Google sichtet jährlich mindestens 2 Millionen Bewerbungen. Der Tech-Gigant gibt Tipps, wie du mit deiner Bewerbung insbesondere dem Lebenslauf herausstichst, um Recruitern aufzufallen.

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Bündig, relevant, klar: Diese Attribute schätzen die Google-Recruiter

Über 250.000 Milliarden Dollar Umsatz, jedes Jahr mehrere Millionen Bewerbungen und Marktführer: Google gilt als attraktiver Arbeitgeber und erfolgsverwöhntes Unternehmen. Umso bedeutender ist die Arbeit von Recruitern, die Nachwuchstalente und Fachkräfte für den Konzern einstellen.

Um sich die Arbeit selbst zu erleichtern und auch Bewerbern zu helfen, den Recruiting-Prozess zu meistern, gibt das Unternehmen wertvolle Tipps. Zu diesen zählt zum Beispiel die X-Y-Z-Formel, die wir dir hier – neben weiteren Hilfestellungen – an die Hand geben.

Eine Sache wird besonders deutlich: Es kommt auf knackige, klare und strukturierte Lebensläufe an.

Lese-Tipp: Lebenslauf schreiben 2022: Das gehört rein – das muss raus

Vorgestellt: Die X-Y-Z-Formel in der Bewerbung

Unternehmen, die von Bewerbungen regelrecht überflutet werden, müssen strategisch vorgehen. So auch Google. Der Internet-Riese setzt dabei auf seine berühmte X-Y-Z-Formel:

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  • „Accomplished [X] as measured by [Y], by doing [Z].“
  • Deutsch: „Erfüllt [X], gemessen durch [Y], durch die Ausführung von [Z].“

Was es damit auf sich hat: Der frühere Google-Personalchef Laszlo Bock hat der New York Times verraten, dass es sich hierbei um eine Formel handelt, die Bewerbern zum Erfolg verhelfen kann. Es komme dabei vor allem auf eine möglichst präzise und klare Formulierung in der Bewerbung an, die dem Schema folgt: „Ich konnte X erreichen, relativ zu Y, weil ich Z durchgeführt habe.

Beispiel: Du hast innerhalb eines Monats 15 Artikel für die Lokalzeitung deiner Stadt verfasst, während der durchschnittliche Autor auf lediglich vier monatliche Artikel kommt, indem du dein Fachwissen aus dem Studienfach Politik anwenden konntest. So gibst du es auch in der Bewerbung an.

Was du besser vermeiden solltest: Eine zu kurze Formulierung, die lediglich angibt, dass du für die Lokalzeitung gearbeitet hast, solltest du besser vermeiden. Konkrete Zahlen, die du in Relation setzt, sind für Recruiter besonders hilfreich. Hinzu kommt der Hinweis, der offenbart, welches Instrument du für deinen Erfolg verwendet hast; im Beispielfall war es dein Studienfachwissen.

Nutze das Bullet-Points-System

Ein weiterer Tipp von Google: Um Recruiter dazu einzuladen, deine Bewerbung zu berücksichtigen, sollte sie Lust auf mehr machen. Wenn es nach dem Unternehmen geht, kommt es hier vor allem auf Bullet Points an.

Das heißt: Verzichte in deinem Lebenslauf immer auf verschachtelte, lange Sätze und lange Textblöcke. Nutze stattdessen einen stichpunktartigen Aufbau für deinen Inhalt. Wer als Personaler rekrutieren muss, hat es so einfacher, die einzelnen Stärken und Berufsstationen des Bewerbers direkt herauszufiltern. Damit entfällt die zeitraubende Suche nach Informationen in einem Textdschungel.

Setze auf deinen Lebenslauf

Bei Google ist das Kernstück der Bewerbung stets dein Lebenslauf – und das lässt sich auch auf andere Unternehmen übertragen, die täglich mehrere Bewerbungen erhalten. Neben der X-Y-Z-Formel und dem Gliederungssystem solltest du den Fokus deshalb auf einen einwandfreien und leserfreundlichen Lebenslauf setzen.

Achte auf folgende Punkte, die laut Google besonders relevant sind:

  • Strukturiere deinen Lebenslauf klar und mit sauberen Absätzen sowie in schwarzer, einheitlicher Schrift.
  • Verzichte ggf. auf Stationen in deinem Lebenslauf, die für die Stelle irrelevant sind. So hast du Platz für die wirklich relevanten Informationen, nach denen Recruiter suchen.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler sind besonders ärgerlich. Prüfe dein Schreiben deshalb mehrmals, um Flüchtigkeitsfehler zu redigieren.
  • Achte auf das Format: Nutze das universelle Dateiformat PDF, das plattformunabhängig funktioniert. Ausnahme: Es wird ganz klar ein anderes Format gefordert.

