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Führungskräfte und Pferde – das klingt erst einmal nach zwei vollkommen unterschiedlichen Welten. Doch derzeit revolutioniert ein neuer Trend die Seminare für Führungskräfte und immer mehr Karriereanwärter tauschen ihre Anzüge und Kostüme gegen die Reiterhosen. Aber wieso eigentlich? Was sollen Führungskräfte plötzlich mit Pferden anfangen? Wir sind dieser Frage einmal auf den Grund gegangen…

1. Führungstraining mit Pferden hat eine lange Tradition
2. Wieso gerade Pferde?
3. Was soll ein Manager von den Pferden lernen?
4. Körpersprache und natürliche Autorität
5. Alles Humbug oder wissenschaftlich erwiesen?
6. Sind Pferde also klügere Mitarbeiter?

Führungstraining mit Pferden hat eine lange Tradition

Tatsächlich hat das Training von Führungskräften mit der Hilfe von Pferden bereits eine sehr lange Geschichte. Dennoch waren diese bislang eher die Exoten der Seminare. Nun scheinen sie immer mehr zum Trend zu werden. Bereits vor vielen Jahrhunderten lernten die großen Feldherren ihre Führungskompetenz mit der Hilfe von Pferden. Dominanz und Motivation waren die angestrebten Eigenschaften, die später auf dem Schlachtfeld zum Sieg führen sollten. Etwas weniger drastisch ist die Situation zwar heute, die gewünschten Eigenschaften an eine Führungspersönlichkeit hingegen sind ähnlich geblieben. Doch vor allem mit der Dominanz beziehungsweise dem Selbstbewusstsein haben viele Anwärter auf Führungspositionen zu kämpfen. Und genau hier könnte nichts besser helfen als der kluge Verstand eines Pferdes.

Wieso gerade Pferde?

Dass sich gerade die großen Tiere mit den treuen Augen so gut für Führungsseminare eignen, liegt vor allem in ihrer Natur. Pferde leben als Fluchttiere gemeinsam in großen Herden. Geführt werden diese von einem Leithengst und einer Leitstute. Ihre Kompetenz, Gefahren zu erkennen und angemessen zu reagieren, entscheidet für jedes einzelne Tier in der Herde über Leben oder Tod. Sie folgen daher demjenigen, der Ihnen Sicherheit vermittelt und dem sie vertrauen, dass er oder sie ihnen den richtigen Weg geleitet. Dies kann ein anderes Pferd sein, wie die Leitstute, oder aber auch ein Mensch. Autorität, Selbstbewusstsein und Dominanz sind daher die Eigenschaften, nach denen ein Pferd in „seiner Führungskraft“ sucht. Und während wir Menschen uns immer wieder vom äußeren Schein täuschen lassen, spüren Pferde jede noch so kleine Unsicherheit auf. Sie können den Puls eines Menschen wahrnehmen, deuten seine Körpersprache, Stolperer in der Stimme oder ein unsicheres Zucken. Das macht die Arbeit mit Pferden so viel anspruchsvoller als das Seminar unter Menschen. Und genau das wiederum macht das Seminar so aufschlussreich!

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Was soll ein Manager von den Pferden lernen?

Beim Seminar selbst wird in der Regel gar nicht auf das Pferd gestiegen. Es geht viel mehr um die Arbeit mit dem Tier. Denn die Pferde spiegeln den Seminarteilnehmern unvermittelt wider, wie diese auf sie wirken. Nur zehn Prozent der Menschen verfügen nämlich über die sogenannte „natürliche Autorität“. Der Rest muss sie erst erlernen. Wer ohne Autorität mit einem Pferd arbeiten möchte, wird schnell frustriert sein. Mit Kraft oder einer lauten Stimme lassen die hunderte von Kilo schweren Tiere sich nicht bewegen. Wer also könnte einer angehenden Führungskraft besser verdeutlichen, wie sie auf ihn wirkt, als ein Pferd? Wenn sich das Pferd nun auf dem Boden wälzt anstatt nach rechts zu gehen, war Ihre Anweisung offensichtlich nicht klar genug.

