Nur wenige Fähigkeiten sind im Berufsleben so begehrt wie ein sicheres Auftreten, doch wie geht das eigentlich – sicher und souverän auftreten?

Anzeige

Welche Vorteile haben eine gewisse Souveränität, welche Nachteile können entstehen, wenn man eher schüchtern oder unsicher wirkt? Und warum lohnt es sich, in ein sicheres Auftreten zu investieren? Die Antwort mag ernüchternd klingen, ist aber in den meisten Unternehmen an der Tagesordnung und anerkannte Tatsache: Es ist nun einmal der äußere Eindruck, der zählt.

Unabhängig von allem Fachwissen und charakterlicher Integrität gelten im Berufsleben der Schein und der erste Eindruck, den man hinterlässt. Gerade für schüchterne, zurückhaltende Menschen dürfte dies eine gruselige Vorstellung sein, doch das ändert nichts an dem Umstand, dass man auf den äußeren Schein großen Wert legen sollte. Dies gilt vor allem, wenn man noch einen beruflichen Aufstieg vor Augen hat. Die gute Nachricht allerdings ist:

Einen sicheren, souveränen Auftritt kann man lernen.

Auch schüchterne Menschen haben gute Chancen, einen aufsehenerregenden Eindruck zu hinterlassen, ohne sich dabei selbst zu verbiegen. Wie also geht man einen sicheren und souveränen Auftritt am besten an?

Seminare können helfen

Gerade schüchternen, unsicheren Menschen und Berufseinsteigern ist eine einschlägige Weiterbildung zu empfehlen. Rhetorik und Körpersprache, die Vermittlung eines souveränen Eindrucks, der gekonnte, sichere Auftritt: Alles das kann man lernen und im Idealfall so perfektionieren, dass es ideal zum persönlichen Temperament und dem Charakter passt. Seminare zum Thema „Überzeugen mit Persönlichkeit“, „Der perfekte erste Eindruck“, „Rhetorik und Körpersprache“ werden von allen Bildungsträgern angeboten. Sie greifen in der Regel auf videogestützte Analysen zurück. Was zunächst unangenehm und ungewohnt erscheint, gibt ein deutliches Feedback, was man besser machen kann. Denn der souveräne Auftritt ist durch einfache, authentische und äußerst wirkungsvolle Merkmale gekennzeichnet.

Der souveräne Auftritt leicht gemacht

Selbst schüchterne, unsichere Menschen können ihn lernen: den sicheren Auftritt. Was also gehört dazu? Das Schlüsselelement lautet: Körpersprache. Die Beine in Schulterbreite gespreizt, Schultern und Rücken gerade, den Kopf hoch und Blickkontakt – mehr braucht es für den sprichwörtlichen sicheren Auftritt nicht und schon ist die erste Hürde in Sachen souveräner Auftritt genommen. Vergessen sind dagegen verschränkte Arme, überkreuzte Beine und Füße, ein krummer Rücken oder eine schlechte Haltung, denn sie sorgen regelmäßig dafür, dass uns das Gegenüber als unsicher wahrnimmt. Auch der schüchterne Blick von unten herauf mag den einen oder anderen Flirt erst richtig anheizen, doch im Berufsleben ist er gänzlich unangebracht. Hier heißt es viel zu häufig, sich im Haifischbecken der großen und kleinen Fische zu behaupten, und der direkte Blickkontakt ist immer noch eine der deutlichsten und eindrucksvollsten Waffen, Souveränität zu demonstrieren. Auch die Übung vor dem heimischen Spiegel kann nicht schaden, bis man sich daran gewöhnt hat und der sprichwörtlich sichere Auftritt fast wie von selbst gelingt. Denn welche Vorteile ergeben sich aus einem sicheren Auftreten?

Das Märchen von den inneren Werten

Natürlich werden wir auf die Frage, was wirklich zählt im Leben, mit der Antwort reagieren: die inneren Werte des Menschen. Doch nicht immer trifft diese opportune Aussage den Kern der Wahrheit, denn viel zu häufig ist es im Berufsleben der schöne Schein, der zählt. Der inkompetente Kollege, der mit einem glänzenden Auftritt blendet, der cholerische Vorgesetzte, der mit großer Wortgewandtheit seine fehlende Führungskompetenz verschleiert, die hübsche neue Sekretärin, die dank ihrer Modellmaße von mangelndem Fleiß ablenkt – sie alle sind regelmäßig zu Besuch in den Büros der deutschen Firmen. Doch gerade im Berufsleben gehört die Fabel von der Bedeutsamkeit der inneren Werte schlicht ins Reich der Märchen, denn hier ist es nun einmal der äußere Eindruck, der zählt. Fehlt dieser, gilt man als inkompetent, desinteressiert und unbelehrbar. Keine Frage, dass ein solcher Mitarbeiter keine Chancen auf eine Beförderung oder einen wichtigen Vertragsabschluss hat, denn letztlich vertritt er die Interessen der Firma nach außen wie nach innen eben nicht angemessen – so das gängige Vorurteil.

Anzeige

So hart es also sein mag, so sehr trifft es den Kern der Wahrheit:

Wer sich im Berufsleben auf die inneren Werte verlässt und den souveränen Auftritt vernachlässigt, muss sich von der Karriereleiter verabschieden.

Wer darauf wartet, dass der Vorgesetzte die eigenen guten Taten entdeckt, lobend erwähnt und den Weg nach oben bereitet, dürfte bitter enttäuscht werden. So löblich der Ansatz „Tue Gutes und schweige.“ im wohltätigen Umfeld sein mag, so sehr ist er im Berufsleben fehl am Platz. Hier gilt es, auf sich aufmerksam zu machen, die eigenen Leistungen positiv hervorzuheben und angemessenes Selbstmarketing zu betreiben, ohne dabei zu übertreiben. Anderenfalls findet der berufliche Aufstieg ohne die schüchterne Persönlichkeit statt, die bei den Kollegen vielleicht beliebt ist, die aber leider als wenig kompetent gilt.

Anzeige

2 Kommentare

  1. Gerald Jung via Facebook

    Und dennoch gilt: besser authentisch als karrieregeil gecoacht, denn auch der Erfolg frisst seine Kinder und wer nicht nach den Regeln der Haie spielen will, geht besser auch nicht in ihr Becken!

  2. Dieter

    Wer aber heutzutage nicht mitspielt, bleibt auf der Strecke und wartet auf seine Hartz IV Überweisung. Der Realität kann man sich nicht entziehen.

Ihr Kommentar zum Thema