Im ersten Teil haben Sie gelesen, welche Bedeutung die Selbsterkenntnis, die Definition Ihrer Ziele, das Trommeln für Ihr Ansehen (Selbstlob), Ihr gepflegtes Äußeres sowie Ihr Sinn für Ordnung für ein erfolgreiches Selbstmarketing haben. Weitere Tipps, das Produkt „Ich und meine Kompetenzen“ effektiv zu „vermarkten“, lesen Sie hier:

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Positiv denken

Zugegeben, das klingt zunächst etwas abgedroschen. Wir werden ja von allen Seiten mit dieser Aufforderung konfrontiert, und manchmal hängt sie einem zum Hals heraus, wenn man sich gerade demotiviert und ausgelaugt fühlt.

Dennoch: Vergessen Sie nicht, dass positives Denken Energie freisetzt und dass Sie mit einer positiven Ausstrahlung viel leichter als angenehmer Zeitgenosse gelten. Pessimisten, Miesmacher und Skeptiker kommen nicht besonders gut an, denn Kritik und Einwände drücken bei unseren Mitmenschen manchen Knopf, von dem wir gar nichts ahnen.

 

„Ich schaffe das!“ beflügelt Sie viel mehr als „Wenn ich das nur packe“ oder „Das kriege ich doch nie hin!“ Vielleicht kennen Sie in Ihrem Kollegenkreis den Typus, der aus jedem Problem ein Drama macht, jede Krise zur Katastrophe erklärt und in jeder Neuerung einen persönlichen Affront sieht. Solche Leute nerven, oder? Viel besser klappt die Zusammenarbeit mit Menschen, die nach Lösungen suchen, sie auch finden und sich vor allem nicht ständig beklagen.

Wer sein(e) Ziel(e) erreichen will, muss an sich glauben. Diese einfache Wahrheit ist ein wichtiger Schritt auf Ihrer beruflichen Laufbahn. Wenn Sie diese Überzeugung nach außen tragen können, sodass sie auch von anderen als Botschaft aufgenommen wird, verfügen Sie bereits über eine wichtige Fähigkeit im Rahmen des Selbstmarketings.

Zeigen Sie sich also bei Veränderungen im Unternehmen oder in Krisenzeiten als aktiver und verantwortungsbewusster Mitarbeiter – indem Sie nach vorn blicken. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu Neuerungen zu stellen, und erfassen Sie genau, worin die jeweiligen Veränderungen bestehen. Je besser Sie alles durchschauen, desto besser können Sie darauf reagieren.

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Mit der Fraktion der Dauerjammerer in Ihrem Betrieb sollten Sie sich keinesfalls verbünden. Das negative Bild, das diese abgibt, könnte auf Sie abfärben. Profilieren Sie sich lieber nicht als Leistungsträger, der die Freizeit für die Arbeit nutzt und selbst am Wochenende im Büro aufschlägt. Wer unendlich beschäftigt tut, macht sich schnell Feinde – die meisten durchschauen Sie sowieso. Wenn Sie gut sind, kommt dies nicht durch Ihren vollen Terminkalender zum Ausdruck: Es zählt nur das Ergebnis!

Falls Ihre Arbeitseinstellung ein positives Echo erzeugt, freuen Sie sich darüber und nehmen Sie die Anerkennung dankend entgegen. Falsche Bescheidenheit ist nicht angebracht, also sagen Sie nicht zu Ihrem Chef „Das ist doch nichts Besonderes“, sondern betonen Sie lieber, dass Ihnen die spezielle Arbeit viel Spaß gemacht hat. Denn Ihr Vorgesetzter gibt Ihnen ein Feedback, das er ernst genommen wissen will. Gutes Selbstmarketing heißt auch: Lob „aushalten“ und nicht abwehren!

Mehrleistung erbringen

Wenn Sie immer ein bisschen mehr tun als Ihre Kollegen, zahlt es sich am Ende für Sie aus. Davon sind verschiedene Karriereberater fest überzeugt. Es beginnt schon damit, dass Sie länger am Arbeitsplatz sichtbar sind als andere. Ihr Chef wird es schnell bemerken, wenn Sie morgens eine halbe Stunde früher an Ihrem Schreibtisch sitzen. Damit gehören Sie nicht zu den Selbstausbeutern, sondern zeigen Ihrem Boss, dass Sie weiterkommen möchten – und deshalb Mehrarbeit leisten.

