Kennen Sie das? Sie legen einen Vorgang in den übervollen Korb „Noch zu erledigen“ und denken sich: „Mache ich morgen, aber dann bestimmt. Liegt ja oben!“ Auch mit diesem Problem sind Sie nicht allein.

Jeder Mensch schiebt gern auf, haben Psychologen herausgefunden – auch wenn Sie bestimmt Personen kennen, die immer alles gleich und schnell machen, was anliegt. Wenn die „Aufschieberitis“ Sie so fest im Griff hat, dass Sie ständig Terminprobleme bekommen oder gegen die Wand zu laufen drohen, dann könnten Sie sich vielleicht eine neue Strategie für Ihre Selbstorganisation zulegen. Drei Tipps, um Ihrer Vorliebe fürs Aufschieben die rote Karte zu zeigen, können Sie sofort ausprobieren:

1. Wappnen Sie sich gegen Störungen

Sie hören einen Piepton: eine SMS! Eine E-Mail kommt auch gerade an, und Ihr Kollege möchte in diesem Moment etwas Wichtiges von Ihnen. Ihre Konzentration tendiert gen null, und es riecht schwer nach „Aufschieberitis“. Sie brauchen etwas Zeit, ehe Sie sich Ihrer Aufgabe wieder mit aller Aufmerksamkeit widmen können.

Manche Arbeit bleibt deshalb liegen, weil Sie meinen, jetzt nicht die Zeit und die Ruhe zu haben, sie zu tun. Die alltägliche Hektik stellt Ihnen ein Bein, wenn Sie sich endlich daran machen wollen.

Tipp: Blocken Sie alles ab, was stört: Handy ausschalten, E-Mails ignorieren und nach außen keinerlei Gesprächsbereitschaft signalisieren. Was erledigt werden muss, wird jetzt getan. Morgen werden Sie froh darüber sein.

2. Schalten Sie Ihre inneren Zweifel aus

Manchmal nerven sie schon sehr, diese ewigen Selbstzweifel. „Habe ich mich richtig entschieden?“ oder „Braucht es nicht doch noch etwas Zeit, ehe ich diese Arbeit anpacke?“ Diese Gedanken sind völlig normal und sollten Sie nicht aus dem Tritt bringen. Hören Sie auf Ihren Bauch: Er sagt Ihnen, wie Sie sich richtig entscheiden. Und dann ziehen Sie die Sache durch, die Sie sich vorgenommen haben. Und zwar bis sie komplett fertig ist. „Ich mache morgen weiter“ gehört nämlich auch in die Abteilung „Aufschieberitis“.

Alle Wenn und Abers sind nur ein Zeichen für Unsicherheit oder Angst, etwas falsch zu machen. D. h., Sie sollten etwas mehr Vertrauen in sich selbst entwickeln. Denken Sie daran, wie gut Sie beim letzten Mal gearbeitet haben. Also, Augen zu und durch: Eine vertrackte Sache mehr ist vom Tisch – ein Grund durchzuatmen und eine kleine Pause einzulegen.

Tipp: Fangen Sie einfach an, lassen Sie sich nicht beirren – schon gar nicht von sich selbst!

3. Eins kommt zum anderen

Sind Sie es gewohnt, eher kleinteilig zu arbeiten? Dann kann es sein, dass ein neues Projekt Sie in seiner Komplexität anfangs schier überwältigt – kein Wunder, dass Sie versucht sind, die Arbeit aufzuschieben. Es scheint kaum möglich, sich einen Überblick zu verschaffen und den Berg von Arbeit vernünftig zu strukturieren.

Da gibt es nur eins: Mut zum Splitting! Teilen Sie die vor Ihnen liegende Aufgabe in mehrere Teilschritte auf, die Sie für handhabbar halten. Erweist sich diese Einschätzung als falsch, splitten Sie weiter auf. Und dann gehen Sie Schritt für Schritt vor – „auch Kleinvieh macht Mist!“, trösten Sie sich mit diesem alten Spruch. Sie können sich eine Abhakliste vorbereiten und zufrieden Häkchen für Häkchen setzen. Das beflügelt ungemein und verhindert, dass Sie den nächsten Teilschritt aufschieben.

Alles was sich in kurzer Zeit erledigen lässt, bringt Ihnen Teilerfolge. Sie kämpfen damit den Widerwillen gegen das Gesamtprojekt nieder, der sich immer mal wieder meldet. Je mehr Sie wegschaffen, desto mehr Spaß werden Sie haben. Denn es heißt nicht umsonst „Erfolg nährt Erfolg“. Sie werden das Gefühl zu schätzen beginnen, dass Sie den Überblick behalten.

Tipp: Sollte sich die „Aufschieberitis“ mitten in der Arbeit melden, bleiben Sie standhaft. Es lohnt sich für Sie!

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