Vielen Schülern fällt die Antwort auf diese Frage schwer, weil zahlreiche Faktoren eine Rolle spielen können. Die Entscheidung, was einem persönlich wichtig ist, muss aber jeder selbst treffen. Wovon also die Entscheidung abhängig machen?

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Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit in der späteren Arbeit sind zum einen von Aspekten wie Tätigkeitsanforderungen, Verdienstmöglichkeiten, Arbeitsplatzsicherheit und der sozialen Anerkennung im jeweiligen Beruf abhängig. Zum anderen spielen aber auch persönliche Qualifikationen (d.h. Wissen und Fähigkeiten) sowie Interessen, Motive, Einstellungen, Selbstvertrauen oder Leistungs-, Karriere- und Kontaktorientierung eine bedeutende Rolle.

Wissenschaftler und Berufsberater empfehlen daher, bei der Suche nach einem geeigneten Beruf vor allem darauf zu achten, dass die beruflichen Gegebenheiten sowohl zu den eigenen Kompetenzen als auch zu den eigenen Bedürfnissen passen. Denn wer einen Beruf entsprechend seinen Fähigkeiten und Interessen wählt,

  • fühlt sich im Beruf eher kompetent,
  • vermeidet Über- und Unterforderung bzw. Frust und Langeweile,
  • hat Spaß und Freude bei Arbeit und Lernen,
  • empfindet seine Tätigkeiten als persönlich bedeutsam (z. B. für die weitere Karriereentwicklung),
  • ist eher von Sinn und Zweck seiner Tätigkeiten überzeugt,
  • kann Handlungsspielräume und Freiheiten in der Arbeit sinnvoll nutzen und kreativ werden,
  • und kann meist auch mit beruflichen Einschränkungen oder Krisen besser umgehen.

Neben der Information über Berufsfelder und Arbeitsmarktchancen sind deshalb auch so genannte „Berufswahltests“ zur Berufsorientierung sinnvoll. Mit ihnen können die eigenen Fähigkeiten und Interessen überprüft und mit den Anforderungen in bestimmten Berufen verglichen werden. Solche Tests und weitere Unterstützung bei der Berufsorientierung werden von vielen Beratungsstellen – zum großen Teil kostenlos – angeboten:

Das umfangreichste Angebot ist das der Agentur für Arbeit. Dort können sich Schüler und Interessenten unter anderem in den Berufsinformationszentren (BIZ) kostenlos über mögliche Berufe und Anforderungen, Ausbildungswege und Arbeitsmarkt informieren sowie selbst computergestützte Berufswahltests durchführen. Die Berufsberater stehen zudem bezüglich Berufs- und Ausbildungsfragen in persönlichen Gesprächen zur Verfügung und führen zum Beispiel auch professionelle Berufswahltests durch. Wer nicht persönlich in die Arbeitsagentur kommen will, findet im Online-Angebot der Arbeitsagentur unter anderem Informationen zu Berufen und zur Studien- und Berufswahl (www.studienwahl.de, www.abi.de) und kann seine berufliche Eignung mit dem Berufswahltest „Mach’s Richtig“ (www.machs-richtig.de) überprüfen.

Weitere empfehlenswerte und kostenlose Online-Angebote zur Berufsorientierung bieten das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und verschiedene Webseiten mit Online-Tests, wie zum Beispiel:

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  • der von der Ruhr-Universität Bochum entwickelte Allianz-Perspektiven-Test
    (www.allianz.de/start/perspektiven_tests)
  • UNICUM-Test „Welcher Job passt zu mir?“ (www.unicum.de/beruf/jobtest/test_info.php)
  • Neigungstest der FH Köln (www.neigungstest-fh-koeln.de)
  • „future check“ der Volksbanken-Raiffeisenbanken (www.vr-media-online.de/jobfuture/neu)
  • Berufseignungstest der Ausbildungsoffensive Bayern (www.ausbildungsoffensive-bayern.de)
  • Lehrlingskompass des Arbeitsmarktservice Österreich (www.berufskompass.at/lehre)
  • Berufsinteressentest der Arbeitskammer Oberösterreich „my Way“ (www.fwd.at/berufskompass)

Zudem können Berufswahltests auch bei privaten Beratungsinstituten online und offline durchgeführt werden. Diese sind jedoch oft sehr teuer und es ist unklar, wie professionell sie sind und welche Aussagekraft sie besitzen. Wer trotzdem einen kostenpflichtigen Berufswahltest durchführen will, findet beispielsweise vertrauenswürdige Anbieter von Online-Tests in der Zeitschrift „Finanztest“ (11/2004 und 03/2007).