Während dieser bewussten halben Stunde zusätzlich – morgens oder abends – sollten Sie natürlich nicht nur durch Anwesenheit glänzen, sondern sich beispielsweise Zusatzaufgaben vornehmen. Es geht ja nicht darum, lediglich mehr Zeit aufzuwenden, sondern mehr Leistung zu zeigen. Dazu gehört es, auch mal die Mittagspause durchzuarbeiten, wenn richtig viel anliegt. Das Plaudern mit den Kollegen auf ein sozial verträgliches Mindestmaß herunterzuschrauben, zählt zu den weiteren Tipps: Sie schaffen dadurch mehr und können sich entsprechend selbstbewusst geben.

Zu einem geschickten Selbstmarketing gehört selbstverständlich, dass Ihr Chef Ihren Sondereinsatz zur Kenntnis nimmt. Hier sind wohl dosierte Hinweise angebracht, das Spiel mit den Extraleistungen sollten Sie jedoch nicht überstrapazieren. Sie werden als totale Nervensäge wahrgenommen, wenn Sie Ihrem Vorgesetzten zum x-ten Mal auf die Nase binden, dass Sie Überstunden gemacht haben. Wenn Sie sich ins rechte Licht rücken wollen, können Sie völlig anders vorgehen – indem Sie beispielsweise etwas für das Betriebsklima tun.

„Chefpflege“

Bei diesem Stichwort wird Ihnen vielleicht mulmig – weil Sie sich nicht einschleimen wollen oder Ihren Boss sowieso nicht recht leiden können? Versuchen Sie, Ihre persönlichen Gefühle in den Griff zu kriegen. Karriereberater empfehlen besonders in diesem Punkt ein pragmatisches Vorgehen, damit es gut klappt mit Ihrem Selbstmarketing.

Wie er immer gestrickt sein mag: Ihr Chef ist auch nur ein Mensch. Aus Angst, einen Fehler zu machen, oder aus übertriebenem Respekt vor Höhergestellten gehen manche Arbeitnehmer instinktiv auf Distanz zu ihrem Vorgesetzten. Dadurch wird der persönliche Kontakt zweifellos erschwert.

Stattdessen sollten Sie es Ihrem Chef leicht machen, auf Sie zuzugehen – dann nämlich gestalten Sie die Beziehung zwischen Ihnen aktiv mit und schaffen die Voraussetzung für einen ungezwungenen und möglichst freundlichen Umgang miteinander. Erlauben Sie sich ruhig hin und wieder eine höflich vorgebrachte Frage, z. B. ob das Wochenende angenehm verlaufen ist oder der Urlaub erholsam war. Übertreiben Sie Ihr Interesse nicht, wecken Sie keinen Argwohn, dass Sie aus reinem Eigennutz fragen. Geschieht es nur von Zeit zu Zeit, wird Ihr Chef sich freuen und nicht misstrauisch werden.

Möchten Sie mit Ihrem Boss etwas besprechen, so melden Sie sich nicht tagelang vorher an, sondern fragen Sie spontan, ob es gerade passt. Mehr als Nein sagen kann er nicht. Und er gewinnt den Eindruck, dass Sie kein Aufschieber sind.

Da der Chef wie gesagt nur ein Mensch ist, lässt er sich gern loben. Wenn er großzügig war und z. B. Ihre Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert hat, darf es gern mehr sein als ein knappes „Danke schön“. Ein paar Worte der Anerkennung wird Ihr Boss als Wertschätzung seiner Person und seiner Entscheidungen einstufen. Und: Fühlt er sich wohl, freut sich der Angestellte.

Wenn Sie mit Ihrem Chef in gutem Kontakt stehen, sollten Sie diesen dafür nutzen, auch kritische Punkte anzusprechen – und auf diese Weise Ihr Selbstmarketing voranzutreiben. Auf die Frage, wie es im Job läuft, sagen Sie nicht schnell und beiläufig „alles okay“, sondern umreißen Sie Ihr aktuelles Projekt mit ein paar Sätzen, erwähnen Sie das Arbeitsziel und verschweigen Sie keinesfalls die bereits errungenen Etappenerfolge.

