Als Einzelkämpfer kommen Sie im (Berufs-) Leben meist nicht weit. Freundschaften sind nicht nur wichtig für unser Glück und Selbstbewusstsein, das berühmte Vitamin „B“ kann im Job schon einmal ungeahnte Chancen eröffnen. Zudem macht die Schufterei doch schlichtweg mehr Spaß, wenn Sie anstatt mit Kolleginnen und Kollegen jeden Tag mit Ihren besten Freunden arbeiten dürfen, oder? Wir verraten Ihnen deshalb heute, wie Sie Ihrem Berufsalltag das Sahnehäubchen aufsetzen und zahlreiche neue Freundschaften knüpfen können.

Inhalt
1. Freundschaften bei der Arbeit – ein Thema, das die Geister scheidet
2. Das Arbeitsklima als wichtigstes Kriterium der Arbeitgeberwahl
3. Freunde sind das Salz in der Suppe des Lebens
4. Eine erschreckende Tendez: Anzahl der Freunde strebt gegen Null
5. „Freundesmangel“ ist tödlicher als Zigaretten
6. 96 Prozent glücklicher durch mindestens drei Freunde im Job
7. Ruhen Sie sich nicht auf Freundschaften aus, denn sie werden vergehen
8. In 10 Schritten von Kollegen zu Freunden
9. Freundschaften im Beruf machen glücklicher, gesünder – und machmal auch erfolgreicher

Freundschaften bei der Arbeit – ein Thema, das die Geister scheidet

Eigentlich ist Freundschaft doch ein Wort, das jedem warm um das Herz werden lässt. Freunde machen unser Leben besser, sie schenken uns ein Lachen, unvergessliche Erinnerungen und eine Schulter zum Anlehnen, wenn sich das Leben wieder einmal von seiner scheußlichen Seite zeigt. In unserer Ellenbogengesellschaft jedoch, verlieren Freundschaften zunehmend an Bedeutung. Vor allem im Job seien sie mit Vorsicht zu genießen, so Kritiker. Wer Privat- und Berufsleben mischt, läuft Gefahr als unprofessionell wahrgenommen zu werden oder durch einen privaten Fehltritt auch im Beruf von der Karriereleiter zu fallen.

Klar: Ein bisschen Wahrheit können wir dem nicht absprechen. Gewiss braucht Ihr Vorgesetzter nicht von Ihrem neuesten Techtelmechtel mit dem Kollegen aus Abteilung X zu erfahren und dass es Ihnen gesundheitlich gerade nicht so gut geht, ist auch nicht das am besten geeignete Thema für den Kaffeeklatsch mit den Kollegen. Doch seien wir einmal ehrlich: Wenn Sie 35, 40 oder auch 50 Stunden pro Woche mit diesen Menschen verbringen, hätten Sie sich dann nicht gerne ein wenig mehr zu sagen als „Hallo“, „Bis nachher im Meeting“ und „Tschüss, schönen Feierabend“?

Das Arbeitsklima als wichtigstes Kriterium der Arbeitgeberwahl

Ja, sagen zumindest 57 Prozent der befragten Studenten in einer bei Statista veröffentlichten Studie und bugsieren das Arbeitsklima damit auf den Spitzenrang der wichtigsten Kriterien für die Wahl ihres zukünftigen Arbeitgebers.
Statistik: Wie wichtig sind die Kriterien bei der Wahl Ihres zukünftigen Arbeitgebers? | Statista
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Dass nette Kollegen, ja besser noch „Freunde“, der sogenannten Generation Y mitunter wichtiger sind als ein hohes Gehalt oder die Arbeitsplatzsicherheit, ist eigentlich keine Überraschung. Den Trend weg von materiellen hin zu immateriellen Werten beobachten Experten schon seit mehreren Jahren. Bedingt durch den zunehmenden Fachkräftemangel stellen die hochqualifizierten „Jungen“ ganz neue Ansprüche an ihren Arbeitgeber, die da seien eine ausgewogenere Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeitmodelle oder eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Der Ruf nach Freiheit, Selbstbestimmung und eben auch einem Sinn und gewissen Spaß in der Arbeit wird immer lauter. Wieso? Vielleicht, weil alles Geld der Welt am Ende ja nicht glücklich macht, wenn Ihre Gesundheit bereits ruiniert ist.

