Kennen Sie solche Tage, an welchen Sie einfach mit dem falschen Fuß aufgestanden sind und fortan geht irgendwie alles schief? Die Art und Weise, wie Sie Ihren Morgen gestartet haben, zieht sich häufig wie ein Rattenschwanz durch den Tag. Dies gilt natürlich auch für gute Tage – jene, an denen es läuft wie am Schnürchen – die aber leider viel seltener zu sein scheinen als die verkorksten, oder nicht? Aber wussten Sie, dass Sie es größtenteils selbst in der Hand haben, wie Ihr Tag verlaufen wird? Wir verraten Ihnen, weshalb das so ist und welchen Fehler Sie keinesfalls machen sollten, da er Sie Produktivität, Erfolg und Wohlbefinden kostet.

Frau startet entspannt in den Tag
Photo by Allef Vinicius on Unsplash

Inhalt
1. Ein guter Morgen ist die Basis für einen guten Tag
2. Warum die Morgenstund wirklich Gold im Mund hat
3. Viele Menschen machen bei ihrer Morgenroutine denselben Fehler
4. Warum ist das Internet toxisch für Ihr morgendliches Gehirn?
5. Wie sollte Ihre Morgenroutine also stattdessen aussehen?

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Ein guter Morgen ist die Basis für einen guten Tag

Der Morgen ist ein magischer Moment. Zwar ist er nicht selten durch Müdigkeit geprägt und der klingelnde Wecker ist das verhassteste Geräusch des Tages – doch wer sich einmal aus den Federn gekämpft hat, gewinnt viel Zeit. Egal, ob Sie von Natur aus eher Lerche oder eher Eule sind – also eher in den Morgen- oder in den Abendstunden aktiv – kann das frühe Aufstehen Ihrem Erfolg zuträglich sein, wie wir Ihnen bereits in folgendem Artikel erläutert haben:

Lese-Tipp: Deshalb sind Frühaufsteher erfolgreicher als Langschläfer

Aber es kommt nicht nur darauf an, wann Sie in Ihren (Arbeits-) Tag starten, sondern auch wie. Hierzu ein anschaulicher Vergleich: Wenn Sie sich Ihr Leben lang nur von Fast Food ernähren, keinen Sport treiben und dazu noch Kettenraucher sind, brauchen Sie sich nicht wundern, wenn Ihre Gesundheit im Laufe des Lebens immer mehr zu wünschen übrig lässt. Ebenso ist es also nicht verwunderlich, dass Ihr Tag von Stunde zu Stunde ätzender wird, wenn Sie ihn bereits falsch beginnen. Sie haben am Morgen in den ersten Minuten und Stunden nach dem Klingen des Weckers selbst in der Hand, wie der kommende Tag verlaufen wird – ebenso wie Sie eben heute etwas für Ihre zukünftige Gesundheit tun können.

Morgenstund hat Gold im Mund.

(Sprichwort)

Klar gibt es im Leben Unwägbarkeiten, die Sie schlichtweg nicht beeinflussen können. So leben Sie vielleicht gesund und sind sportlich, werden aber eines Tages von einem Auto angefahren und sitzen anschließend im Rollstuhl. Klingt hart? Ist es auch! Leider können Sie solche Dinge nicht vorhersehen oder in irgendeiner Art und Weise verhindern. Genauso kann es sein, dass Sie Ihren Tag gut starten und dieser plötzlich eine unerwartete negative Wendung nimmt. Doch je besser Ihre Ausgangskonstitution ist, umso besser kommen Sie auch mit schwierigen Ereignissen klar. Ebenso, wie Sie sich von dem theoretischen Unfall schneller und besser erholen würden, wenn Sie davor sportlich und körperlich gesund waren, meistern Sie auch Herausforderungen im Alltag besser, wenn Sie gut in den Tag gestartet sind. Lange Rede, kurzer Sinn: Es ist an der Zeit, Ihre Morgenroutine zu überdenken!

Warum die Morgenstund wirklich Gold im Mund hat

Wenn Sie bei dem Sprichwort genervt mit den Augen rollen und es für das romantisierte Blabla von Frühaufstehern halten, möchten wir Sie an dieser Stelle eines Besseren belehren. Klar: Sonnenaufgänge sind schön anzuschauen und die Ruhe am Morgen hat etwas Besinnliches. Doch die Morgenstund hat noch aus vielen weiteren Gründen „Gold im Mund“ – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes:

  • Zu Beginn des Tages sind Sie fokussierter und konzentrierter. Sie kennen das gewiss selbst: Spätestens nach der ersten Mahlzeit fühlen Sie sich müde und die Produktivität lässt merklich nach – trotz regelmäßiger Pausen. Zudem ist Ihr Kopf zunehmend mit den zahlreichen Eindrücken und Informationen des Tages gefüllt und Sie neigen dazu, sich schneller ablenken zu lassen. Wer also am Morgen arbeitet, ist produktiver, konzentrierter und dadurch auch leistungsstärker im Beruf. Das führt mit großer Wahrscheinlichkeit langfristig zu mehr Erfolg und einem höheren Einkommen.
  • Am Morgen ist Ihre Willensstärke am größten, was Ihnen dabei hilft, diszipliniert zu bleiben und Ihre Ziele in die Tat umzusetzen. Zu keinem anderen Zeitpunkt am Tag arbeiten Sie so zielstrebig und diszipliniert – sei es für private oder berufliche Angelegenheiten. In letzterem Fall verhilft Ihnen die morgendliche Disziplin also zu mehr Erfolg im Job und dementsprechend vielleicht auch zu mehr „Gold“, sprich Geld.

