Als Jobsuchender stellt man sich oft die Frage: “Wie kann ich mich auf meine Bewerbungen optimal vorbereiten?” und versucht, sich im Internet oder über Bücher schlau zu machen. Im Dschungel der Bewerbungsratgeber ist es jedoch schwierig, eine Auswahl zu treffen. Welches Buch ist jetzt wirklich hilfreich? Welche Vorbereitung ist die Richtige für mich? Noch dazu werden in der Regel nur Standardtipps gegeben. Ein Alternative dazu ist ein individuelles Bewerbungscoaching mit einem Karrierecoach. Aber was passiert eigentlich während eines Coachings?

Erst mal den richtigen Coach finden:

In der Regel bieten Coaches ein kostenloses Vorgespräch an, bei dem es um verschiedene Dinge geht: Zum einen schaut man, ob die Chemie passt, zum anderen wird geklärt, ob das, was der Bewerber sich erwartet, auch vom Coach geleistet werden kann. Denn nicht jeder Coach kann alles.

Außerdem werden Rahmenbedingungen wie zum Beispiel Ort des Coachings, Dauer, Häufigkeit der Treffen und Kosten besprochen. Ist die Entscheidung beim Bewerber für ein Coaching gefallen, geht es in der ersten Sitzung darum, das Ziel zu definieren. Denn ohne vorher definiertes Ziel wird es schwer, die Ergebnisse zu messen.

Verschiedene Ziele im Coaching

Im Bewerbungscoaching kann es um ganz verschiedene Dinge gehen:

  • Berufliche Neuorientierung begleiten
  • Zielberuf finden
  • Kompetenzanalyse erstellen
  • Bewerbungsmappe optimieren
  • Anschreiben üben
  • Vorbereiten auf ein Vorstellungsgespräch
  • Bewerbungsstrategie erarbeiten
  • Kurzvorstellung für Bewerbermesse üben
  • Stellenanzeigen richtig lesen
  • Gehälter verhandeln
  • Auftritt in Online-Jobbörsen und sozialen Netzwerken optimieren
  • Unterstützung bei der Entscheidungsfindung
  • Onboarding (Vorbereiten auf eine neue Position)
  • Vorbereiten auf Assessment-Center

Wie der Bewerbungscoach dann in den einzelnen Sitzungen vorgeht, hängt von der individuellen Fragestellung des Bewerbers ab.

Standard ist out

Gerade mit individuellen, auf eine Stelle zugeschnittenen Anschreiben tun sich viele Bewerber schwer und entwerfen ein Standardanschreiben, dass sie für alle Bewerbungen verwenden. Aber solche „Wurfsendungen“ kommen bei Personalern nicht gut an, denn man sollte im Anschreiben zeigen, wie gut man auf das Stellenprofil passt. Und das möglichst mit individuellen Beispielen. Denn die Bewerbungsmappe ist in vielen Fällen das Erste, was ein Personaler von einem Bewerber sieht – also ist der erste Eindruck sehr wichtig. Da ist man als Bewerber schnell überfordert – insbesondere, wenn man sich lange nicht beworben hat oder man nicht geübt im Formulieren ist. Mit einem Bewerbungscoach kann man die Unterlagen gemeinsam erstellen und idealerweise die Prinzipien erlernen, auf die es ankommt, damit man das Erlernte später auch ohne den Coach bei erneuten Bewerbungen anwenden kann.

Im Vorstellungsgespräch punkten

Im nächsten Schritt gilt es, im Vorstellungsgespräch zu überzeugen. Dazu haben die Bewerber oft viele Fragen. Was soll ich anziehen? Wie stelle ich diese Lücke in meinem Werdegang dar? Was soll ich sagen, wenn ich meine Schwächen darstellen muss? Wie überzeuge ich am besten? Dies kann man in einem Bewerbungscoaching in Form eines Rollenspiels üben. Der Coach übernimmt die Rolle des Personalchefs und interviewt den Bewerber. Der erfahrene Coach gibt dann dem Bewerber Feedback über sein Verhalten und gegebenenfalls wird die spezielle Fragestellung noch einmal geübt. Viele Fragen, die im Zusammenhang mit einem Vorstellungsgespräch auftauchen, beschäftigen sich mit den Erwartungen an den Bewerber und wie man auf Fragen des Interviewers am besten reagieren soll. Daraus resultiert oft eine große Unsicherheit bei den Bewerbern. Durch ein Training mit einem geschulten Coach, kann der Bewerber mehr Sicherheit und Souveränität für diese Situation erlangen. Manche Coaches bieten sogar Videotraining an, damit man sich einmal selbst erlebt und als Bewerber selbst in die Beobachterrolle kommt.

Wieviel Zeit müssen Sie für ein Coaching einplanen?

Je nach individueller Fragestellung dauert ein Coaching kürzer oder länger. Mindesten muss man jedoch mit zwei Stunden rechnen – darunter macht es in der Regel wenig Sinn. Häufig dauert ein Coaching zwischen fünf bis zehn Stunden. Ein Coaching-Termin dauert in der Regel ein bis zwei Stunden. Zwischen den Coaching-Treffen vergeht meistens einige Zeit, damit man das Erlernte auch üben und umsetzten kann. Manche Coaches geben dem Bewerber “Hausaufgaben” auf, die er dann zuhause bis zum nächsten Mal erledigen muss.

Schneller zum Ziel

Welchen Nutzen hat der Bewerber von einem Coaching? Ganz wichtig ist das Klären von individuellen Fragen. Zum Thema Bewerbungen füllen mittlerweile Bände die Regale in den Buchläden und im Internet gibt es seitenweise Tipps. Aber wer hat schon die Zeit, das alles zu lesen? Und werden dabei auch ganz persönlichen Fragen geklärt? Nein. Das heißt mit Bewerbungscoaching spart sich der Bewerber Zeit – statt Bücher zu lesen und im Internet zu recherchieren, kann er sein ganz persönliches Anliegen direkt klären. Außerdem kann er sich ganz gezielt auf die Jobsuche mithilfe eines Profis vorbereiten. Dadurch gewinnen viele Bewerber mehr Sicherheit im Auftreten und erhöhen damit ihre Erfolgschancen. Die Bewerbungsunterlagen sind übersichtlich und entsprechen den gängigen Normen und der eigene Werdegang kann interessanter präsentiert werden. Letztendlich kommt der Bewerber schneller zum Ziel: der neue Job!

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