Hallo liebe Leserinnen und Leser von Arbeits-ABC.de,

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mehr oder weniger glücklich schätzen können sich bekanntlich all diejenigen Arbeitnehmer, die über einen unbefristeten Arbeitsvertrag verfügen, nach Tarifvertrag oder zumindest in Anlehnung an einen Tarifvertrag entlohnt werden und ggf. einen Betriebsrat oder Personalrat „im Rücken“ haben, der bei möglichen Schwierigkeiten vermittelnd angesprochen werden kann. Wir hier bei Arbeits-ABC .de möchten Ihnen wann immer möglich, fundierte Informationen zukommen lassen oder zumindest seriöse Quellen nennen, die Ihnen bei rechtlich unklaren Situationen weitere Informationen liefern. Dazu gehört der aktuelle Minijob-Newsletter vom 29.10.2015, der die Arbeitsrechte von Minijobbern thematisiert.

IAB Studie verrät: Minijobber kennen ihre Arbeitsrechte kaum
Eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) wurde am 16. Oktober 2015 in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), der Minijob-Zentrale und des IAB in Berlin vorgestellt und erörtert. In diesem Zusammenhang wurde vereinbart, dass die Minijob-Zentrale die bestehenden Informationsangebote über die Arbeitnehmerrechte von geringfügig Beschäftigten ausweiten wird.

http://www.bmas.de//DE/Presse/Pressemitteilungen/2015/rechten-von-minijobbern-geltung-verschaffen.html

Dass mit der Vorstellung der Untersuchung und einer entsprechenden Pressemitteilung arbeitsrechtliche Defizite nicht automatisch behoben sind, versteht sich von selbst. Allerdings können und sollten Betroffene dies zum Anlass nehmen, sich ihrerseits an den Betriebsrat oder Vertreter ihrer Gewerkschaft zu wenden, um eben diese Defizite publik zu machen.

Und weil es im Rahmen des Online-Seminars gerade so schön passt, noch ein Hinweis:

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Auch Minijobberinnen erhalten Mutterschaftsgeld
Schwangere Minijobberinnen dürfen während der Mutterschutzfristen grundsätzlich nicht beschäftigt werden. Während dieser Zeit wird der Lohnausfall durch das Mutterschaftsgeld und in einigen Fällen durch den Zuschuss des Arbeitgebers ausgeglichen. Dabei werden zwei Gruppen von Minijobberinnen unterschieden.

http://blog.minijob-zentrale.de/2015/10/16/mutterschaftsgeld-bei-minijobs/

So langsam aber sicher biegt das Online-Seminar Lohn und Gehalt in seinem praktischen Teil auf die Zielgerade ein. Noch drei Abrechnungsmonate und Sie können von sich sagen – und vor allem auch nachweisen, sofern Sie die Übungen bislang absolviert haben – für ein kleines Unternehmen die entsprechenden monatlichen Lohn- und Gehaltsabrechnungen mit einer Fülle von Besonderheiten bewältigt zu haben.  🙂 Den Abrechnungsmonat Oktober 2015 sollten Sie daher also entsprechend routiniert bearbeiten können! Der Autor wünscht Ihnen jedenfalls dabei das gleiche Maß an Freude, wie er sie beim Ausdenken der Aufgaben empfunden hat.

16.18. Lohn- und Gehaltsabrechnung Oktober 2015

16.18.1. Bearbeitungshinweise Manfred Redecker

Für die Lohnabrechnung ist der entsprechende Stundennachweis zugrunde zu legen. Am 05.10.2015 und 07.10.2015 hat er Urlaub, für die Woche vom 26.10.2015 bis 30.10.2014 hat er eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt.

16.18.2. Bearbeitungshinweise Frank-Gerhard Dickel

Herr Dickel erhält in diesem Monat eine Umsatzprovision in Höhe von 105,00 € zusätzlich zu seinem Gehalt. Von der Möglichkeit des Erwerbs von Essensmarken macht er auch im Oktober Gebrauch. Allerdings liegt für den Zeitraum vom 12.10.2015 bis 16.10.2015 erneut eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vor; Ursache ist dieselbe Krankheit wie im Juni und Juli 2015.

