Die meisten Bewerber möchten nach einem Vorstellungsgespräch natürlich am liebsten sofort erfahren, wie ihre Aussichten bezüglich des gewünschten Jobs stehen. Leider heißt es aber meist erst einmal abwarten, weil die Konkurrenz groß ist und auch dem potentiellen Arbeitgeber die Entscheidung dadurch schwerer fällt.

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Abwarten sollte aber nicht gleichzeitig „Herumsitzen und Däumchendrehen“ bedeuten. Denn es gibt Möglichkeiten, um die Wartezeit sinnvoll zu überbrücken und sich eventuell zusätzliche Vorteile zu sichern.

Zunächst sollte ein Bewerber die Eindrücke aus dem Vorstellungsgespräch noch einmal Revue passieren lassen:

  • Verlief das Gespräch gut?
  • Welche Eindrücke könnte der Gesprächspartner von mir gewonnen haben?2
  • Wurden auch meine Fragen von Unternehmensseite zufrieden stellend beantwortet?

Solche und ähnliche Eindrücke können beispielsweise auf einer Plus-Minus-Liste notiert und mit den eigenen beruflichen Zielen und Anforderungen verglichen werden.

Fällt die Bilanz positiv aus bzw. besteht das Gefühl, gute Chancen auf die Stelle zu haben, kann etwa ein bis drei Tage nach dem Gespräch ein so genanntes „Nachfassschreiben“ per Brief oder E-Mail verfasst werden. Dabei ist jedoch Fingerspitzengefühl gefragt:

  • Grundsätzlich gilt, dass Nachfassen nur dann vorteilhaft wirkt, wenn dem Vorstellungsgespräch noch bedeutende Zusatzinformationen beigefügt werden können. Denn wer lediglich bekannte Inhalte aus Bewerbungsunterlagen oder Vorstellungsgespräch wiederholt, strapaziert nur die Nerven des zuständigen Personalverantwortlichen und riskiert eine unnötige Absage.
  • Inhaltlich gehört zu einem Nachfassschreiben sowohl eine Danksagung (z. B. für das freundliche oder interessante Gespräch) als auch eine Reflexion über die gewonnenen Einsichten. Dabei empfiehlt es sich, nochmals auf die eigene Motivation und Qualifikation einzugehen und eventuell im Vorstellungsgespräch zu kurz gekommene Punkte stärker zu betonen. Abschließend sollte auch bekräftigt werden, dass ein weiteres Gespräch bzw. eine positive Entscheidung erhofft ist – ohne aber indirekt um den Job zu „betteln“. Auch auf die Bitte um baldige Antwort sollte möglichst verzichtet werden, da dies den Anschein erweckt, Druck ausüben zu wollen.
  • Formal kann das Bewerbungsschreiben als Vorlage für den Nachfassbrief dienen. Zudem sollte das Nachfassschreiben höchstens eine DIN-A4-Seite umfassen, da sonst leicht der Eindruck entsteht, der Bewerber hätte absichtlich wichtige Punkte im Vorstellungsgespräch verschwiegen oder möchte seine Aussagen korrigieren.

Wenn im Vorstellungsgespräch ein Entscheidungstermin vereinbart wurde und ein paar Tage nach diesem Zeitpunkt noch kein Bescheid vom Unternehmen eingetroffen ist, sollte zudem telefonisch beim Unternehmen nachgefragt werden. Wurde kein Termin vereinbart, sollte mit dem Telefonat nicht länger als drei Wochen gewartet werden, da dies sonst als Desinteresse des Bewerbers ausgelegt werden kann. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, einen vorwurfsvollen Unterton wegen langer Wartezeit zu vermeiden und auch dann freundlich zu bleiben, falls die Entscheidung noch nicht feststeht.

Die Vorteile für einen Bewerber, die aus einem solchen Vorgehen resultieren können, sind vor allem:

  • Er bleibt beim potentiellen Arbeitgeber positiv in Erinnerung.
  • Er zeigt Eigeninitiative und Kooperationsbereitschaft, indem er sich weiterführend mit Inhalten aus dem Vorstellungsgespräch und dem Unternehmen beschäftigt.
  • Er bekräftigt sein Interesse an der angebotenen Stelle und dass er den Job im Falle einer Zusage auch wirklich aufnehmen möchte.

Nachgefragt: Wie lange mussten Sie warten, bis Sie eine Rückmeldung nach dem Vorstellungsgespräch bekommen haben?

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