Die Freizeit sollte dafür genutzt werden, ein Gegengewicht zu beruflichen Belastungen herzustellen.

Anzeige

Niemand kann permanent fit im Job sein, wenn er nicht zwischendurch den Ausgleich im Privatleben sucht, Abstand zu beruflichen Problemen gewinnt und neue Kraft tankt. Viele moderne Unternehmen haben bereits erkannt, wie wichtig ausgeglichene und belastbare Mitarbeiter sind, und bieten „Work-Life-Balance“-Programme zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben an (z. B. flexible Arbeitszeiten, sog. „Sabbaticals“, Fitness-Angebote). Denn wer sich regelmäßig bewusste „Auszeiten“ vom und nach dem Job nimmt, steigert nicht nur seine Lebensfreude und Leistungsfähigkeit, sondern kann auch körperlichen und psychischen Erkrankungen entgegenwirken (z. B. Bluthochdruck, Erkältungen, Muskelverspannungen, Depressionen).

Einige Menschen tun jedoch genau das Gegenteil: Sie ziehen sich in beruflichen Stresssituationen von Freunden und Familie zurück, vernachlässigen Hobbys und Freizeitaktivitäten und konzentrieren sich immer mehr auf die Arbeit. Oder sie geraten in die sog. „Freizeitfalle“ und übertragen aus Angst, etwas verpassen zu können, berufliche Anforderungen auf ihr Privatleben (z. B. Perfektionismus, Prestigedenken). Aber auch Aktionismus bringt meist nicht die gewünschte Erholung, sondern führt eher zu noch mehr Stress. Oft fehlt in diesen Fällen das Bewusstsein dafür, dass regelmäßige Entspannungszeiten erforderlich sind, um gesund zu bleiben und anschließend wieder voll einsatzfähig zu sein. Solche Entspannungszeiten sind daher keine Zeitverschwendung, sondern notwendige Pausen für die körperliche und seelische Regeneration.

  • Wer sich beispielsweise im Job stark überstrapaziert fühlt, sollte darauf achten, sich in der Freizeit nicht noch zusätzlich zu belasten. Beruhigend wirken können hier beispielsweise regelmäßige Entspannungsübungen, ausreichender Schlaf, gesunde Ernährung, Naturspaziergänge, Massagen, gemütliches Essen mit Freunden, bewusstes “Nichtstun” oder leichter Ausdauersport.
  • Wer dagegen im Beruf einseitig beansprucht ist, sollte eher Freizeitaktivitäten nachgehen, die einen Gegensatz zu beruflichen Aufgaben darstellen (z. B. handwerkliche Tätigkeiten oder Kraftsportarten bei überwiegender „Denkarbeit“, Rätsellösen oder kreative Tätigkeiten bei körperlich-anstrengender Arbeit).
  • Und wer sich eher beruflich unterfordert fühlt, sollte sich für seine Freizeit herausfordernde Tätigkeiten suchen, die den eigenen Horizont erweitern (z. B. ehrenamtliches Engagement, Besuch von Hobby-Kursen an der Volkshochschule, Erlernen eines Musikinstruments).

Wichtig bei der Freizeitgestaltung ist es vor allem, die eigenen Bedürfnisse zu berücksichtigen und gedanklich abschalten zu können. Denn Freizeitaktivitäten sollten im Gegensatz zu beruflichen Tätigkeiten nicht ausgeführt werden, um Leistung zu erbringen oder einer Verpflichtung nachzukommen, sondern um sich dadurch selbst Freude und Genuss zu bereiten.