Du steigst ins Auto, quetschst dich in die Bahn oder hetzt zum Bus. Ein Coffee-to-go auf dem Weg, mittags Pasta mit den Kollegen, nachmittags ein schneller Snack – und abends? Fehlanzeige im Portemonnaie. Schon mal durchgerechnet, was dich ein stinknormaler Bürotag wirklich kostet?

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Laut dem „State of Hybrid Work Report 2024“ von Owl Labs geben hybride Angestellte in Deutschland im Schnitt 20 Euro mehr aus, wenn sie ins Büro pendeln statt im Homeoffice zu arbeiten. Büro: 29 Euro pro Tag. Zuhause: 9 Euro. Macht bei drei Tagen pro Woche rund 240 Euro im Monat – netto. Und das war 2024.

Mit Blick auf steigende Preise für Mobilität und Verpflegung dürfte dieser Betrag 2025 noch mal ordentlich klettern. Ein echter Kostenblock – der in der Debatte über hybride Arbeitsmodelle bislang kaum beachtet wird.

Kleine Summen, große Wirkung

Die Mehrkosten setzen sich in der Regel aus vielen kleinen Beträgen zusammen: Pendelkosten, Essen außer Haus, Kleidung oder auch spontane Ausgaben, die im Büroalltag einfach häufiger vorkommen. Was viele vorher nicht bewusst kalkuliert haben, summiert sich spürbar auf.

„Homeoffice spart bares Geld“ – das war lange eher eine Bauchgefühl-Aussage. Jetzt ist sie messbar und spürbar.

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Druck auf den Geldbeutel der Beschäftigten

Nicht nur Energie- und Mietkosten steigen. Auch die versteckten Lebenshaltungskosten rund ums Arbeiten ziehen an. Aktuell steigen gerade auch die Preise für den geliebten Morgenkaffee rapide.

Die Zahlen zeigen auch: 16 % der Arbeitnehmenden würden eine Gehaltserhöhung erwarten, wenn Hybrid- oder Remote-Arbeit nicht mehr möglich wäre. Weitere 23 % würden sich sogar einen neuen Job suchen, der flexiblere Arbeitsmöglichkeiten bietet. Die Debatte dreht sich längst nicht mehr nur um Komfort, sondern zunehmend um die finanziellen Folgen der Büroarbeit.

Büropräsenz: Tradition schlägt Vernunft?

Umso erstaunlicher: Mehr als die Hälfte der Befragten (51 %) glaubt, dass ihr Unternehmen Büropräsenz verlangt – rein aus traditionellen Erwartungen heraus. Nicht etwa, weil es die Zusammenarbeit fördert, das Wir-Gefühl stärkt oder die Produktivität steigert, sondern weil es schon immer so war.

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Die Rückkehr ins Büro empfinden viele daher nicht als sinnvolle und nachvollziehbare Maßnahme, sondern als Zeichen dafür, dass alte Denkmuster weiterhin das Handeln bestimmen – gerade in aktuell wirtschaftlich angespannten Zeiten, in der Anpassungsfähigkeit wichtiger wäre denn je, um Mitarbeitende im Unternehmen zu halten.

Lese-Tipp: Die neue Macht der Arbeitgeber: Warum sich das Kräfteverhältnis gerade verschiebt

Perspektivwechsel: Wer sollte die Bürokosten tragen?

Wenn Unternehmen ihre Mitarbeitenden wieder häufiger ins Büro zitieren, geben sie die indirekten Kosten an sie weiter. Die Rechnung bezahlt der Einzelne – wortwörtlich. Was wäre, wenn man den Spieß umdreht? Wenn Arbeitgeber für jeden Tag im Büro eine Aufwandspauschale zahlen müssten – als Ausgleich für Fahrtkosten, Verpflegung und Zeitverlust?

Symbolische Anwesenheit: Wenn Präsenzpflicht zur Farce wird

In der Studie geben 38 % der Befragten an, sich schon mal des „Coffee Badging“ bedient zu haben – also morgens kurz im Büro zu erscheinen, um ein wenig Präsenz zu zeigen, und sich dann wieder zu verziehen. Knapp zwei Drittel wurde dabei sogar schon „erwischt“. Who cares?

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Viele Beschäftigte signalisieren damit, dass sie die physische Anwesenheit im Büro für weitgehend überflüssig halten – zumindest für ihre eigene Arbeit oder bestimmte Jobs. Der Gang ins Büro wird zur symbolischen Pflichtübung.

Viele Beschäftigte stellen die Präsenzpflicht vermehrt infrage – ebenso wie Führungsstile, die auf Kontrolle statt Vertrauen setzen. Coffee Badging ist nicht Ursache, sondern Folge einer Arbeitswelt, die sich selbst im Weg steht.

Das Büro wird zum Kostenfaktor – auch für Beschäftigte

Was ist dir ein Tag im Büro wert? Nicht nur finanziell – auch emotional, zeitlich, energetisch? Die meisten Debatten drehen sich meist um Produktivität, Unternehmenskultur oder Kontrolle. Vielleicht sollten wir sie öfter mit einem Taschenrechner führen.

Und du? Hast du schon mal nachgerechnet, was dich ein einzelner Tag im Büro wirklich kostet.

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