Auch ältere Bewerber haben auf dem Arbeitsmarkt durchaus Chancen – das beweisen die Zahlen der Arbeitsagentur, denen zufolge sich die Zahl der Beschäftigten zwischen 60 und 64 Jahren in den Jahren 2007 bis 2011 von 18,2% auf 28,3 % erhöht hat.

Anzeige

Ein Grund mehr für Menschen mit Berufserfahrung und Know-how, ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Es mag sein, dass die Medien suggerieren, man gehöre ab 50 zum alten Eisen. Zum Glück gibt es Unternehmen, die dies anders sehen und von der Erfahrung älterer Mitarbeiter gern profitieren.

Lebens- und Berufserfahrung herausstellen

Denn beides ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal älterer Bewerber und somit das Pfund, mit dem sie wuchern können, sowohl in der Bewerbungsmappe als auch im persönlichen Gespräch. Je mehr Selbstbewusstsein ein reifer Bewerber ausstrahlt, desto eher wird ihm abgenommen, ehrliches Interesse an dem Job zu haben und nicht nur einen “Pflichtbesuch” in der Personalabteilung zu absolvieren.

Beachten sollten ältere Bewerber dabei, dass sie ihren Lebenslauf nur dann tabellarisch auflisten, wenn dies ausdrücklich gefordert wird. Sonst empfiehlt es sich, die eventuellen Lücken mit dem Hinweis zu erläutern, in diesen Zeiträumen aktiv auf Arbeitssuche gewesen zu sein. Karriereberater raten außerdem dazu, die Chronologie mit der letzten Beschäftigung zu beginnen, damit der Arbeitgeber nicht zuerst darüber informiert wird, wie die Laufbahn des Bewerbers vor langen Jahren einmal angefangen hat. Das der Bewerbungsmappe beigefügte Foto sollte einen Menschen zeigen, der mitten im Leben steht, nicht gewollt auf jugendlich gestylt, aber auch nicht im biederen Rentner-Look. Wach, kompetent und sympathisch rüberkommen, darum geht’s. Verstaubt darf das Foto nicht wirken.

Offensiv ins Gespräch gehen

Gut vorbereitet ist ein älterer Bewerber, der sich zuvor alle Einwände vor Augen hält, die im Gespräch seitens des Arbeitsgebers kommen könnten. Aufschreiben hilft, um an alles zu denken und gleichzeitig aufzulisten, wie er am besten auf Vorbehalte reagiert. So kann er vermeiden, sich überrumpelt zu fühlen oder dass peinliche Pausen entstehen. Sollten Vorurteile zum Alter laut werden, darf der Bewerber gern seine Schlagfertigkeit unter Beweis stellen und z. B. sagen: “Sie kennen mein Alter und haben mich trotzdem eingeladen. Darf ich erfahren, warum?” So beweist der Bewerber Rückgrat und zeigt, dass er sich nicht einschüchtern lässt. Reif und souverän verhält er sich auch, wenn er beherzt zurückfragt: “Wie oft, glauben Sie, habe ich das schon gehört?” Wer sich so zu behaupten weiß, kann den Personalentscheider überzeugen.

Von den eigenen Fähigkeiten überzeugt sein

Ältere Bewerber sind keine Bittsteller und haben folglich keinen Grund, ängstlich oder unterwürfig aufzutreten. Wer andere von sich überzeugen möchte, muss an sich glauben. Nach Meinung von Experten sind gerade Ältere oft zu selbstkritisch, wenn sie die Position wechseln oder einen Neueinstieg in den Beruf vorhaben. Es ist auch nicht ratsam, zaghaft auf Nachfragen zu reagieren, die die Anforderungen des Jobs betreffen. Clever hingegen ist es, bei Bedenken zu sagen: “Geben Sie mir ein paar Tage Zeit zur Einarbeitung, dann schaffe ich das bestimmt.”

Anzeige

Vorurteile gegen ältere Mitarbeiter entkräften

Häufig belasten Vorurteile das Bewerbungsgespräch zwischen einem Bewerber und einem deutlich jüngeren Personalentscheider. Dieser mag Zweifel haben, ob der Ältere sich problemlos eingliedern lässt und flexibel genug ist im Denken. Auch da kann der Bewerber punkten, wenn er sich nicht ins Bockshorn jagen lässt. Pessimismus ist fehl am Platze, denn das Gegenüber sieht es ihm bereits an der Nasenspitze an, wenn er nicht wirklich von sich überzeugt ist.

Stattdessen kann der Bewerber seine Leistungen vorweisen, die er z. B. durch Weiterbildung erbracht hat. Auch im Vorwege eine Vorbehaltstabelle aufzustellen, hilft dem Bewerber, in dem Gespräch nicht unterzugehen. Was sind die gängigen Vorurteile gegen Ältere in der Arbeitswelt? Beispielsweise mangelnde Fitness, schwache Motivation, nicht ausreichende Flexibilität, arbeitstechnisch nicht auf dem neuesten Stand? Jeden einzelnen Punkt gilt es zu entkräften, indem sich der Bewerber gut informiert zeigt und auf seine Qualifikation und Lernbereitschaft verweist.

Sollte die andere Seite immer noch zögern, so hilft nur ein offensiver Vorschlag: “Probieren Sie doch aus, was ich leisten kann!” Damit wäre erneut das Selbstbewusstsein unter Beweis gestellt und das deutliche Interesse an dem Job, den der ältere Bewerber gern haben würde.

Was meinen Sie: Gehört man ab 50 wirklich schon zum alten Eisen?