Über physische Beschwerden klagen neun von zehn Arbeitnehmern in den Pflege- und sonstigen Gesundheitsberufen. Vor allem in der Alten- und Behindertenpflege sind die Beschäftigten offenbar körperlich sehr stark belastet.

Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die die Arbeiterkammer Oberösterreich im Dezember der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Bei der Pressekonferenz forderte der Präsident der Organisation entsprechende Konsequenzen. Zitat:

Den Pflege- und Gesundheitsberufen muss größere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es reicht nicht, nur Gesundheitsförderungsanbote zu machen, sondern es müssen die Arbeitsbedingungen drastisch verbessert werden.

Ein Weg dahin: Aufstockung der Mitarbeiter, denn Engpässe beim Personal seien eine der entscheidenden Ursachen für die zunehmenden Belastungen.

Das sind Klagen und Forderungen, die sich durchaus auf die Bedingungen hierzulande übertragen lassen. Vor allem Kreuzschmerzen und Verspannungen plagen die Arbeitnehmer in den Berufen der Kranken-, Alten- und Behindertenpflege. Hinzu kommen Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung, Schmerzen in den Beinen, Verdauungsbeschwerden sowie Nervosität und Unruhe.

Doch damit nicht genug: Neben dem Körper meldet sich auch die Seele – psychische Beeinträchtigungen treten in den Pflegeberufen deutlich öfter auf als in anderen Berufsgruppen. Keine diesbezüglichen Beschwerden haben nur 33 Prozent aller Beschäftigten, bei den Alten- und Behindertenpflegern hingegen sind nur 24 Prozent beschwerdefrei, bei den Krankenpflegern 27 Prozent. Deutlich weniger betroffen sind jedoch die Ärzte.

Die Gründe für die Beschwerden

Allzu viel Fantasie benötigt niemand, um sich die Ursachen für die starken Belastungen vor Augen zu führen. Die Studie prangerte die permanente hohe Verantwortung, die erforderliche Konzentration, die häufigen Patientenkontakte, den ständigen Umgang mit den Leiden kranker Menschen, die hohe körperliche Anstrengung als Faktoren für die Erschöpfung der pflegenden Arbeitnehmer an. Hinzu kommen die häufigen Wiederholungen der als anstrengend empfundenen Tätigkeiten, außerdem noch das viele Stehen und Bücken, der ewige Zeitdruck sowie eine extrem hohe Arbeitsverdichtung.

4.000 Interviews pro Jahr bildeten die Grundlage für die Befragung.

4 Kommentare

  1. Meli Mata Hari via Facebook

    Vor allem weil chronisch zu wenig Personal eingestellt wird.

  2. Elisa Jane via Facebook

    Tenor auch bei uns – die Motivation schwindet drastisch mit dem Aufbau von Überstunden. Diese wiederum sind unvermeidlich wenn die Arbeit täglich zunimmt. Und mit jedem Abbau von Überstunden (“Freizeitausgleich”) schadet man sich wiederum selbst, weil man die liegen gebliebene Arbeit ohnehhin nacharbeiten (oder an den Tagen davor Vorarbeit durch Überstunden ableisten) muss. Der Erholungseffekt nach 1 oder 2 Wochen Urlaub ist meist schon nach 1 – 3 Tagen dahin. Das ganze für ein Gehalt (das man anderswo in einem reinen Schreibbüro schon verdienen würde … Dank Gehaltsangliederung an den öffentlichen Dienst …

  3. Evelin Pohl via Facebook

    oh ich kenn das auch alles…und das aus erfahrung..

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