16.18.3. Bearbeitungshinweise Alexandra Clemens

Frau Clemens bezieht im Oktober vom Arbeitgeber nur ihr Mutterschaftsgeld, zahlt aber weiterhin 50,00 € in ihren Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge bzw. 52,00 € in ihren Bausparvertrag ein.

16.18.4. Bearbeitungshinweise Klaus-Peter Dornseifer

Für die Lohnabrechnung ist der entsprechende Stundennachweis zugrunde zu legen. Er bekommt für den Monat Oktober entsprechend den Arbeitstagen Essensmarken. Außerdem ist ein Vorschuss in Höhe von 300,00 € einzubehalten.

16.18.5. Bearbeitungshinweise Katharina-Renate Brettschneider

Es sind in diesem Monat ansonsten keine Besonderheiten zu berücksichtigen, sieht man davon ab, dass sie wie alle anderen Vollzeitbeschäftigten von dem Angebot Gebrauch macht, ein Mittagessen einzunehmen.

16.18.6. Bearbeitungshinweise Jens Maiwald

Für die Lohnabrechnung ist der entsprechende Stundennachweis zugrunde zu legen.

16.18.7. Bearbeitungshinweise Marita Theile-Schürholz

Es sind in diesem Monat keine Besonderheiten zu berücksichtigen.

16.18.8. Bearbeitungshinweise Bianca Neef

Im Nordrhein-Westfalen dauern die Herbstferien vom 05.10.2015 bis zu 17.10.2015. In dieser Zeit besucht Frau Neef ausschließlich ganztägig den Ausbildungsbetrieb.

16.18.9. Bearbeitungshinweise Hans-Heinrich Risse

Es sind in diesem Monat keine Besonderheiten zu berücksichtigen.

16.18.10. Bearbeitungshinweise Torsten Neumann

Als Werkstudent – eine Immatrikulationsbescheinigung liegt vor – ist Herr Neumann seit dem 12.10.2015 für maximal 20 Stunden pro Woche erneut für die F. Sommer & W. Herbst KG als Aushilfe im Lager und in der Verwaltung tätig. Ihm wird ein Stundenlohn von 8,95 € gezahlt. In Kap. 14.2.1. des Theorieteils des Online-Seminars Lohn und Gehalt können Sie sich nochmals darüber informieren, wie ein Werkstudent hinsichtlich der Steuer- und Sozialversicherungspflicht zu behandeln ist. Einzugsstelle für die SV-Beiträge ist im Falle einer nicht geringfügigen Beschäftigung die DAK.


Liebe Interessenten am Online-Seminar Lohn und Gehalt bei Arbeits-ABC.de,

nicht jeder Abrechnungsmonat zeichnet sich durch eine Vielzahl von Besonderheiten aus, die berücksichtigt werden müssen. Bei einigen Beschäftigten können auch in diesem Monat die Daten des Vormonats praktisch wieder unverändert übernommen werden, wie Sie sicherlich routiniert festgestellt haben.

16.19. Lohn- und Gehaltsabrechnung Oktober 2015 – Lösungen

16.19.1. Bearbeitungshinweise Manfred Redecker

Aus der Summe der regulär gearbeiteten Stunden zwischen dem 12.10. und 21.10.2015 ergibt sich eine geleistete Überstunde, die entsprechend zu vergüten ist. Bei den Fehlzeiten wegen Krankheit und Urlaub greifen die entsprechenden Regelungen zur Fortzahlung des Arbeitsentgeltes; zu entgelten sind somit die an den Arbeitstagen regulär anfallenden Stunden.

16.19.2. Bearbeitungshinweise Frank-Gerhard Dickel

Weil es sich bei der Arbeitsunfähigkeit von Herrn Dickel um dieselbe Krankheit wie im Juni und Juli handelt und diese bereits den Entgeltfortzahlungszeitraum von 42 Tagen überschritt, erhält er für den Zeitraum dieser AU wiederum Krankengeld durch seine Krankenkasse. Sein Gehalt ist entsprechend zu kürzen – siehe dazu die Kap. 4.4.5., 4.5. und 4.5.1. des theoretischen Teils des Online-Seminars Lohn und Gehalt – und der Oktober mit 26 SV-Tagen anzusetzen.

