Der Generation Z wird häufig nachgesagt, dass ihr Freizeit und Selbstverwirklichung wichtiger seien als die Karriere. Andere betiteln sie gar als verwöhnt, faul und fordernd. Eine aktuelle Befragung zeichnet aber ein anderes Bild. Viele junge Beschäftigte wollen doch beruflich aufsteigen und Verantwortung übernehmen. Gleichzeitig stellen sie klare Erwartungen an Arbeit und Führung.

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65 Prozent der 18- bis 28-Jährigen in Deutschland geben an, beruflich so weit wie möglich aufsteigen zu wollen. Jeder Zweite strebt eine Führungsposition an. Das zeigt eine Zusatzbefragung zum Global Talent Barometer 2026 der ManpowerGroup.

Damit zeigt sich die jüngste untersuchte Altersgruppe deutlich karriereorientierter als ältere Generationen. Unter den Millennials messen 47 Prozent dem beruflichen Aufstieg eine vergleichbar hohe Bedeutung bei. In der Generation X sind es 32 Prozent.

Mehr Geld ist ein wichtiger Antrieb

Der Wunsch nach Führung hat für viele junge Beschäftigte handfeste Gründe. 47 Prozent der Gen Z verbinden eine Führungsposition mit der Aussicht auf ein höheres Einkommen. 41 Prozent erhoffen sich bessere Entwicklungsmöglichkeiten, 36 Prozent möchten mehr Einfluss gewinnen.

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Finanzielle Sicherheit spielt auch über alle Altersgruppen hinweg eine zentrale Rolle. Für 73 Prozent der Befragten gehört ein Einkommen, das einen komfortablen Lebensstil ermöglicht, zu den wichtigsten Faktoren im Berufsleben. 43 Prozent wollen ihre berufliche Entwicklung aktiv vorantreiben, 41 Prozent langfristig Führungsverantwortung übernehmen.

Karriere besitzt damit weiterhin einen hohen Stellenwert. Sie steht jedoch neben anderen Erwartungen. 64 Prozent aller Befragten räumen der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben einen höheren Stellenwert ein als dem beruflichen Aufstieg.

Junge Beschäftigte suchen Sinn und Perspektive

Besonders deutlich wird diese Verbindung bei der Gen Z. 64 Prozent der jungen Befragten arbeiten nach eigenen Angaben vor allem, um ihre persönlichen Interessen und Freizeitaktivitäten finanzieren zu können. Das sind acht Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt aller Altersgruppen.

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Zugleich wären 44 Prozent der Gen Z bereit, einen interessanten und als sinnvoll empfundenen Job anzunehmen, obwohl dieser schlecht bezahlt ist. Unter allen Befragten können sich das lediglich 28 Prozent vorstellen.

Die Ergebnisse sprechen für ein breites Verständnis von beruflichem Erfolg. Aufstieg und Einkommen bleiben wichtig. Ebenso zählen persönliche Entwicklung, interessante Aufgaben und ein Leben außerhalb des Berufs.

Allerdings zeigt die Befragung auch, wie groß der wirtschaftliche Druck auf einen Teil der jungen Beschäftigten ist. 49 Prozent der Gen Z stimmen der Aussage zu, lediglich zu arbeiten, um zu überleben. Bei den Millennials sind es 41 Prozent, in der Generation X 32 Prozent und unter den Babyboomern 22 Prozent.

Verantwortung und Druck schrecken viele ab

Eine Führungsposition ist für viele Beschäftigte attraktiv, solange die Bedingungen stimmen. Jeweils 51 Prozent aller Befragten nennen den damit verbundenen Druck und die größere Verantwortung als Gründe, keine Führungsrolle anzustreben. Ein Viertel hat grundsätzlich kein Interesse an Personalverantwortung.

Unternehmen können deshalb kaum davon ausgehen, dass ehrgeizige Beschäftigte jede Form von Führung akzeptieren. Entscheidend dürfte sein, wie viel Gestaltungsspielraum eine Position bietet, welche Unterstützung angehende Führungskräfte erhalten und ob ein hohes Maß an Verantwortung dauerhaft zu Überlastung führt.

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„Die Ergebnisse zeigen, dass die Gen Z bereit ist, Verantwortung zu übernehmen – aber nicht um jeden Preis“, sagt Iwona Janas, Country Manager der ManpowerGroup Deutschland. Unternehmen müssten Führungsrollen so gestalten, dass sie Entwicklung ermöglichten, ohne Beschäftigte zu überlasten.

Jeder Vierte aus der Gen Z fürchtet den eigenen Jobverlust durch KI

Neben Arbeitsdruck beschäftigt junge Menschen auch der technologische Wandel. Ein Viertel der Gen Z befürchtet, durch künstliche Intelligenz oder andere neue Technologien ersetzt zu werden.

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Damit treffen bei jungen Beschäftigten Aufstiegswille und Unsicherheit unmittelbar aufeinander. Viele planen ihre Karriere ambitioniert, wissen jedoch zugleich, dass sich Berufsbilder und benötigte Fähigkeiten stetig verändern. Verlässliche Entwicklungsperspektiven und Weiterbildung dürften daher für Arbeitgeber wichtiger werden.

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Hinweis: Für den Global Talent Barometer wurden vom 1. September bis zum 1. Oktober 2025 insgesamt 13.918 Beschäftigte in 19 Ländern befragt. Die Aussagen zu Deutschland beruhen auf 1.017 Befragten. Die Ergebnisse wurden nach Geschlecht, Alter und Region gewichtet. Wie viele Personen innerhalb der deutschen Stichprobe der Gen Z angehörten, nennt die veröffentlichte Methodik nicht. Die Prozentwerte zu dieser Altersgruppe sollten deshalb als Hinweise auf Einstellungen verstanden werden und nicht als exaktes Abbild aller jungen Beschäftigten in Deutschland.

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