Genau das passiert nämlich, wenn Sie dauerhaft in einem schlechten Betriebsklima arbeiten. 55 Prozent der Befragten einer weiteren Studie jedenfalls gaben an, dass sich das Arbeitsklima direkt auf ihr Wohlbefinden auswirkt.
Statistik: Was beeinflusst ihr Wohlbefinden am Arbeitsplatz? | Statista
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Schockierend daran ist, dass das Arbeitsklima mit 37 Prozent aber direkt auf dem zweiten Platz der häufigsten Belastungen im Arbeitsalltag in Deutschland liegt.
Infografik: Die stärksten Belastungen im Arbeitsalltag | Statista
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Es scheint sich also um ein weit verbreitetes und zugleich schwerwiegendes Problem in deutschen Betrieben zu handeln. Alleine können Sie in einem tosenden Fluss natürlich nicht das Ruder herumreißen. Doch Sie können tatsächlich einige kleine Steps unternehmen, um zumindest Ihren ganz persönlichen Arbeitsalltag zu versüßen, aus Kollegen Freunde zu machen und das Betriebsklima in Ihrem direkten Umfeld zu einem ruhig dahinplätschernden Bach werden zu lassen.

Freunde sind das Salz in der Suppe des Lebens

Um einmal bei den Wasser-Metaphern zu bleiben: Wäre ein Leben ohne Freunde nicht so wässrig und fad wie eine Suppe ohne Salz? Freundschaft ist eigentlich das natürlichste Phänomen der Welt. Wir sind schließlich Sozialwesen und suchen daher stets die Bindung zu unserem Umfeld, der Familie zum Beispiel, aber auch den Gleichaltrigen. Das beginnt schon im Kindesalter und vor allem in der Pubertät nimmt die sogenannte „Peer Group“ in der Regel einen unverzichtbar wichtigen Stellenwert im Leben eines Menschen ein. Doch dann scheiden sich die Lebenswege, der eine zieht weg zum Studieren, die andere setzt zwei Kinder in die Welt und hat einfach keine Zeit mehr für den allsonntäglichen Kaffeeklatsch unter Freundinnen. Plötzlich lichtet sich der einst dichte Freundeskreis und es bleiben – wenn überhaupt – nur noch wenige Bezugspersonen übrig.

Eine erschreckende Tendez: Anzahl der Freunde strebt gegen Null

Gleichzeitig fällt es mit zunehmendem Lebensalter irgendwie immer schwerer, neue (enge) Freundschaften aufzubauen. Ob dies nun am Zeitmangel neben dem Full-Time-Job liegen mag, daran, dass die eigene Familie mittlerweile höchste Priorität hat, oder an zu vielen schlechten Lebenserfahrungen und der Angst vor Verletzung und Zurückweisung – dies mag einmal dahingestellt sein und ist gewiss je nach individueller Situation und Persönlichkeit unterschiedlich. Fakt ist aber: Diese „normale“ Entwicklung ergibt in Kombination mit dem allgemeinen Trend zu weniger Freundschaften eine traurige Mischung.

So gab in einer 1985 durchgeführten Studie der Großteil der Befragten noch an, drei enge Freunde zu haben. Gerade einmal zehn Prozent der Studienteilnehmer nannten die Null. Im Jahr 2004 hatte plötzlich schon jeder Vierte (25 Prozent) keine Freunde mehr. Nur noch 37 Prozent der Befragten konnte zudem noch drei oder mehr Freundschaften aufzählen, welche sie als „eng“ bezeichnen würden. Eng genug jedenfalls, um sie über das eigene Leben auf dem Laufenden zu halten und Wert auf ihre Meinung zu legen. Das ist schockierend – nicht nur hinsichtlich unseres Soziallebens, sondern auch aus Gesundheitsaspekten.

