Mit Referenzen werden im beruflichen Bereich sowohl schriftliche oder mündliche Empfehlungen von Dritten als auch die Empfehlungsgeber selbst bezeichnet.

Im Gegensatz beispielsweise zu den USA oder südeuropäischen Ländern wie Italien und Spanien ist die Angabe von Referenzen in einer Bewerbung in Deutschland noch wenig üblich und wird von Unternehmen meist auch nicht erwartet. Richtig eingesetzt können sie einem Bewerber jedoch unter Umständen einen Vorteil gegenüber seinen Mitbewerbern sichern: Auf der einen Seite können positive Aussagen renommierter Referenzgeber die im Lebenslauf beschriebenen Leistungen und Qualitäten zusätzlich zu anderen Nachweisen (z. B. Zeugnisse, Arbeitsproben) untermauern. Auf der anderen Seite kann der Bewerber aufzeigen, dass er über beruflich relevante Kontakte verfügt, die für den potentiellen neuen Arbeitgeber eventuell von Nutzen sein können.

Wer mit Referenzen „Glanzpunkte“ in seiner Bewerbung setzen will, sollte aber sowohl auf die Auswahl der Referenzgeber als auch auf die Form achten:

Auswahl der Referenzgeber

Bei der Wahl der Fürsprecher sollte vor allem dafür gesorgt werden, dass es sich um neutrale und glaubwürdige Personen handelt. Beispielsweise nicht geeignet sind deshalb Freunde, Familienangehörige und Arbeitskollegen, zu denen eine nahe Beziehung besteht und die dem Bewerber vielleicht nur einen Gefallen erweisen wollen. Seriös wirken dagegen Personen, die das Arbeitsverhalten und die Leistungsfähigkeit objektiv beurteilen können. Dies können unter anderem direkte Vorgesetzte oder Lehrpersonen (z. B. Ausbilder, Professoren, Praktikumsbetreuer, Mentoren) sein, von denen der Bewerber betreut wurde bzw. gelernt hat, oder auch bisherige Auftraggeber.

Wer Referenzen angibt, sollte sich zudem mit den jeweiligen Personen absprechen und nicht darauf hoffen, dass die Angaben nicht überprüft werden. Zum einen ist es ein Gebot der Höflichkeit, die Referenzgeber zu fragen, ob sie damit einverstanden sind und – falls ja – wie sie kontaktiert werden wollen. Zum anderen darf ein nicht informierter Referenzgeber aus Datenschutzgründen gar keine persönlichen Informationen über den Bewerber preisgeben, wenn er um Auskunft gebeten wird. Dies verfehlt nicht nur das eigentliche Ziel von Referenzen, sondern erzeugt ganz im Gegenteil einen negativen „Beigeschmack“ beim zuständigen Personalverantwortlichen.

Formale Aspekte

Referenzen können einer Bewerbungsmappe auf verschiedene Art und Weise beigefügt werden:

Beispielsweise können ein oder mehrere Referenzgeber ein Empfehlungsschreiben verfassen, auf das / die der Bewerber im Anschreiben hinweist und im Anhang beilegt. Ein Empfehlungsschreiben sollte möglichst nicht länger als eine DIN A4-Seite sein und nur kurz und prägnant die wesentlichen Angaben aus der Sicht des Referenzgebers in Ich-Form beinhalten: Dazu zählen die Art und die Dauer der (beruflichen) Beziehung zwischen Bewerber und Referenzgeber, eine genaue Tätigkeitsbeschreibung, die dabei erzielten Erfolge bzw. unter Beweis gestellten Fähigkeiten sowie eine abschließende Einschätzung der Gesamtleistung des Bewerbers und die daraus ableitbaren Prognosen und Empfehlungen.

Daneben kann eine Empfehlung auch im Anschreiben genannt werden (z. B. „Herr/Frau XY [Kontaktdaten] bestätigt Ihnen gerne …“); bei mehreren Referenzen ist es dagegen ratsam, diese am Ende des Lebenslaufs unter einem gesonderten Punkt „Referenzen“ aufzulisten. In beiden Fällen sollten alle wichtigen Daten über den Referenzgeber angegeben werden, damit dieser auch korrekt kontaktiert werden kann (d.h. vollständiger Name inkl. Titel, Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse, Position, Unternehmen inkl. Rechtsform und Ort).

4 Kommentare

  1. Nur wo ist jetzt der genaue Unterschied zu einem Praktikums- bzw. Arbeitszeugnis? Auch auf dieses trifft doch zu, dass es die Tätigkeiten des Bewerbers sowie die Qualität seiner Arbeit einschätzen soll.

    Empfehlungen sind andererseits sehr viel wert, bei LinkedIn kann man sich direkt von Geschäftspartnern Empfehlungen schreiben lassen, bei Xing muss man (noch) das Gästebuch dafür verwenden.

  2. Sandra

    Hallo Felix!

    Stimmt einerseits.

    Im Grunde ist ein Arbeitszeugnis auch nichts anderes als ein Empfehlungsschreiben, also auch eine Referenz. Wobei man auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis einen rechtlichen Anspruch hat. Eine Referenz wird aus freien Stücken ausgestellt bzw. ausgesprochen, einfach weil die Person es dem Referenzgeber wert ist, sich zu verbürgen bzw. diese aufgrund erbrachter Leistungen/besonderer Merkmale weiterzuempfehlen.

    Im Artikel steht daher auch, dass positive Aussagen renommierter Referenzgeber die im Lebenslauf beschriebenen Leistungen und Qualitäten zusätzlich zu anderen Nachweisen (z. B. Zeugnisse, Arbeitsproben) untermauern. …

    Beste Grüße Sandra

  3. Rferenzen hin oder her, das kann auch zum Problem werden. Ich habe sehr viele und recht gute Referenzen und schreibe viele Bewerbungen mit immer der gleichen Antwort. Jemand der mit Referenzen glänzt gilt auch oft als überqualifiziert und nicht mehr entwicklungsfähig und ist ggf. für Unternehmen zu teuer. Aber immer wieder wird gesagt, das Referenzen wichtig sind. Also liegt es derzeit nur an der wirtschaftlichen Lage?

  4. Jochen

    Wenn es heißt der Kandidat sei überqualifiziert, dann entspricht die Position vielleicht nicht der Qualifikation? Kann doch wirklich sein, dass du mehr drauf hast als du dir zutraust und das bisher nur die Arbeitgeber sehen. Ich habe jedenfalls bisher immer gute Erfahrungen mit der Beifügung meiner Referenzen gehabt.

    Grüße aus HH

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