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  • Ein weiterer Erfolgsfaktor in der Früh liegt darin, dass Sie schlichtweg weniger unterbrochen werden und dadurch fokussierter arbeiten. Denn am Morgen sind all die Eulen in Ihrem beruflichen Umfeld noch nicht am Arbeitsplatz oder noch zu müde, um Sie anzusprechen, anzurufen, Ihnen E-Mails zu senden oder ein Meeting einzuberufen. Und selbst die Frühaufsteher sind am Morgen meist noch weniger kommunikativ als am Mittag oder Nachmittag. Wenn Sie diese Zeit nutzen, um konzentriert zu arbeiten, haben Sie bereits viele wichtige Aufgaben hinter sich, bevor Sie das erste Mal durch das Klingeln des Telefons, das Piepen des E-Mail-Postfaches oder den Plausch mit den Kollegen gestört werden.

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  • Zuletzt hilft Ihnen die Arbeit am Morgen dabei, in den „Flow“ zu kommen. Wenn Sie bereits am Morgen produktiv waren und mit einem guten Gewissen und dem Gefühl, nicht unter Zeitdruck zu geraten, irgendwann die erste Kaffee- oder Frühstückspause einlegen, wird sich diese positive Grundhaltung den ganzen Tag über halten und bemerkbar machen. Einmal im „Flow“ angekommen, bleiben Sie auch bis zum Feierabend produktiver, als wenn Sie langsam, träge und unmotiviert erst einmal zwei Stunden lang E-Mails beantwortet hätten, nur um dann unter Hektik, Zeitdruck und mit einem schlechten Gewissen mit den wirklich wichtigen Aufgaben beginnen.

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Viele Menschen machen bei ihrer Morgenroutine denselben Fehler

Das Beste wäre es also, am Morgen aus den Federn zu springen und sofort mit der Arbeit zu beginnen, bevor Sie irgendetwas anderes machen. Allerdings sind dazu nur die wenigsten Menschen in der Lage – aufgrund mangelnder Konzentration oder einem weiten Pendlerweg zum Arbeitsplatz. Die meisten unter Ihnen, und zwar vor allem die „Eulen“, benötigen erst einmal etwas Zeit, um wach zu werden, sich mental auf den Tag vorzubereiten, sich zu richten und den Weg zur Arbeit anzutreten. Während dem ersten Kaffee, noch im Bett oder in der halben Stunde im Zug wird dann das Smartphone zur Hand genommen: Erst einmal surfen, Instagram checken oder Nachrichten beantworten.

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Genau dieser ist aber der größte Fehler, welchen Sie bei Ihrer Morgenroutine machen können. Das Internet ist Junkfood für das Gehirn und dementsprechend „ungesund“ wird Ihr Tag von nun an verlaufen. Wieso? Ganz einfach: Wenn Sie bereits am Morgen ins Internet gehen, wird Ihr Gehirn mit Informationen vollgepumpt – seien es aktuelle Nachrichten, eine Geburtstagseinladung von einem Bekannten oder ein schönes Instagram-Foto. Ihr Gehirn nimmt all diese Informationen auf und prompt ist Ihr Kopf „voll“, bevor Sie die Vorteile der morgendlichen Frische für Ihr Berufs- oder auch Privatleben genutzt haben. Selbst, wenn Sie nicht sofort arbeiten können und möchten, gehen Sie lieber eine Runde Joggen, lesen Sie ein Buch oder gehen Sie anderen gesunden beziehungsweise entspannenden Tätigkeiten nach:

  • Meditation
  • Frühstück mit der Familie
  • Tagebuch schreiben
  • Und und und…

Wie Sie Ihr Gehirn am Morgen „füttern“, entscheidet also über die „Gesundheit“ des folgenden Tages – um bei der Metapher zu bleiben. Auch, wenn Sie mit Fernseher, Internet, Smartphone & Co aufgewachsen sind, hat sich das menschliche Gehirn nämlich an diese Informationsüberflutung noch nicht gewöhnt. Sie sollten deshalb innerhalb der ersten drei Stunden Ihres Tages sämtliche Technik und vor allem das informationsüberflutete Internet meiden, so gut es geht. Einmal am Arbeitsplatz angekommen, werfen Sie sich bitte erst einmal in die wichtigste Arbeit des Tages, anstatt Ihre E-Mails zu checken oder im Intranet zu stöbern – dafür bleibt auch später noch Zeit, beispielsweise im „Mittagstief“.

