Wer an der Spitze eines DAX-Konzerns steht, verdient Millionen. Im vergangenen Jahr kamen die Vorstandsvorsitzenden der 40 DAX-Unternehmen im Schnitt auf 6,14 Millionen Euro Gesamtvergütung. Zwei Konzernchefs überschritten sogar die Marke von zehn Millionen Euro. Doch wie setzt sich eine solche Summe zusammen – und wie groß ist der Abstand zu den Beschäftigten?
An der Spitze der DAX-Chefetage stehen 2025 fünf Vorstandsvorsitzende mit einer Gesamtvergütung von mehr als neun Millionen Euro:
| Rang | Vorstandschef | Unternehmen | Gesamtvergütung 2025 |
|---|---|---|---|
| 1 | Christian Klein | SAP | 10,851 Mio. € |
| 2 | Christian Sewing | Deutsche Bank | 10,501 Mio. € |
| 3 | Bjørn Gulden | Adidas | 9,830 Mio. € |
| 4 | Bill Anderson | Bayer | 9,662 Mio. € |
| 5 | Oliver Bäte | Allianz | 9,354 Mio. € |
Die Zahlen stammen aus der aktuellen Vorstandsvergütungsstudie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und der Technischen Universität München.
DAX-Vorstände verdienen im Schnitt 3,9 Millionen Euro
Betrachtet man alle Vorstandsmitglieder zusammen, lag die durchschnittliche Gesamtvergütung 2025 bei 3,909 Millionen Euro. Das waren vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Vorstandsvorsitzenden lagen mit ihren durchschnittlich 6,137 Millionen Euro deutlich darüber.
Dabei handelt es sich um die Gesamtvergütung. Sie lässt sich deshalb nicht mit einem gewöhnlichen Jahresgehalt vergleichen. Ein Teil der Summe ist fest vereinbart, ein anderer hängt von der kurzfristigen und langfristigen Entwicklung des Unternehmens ab.
Mehr als zwei Drittel der Vergütung sind variabel
Das zeigt sich besonders deutlich bei der Zusammensetzung der Vergütung. Im vergangenen Jahr entfielen im DAX durchschnittlich 31,7 Prozent auf die fixe Vergütung. 26,1 Prozent waren kurzfristig variabel, weitere 42,2 Prozent langfristig variabel.
Damit machten variable Bestandteile zusammen mehr als zwei Drittel der Gesamtvergütung aus. Bei den Vorstandschefs lag der Anteil sogar noch höher: Im Durchschnitt waren 69,6 Prozent ihrer Vergütung variabel. Bei SAP-Chef Christian Klein waren es 85,5 Prozent.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein Vorstand jedes Jahr automatisch Millionen als Bonus erhält. Die variablen Bestandteile sind an bestimmte Ziele und Kennzahlen geknüpft und können sich über mehrere Jahre erstrecken. Ein Teil der variablen Vergütung bezieht sich deshalb auf mehrjährige Leistungszeiträume.
Wie viel Leistung hinter dem Bonus steckt
Die aktuelle Studie hat deshalb nicht nur betrachtet, wie viel die Vorstände verdienen, sondern auch, wie hoch die Zielerreichung bei der kurzfristigen variablen Vergütung war.
Das Ergebnis fällt auf: Im Durchschnitt lag die Zielerreichung 2025 bei 123 Prozent, der Median bei 121 Prozent. Von den untersuchten Unternehmen lagen 27 über einer Zielerreichung von 100 Prozent, zwölf darunter. Die Spannweite reichte von null bis rund 238 Prozent.
Die Autoren der Studie sehen darin eine offene Frage: Wenn gut zwei Drittel der Unternehmen eine Zielerreichung von mehr als 100 Prozent erreichen, könnten die Vergütungsziele vergleichsweise vorsichtig angesetzt worden sein. Möglich sei allerdings auch, dass das Geschäftsjahr außergewöhnlich gut verlaufen ist.