Körpersprache und natürliche Autorität

Und noch ein Punkt mach die Seminare mit Pferden so spannend: Die Tiere verstehen keine Sprache. Zumindest nicht viel mehr als „Schritt“ oder „Galopp“. Mit Worten kommen die Führungskräfte hier deshalb schnell an ihre Grenzen. Gefragt sind stattdessen eine selbstbewusste und klare Körpersprache, eine feste Stimme, die richtigen Bewegungen. Die Arbeit am Pferd ist eine Arbeit mit dem ganzen Körper. Und diese wiederum ist der Grundstein der sogenannten „natürlichen Autorität“.

Vielleicht kennen Sie das selbst: Ihr Chef wird gerne laut, sieht Ihnen dabei aber nie in die Augen und läuft irgendwie den ganzen Tag mit hängenden Schultern durch das Büro – nehmen Sie ihn ernst? Folgen Sie ihm aus Sympathie, Bewunderung, Motivation oder gar aufgrund seiner herausragenden Kompetenz? Vermutlich eher nicht! Deshalb arbeiten die Seminarleiter mit Hilfe der Pferde an der Ausstrahlung der Teilnehmer. Genau diejenigen, die nämlich behaupten eine natürliche Autorität zu haben, sind meist diejenigen mit den größten Defiziten, da sind sich die verschiedenen Seminaranbieter einig. Nur durch Authentizität kann eine natürliche Autorität entstehen. Diese wiederum beruht auf den Werten der Führungsperson. Respekt, Vertrauen und eine innere Stärke sowie Ruhe sind für Pferde die Eigenschaften, welche sie bei Ihrem „Leittier“ suchen. Und bleibt eine solche Führung bei den Pferden aus, übernehmen sie das Kommando lieber selbst. Die Pferde haben also ein intuitives Gespür dafür, welche Persönlichkeiten auf „guten“ und welche auf „schlechten“ Werten aufbauen. Wer mit Pferden nicht kann, sollte wohl auch nicht zur Führungskraft befördert werden.

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Alles Humbug oder wissenschaftlich erwiesen?

Kritiker jedoch bezweifeln immer wieder die den Pferden zugesprochene Kompetenz. Zahlreiche wissenschaftliche Studien von Verhaltensbiologen haben die Theorie nun aber zweifellos belegt: Pferde reagieren auf menschliche Signale. Diese können minimal und unbewusst sein. Unvermittelt zeigt es dann auf, ob es die Person vertrauensfördernd oder abschreckend findet. Selbst auf die unterschiedlichen Launen desselben Menschen reagieren sie sofort. Begründet wird diese Fähigkeit aus dem sensiblen Instinktverhalten der Fluchttiere.

Sind Pferde also klügere Mitarbeiter?

Da könnte man ja jetzt fast meinen, dass die Arbeit mit Pferden für einen Manager aufschlussreicher und sinnvoller sei als die mit den Menschen. Hinsichtlich der Autoritätsfindung und der Selbstwahrnehmung mag das auch zutreffen. Denn ein Pferd hat keine Angst, etwas falsches zu sagen oder einen Konflikt einzugehen. Kein Mensch wird Ihnen daher jemals so klar spiegeln, wie Sie auf ihn wirken. Die Arbeit mit den Menschen jedoch, ist als Führungskraft natürlich viel komplexer und erfordert noch mehr als nur eine „natürliche Autorität“ zu besitzen. Eine professionelle Ausbildung in fachlichen und sozialen Kompetenzen ist daher für jede Führungskraft unerlässlich. Das Pferde-Seminar jedoch eignet sich bestens als Einstieg in einer Reihe von Seminaren. Denn die Autorität ist später die Grundlage für die Arbeit als Führungskraft. Zudem werden authentische Führungskräfte gefördert, mit klaren Werten, Respekt für das Gegenüber, Vertrauen, Ruhe und einer inneren Stärke. Eigenschaften, die heutzutage leider sehr selten geworden sind.

Ich jedenfalls denke, dass die Arbeit mit Pferden jedem von uns gut tun würde. Und was denken Sie?

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