Private Arbeitsvermittler vermitteln Arbeitsplätze an Jobsuchende sowie Arbeitnehmer auf freie Arbeitsstellen. Arbeitsvermittler, welche gezielt Führungskräfte vermitteln, werden üblicherweise als Headhunter bezeichnet, während die meisten Vermittlungen für Arbeitslose durchgeführt werden.

Der Arbeitsvermittler schlägt dem Arbeitgeber geeignete Bewerber vor. Zu diesem Zweck überzeugt er sich von den Fähigkeiten des Bewerbers, indem er mindestens ein ausführliches Gespräch mit diesem durchführt. Idealerweise kennt er die Betriebe, in welche er vermittelt, ebenfalls persönlich; zumindest liegt ihm eine ausführliche Beschreibung der zu erbringenden Tätigkeit vor.

Die Beauftragung eines privaten Arbeitsvermittlers kann grundsätzlich durch den Arbeitgeber oder durch den Arbeitnehmer erfolgen. In der Praxis beauftragen Arbeitgeber die entsprechende Dienstleistung vorwiegend für die Besetzung von Führungspositionen. Gelegentlich beauftragen Firmen aber auch private Arbeitsvermittler mit der Suche nach Mitarbeitern für einfachere Aufgaben. So existieren in einigen Städten mehrere Call Center, welche Beschäftigte mit ähnlichen Skills suchen. Auf Grund des begrenzten Angebotes an geeigneten Arbeitnehmern haben Unternehmen in Einzelfällen private Arbeitsvermittler eingesetzt.

Die Höhe der Entlohnung des privaten Arbeitsvermittlers bei der Beauftragung durch den zukünftigen Arbeitgeber ist grundsätzlich frei vereinbar und beträgt für Führungskräfte durchschnittlich drei Monatsgehälter.

Bei der Beauftragung durch einen Arbeitslosen und Bezahlung durch das Arbeitsamt ist die Vergütung gesetzlich geregelt und beträgt grundsätzlich 2000 Euro brutto. Ausgezahlt wird der Betrag in zwei Raten, die erste Zahlung erfolgt bei einer Beschäftigungsdauer von sechs Wochen und die zweite nach sechs Monaten. Wenn der Arbeitsvertrag vor Erreichend des Auszahlungszeitpunktes beendet wurde, besteht für den Vermittler kein Rechtsanspruch auf die Vermittlungsgebühr.

In Einzelfällen kann eine um 500 Euro erhöhte Vermittlungsgebühr vereinbart werden, diese gilt grundsätzlich für die erfolgreiche Vermittlung Schwerbehinderter und kann für die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen gewährt werden.

Wenn ein Arbeitssuchender einen privaten Arbeitsvermittler ohne Anspruch auf einen Vermittlungsgutschein des Arbeitsamtes bzw. der Arbeitsagentur beauftragt, darf das Honorar des Vermittlers ebenfalls den Betrag von 2000 Euro nicht überschreiten.

Das Vermittlungshonorar stellt ein Erfolgshonorar im Rahmen eines Maklervertrages dar. Wenn der Arbeitsvermittler nicht erfolgreich tätig wird, entsteht für ihn kein Anspruch auf eine Honorarzahlung. Der Anspruch entfällt auch, wenn der Bewerber eine Stelle durch eigenes Bemühen oder dank der Vermittlung des Arbeitsamtes findet.

Kein Anspruch auf eine Bezahlung besteht für den privaten Arbeitsvermittler, wenn er wirtschaftlich mit dem zukünftigen Arbeitgeber verflochten ist.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die private Arbeitsvermittlung werden überwiegend in § 421g SGB 3 geregelt, einige ergänzende Bestimmungen regeln §§ 202, 296, 297 und 298 des genannten Sozialgesetzbuches. Neben den Aufgaben und dem Vergütungsanspruch nehmen Bestimmungen zum Datenschutz einen breiten Raum innerhalb der gesetzlichen Bestimmungen ein. Die Tätigkeit als Arbeitsvermittler ist seit dem Jahr 2002 nicht mehr erlaubnispflichtig, eine entsprechende Gewerbeanmeldung reicht aus. Die Arbeitsagenturen haben sich jedoch auf Qualitätsstandards verständigt, welche sie an von ihnen bezahlte private Arbeitsvermittler stellen.

Ein Befähigungsnachweis ist für die Tätigkeit als privater Arbeitsvermittler nicht erforderlich, sie wird jedoch für die Mitgliedschaft in einem entsprechenden Berufsverband vorausgesetzt. Als Ausbildung erkennen diese in der Regel die Ausbildung zum Personaldienstleistungskaufmann sowie das Studium der Betriebswirtschaft (Fernstudium Betriebswirtschaftslehre) mit dem Schwerpunkt Personalwesen an. Alternativ bereiten von den Berufsverbänden durchgeführte Kurse auf die Tätigkeit des Arbeitsvermittlers vor.

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes gilt der Vermittlungsgutschein auch für die erfolgreiche Vermittlung auf einen Arbeitsplatz in einem anderen Land der Europäischen Union (EU).

Rechtlich nicht als private Arbeitsvermittlung gelten Modelle, bei welchen Mitarbeiter eines Unternehmens eine finanzielle Vergütung für das Anwerben zukünftiger Kollegen erhalten. “Mitarbeiter werben Mitarbeiter” Modelle sind grundsätzlich erlaubt. Der Vermittlungsvertrag muss schriftlich abgeschlossen werden.

Als Vorteil der privaten Arbeitsvermittlung nennen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einheitlich, dass diese häufiger erfolgreich tätig sind als das Arbeitsamt. Eine mögliche Ursache kann das Vergütungsmodell sein, wonach sie nur bei Erfolg bezahlt werden und sich entsprechend intensiv um eine erfolgreiche Vermittlung bemühen. Arbeitgeber geben an, dass ihnen von privaten Arbeitsvermittlern so gut wie keine vollkommen ungeeignete Bewerber vorgeschlagen werden. Die Anfrage nach einem Vermittlungsgutschein stellt zumindest ein Indiz dafür dar, dass sich der Arbeitslose aktiv um eine neue Stelle bemüht.

Ein Nachteil des aktuellen Systems ist seine Anfälligkeit für Manipulationen. So wurden einige Fälle bekannt, in denen Arbeitsvermittler den Vermittlungsgutschein zur Erstattung einreichten, obgleich der Arbeitslose die betreffende Stelle selbst gefunden hatte. Durch eine Befragung des Bewerbers und des Arbeitgebers lässt sich diese Problematik reduzieren; nicht ausgeschlossen werden kann jedoch, dass beide in Absprache mit dem Vermittler falsche Angaben machen.

Der Bewerber sollte sich vor der Abgabe des Vermittlungsgutscheins über die Qualifikation des Arbeitsvermittlers informieren. Seriöse Vermittler bieten ein unverbindliches und kostenloses Informationsgespräch an. Die Mitgliedschaft des Arbeitsvermittlers in einem Berufsverband oder eine anderweitige Zertifizierung gibt einen Hinweis auf die tatsächliche Eignung.

1 Kommentar

  1. Warum gilt hier nicht das gleiche Prinzip wie beim Immobilienmakler? Warum müssen Steuerzahler für die von Arbeitgebern vergebenen Aufträge zahlen?
    Ich sehe darin eine Verschwendung in immenser Höhe.
    Ein großteil der Mitarbeiter auf den Ämtern verschaffen sich auf diese Art der Arbeitsvermittlung eine zusätzliche Kaffeepause und evtl. dazu noch eine goldene Nase.

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