Ach, der erste Tag im neuen Job. Alles riecht noch nach Neuanfang – der Laptop, das Büro, die Visitenkarte. Vielleicht sogar man selbst. Man hat sich frisch gemacht, ist motiviert, will was reißen. Doch schon nach wenigen Tagen knistert’s. Und zwar nicht vor Begeisterung, sondern vor innerer Unruhe.
Die kalte Dusche kommt schneller als gedacht: 44 Prozent der frisch Eingestellten bereuen ihre Entscheidung innerhalb der ersten Woche. Jeder Vierte hat sogar schon geweint. Und das nicht aus Freude.
Was läuft da so schief?
Neueinstellung abgeschlossen, Vertrag unterschrieben, Check. Der Rest? Ach, der macht sich schon von selbst. Tut er nicht. Wirklich nicht. BambooHR hat sich das Ganze mal genauer angeschaut und herausgefunden: Unternehmen haben genau 44 Tage Zeit, um neue Leute für sich zu gewinnen. Danach ist das Band entweder geknüpft – oder gerissen.
Und die Entscheidung fällt oft schneller, als man „Onboarding“ sagen kann: 70 Prozent wissen schon im ersten Monat, ob sie bleiben wollen. 29 Prozent sogar in der ersten Woche. Herzlichen Glückwunsch.
Willkommen an (ON) Bord – bitte nicht stören
In der Theorie sieht das Onboarding vieler Unternehmen doch so aus: Da gibt’s einen netten Plan in Pastellfarben, ein paar PDFs mit „Herzlich willkommen!“ und ein Willkommensvideo vom CEO, der Dinge sagt wie „People are our most valuable asset“, während man sich fragt, wie man den Untertitel ausschaltet. Danach? Stille. Was folgt, ist ein IT-Kuddelmuddel: Zugangscodes, die nicht funktionieren. Tools, die einem niemand erklärt. Und ein Team, das freundlich nickt, aber sich schnell wieder umdreht.
Ganze 65 Prozent der neuen Mitarbeitenden wissen nicht, an wen sie sich mit Fragen konkret wenden können. 62 Prozent kriegen kaum erklärt, was das Unternehmen eigentlich macht. Und bei der Technik läuft’s bei 51 Prozent eher suboptimal. Willkommen im neuen Job! Bitte hängen Sie Ihre Erwartungen gleich mit in der Garderobe auf.
In eigener Sache: Dass neue Mitarbeitende nicht nur Aufgaben, sondern auch Orientierung und Zugehörigkeit brauchen, zeigt sich in jedem Gespräch über Frühfluktuation. Trotzdem bleibt Onboarding in vielen Betrieben ein Randthema – mit all den bekannten Folgen: Unsicherheit, Frust, innere Kündigung. Für alle, die das ändern wollen, haben wir einen Onboarding-Guide: Mitarbeiter begeistern und binden entwickelt – mit 21 Wochen Praxiswissen, konkreten Tools und einem Ziel: den Einstieg so zu gestalten, dass neue Mitarbeitende wirklich Fuß fassen – und im Unternehmen bleiben.
Freundschaft statt Vorstandsbotschaft
Neue Mitarbeitende wollen Anschluss. Nähe. Einen echten Menschen, der nicht nur den Kopierer erklären kann, sondern auch, wie der Laden hier so tickt. Laut BambooHR wünschen sich 93 Prozent einen Kollegen, der sie begleitet. Und 87 Prozent hoffen sogar auf Freundschaften im Job.
Nicht die Vision des Vorstands gibt Sicherheit im neuen Arbeitsumfeld, sondern der Kollege, der sagt: „Komm, ich zeig dir mal, wie wir hier eigentlich arbeiten.“ Oder: „Ach, und da drüben ist unser Pausenraum – lass uns gleich mal einen Kaffee holen.“
Der Arbeitstag
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Das Problem: Vertrauen ist eine fragile Sache. Und wer am Anfang schon lost, unsicher oder sogar isoliert durch den Büroflur oder die Werkshalle schleicht, wird kaum zum begeisterten Markenbotschafter. Spätestens nach ein paar Wochen wird’s dann bitterernst. Die Leute tauchen ab. Erst im Meeting. Dann mental. Dann ganz.
Was können Unternehmen tun, damit’s gar nicht erst so weit kommt?
Wer neu startet, will sich nicht nur orientieren müssen, sondern richtig willkommen fühlen. Der gravierte Firmenkugelschreiber ist ja ganz nett, ersetzt aber keine echte Zugewandtheit. Genau daran fehlt es in vielen Unternehmen noch. Oft wird der erste Tag abgefrühstückt wie ein nerviger Pflichttermin – und das spüren neue Mitarbeitende sofort. Was es stattdessen braucht, ist schlicht: gute Vorbereitung und vor allem menschliche Begleitung.
Ein funktionierender Laptop, Zugriff auf die wichtigsten Tools und ein vorbereiteter Arbeitsplatz zeigen, dass jemand an deinen Start gedacht hat. Ebenso wichtig: eine feste Bezugsperson, die nicht zwischen drei Calls mal ebenso verschwindet, sondern immer ansprechbar ist. Jemand, der erklärt, wie man das Montagsmeeting überlebt, wo man mittags gut essen gehen kann – und was die unausgesprochen „Firmen-No-Gos“ sind.
Auch das Thema Feedback wird leider viel zu oft vertagt oder zu selten wahrgenommen, dabei ist gerade in den ersten Wochen jede noch so kleine Rückmeldung Gold wert.
Und jetzt?
Neueinstellungen sind wie erste Dates. Wenn das erste Treffen holprig oder gar mies läuft, gibt’s selten ein zweites. Wer als Arbeitgeber oder Führungskraft aber von Anfang an das Gefühl vermittelt: „Schön, dass du da bist – und wir kümmern uns um dich“, legt den Grundstein für Loyalität, Motivation und Erfolg. Onboarding sollte auf keinen Fall als rein bürokratischer Akt abgearbeitet werden. Es ist Beziehungspflege. Wer das ernst nimmt, spart sich später viele Krisengespräche. Wer das verpennt, zahlt drauf. Mit Frust und Fluktuation.