„Freundesmangel“ ist tödlicher als Zigaretten

Wie sollen sich den bitte Freunde – beziehungsweise deren Nichtvorhandensein – auf Ihre Gesundheit auswirken? Wussten Sie, dass fehlender sozialer Rückhalt tödlich enden kann? Das war schon vor tausenden von Jahren so, als unsere Vorfahren gemeinsam gegen den Säbelzahntiger kämpften oder sich gemeinschaftlich um Alte und Kranke kümmerten. Heute mag die Gefahr, dass Ihnen im Wald plötzlich ein gefährliches Raubtier gegenübersteht, zwar gebannt sein, dennoch ist sozialer Rückhalt ein elementar wichtiger Bestandteil für ein erfülltes und gesundes Leben.

Die Psychologie-Professorin Julianne Holt-Lunstead der Brigham Young University nennt hierfür sogar konkrete Zahlen:

  • (Zu) wenig soziale Kontakte sind ebenso gesundheitsschädlich (eventuell sogar tödlich) wie 15 Zigaretten pro Tag.
  • Dadurch ist der „Freundesmangel“ sogar gefährlicher als Übergewicht.
  • Wichtig ist aber nicht nur wie viele, sondern auch welche Freunde Sie haben: Positive Menschen heben Ihr gefühltes Glück demnach um rund 15 Prozent an, während negative Freunde Sie bis zu sieben Prozent Ihrer Fröhlichkeit kosten.
  • Jeder zusätzliche Freund lässt Sie sich zwei Tage weniger pro Jahr einsam fühlen – egal, ob Sie sich zu dieser Zeit überhaupt sehen oder nicht.
  • Ein wirklich guter Freund, den Sie beinahe täglich sehen, macht Sie ebenso glücklich wie eine Gehaltserhöhung von 100.000 $ pro Jahr (~ 89.000 €).

Wäre es dann nicht vielleicht sinnvoller, in Zukunft mehr Zeit den engen oder auch neuen Freundschaften zu widmen als mit ausgefahrenen Ellengbogen der Gehaltserhöhung nachzujagen? Wenn Sie nämlich mindestens drei Freunde bei Ihrer Arbeit zählen, haben Sie eine 96 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, in Ihrem Leben glücklich, zufrieden und gesund zu sein – und zu bleiben.

96 Prozent glücklicher durch mindestens drei Freunde im Job

Möchten Sie nicht auch ab sofort eine 96 Prozent höhere Chance auf Glück und Gesundheit im Leben? Dann ist es an der Zeit, dass Sie aus mindestens drei Ihrer Kollegen enge Freunde machen. Und verfallen Sie bitte nicht dem Trugschluss, dass Ihr/r Ehepartner/in, die Familie oder auch die Kinder alleine als sozialer Rückhalt ausreichen. Nobelpreisträger Daniel Kahneman konnte durch seine Studien nämlich herausfinden, dass das erlebte Glück in Momenten, die mit Freunden verbracht werden, höher ist als in jenen mit den Eherpartnern oder Kindern. Familie und Freundschaft sollten daher in Ihrem Leben kein Entweder-oder mehr sein, sondern ein „Und“.

Ruhen Sie sich nicht auf Freundschaften aus, denn sie werden vergehen

Nein, wir möchten Ihnen Ihre Freundschaften nun nicht madig machen. Doch wie bereits angesprochen, gehen Freundschaften im Laufe des Lebens häufig verloren. Auch hierzu gibt es exakte Zahlen: Alle sieben Jahre haben wir rund die Hälfte unseres Freundeskreises aus den Augen verloren. Es bringt also nichts, sich auf Ihren Freundschaften aus Kindergartenzeiten auszuruhen und sich neuen Freunden zu verschließen. Ansonsten sind aus Ihren drei Freunden bei der Arbeit sieben Jahre später nur noch zwei geworden, einer oder vielleicht auch garkeiner mehr. Wie also können Sie neue Freunde finden, um Ihr Glück und Ihre Gesundheit auch in sieben, 14 oder 21 Jahren noch zu bewahren? Wir verraten Ihnen, wie Sie aus Kolleginnen und Kollegen neue Freundinnen und Freunde machen:

