Eines ist klar: Auch im Jahr 2017 wird der Trend weiterhin in Richtung flexible Arbeitsmodelle gehen. Doch wie genau werden die Entwicklungen im kommenden Jahr aussehen und worauf dürfen Sie sich als Fan der „Working-Remotely“-Bewegung freuen? Hier kommt unser Ausblick auf ein spannendes, innovatives und digitales 2017.
Bloggerin arbeitet am Laptop im Cafe
Inhalt
1. „Are you working remotely“? Der Trend für 2017 ist eindeutig
2. Trend #1: Flexible Arbeitszeitmodelle
3. Trend #2: Digitales Nomadentum
4. Trend #3: Virtuelle Unternehmen
5. Trend #4: Freelancer & Selbstständigkeit
6. Fazit: Das Jahr 2017 steht im Zeichen eines Generationenkonfliktes

„Are you working remotely“? Der Trend für 2017 ist eindeutig

Die Arbeitswelt wird immer digitaler und globaler – so weit dürfte das für Sie keine Überraschung darstellen. Diese Entwicklung wird sich auch im Jahr 2017 ungestört fortsetzen, vielleicht sogar noch einmal an neuem Schwung gewinnen. So langsam übernimmt nämlich die Generation Y das Ruder in der Arbeitswelt und im Zuge des zunehmenden Fachkräftemangels beginnen die deutschen Arbeitgeber – mal mehr und mal weniger freiwillig – umzudenken.

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Einerseits fordern diese anspruchsvollen „Digital Natives“ es ein, andererseits wird es durch die Digitalisierung immer einfacher und auch sinnvoller: Die Sprache ist vom Arbeiten „Out-of-Office“. Während der Arbeitgeber sich dadurch Kosten für Büroräumlichkeiten einspart und von geringeren Krankenständen sowie zufriedeneren und produktiveren Angestellten profitiert, gewinnen diese nämlich an Freizeit aufgrund der wegfallenden Arbeitswege. Sie genießen eine ausgewogenere Work-Life-Balance, mehr Flexibilität, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie eine größere Selbstverantwortung. Klingt nach einer „Win-Win-Situation“? Richtig!

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Dass sich der „08/15-Arbeitsplatz“ im Jahr 2025 also hauptsächlich „Out-of-Office“ befinden wird, scheint eindeutig. Doch wie sieht der Trend im Jahr 2017 aus? Was können Sie von der „Working-Remotely“-Bewegung im laufenden Jahr erwarten – und was (noch) nicht?

Trend #1: Flexible Arbeitszeitmodelle

2017 könnte das Ende der Ära „9-to-5-Jobs“ werden. Starre Arbeitszeiten und fehlende Flexibilität auf der Arbeitgeberseite können sich mittlerweile nur noch die wenigsten Unternehmen leisten. Gerade in der IT-Branche sowie im Ingenieurwesen und der Forschung & Entwicklung macht sich der Fachkräftemangel nämlich langsam aber sicher bemerkbar. Hoch qualifizierte Bewerber haben nicht selten die Wahl zwischen zwei oder mehr attraktiven Jobangeboten. Klar, dass sie da auch bezüglich der Arbeitszeitenregelung nach rechts und links blicken.
Infografik: Flexibilität am Arbeitsplatz | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Ebenso klar ist, dass sich die Bewerber tendenziell für die flexible Home-Office-Regelung oder die Möglichkeit eines Sabbaticals entscheiden werden. Hand aufs Herz: Wer würde das nicht?

Trend #2: Digitales Nomadentum

Doch die Flexibilität könnte im Jahr 2017 einen völlig neuen Höhepunkt erreichen. Der „Arbeitnehmer von heute“ arbeitet nämlich nicht nur gerne in den eigenen vier Wänden, sondern die Welt ist sein Zuhause. Wer kann, der packt seine sieben Sachen und zieht als sogenannter „digitaler Nomade“ um die Welt. Mit dem Laptop im Gepäck und funktionierender Internetanbindung wird sein tatsächlicher Standort immer mehr zur Nebensache. Bislang wird dieses Lebensmodell vor allem von Freelancern, zum Beispiel (Reise-) Bloggern, betrieben.

