Beliebte Berufe bei AuszubildendenDie Trends im Berufsleben ändern sich ständig je nach Wirtschaftslage und Personalbedarf von Unternehmen: Es entstehen vollkommen neue Berufsbilder (z. B. Investmentfondskaufmann/-frau, IT-System-Kaufmann/-frau), andere traditionelle Berufe sind dagegen vom Aussterben bedroht (z. B. Hufschmied/in, Modist/in, Buchbinder/in, Datentypist/in) oder werden spezialisiert (z. B. Mechaniker: Kraftfahrzeug-, Maschinenbau-, Feinmechaniker). Nach einer Studie der index GmbH und der Wirtschaftswoche besteht derzeit vor allem in den Bereichen Ingenieurwesen, IT, Beratungsdienstleistungen und Gesundheit sowie im kaufmännischen Bereich große Nachfrage nach Arbeitskräften. Dementsprechend sind auch Berufe in diesem Umfeld momentan sehr angesagt, ebenso aber auch traditionell beliebte Berufe im kreativen und sozialen Bereich sowie Berufe mit hohem Einkommen und Ansehen.

Beliebte Berufe bei Auszubildenden

Dem Ausbildungsreport 2008 des Deutschen Gewerkschaftsbundes gehören vor allem Metall- und Elektroberufe (z. B. Industriemechaniker/in, Mechatroniker/in, Elektroniker/in), kaufmännische Büroberufe (z. B. Kaufmann/-frau für Bürokommunikation, Bankkaufmann/-frau, Industriekaufmann/-frau) sowie IT-Berufe (z. B. Fachinformatiker/in) zu den derzeit beliebtesten Berufen bei Auszubildenden.

Dies liegt zum einen daran, dass in diesen Berufszweigen die größte Anzahl an Ausbildungsstellen besteht und auch höhere Ausbildungsvergütungen gezahlt werden. So verdienen beispielsweise Mechatroniker/innen im Monat durchschnittlich 779 EUR in Ostdeutschland bzw. 793 EUR in Westdeutschland, Bankkaufmänner/-frauen und Fachinformatiker/innen jeweils rund 695 EUR in Ostdeutschland bzw. 760 EUR in Westdeutschland. Auszubildende in traditionellen Handwerksberufen (z. B. Bäcker/in, Friseur/in, Maler/in und Lackierer/in) müssen dagegen häufig mit weniger als 400 EUR pro Monat auskommen.

Zum anderen wird die fachliche Ausbildung in diesen Berufszweigen am besten eingeschätzt, da vorrangig berufsbezogene Ausbildungsinhalte vermittelt werden, die Betreuung durch die Ausbilder zumindest in den meisten Fällen gewährleistet ist und die Auszubildenden weniger häufig für fachfremde Tätigkeiten eingesetzt werden. Zudem wird das Verhältnis von Ausbildungszeiten und Überstunden positiv von den Auszubildenden beurteilt: Meist entspricht die vertraglich geregelte Arbeitszeit der tatsächlichen Arbeitszeit und gelegentlich anfallende Überstunden werden bezahlt bzw. können durch Freizeit ausgeglichen werden. Im Gegensatz dazu werden vor allem Auszubildenden des Hotel- und Gaststättengewerbes (z. B. Restaurantfachmann/-frau, Koch/Köchin, Hotelfachmann/-frau) häufig als „billige Arbeitskräfte“ für alle möglichen anfallenden Tätigkeiten ohne Bezahlungs- und Freizeitausgleich eingesetzt, was sich auch in den häufigeren Ausbildungsabbrüchen in diesen Berufen zeigt.

Allgemein beliebte Berufe

Zu teilweise anderen Ergebnissen kommt eine Umfrage der psychonomics AG, die Personen ab 18 Jahren nach ihrem „Traumberuf“ gefragt hat. Danach sind vor allem die folgenden Berufe sehr populär:

• im Bereich Management und Beratung Event-Manager/in, Rechtsanwalt/Rechtsanwältin und Unternehmensberater/in,
• im kreativen Bereich Fotograf/in, Mediengestalter/in und Architekt/in,
• im Gesundheitsbereich Arzt/Ärztin und Psychologe/Psychologin,
• im Dienstleistungsbereich Tierpfleger/in, Sozialarbeiter/in und Sekretär/in,
• im handwerklichen Bereich Tischler/in und Mechaniker/in,
• im naturwissenschaftlichen Bereich Archäologe/Archäologien, Historiker/in und Informatiker/in,
• im kaufmännischen Bereich Büro-, Industrie- und Werbekaufmann/-frau
• sowie Ingenieurs- und Beamtenberufe (z. B. Richter/in, Lehrer/in).

Insgesamt schneiden bei der Umfrage traditionelle handwerkliche Berufe (z. B. Maurer/in, Dachdecker/in, Metzger/in) am schlechtesten ab; sehr unbeliebt sind zudem Berufe wie Reinigungskraft und Versicherungsvertreter/in.

Dies lässt sich unter anderem damit begründen, dass die Verdienstmöglichkeiten in diesen Berufen deutlich schlechter sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zählen beispielsweise Manager, Rechts- und Unternehmensberater sowie Ärzte und Ingenieure (v.a. Fahrzeugbau-, Elektro- und Fertigungsingenieure) mit einem Bruttojahresgehalt von rund 70.000 bis 90.000 EUR zu den absoluten Topverdienern, während Handwerker und Reinigungskräfte mit rund 20.000 bis 30.000 EUR brutto pro Jahr am wenigsten verdienen.

In manchen Berufen scheinen zudem die Möglichkeiten und das Image des Berufs im (Medien-)Alltag ausschlaggebend für die Beliebtheit zu sein: Ein häufig genannter Grund bei kreativen, sozialen sowie Medien- und Dienstleistungsberufen ist beispielsweise, dass diese interessante und abwechslungsreiche Tätigkeiten bieten. Insbesondere das positive Image des Tierpflegerberufs lässt sich laut psychonomics AG durch die derzeit populären Zoo-Dokus im Fernsehen erklären. In kaufmännischen Berufen bestehen dagegen oft gute Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten.

1 Kommentar

  1. Nilsss

    Der Beruf Tischler interessiert mich auch, aber der Lohn ist mehr als mager. Mein Onkel ist Tischler und verdient recht wenig. Ich denke mal das ich zur Bundeswehr gehen werden.

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