In 10 Schritten von Kollegen zu Freunden

  1. Auf Menschen zugehen: Der erste Schritt zu einer neuen Freundschaft besteht natürlich darin, auf den jeweiligen Menschen zuzugehen. Wenn Sie nur an Ihrem Schreibtisch sitzen und darauf hoffen, dass Ihre Kollegen irgendwann von selbst zu Ihnen kommen werden, warten Sie vergeblich. Vergessen Sie also Ihren Groll, die Vorurteile oder auch die Angst vor Zurückweisung, fassen Sie sich ein Herz und machen Sie einen Schritt auf Ihre Kollegen oder auch den „Neuen“ zu. Sie werden sehen: Es lohnt sich, hin und wieder einmal über den eigenen Schatten zu springen.
  2. Lächeln: Sie sollten so oft wie möglich lächeln. Lächeln macht nämlich nicht nur glücklicher und gesünder, sondern auch beliebter. Mit einem strahlenden Lächeln haben Sie fortan im Vorstellungsgespräch bessere Chancen, beim Flirt mit der hübschen Sekretärin aus Abteilung XXX sowie eben auch bei Ihren „Hoffentlich-bald-Freunden“. Also: Hoch mit den Mundwinkeln!
  3. Augenkontakt: Wenn Sie Ihrem Gegenüber nun auch noch offen in die Augen blicken, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. So wirken Sie nämlich ehrlicher, sympathischer und „nahbarer“. Achten Sie auf eine zugängliche Körpersprache und unterstreichen Sie Ihre Worte durch Gestik und Mimik. Wenn Ihr Gesprächspartner Sie als authentisch und unverfälscht erlebt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch er sich Ihnen öffnet und statt dem üblichen „Büro-Bla-Bla“ hin und wieder einmal etwas Persönlicheres erzählt.
  4. Fragen stellen: Wenn Sie die Gespräche mit dem aktuellen Wetter füllen oder beherzt stundenlang von sich erzählen, steht es um Ihre neue Freundschaft schlecht. Zeigen Sie Interesse an Ihrem Gegenüber und stellen Sie Fragen. Sie müssen ja nicht gleich in den Tiefen des Privatlebens wühlen und in Erfahrung bringen, wie der Kollege seine Scheidung überstanden hat, doch wie wäre es mit einer Erkundigung nach den Hobbys, dem Wohlbefinden der Kinder oder auch dem Reiseziel im Urlaub?
  5. Zuhören lernen: Nachdem Sie eine Frage gestellt haben, lautet die Devise natürlich: zuhören! Viele Menschen machen hierbei den Fehler, dass sie sich während der Antwort ihres Gesprächspartners bereits darauf konzentrieren, was sie selbst als Nächstes sagen möchten. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, was Ihr Gegenüber wirklich antwortet, holen Sie anschließend kurz Luft, um das Gehörte zu verarbeiten, und reagieren Sie erst dann darauf, zum Beispiel mit einer weiteren Frage. Gerne können Sie auch noch einmal kurz das Gesagte wiederholen – aber bitte ohne dabei zum seltsamen Papagei zu mutieren – und dann Ihre Antwort oder die Folgefrage darauf aufbauen.
  6. Nicht werten: Viele Menschen neigen außerdem dazu, in Gesprächen ihr eigenes Ego aufbauen und vor Ihrem Gegenüber „glänzen“ zu wollen. Sie plaudern daher gerne aus ihrem persönlichen Nähkästchen, werfen mit klugen Ratschlägen um sich oder stellen ihre Erfolge in den Vordergrund. Fakt ist aber: Die meisten Menschen möchten einfach nur gehört werden, sind aber gar nicht auf Ihren Rat oder Ihre Meinung zu dem Thema aus. Versuchen Sie daher, ab sofort nicht mehr zu urteilen oder die Aussagen Ihrer Kollegen und Freunde zu bewerten, sondern entwickeln Sie stattdessen eine gewisse Neugierde auf alle Ansichten, die von Ihren eigenen abweichen. Auch hier gilt: Hören Sie zu und stellen Sie lieber Fragen als immer Ihre Meinung breittreten zu wollen. Selbst, wenn Sie denken, Sie wüssten es besser. Behalten Sie Ihren Rat für sich, bis man Sie danach fragt. Ratschläge sind schließlich auch „Schläge“!
