erst nach vielen Jahren in einem erfolgreichen Arbeitsverhältnis deutlich wird, dass es der Bewerber mit der Wahrheit nicht ganz genau genommen hat. In jedem Fall drohen dem Betroffenen weitreichende Konsequenzen, bei denen man sich fragen muss, ob die falsche Aussage das eigentlich wert war. Und schließlich bleibt auch die Frage: Warum ist eine Falschangabe im Lebenslauf eigentlich nötig?

Ein klarer Grund für eine Absage…

Wer als Bewerber eine falsche Angabe im Lebenslauf macht, muss in aller Regel damit rechnen, dass das bis dahin vielleicht erfolgreiche Bewerbungsverfahren mit einer Absage endet. Natürlich wird es zu einem gewissen Grad davon abhängen, welche Form einer Falschaussage vorliegt.

Wird eine Qualifikation vorgetäuscht, die nicht vorhanden ist, gibt man gar einen akademischen Titel an, den man nicht hat, fälscht man Zeugnisse oder ähnliche Dokumente, hat der potenzielle Arbeitgeber tatsächlich alle Möglichkeiten, dem Bewerber sofort eine Absage zu erteilen. Werden falsche Angaben in dieser Form im Lebenslauf gemacht und entdeckt der Arbeitgeber diese Falschangabe, dürfte die vertrauensvolle Zusammenarbeit von Anfang an kaum noch möglich sein, vielmehr ist das Vertrauensverhältnis von Beginn an gestört. Jeder Arbeitgeber wird sich immer wieder fragen, welche Geheimnisse und Unwahrheiten der Kandidat noch zu verbergen hat oder an welcher Stelle er es nicht ganz so genau nimmt mit der Wahrheit. Fliegt eine gravierende Falschaussage im Lebenslauf also ab, darf man wohl sicher mit einer klaren und sofortigen Absage rechnen.

Bei kleineren Mängeln und Beschönigungen mag es sein, dass diese erst einmal nicht auffallen. Werden Sprachkenntnisse mit dem Prädikat „Fließend“ angegeben, obwohl hier noch Optimierungsbedarf besteht, kann man mit einer entsprechenden Qualifizierungsmaßnahme etwas nachbessern. Allerdings liegt dann wiederum eine Täuschung des Arbeitgebers vor, wenn die Fremdsprache für die zukünftige Tätigkeit dringend benötigt wird. Wie so häufig ist es also zu einem guten Teil auch Auslegungs- und Ermessenssache, ob eine falsche Angabe gravierend ist oder nicht – und entsprechend unterschiedlich werden die Folgen für den Bewerber sein. Angenehm ist es allerdings niemals, wenn eine falsche Angabe im Lebenslauf auffällt, deshalb lässt man davon am besten die Finger.

… oder eine Kündigung

Ein bestehendes Arbeitsverhältnis kann auch nach vielen Jahren noch rechtswirksam gekündigt werden, wenn eine Falschaussage im Lebenslauf gemacht wurde oder wenn im Bewerbungsgespräch wissentlich etwas verschwiegen oder falsch beantwortet wurde. Eine beliebte und immer wieder vor den Arbeitsgerichten behandelte Frage ist eine Falschaussage im Zusammenhang mit Vorstrafen. Hier setzt sich die Rechtsprechung durch, dass eine Frage nach Vorstrafen in einem konkreten Zusammenhang zu der zu übernehmenden Tätigkeit stehen muss. Sind mögliche Vorstrafen dafür nicht relevant, darf auch die Frage danach nicht gestellt werden – oder der Bewerber darf sie ohne negative Konsequenzen wissentlich falsch beantworten. Besteht allerdings ein Zusammenhang zwischen der Tätigkeit und den Vorstrafen, muss der Bewerber wahrheitsgemäß antworten.

Eine Falschaussage oder eine falsche Angabe kann dann im schlimmsten Fall auch nach vielen Jahren zu einer Kündigung führen, die vor den Arbeitsgerichten Bestand haben könnte. Auch nach einer langen Zeit ist eine falsche Angabe im Lebenslauf also eine Zeitbombe, die unaufhörlich tickt und irgendwann explodieren kann. Was bleibt, ist die Frage, wie es eigentlich zu einer Falschangabe im Lebenslauf kommen kann?

Die wichtigsten Ursachen für Falschangaben

Der häufigste Grund für falsche Daten im Lebenslauf ist wohl, dass man bei einer korrekten Angabe den jeweiligen Job vermutlich nicht erhalten würde. Man verspricht sich von der falschen Aussage also letztlich, den Zuschlag für den gewünschten Arbeitsplatz zu bekommen und ist der Auffassung, dies könnte bei wahrheitsgemäßer Beantwortung nicht gelingen. Dabei kann es sich um Qualifikationen, Vorstrafen oder ähnliche relevante Dinge handeln, die man einfach etwas beschönigen will. Und auch Lücken im Lebenslauf werden durch Daten häufig beschönigt oder kaschiert, wenn ein Studium etwas verkürzt oder verlängert wird, weil man eine gewissen Überbrückungszeit zwischen dem Studium und dem Eintritt ins Berufsleben verdecken wollte. Doch auch in solchen Fällen besteht immer die Gefahr, dass der Schwindel irgendwie und irgendwann auffällt und dann wiederum Konsequenzen nach sich zieht, die niemals im Interesse des Bewerbers sein werden.

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