Der Abstand zur Belegschaft ist groß
Die Millionenbeträge werden besonders greifbar, wenn man sie mit der Vergütung der Beschäftigten vergleicht. Im Durchschnitt lag die Gesamtvergütung der DAX-Vorstände 2025 beim 42-Fachen der durchschnittlichen Personalaufwendungen je Mitarbeiter.
Besonders groß war der Abstand bei Adidas. Dort lag die Gesamtvergütung des Vorstands beim 106-Fachen der durchschnittlichen Vergütung eines Mitarbeiters. Bei Volkswagen betrug das Verhältnis 75 zu 1, bei Fresenius 70 zu 1.
Dabei ist allerdings Vorsicht bei solchen Vergleichen angebracht. Die Kennzahl setzt die Gesamtvergütung des Vorstands ins Verhältnis zu den durchschnittlichen Personalaufwendungen je Mitarbeiter. Sie beschreibt damit eine Vergütungsrelation innerhalb des Unternehmens, ist aber nicht dasselbe wie ein Vergleich zwischen einem einzelnen CEO-Gehalt und dem Gehalt eines einzelnen Beschäftigten.
An der Spitze wird es zweistellig
Zehn Millionen Euro bleiben im DAX dennoch eine besondere Marke. 2025 überschritten sie zwei Vorstandschefs: Christian Klein von SAP und Christian Sewing von der Deutschen Bank. Im Jahr zuvor hatten ebenfalls zwei DAX-Chefs mehr als zehn Millionen Euro erhalten.
Die DSW bezeichnet die Marke als eine Art „Schallmauer“. Die Marke ist allerdings keine gesetzliche Gehaltsgrenze.
Dass die Marke nicht zwingend jedes Jahr dieselben Unternehmen betrifft, zeigt der Blick auf die Rangliste. Der im Vorjahr bestbezahlte DAX-Chef Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen, kam 2025 auf 8,965 Millionen Euro und lag damit auf Platz sechs. Bei der Vorstandsvergütung können sich die Summen von Jahr zu Jahr deutlich verändern – unter anderem durch unterschiedliche variable Vergütungsbestandteile.
Deutsche Spitzenmanager verdienen international weniger
Im internationalen Vergleich wirken die deutschen Millionenbeträge zudem weniger außergewöhnlich. Die DSW/TU-München-Auswertung kommt für die Vorstandschefs der Unternehmen im Euro Stoxx 50 außerhalb Deutschlands 2025 auf durchschnittlich 9,5 Millionen Euro.
Noch größer ist der Abstand zu den USA. Die CEOs der im Dow Jones Industrial Average vertretenen Unternehmen kamen im Schnitt auf 30,5 Millionen Euro. Der bestbezahlte Manager in diesem Vergleich war David Solomon von Goldman Sachs mit umgerechnet 105,3 Millionen Euro.
Die DAX-Chefs gehören damit zwar zu den Spitzenverdienern in Deutschland. Im internationalen Vergleich liegen ihre Vergütungen aber deutlich unter denen vieler US-amerikanischer Konzernchefs.
Was ein Managergehalt aussagt
Die aktuellen Zahlen zeigen deshalb vor allem eines: Bei der Bezahlung der Chefetage geht es längst nicht mehr nur um ein hohes Grundgehalt. Die Vergütung ist ein komplexes System aus festen und variablen Bestandteilen, das die Leistung eines Vorstands über unterschiedliche Zeiträume abbilden soll.
Ob eine Vergütung angemessen ist, lässt sich deshalb nicht allein an der Millionensumme ablesen. Entscheidend ist auch, welche Ziele dahinterstehen, wie anspruchsvoll diese sind und wie stark die Vergütung tatsächlich an die Entwicklung des Unternehmens gekoppelt ist.
Fest steht allerdings: Die durchschnittliche Vergütung der DAX-Vorstände ist 2025 erneut gestiegen. Während ein DAX-Vorstandsmitglied im Durchschnitt auf rund 3,9 Millionen Euro kam, waren es beim Vorstandsvorsitzenden mehr als 6,1 Millionen Euro. Zwei CEOs überschritten die Marke von zehn Millionen Euro. Die Chefetage bleibt damit eine eigene Gehaltswelt.

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