Falls Sie feststellen, dass es bei der Durchführung einer Aufgabe spürbar knirscht, sprechen Sie dies ruhig an – aber nur, wenn Sie bereits Vorschläge parat haben, wie es besser laufen könnte. Als großes Fragezeichen vor Ihrem Boss zu stehen, verträgt sich weder mit Ihrem Selbstmarketing noch mit dem Begriff „Chefpflege“.

Gelegenheiten nutzen

Bei diesem Stichwort schrecken Sie vielleicht zurück, weil Sie Berechnung assoziieren oder meinen, von Ihnen werden mehr und mehr „Tricks“ verlangt. Doch darum geht es nicht beim Selbstmarketing: Behalten Sie immer den Vergleich mit dem Produkt im Kopf! Das Produkt sind Sie – und dieses will an den Mann gebracht werden, in diesem Fall an den- oder diejenigen, der oder die über Ihr Fortkommen entscheiden.

Als „Gelegenheiten“ bezeichnen die Karriereberater beispielsweise Zufallsbegegnungen mit Vorgesetzten, etwa im Aufzug, im Korridor oder in der Kantine. Empfohlen wird, als cleverer Angestellter stets die Botschaft im Kopf zu haben, die er in eigener Sache anbringen möchte. Damit Sie es richtig machen, sollten Sie sich regelmäßig vor Augen führen, was Sie wem sagen wollen. Der Weg vom ersten bis in den 20. Stock kann lang sein, wenn man schweigend nebeneinander steht.

An anderer Stelle wurde hier bereits der sogenannte „Elevator Speech“ (Fahrstuhlrede) vorgestellt, eine 60-Sekunden-Rede, in der Sie Ihre Selbstmarketing-Botschaft kommunizieren können und beispielsweise kurz berichten, was Sie noch vorhaben. Das klingt dann eventuell so: „Ich bin Sven Schneider aus dem Marketing. Und ich würde gern die Social Media noch effektiver einbinden als bisher.“ Damit ist der erste Hering sozusagen eingeschlagen – lassen Sie es auf sich zukommen, ob Ihr Zuhörer anbeißt oder nicht.

Auch wenn es Ihnen widerstrebt, halten Sie sich an den Rat, bestimmte Sätze auswendig zu lernen, damit Sie keine Gelegenheit verpassen, nur weil Sie im entscheidenden Moment nicht wissen, was Sie sagen wollen. Allerdings sollten Sie sich davor hüten, demselben Menschen Ihre einstudierten Sätze mehrfach zu präsentieren. Das ist kontraproduktives Selbstmarketing, weil es Sie dumm dastehen lässt.

Ein weiteres Feld, auf dem Sie Ihr Image aufpolieren können, sind Meetings und Konferenzen. Gute Vorbereitung ist das A & O, denn wenn Sie etwas Durchdachtes beisteuern können, fallen Sie positiv auf – und unterscheiden sich von denjenigen Kollegen, die spontan ihre Ideen äußern. Trauen Sie sich aus der Deckung und stellen Sie unter Beweis, was Sie drauf haben.

Innerhalb eines Firmengefüges ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, die Nähe der „Macht“ zu suchen. Wenn es nach den Beratern geht, taucht ein auf sein Selbstmarketing bedachter Mitarbeiter „gefühlt“ immer dort auf, wo es um seine Fachkompetenz geht. Sein Name sollte fallen, sobald sein Spezialgebiet erwähnt wird. Das bedeutet Anwesenheitspflicht bei Fachtagungen und Branchentreffen. Beiträge für die Mitarbeiterzeitung und das Intranet sind ebenfalls geeignete Mittel, die eigenen Fähigkeiten betriebsintern nicht zu verstecken.

