Seit Monaten kennen die Preise, unter anderem für Energie und Lebensmittel, nur eine Richtung: nach oben. Immer mehr Menschen merken das ganz konkret im Alltag – und eine Besserung scheint in weiter Ferne.

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Berlin (dpa) – Immer mehr Menschen in Deutschland bekommen die anhaltend hohen Preise im Alltag zu spüren. Im am Freitag veröffentlichten ZDF-«Politbarometer» gaben 40 Prozent der Befragten an, dass ihnen die Inflation persönlich große Probleme bereitet, Anfang April war das erst bei 34 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fall gewesen.

83 Prozent der Befragten glauben außerdem, dass der starke Preisanstieg den Wohlstand in Deutschland gefährdet, nach 73 Prozent Anfang April. Drei von fünf (61 Prozent) halten die politischen Maßnahmen zur Entlastung für nicht ausreichend, nur 6 Prozent gehen diese zu weit.

Ein Haupttreiber der Inflation sind die hohen und weiter steigenden Preise für Energie, unter anderem wegen des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Unsicherheiten bei der Gas- und Ölversorgung. Im Juni war Energie nach Angaben des Statistischen Bundesamts 38 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Nach einer Yougov-Umfrage machen sich 71 Prozent der Menschen in Deutschland deswegen finanzielle Sorgen.

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Lebensmittelpreise dürften weiter steigen

Deutlich teurer geworden sind zuletzt auch Lebensmittel, im Juni stiegen die Preise dafür laut Statistischem Bundesamt um 12,7 Prozent. Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Wochen und Monaten fortsetzen: Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo auf Basis einer Umfrage mitteilte, will fast jeder Händler für Nahrungs- und Genussmittel seine Preise erhöhen.

Allerdings gebe es erste Anzeichen, dass die Inflationsrate im weiteren Verlauf des Jahres allmählich sinken könnte. «Denn die Preiserwartungen in einigen Wirtschaftszweigen, deren Produktion dem Konsum vorgelagert ist, sind bereits das zweite Mal in Folge gesunken», sagte Ifo-Konjunkturexperte Timo Wollmershäuser und nannte etwa die Industrie, das Baugewerbe und den Großhandel.

Bildnachweis: Hendrik Schmidt/dpa