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Zum geeigneten Arbeitsmodell für die große Masse wird das digitale Nomadentum zwar auch im Jahr 2017 nicht heranwachsen, dennoch wird es mehr und mehr Zulauf und vor allem auch Akzeptanz gewinnen. Digitale Nomaden – Ende 2017 dürfte das für mehr verständnisvolles Kopfnicken und weniger Fragezeichen in den Augen sorgen als zum Stand heute. Und vor allem werden schon bald nicht mehr nur Freelancer, Blogger und sonstige Selbstständige als digitale Nomaden durch die Welt ziehen, sondern vielleicht auch bereits der ein oder andere Arbeitnehmer eines mutigen, innovativen und digitalen Unternehmens.

Trend #3: Virtuelle Unternehmen

Apropos „digitales Unternehmen“: Wir sprechen hier nicht unbedingt von gut vernetzten Unternehmen, die Mitarbeiter auf der ganzen Welt beschäftigen und in virtuellen Teams zusammenarbeiten lassen. Nein, der Trend geht im Jahr 2017 immer mehr zu tatsächlich „digitalen“, also „virtuellen“ Unternehmen. Und die Sprache ist auch nicht von fingierten Briefkastenfirmen, sondern von einem tatsächlich existierenden Geschäftsbetrieb – nur eben „virtuell“.

„Die virtuelle Organisation stellt eine Form der Netzwerkorganisation dar, die sich aus mehreren, eher kleinen und überschaubaren Einheiten zusammensetzt (Modularisierung) und durch einen mehr oder weniger umfangreichen Einsatz gemeinsamer Informations- und Kommunikationstechnik auszeichnet, die für das Konzept und den Erfolg der virtuellen Organisation zentrale Bedeutung besitzt.“
(Quelle: Gabler Wirtschaftslexikon)

Trend #4: Freelancer & Selbstständigkeit

Solche virtuellen Unternehmen sind nur selten als klassisches Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Modell organisiert. Häufiger sind sie Zusammenschlüsse mehrerer kleiner unternehmerischer Einheiten. Und die kleinste dieser Einheiten ist ein einzelner Freelancer beziehungsweise Selbstständiger. Fakt ist: Nicht nur die Zunahme an virtuellen Organisationen erleichtert den Schritt in die Selbstständigkeit, sondern auch die Digitalisierung ermöglicht in immer mehr Berufssparten die Arbeit als digitaler Freelancer aus den eigenen vier Wänden – oder eben als digitaler Nomade. Ob im Bereich Buchhaltung, Recruiting, Redaktion oder Webdesign: Die Selbstständigkeit wird dank digitaler Vernetzung, Internet-Jobbörsen und steigender Akzeptanz flexibler Organisationsmodelle immer einfacher und dadurch eben auch beliebter.

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Zudem ist es die Generation Y selbst, welche die Zunahme an Selbstständigen in Deutschland vorantreibt. Immerhin 44 Prozent – und damit fast die Hälfte – der jungen Berufseinsteiger träumt davon, sich früher oder später selbstständig zu machen. Dank Digitalisierung ist das je nach Branche immer häufiger sogar direkt nach der Ausbildung, dem Universitätsabschluss oder der Promotion möglich. Es ist also reine Mathematik: Im Jahr 2017 ist die Generation Y zwischen 18 und 37 Jahren alt. Wenn sie sich also nicht dieses Jahr selbstständig macht – wann dann?

Fazit: Das Jahr 2017 steht im Zeichen eines Generationenkonfliktes

Es ist also vor allem die brisante Mischung aus Digitalisierung, Generation Y und sturen Arbeitgebern, welche das Jahr 2017 prägen wird. Auch, wenn sich immer mehr Unternehmen den flexiblen Arbeitsmodellen gegenüber aufgeschlossener präsentieren werden als im Vorjahr, stellen sie immer noch eine Bremse dar. „Working remotely“ wäre aufgrund des rasanten technologischen Fortschritts eigentlich nicht nur möglich, sondern sogar die logische Konsequenz. Schließlich handelt es sich – wie eingangs geschildert – um eine „Win-Win-Situation“.