Die Nähe zur Macht zu suchen, ist also kein Tabu, sondern ein „Must“, sagen die Karriere-Experten – und gehen sogar noch ein Stück weiter: Angestellte sollten sich bewusst den Entscheidern annähern und herausfinden, welche Vorlieben und Interessen diese privat besitzen. Engagiert sich Ihr Abteilungsleiter in der firmeneigenen Jogging-Gruppe, liegt es nahe, sich den Läufern anzuschließen. Auf diese Weise lässt sich manches Gespräch anbahnen. Sie können außerdem Aufgaben übernehmen, um Ihr ausgeprägtes Organisationstalent unter Beweis zu stellen. Aber verstellen Sie sich nicht, falls Sie ein echter Sportmuffel sind. Zum Affen machen sollten Sie sich nicht, um Ihrem Chef nahe zu kommen.

Noch ein Hinweis zur sogenannten „Netikette“, wie man den guten Ton in E-Mails und im Internet bezeichnet. Wollen Sie beispielsweise einen Bericht über einen erfolgreichen Projektabschluss verfassen und diesen elektronisch versenden, sollten Sie sich keine Grammatik- oder Rechtschreibfehler erlauben. Damit unterlaufen Sie Ihre eigenen Bemühungen um ein gezieltes Selbstmarketing. Landen Anfragen per E-Mail aus der Führungsetage bei Ihnen, so schieben Sie die Antwort nicht auf. Können Sie nicht sofort fundiert antworten, schicken Sie einen Zwischenbescheid mit einem verbindlichen Termin, zu dem sich die Frage Ihrerseits vollständig beantworten lässt. Und halten Sie diesen Termin ein!

Ihr guter Ruf

Regel Nummer eins, damit Sie nicht in Ver-Ruf kommen: Gehen Sie auf Abstand zum Flurfunk, denn dieser hat eine fatale Eigenschaft: Er kolportiert die negativen Erlebnisse und Erfahrungen im Job etwas zehnmal so häufig wie die positiven. Werden Sie also befördert, wird’s dreimal erzählt, mahnt man Sie ab, ist es 30-mal der Erwähnung wert.

Diverse Untersuchungen belegen, wie mächtig Klatsch und Tratsch sind. Seltsamerweise schenken viele Menschen weiter erzählten Mitteilungen und selbst blanken Vermutungen mehr Glauben als klaren Fakten und Zahlen. Mundpropaganda sollte niemand unterschätzen, und Sie können sicher sein, dass jedes Missgeschick, das Ihnen unterläuft, in der Kaffeeküche breit getreten wird.

Wie verträgt sich all dies mit den Bemühungen um Ihr Selbstmarketing? Indem Sie den Flurfunk für sich arbeiten lassen, meinen die schlauen Berater. Ein guter Ruf in der Firma ist die halbe Miete, wenn Sie eines Tages in höherer Position respektiert werden möchten bzw. diese zunächst einmal anstreben. Professionelles Selbstmarketing kann auch heißen: Sorgen Sie für positive Gerüchte, die sich um Ihre Person ranken, und nutzen Sie dafür ein Netz von Verbündeten und ggf. Mentoren, die gut von Ihnen sprechen. Wer ständig an seinem Ruf und seinem Image arbeitet, schafft sich einen Schutzschild, mit dem er sich jedweder Intriganten erwehren kann. So verbessern Sie Schritt für Schritt Ihren Status.

Damit nicht genug: Sie können sich auch um einen Fürsprecher oder eine Fürsprecherin bemühen – um jemanden also, der Ihre Leistung an der richtigen Stelle erwähnt und würdigt. Haben Sie eventuell Tag und Nacht gearbeitet, um dem Hauptkunden Ihrer Firma einen Sonderwunsch zu erfüllen, dann sollten es diejenigen wissen, die den Nutzen aus Ihrem Einsatz ziehen. So lassen sich Ihre Absichten, gutes Selbstmarketing zu betreiben, das auch bemerkt wird, umsetzen.

Sie dürfen den Kunden ruhig bitten, dem Chef eine kurze Nachricht zu schicken, wie zufrieden er mit Ihrer Arbeit ist. Diese Möglichkeit ergibt sich, wenn der Kunde z. B. wissen möchte, wie er Ihnen danken kann. Ihre Antwort sollte lauten: „Wenn mein Chef erfährt, wie zufrieden Sie sind, würde mich dies sehr freuen.“

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