Gutes Personal zu finden – in vielen Wirtschaftszweigen ist das mittlerweile gar nicht mehr so leicht. Ob Fachkräfte im Technologie- und IT-Bereich oder kreative Köpfe für die Marketingbranche, zahlreiche Unternehmen werben im Internet um ihre zukünftigen Mitarbeiter.

Eine besondere Werbeform im Social Web sind die sogenannten Recruiting-Videos, die die Nachwuchskräfte auf mehr oder weniger komische und skurrile Weise ansprechen. Neugierig? Die folgenden Beispiele zeigen, wie das Nachwuchs-Recruiting per Video aussehen kann und nicht nur für die Personalsuche, sondern auch für die eigene Vermarktung überaus nützlich ist.

Recruiting-Videos: von spannend bis genial daneben

Laut einer unternehmenseigenen Auswertung von YouTube und Facebook schauen Internet-User  Tag für Tag etwa 500 Filme. Zusätzlich werden diese über 100 Millionen Mal geteilt, bewertet oder kommentiert. Diese Zahlen zeigen: Die potentielle Zielgruppe für Recruiting-Videos ist groß. Insbesondere dann, wenn die Kurzfilme Spannendes, Überraschendes, Kurioses oder andere Inhalte zeigen, die die Zuschauer zu sozialen Interaktionen, wie zum Teilen, anregen.

Das Einstellen von Recruiting-Videos auf YouTube & Co. ist schon längst kein Marketing-Instrument mehr, welches nur von kleineren, innovativen Internet- und Werbefirmen zur Personalbeschaffung und Eigenwerbung genutzt wird. Auch große, global bekannte Unternehmen haben diese Art der Nachwuchsförderung für sich entdeckt. Von McDonald’s, BMW, Sparda-Bank über die Deutsche Bundeswehr oder das Österreichische Heer zeigt sich Landschaft an Recruiting-Kurzfilmen erstaunlich vielseitig und wird teilweise von ihren Betrachtern als überaus peinlich oder lustig bewertet. Dieser Eindruck entsteht beispielsweise aufgrund unfreiwillig komischer Texte in Rap-Form. Auch die Zeilen „Herz und Hand, Fleiß und Verstand, Spaß und Stolz – und ein gutes Nudelholz” im Rammstein-Sound, die die Deutsche Bäckerinnung zur  Nachwuchskräftegewinnung ins WWW gestellt hat, sorgte in den letzten Monaten für Online-Hohn.

Bäcker-Video:

Aber es gibt auch durchaus Recruiting-Filmbeispiele, die als überzeugend und unterhaltend zugleich wahrgenommen werden. So zeigt sich beispielsweise Twitter hinsichtlich der aktuellen filmischen Recruiting-Ideen selbstironisch und informativ zugleich.

Twitter-Video:

4 Schritte für die erfolgreiche Erstellung und Vermarktung von Recruiting-Videos

Obwohl es einige abschreckende Recruiting-Videos gibt, sollten Unternehmen unbedingt diese Marketing-Chance für sich nutzen. Mit den folgenden Tipps lassen sich zwar nicht alle negative Reaktionen in der Öffentlichkeit umgehen. Dennoch zeigen die einzelnen Schritte, worauf es bei der Planung und Umsetzung eines Recruiting-Kurzfilms ankommt.

1. Schritt: die Konzeption

Ein durchdachtes Drehbuch und die genaue Definition der Zielgruppe für das Recruiting-Video sind wichtige Grundvoraussetzungen, damit der Kurzfilm von den Menschen wahrgenommen wird, bei denen er auch ankommen soll. Zusätzlich sollte er unbedingt das Corporate Design und die Kultur der bestehenden Unternehmenskommunikation vermitteln. Ein positives, aber zugleich negatives Beispiel ist der Bayer’s Recruiting Song”. Mit über 300.000 Klicks sehr erfolgreich und im Corporate Design absolut stimmig, spricht er Interessierte auf Job- oder Ausbildungssuche nicht direkt an – womöglich ein Nachteil hinsichtlich eines gezielten Nachwuchs-Recruitings.

Bayer:

2. Schritt: die Produktion

Authentizität: Darin besteht das Geheimnis vieler positiver Recruiting-Beispiele. Diese lässt sich mit erfahrenen Redakteuren und Interviewern sehr gut herstellen. Wer auf vorgefertigte Aussagen und Texte wie in den folgenden beiden Video-Beispielen setzt, riskiert ungewollt lächerliche Effekte, die zudem wichtige Informationen für eventuelle Bewerbungsinteressenten vermissen lassen.

BMW:

Edeka:

3. Schritt: der Schnitt

Die Kunst des Filmens besteht nicht nur darin, die richtigen Bilder und Szenen einzufangen und zu choreografieren. Auch der richtige Schnitt ist entscheidend für die Wirkung auf den Betrachter. Dabei sind die passende Auswahl und Positionierung von Zeitabständen, Zusatzinformationen und auch Verlinkungen neben dem eigentlichen Szenenschnitt sehr wichtig. Einerseits gut auf einander abgestimmt, andererseits jedoch nicht sehr abwechslungsreich, zeigen sich die Recruiting-Videos von S. Oliver. Spannender präsentiert sich beispielsweise Daimler, ohne an Informationsvielfalt zu verlieren.

S. Oliver:
Anmerkung: Das Video wurde leider wieder entfernt.
Daimler:

4. Schritt: die Platzierung im World Wide Web

Damit sich die Produktion eines Recruiting-Videos wirklich lohnt, sollte es in unterschiedlichen Bereichen im Internet präsent und abrufbar sein. Neben der unternehmenseigenen Website bieten sich Video-Portale wie YouTube an. Ebenfalls sind Social Activities wie Kommentieren, Bewerten und Teilen unbedingt notwendig, denn damit können auch Zielgruppen erreicht werden, die sonst wahrscheinlich nicht auf das Video aufmerksam werden. Weiterhin sollte das Video stets in Dateiformaten zur Verfügung gestellt werden, die mit allen gängigen Programmen und außerdem auf mobilen Geräten abspielbar sind.

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