Zusatztipp von Google-Personalberatern: Wer punkten will, verzichtet auf mehrere Seiten. Der Lebenslauf sollte auf eine einzige Seite passen – kurz, bündig und klar. Das kann herausfordernd sein. Es hilft den Personalentscheidern jedoch dabei, effektiver zu sichten und schließlich zu entscheiden.

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Füge relevante Links ein

IT und Co. sind im Silicon Valley das Herz vieler Unternehmen. Geht es um Bewerbungen für eine technische Position, wie es oft bei Google der Fall ist, sind spezifische Angaben besonders wichtig. Je präziser und relevanter deine Angaben sind, desto eher hast du die Chance, dich schnell von der Masse abzuheben.

Das solltest du berücksichtigen:

  • Gib deine Programmiersprachen an.
  • Berücksichtige die geforderten Skills und mache präzise Angaben, etwa zu Systemanalysen oder Automatisierungstechniken.
  • Füge relevante Links ein, die zu deinen Software-Projekten führen.
  • Wenn du deine persönlichen Projektlinks zu deinen Kontaktinformationen hinzufügst, haben Recruiter es besonders einfach, mehr über dich zu erfahren.

Individualisiere deine Bewerbungen

Auch riesige Unternehmen wie Google schätzen es, Bewerbungen zu lesen, die speziell für den jeweiligen Konzern gedacht sind. Umso wichtiger ist es, jede Bewerbung individuell anzupassen, um kein Massenprodukt abzuliefern.

Für dich heißt es: Egal, für welches Unternehmen du dich bewirbst – achte stets darauf, deine Inhalt anzupassen.

Dies stützt auch den Anspruch, Erfolge und Erfahrungen so präzise wie möglich zu beschreiben, ohne Recruiter mit unnötigen bzw. „universellen“ Informationen zu überfluten. Denn wer Masseninformationen liefert, um sicherzugehen, dass Unternehmen sich schon selbst das Relevante herauspicken, tut niemandem – auch sich selbst – einen Gefallen.

Hinweis: Du bist dir nicht sicher, ob deine Bewerbung überzeugt? Suche dir jemanden, der einen Blick auf deine Bewerbungsunterlagen wirft. Denn manchmal sind wir selbst unser größter Kritiker. Und falls wir es nicht sind, brauchen wir einen ehrlichen Kritiker, der uns bei der Optimierung unserer Bewerbung hilft.

Beachte die Reihenfolge von Bildungsabschlüssen und Erfahrungen

Zuletzt gilt es, sich den Details der inhaltlichen Angaben zu widmen. Dem Internet-Giganten Google ist es beispielsweise wichtig, dass du als frischer Absolvent alle Angaben zu deinem Abschluss machst.

Was zunächst ganz klar scheint, ist nicht immer eindeutig: Häufig lesen wir, dass nur die beruflichen Stationen zählen. Je näher du deinem akademischen Abschluss jedoch zeitlich bist, umso relevanter sind die Angaben über Studienschwerpunkt, Abschluss und Grad.

Ist deine akademische Laufbahn etwas länger her und hast du in der Zwischenzeit einige berufliche Erfolge verbuchen können, solltest du hingegen in umgekehrter Reihenfolge vorgehen. Heißt: Zuerst gibst du deine berufliche Laufbahn an. Danach folgen zum Beispiel Ausbildungs- oder Studienabschlüsse.

Zusatztipp: Du hast berufliche Erfahrungen, die für die ausgeschriebene Stelle nicht besonders relevant sind? Wichtig ist, dass du auch hier etwas kürzt. Wenn du die Angaben dennoch machen möchtest, empfiehlt sich ein separater Abschnitt für die Informationen. Mache deutlich, um was es sich bei diesen Angaben handelt, damit dein Recruiter diese einordnen kann.

Lese-Tipp: Lebenslauf: Diese 10 Angaben bitte weglassen – sie sind nicht mehr zeitgemäß

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Wir fassen zusammen

Gut durchstrukturierte Lebensläufe, präzise Erfolgsbeispiele mit Zahlen und Vergleichen sowie die korrekte Formatierung deiner Bewerbung bringen dich laut Google-Personalverantwortlichen weiter.

Was du unbedingt vermeiden solltest: Mache keine schwammigen Angaben und „produziere“ kein Massenprodukt, das du an mehrere Unternehmen versendest. Schaue dir stattdessen an, was gefordert wird und passe deine Bewerbungen an.

Und: Berücksichtige, dass dein Lebenslauf von großer Bedeutung ist. Dieser bildet meist das Kernstück. Beachte außerdem, dass Recruiter schnellen Zugang zu denen von dir durchgeführten Projekten bekommen sollten. Einen Profillink kannst du zum Beispiel zu deinen Kontaktinformationen hinzufügen.

Und nun: Viel Erfolg bei deiner Bewerbung!

Bildnachweis: Hispanolistic/istockphoto.com