„Fortschritt ist die Verwirklichung von Utopien.“
(Oscar Wilde)

Die Generation Y fungiert also weiterhin als treibende Kraft für den Fortschritt in Richtung „Out-of-Office“. Dennoch dürfen Sie auch im Jahr 2017 keine Wunder erwarten. Vollständige Abschaffung der Präsenzbüros? Oder digitales Nomadentum als neues „Normal“? Darauf werden wir wohl auch im laufenden Jahr vergeblich warten. Zu viele Vorurteile stehen hier vor allem bei älteren Generationen und Arbeitgebern immer noch im Raum.

Was denken Sie? Wann werden die flexiblen Arbeitsmodelle endlich flächendeckend akzeptiert und eingeführt? Welche Neuerungen und Trends wird das Jahr 2017 Ihrer Meinung nach noch mit sich bringen – und welche nicht? Und sind Sie eher Fan oder Gegner der „Working-Remotely“-Bewegung? Wir sind gespannt auf Ihre Sicht zum Thema in den Kommentaren.

3 Kommentare

  1. Sehr interessanter Artikel – am besten finde ich, dass die tatsächliche “Win-Win-Situation” den “sturen Arbeitgebern” gegenüber gestellt wird.
    Zur Win-Win-Situation noch die Anmerkung, dass sie nur möglich wird, wenn ein paar Voraussetzungen, z.B. Laptops, passende Software und vernünftige Regeln bei der Projektarbeit geschaffen wurden.
    In einigen Jahren werden alle Bürojobs remote erledigt werden. Bei dem Fachkräftemangel, den ich in den letzten 10 Jahren bei süddeutschen Mittelständlern erlebt habe, ist es ein großer Wettbewerbsvorteil, “remote work” (sei es Teilzeit-Home-Office oder 100% remote) in 2017 stark auszubauen.

  2. J.JSchliephacke

    Hervorragender Artikel der Trends und Argmuente klar aufzeigt, nur der Artikel ist etwa 5 bis 10 Jahre zu spät!
    Will heißen die trends sind mit solcher Verspätung endlich in Deutschland durchgesickert und werden voll ignoriert – eben sture Arbeitgeber – persönliche setze ich gerne noch ” stumpfe”/ “struntz dumme” Arbeitgeber hinzu – bis auf die vielen KMU in Süddeutschland die am Puls der Zeit sind, was macht der rest der Arbeitegeber in deutschland ? Ruhen sich auf ihrer Konzerngröße aus oder ähnliches. Der zwang vor Ort zu sein ist um den ganzen Globus in den Köpfen der Unternhemer und Vorstände und Führungskräfte immernoch tief verwurzelt, selbst in Canada, USA, England und anderen , bekomme ich immerwieder Jobangebote, wo working remotely oder blos im Home-office ein totales no go ist und das telefoninterview meist abrupt nach dieser Frage endet. da sind große marken und bekannte Namen genauso dabei wie kleinere:-)

  3. Hallo Mirijam, guter Artikel wie ich finde und deine Meinung ebenfalls teile.

    Ich befürworte den Trend working remotely oder auch remote arbeiten und sehe die Möglichkeiten der Digitalisierung als eine Chance, das Arbeiten flexibler und produktiver zu gestalten.

    Klar ist, dass diese Arbeitsweise nicht für jede Branche, jedes Unternehmen oder auch jeden Chef geeignet ist.

    Deswegen kann man wohl auf eine flächendeckende Akzeptanz noch lange warten.

    Aber immer mehr Firmen strukturieren sich flexibel und digital. Beginnt mit der Cloud, geht weiter mit Video-Calls und endet bei der Nutzung von Coworking Spaces. Arbeiten bzw. das Büro muss zukünftig nicht mehr ein Ort sein. Für Unternehmen, die mutig sind und sich an die neue Arbeitsweise herantasten wollen, empfehle ich Workations.

    Dabei wird das Büro mit dem kompletten Team an einen anderen Ort für eine bestimmte Zeit verlagert. Sei es eine Woche in Lissabon oder nur ein paar Tage in einer anderen Stadt in der Nähe.

    Das bringt neue Kreativität, lässt sich dabei auf einzelne Projekte fokussieren und remote Arbeiten lässt sich ohne großes Risiko einmal austesten.

    Bin sehr gespannt wie sich 2017 entwickelt.

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