Warum ist das Internet toxisch für Ihr morgendliches Gehirn?

Alles in allem sind Internet, Smartphone und weitere Entwicklungen der Digitalisierung für das menschliche Gehirn immer Gift. Es ist mit der Flut an Informationen überfordert und soziale Netzwerke sind mittlerweile für ihr Suchtpotenzial bekannt. Bei jedem „Like“ oder „Share“, das Ihre Postings erhalten, und bei jeder empfangenen Nachricht schüttet Ihr Gehirn Glückshormone aus und Sie möchten automatisch mehr davon – ähnlich einer Alkoholsucht. Gerade Millennials, auch „Digital Natives“ genannt, sind davon in erschreckend hohem Maße betroffen. Bei der Smartphone-Sucht oder Internet-Sucht handelt es sich aber um Süchte, welche bislang auf die leichte Schulter genommen werden. Es ist schließlich beinahe schon das neue Normal, ständig auf das Smartphone zu starren – und das neue „Unnormal“, es nicht zu tun. Gerade das Smartphone, doch auch das Internet an sich, macht süchtig und trainiert das Gehirn auf Zerstreuung, sprich Multitasking.

Das ist aber nicht nur schädlich für Ihre Produktivität und Konzentration, sondern hat sogar die Unfallstatistiken der westlichen Welt in die Höhe getrieben, beispielsweise durch vermehrtes „WhatsAppen“ am Steuer. Gerade am Morgen ist das Gehirn noch besonders empfänglich für die positiven Reize des Smartphones. Viele Menschen blicken nach dem Aufwachen als erstes auf ihr Handy, um den Wecker auszuschalten, die Uhrzeit zu checken oder Nachrichten zu lesen. Dadurch wird das Gehirn direkt in der sensibelsten Phase auf „Zerstreuung“ umprogrammiert und auf die Sucht nach Bestätigung durch „Likes“, „Shares“ oder WhatsApp-Nachrichten.

Lese-Tipp: Schluss mit Multitasking! „Single“ ist wieder in

Der größte Fehler Ihrer Morgenroutine besteht also darin, in den ersten drei Stunden nach dem Aufwachen ins Internet zu gehen beziehungsweise zum Smartphone zu greifen. Dadurch erhöhen Sie Ihr Risiko der Smartphone-Sucht und zerstören Ihre Konzentration und Produktivität für den kommenden Tag – und alle danach. Denn die Umprogrammierung auf Mulitasking im Gehirn ist bleibend und entwickelt sich nur langsam wieder zurück, wenn Sie Ihre Gewohnheiten ändern. Nicht ohne Grund fühlen sich viele Menschen ohne ihr Smartphone mittlerweile „nackt“. Vermeiden Sie also die Zerstreuung durch Smartphone & Co am Morgen, bevor sie zur neuen Gewohnheit wird und Ihr Berufsleben negativ beeinflusst.

Wie sollte Ihre Morgenroutine also stattdessen aussehen?

Versuchen Sie, die Willenskraft und Konzentration sowie mangelnde Ablenkung am Morgen effizient zu nutzen und vermeiden Sie bewusst jede Zerstreuung durch das Internet oder moderne Technologien. Schlussendlich müssen Sie selbst eine Morgenroutine finden, die zu Ihnen passt. Diese könnte beispielsweise wie folgt aussehen:

  • 30 Minuten Spaziergang mit dem Hund
  • 10 Minuten autogenes Training
  • 30 Minuten Lesen von Fachlektüre
  • 10 Minuten Tagebuch schreiben im Zug zur Arbeit
  • 1,5 Stunden fokussiert arbeiten
  • 10 Minuten Kaffeepause
  • 1,5 Stunden fokussiert arbeiten
  • anschließend E-Mails checken und dann die erste längere Pause

Lese-Tipp: Erfolgstagebuch: Kleines Helferlein mit großer Wirkung

Jetzt ist auch der Zeitpunkt, an welchem Sie das erste Mal aufs Smartphone blicken können. Ob Sie das aushalten?! Wir sind uns sicher, dass es vielen Menschen schwerer fällt als gedacht, doch wenn Sie diese neue Morgenroutine einmal etabliert haben, werden Sie ihre positiven Effekte bemerken – nicht nur im Berufsleben. Schlussendlich sind wir eben doch (fast) alle ein bisschen Smartphone süchtig, auch wenn es niemand so recht zugeben will.

Machen Sie daher den Test und lassen Sie uns wissen, wann Sie am Morgen das erste Mal aufs Smartphone blicken, ob Sie diese Gewohnheit geändert haben und welche Effekte dies auf Ihre Produktivität und den Erfolg im Berufsleben hatte – und vielleicht auch auf Ihr persönliches Wohlbefinden. Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungsberichte in den Kommentaren. Vielen Dank!