16.19.3. Bearbeitungshinweise Alexandra Clemens

Frau Clemens zahlt vom Mutterschafts-Zuschuss des Arbeitgebers weiterhin 50,00 € in ihren Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge bzw. 52,00 € in ihren Bausparvertrag ein. Denkbar wäre sicherlich auch, auf Antrag während dieser Zeit die Beitragszahlungen ruhen zu lassen.

16.19.4. Bearbeitungshinweise Klaus-Peter Dornseifer

Abgesehen vom einzubehaltenden Vorschuss und den zu berücksichtigenden Zuschlägen für die Arbeitszeiten nach 20:00 Uhr weist diese Abrechnung keine Besonderheiten auf.

16.19.5. Bearbeitungshinweise Katharina-Renate Brettschneider

16.19.6. Bearbeitungshinweise Jens Maiwald

Die Wochenarbeitszeit überschreitet nur in der letzten Oktoberwoche den vereinbarten Umfang um 1,5 Std. Zu berücksichtigen ist ferner für den 25.10.2015 der Zuschlag für Sonntagsarbeit. Das steuer- und sozialversicherungspflichtige Brutto beläuft sich auf 844,74 €, so dass die Abrechnung ohne Besonderheiten nach der Gleitzonenregelung vorgenommen wird.

16.19.7. Bearbeitungshinweise Marita Theile-Schürholz

16.19.8. Bearbeitungshinweise Bianca Neef

Wegen der Herbstferien in NRW fällt der Berufsschulunterricht aus. In dieser Zeit besucht Frau Neef in Vollzeit den Ausbildungsbetrieb und hat demzufolge Anspruch auf die Ausgabe von Essensmarken an den jeweiligen Arbeitstagen.

16.19.9. Bearbeitungshinweise Hans-Heinrich Risse

16.19.10. Bearbeitungshinweise Torsten Neumann

Wegen des erneuten Eintritts von Herrn Neumann als Werkstudent im laufenden Monat sind hier die tatsächlichen Steuer- und Sozialversicherungstage zu berücksichtigen. Er unterliegt als eingeschriebener Student im Bereich der Sozialversicherung ausschließlich der Rentenversicherungspflicht. Aber Achtung: Nur bei einem Arbeitsumfang von bis zu 20 Stunden wöchentlich gilt diese Regelung! (Auf die Abbildung des Anmeldeformulares zur Sozialversicherung wegen der erneuten Arbeitsaufnahme verzichten wir an dieser Stelle.)

Was wir Ihnen im Rahmen des Online-Seminars Lohn und Gehalt an dieser Stelle einmal zeigen möchten, sind die Anträge auf Erstattung nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz für Arbeitgeberaufwendungen bei Arbeitsunfähigkeit – U1 bzw. bei Mutterschaft – U2. In den Kapiteln 4.5. und 4.6. des theoretischen Teils des Online-Seminars Lohn und Gehalt hatten wir die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen bereits ausführlich erläutert.

Herrn Redecker waren insgesamt 7 Std. Lohn zu je 10,61 € wegen Arbeitsunfähigkeit zu zahlen. Davon erstattet die Knappschaft als für Minijobber zuständige Einzugsstelle 80 %, nämlich den ausgewiesenen Betrag in Höhe von 59,42 €. Wenn ein Arbeitgeber also einem Beschäftigten bei einer unverschuldeter Krankheit eine Entgeltfortzahlung mit dem Argument verweigert, dieser sei ja in dieser Zeit nicht produktiv oder er solle später diese Stunden nacharbeiten, verstößt offen gegen gesetzliche Bestimmungen!

Erstattungsantrag Redecker

Ebenfalls von der zuständigen Krankenkasse wird der vom Arbeitgeber zu zahlende Zuschuss zum Mutterschaftsgeld auf Antrag erstattet, wie der Vergleich mit der Brutto-/Nettolohnabrechnung von Frau Clemens zeigt.

Erstattungsantrag Clemens

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