In den deutschen Büros ist er das Grundnahrungsmittel schlechthin, und selbst ambitionierte Sportler schwören auf seine Wirkung: Kaffee ist aus der Liste der täglich verzehrten Genussmittel nicht mehr wegzudenken.

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Die unterschiedlichsten Kaffeevariationen tun ein Übriges, und was wäre ein ausgiebiges Frühstück ohne eine leckere Latte Macchiato, einen cremigen Cappuccino oder einen stilechten Espresso? Irgendetwas muss es also mit der schwarzen Bohne auf sich haben, deshalb lohnt sich die Frage, ob und wie Kaffee unsere Leistungsfähigkeit beeinflussen kann. Ganz subjektiv fühlen wir uns nach dem Genuss eines starken Kaffees wacher und fitter, doch wie ist es um die objektive Wirkung bestellt?

Die chemischen Wirkungen von Kaffee

Kaffee enthält Koffein, das in geringer Dosierung stimulierend wirkt. Es hat eine anregende Wirkung auf die Psyche, auf den Antrieb und auf die Konzentration, und es beseitigt Ermüdungserscheinungen. Während eine kleinere Dosierung eher anregend wirkt, kann eine verstärkte Einnahme durchaus zu Erregungszuständen führen. In geringer Dosierung dagegen wirkt sich Koffein auf den Antrieb und auf die Stimmung aus. Zu den weiteren physischen Wirkungen von Koffein gehören die Anregung des zentralen Nervensystems, eine Erhöhung der Kontraktionskraft des Herzens, ein verstärkter Pulsschlag, ein stärkerer Harndrang, eine leichte Erhöhung des Blutdrucks und eine Anregung der Darmtätigkeit. Bei einer hohen Einnahme über einen langen Zeitraum kann Koffein sogar die Nervenzellen verändern, sie reagieren dann langsamer. Schon ein starker Koffeinkonsum über einen Zeitraum von zwei Wochen kann solche verlangsamenden Tendenzen auslösen.

Die körperliche Leistungsfähigkeit

Der Genuss von Koffein wird sich zunächst auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirken. So kann normaler Filterkaffee dem Aufbau von Muskeln bei Profisportlern sehr dienlich sein. Auch haben Studien ergeben, dass der regelmäßige Konsum von Kaffee zu einem niedrigeren Risiko führt, an Diabetes zu erkranken. Auch das Risiko, an Parkinson oder Alzheimer zu erkranken, kann sich durch den Genuss von Kaffee vermindern. Und letztlich kann Kaffee sogar helfen, das Körpergewicht in einem gesunden Rahmen zu halten. Wer regelmäßig Krafttraining zum Aufbau von Muskelmasse treibt, darf davon ausgehen, dass der Genuss von ein bis zwei Tassen schwarzen Kaffees vor dem Training dazu führt, dass die Muskeln etwas mehr an Leistung erbringen können. Und letztlich ist sogar nachgewiesen, dass die schwarze Bohne die körperliche Leistungsfähigkeit beim Sport um drei Prozent steigern kann.

Wie bei jedem Genussmittel gilt aber auch hier: Zu viel des Guten kann schädlich sein.

Dann wird man das Gegenteil erreichen, denn zu viel Kaffee kann dem Aufbau von Muskelmasse durchaus schaden.

Die Auswirkungen auf die Psyche

Objektiv betrachtet wird Kaffee in der Regel die Konzentration und die Motivation steigern. Sogar ein Anstieg der Leistungsfähigkeit um drei Prozent wurde in Studien nachgewiesen. Der Ausgangspunkt für die erhöhte Leistung liegt in unserem Gehirn. Es ist zuständig für die Kontrolle und die Koordination aller Bewegungen sowie für das Gleichgewicht der Körperfunktionen. Es steuert außerdem kognitive Funktionen wie zum Beispiel das Gedächtnis oder die Sprache. Unser Gehirn verbraucht rund 20 Prozent der Energie, die wir mit der Nahrung zu uns nehmen, und auch der Bedarf an Sauerstoff ist sehr hoch. Das Gehirn hat somit maßgebliche Auswirkungen auf die kognitiven Fähigkeiten. Damit es richtig funktioniert, ist die passsende Gehirnnahrung erforderlich. Kaffee wirkt wie ein scheinbarer Fitmacher auf unser Gehirn, es erhält einen kurzfristigen Adrenalinschub. Allerdings hält dieser Effekt nur kurze Zeit an, deshalb ist Kaffee als nachhaltige und gesunde Nahrung für das Gehirn kaum geeignet.

Nicht zu unterschätzen ist aber der sogenannte Placebo-Effekt, denn sogar der Genuss von Kaffee ohne Koffein kann dazu führen, dass wir uns fit und leistungsfähig fühlen. Wer kurzfristig aufmerksamer und leistungsfähiger sein will, kann mit einer Tasse Kaffee nachhelfen, und dieser Kaffee muss nicht einmal Koffein enthalten. Auch ein koffeinfreies Getränk kann diese anregende Wirkung ausströmen.

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