  7. Zeit nehmen: Zeit ist das kostbarste Gut, das Sie haben. Wenn Sie pro Woche schon 35, 40, 50 oder 60 Stunden arbeiten und dann vielleicht noch eine Familie oder Kinder haben – wann sollen Sie noch Zeit für Freunde finden? Ganz einfach: Keine Zeit bedeutet keine Priorität. Wenn Ihnen Ihre Freunde wichtig sind, finden Sie ein paar Minuten oder auch einmal ein bis zwei Stunden, um sich bei ihnen zu melden, um gemeinsam Mittagessen zu gehen, eine Runde mit dem Fahrrad zu drehen oder vielleicht am Wochenende anzustoßen. Nur, wer Zeit miteinander verbringt, wird sich auch über die kritische Zeitspanne von sieben Jahren hinweg noch freundschaftlich verbunden fühlen.
  8. Tolerant sein: Nein, auch Ihre Freunde sind nicht einmal annähernd perfekt. Manchmal jammern sie, sind übel gelaunt, trinken einen über den Durst oder entfachen einen lautstarken Streit. Wichtig ist, dass Sie Ihre Freunde trotz allem genau so schätzen lernen, wie sie eben sind. Sie selbst möchten ja auch authentisch sein und vor Ihren Freunden nicht auf jedes Wort achten müssen, oder? Also gehen Sie auch einmal gemeinsam durch schlechte Zeiten, selbst wenn Ihnen der Liebeskummer, der Streit mit der Mutter oder das Gejammer über die Arbeit so langsam auf die Nerven gehen. Dennoch haben Sie aber natürlich auch das Recht, eine Freundschaft zu beenden, wenn diese für Sie dauerhaft zur Belastung wird. Sie haben ja bereits gelernt: Negative Freunde können Ihr erlebtes Glück um bis zu sieben Prozent mindern.
  9. Unterstützung bieten: Freunde machen das Leben leichter, denn fortan müssen Sie all die Probleme und Herausforderungen nicht mehr alleine meistern. Gegenseitige Unterstützung ist das A und O einer jeden engen Freundschaft. Das heißt aber natürlich nicht, dass Sie ab sofort all Ihren Freunden Geld leihen sollten, sie im Krankheitsfall zum Arzt bringen und wieder holen oder die Bewerbung für sie schreiben müssen. Viel wichtiger sind die moralische Unterstützung, die gegenseitige Wertschätzung und Bestärkung. Geben Sie Ihren Freunden ein gutes Gefühl, ermutigen Sie diese hinsichtlich ihrer Pläne und Ziele und seien Sie ihr größter Fan. So ein Cheerleader an der Seite baut nämlich das Selbstbewusstsein auf und kann dann schon beflügelnd genug sein, die Dinge schlussendlich selbst anzupacken.
  10. Seien Sie selbst Ihr/e beste/r Freund/in: Die beste Freundschaft sollten Sie schlussendlich zu sich selbst pflegen. So, wie Sie sich wahrnehmen, nimmt Sie nämlich auch Ihr Gegenüber wahr – bewusst oder unbewusst. Wenn Sie also davon überzeugt sind, dass Ihre Kollegen ohnehin nichts mit Ihnen zu tun haben möchten, so wird das auch geschehen. Und andersherum: Wenn Sie davon überzeugt sind, dass Sie eine echte Bereicherung für das Leben Ihrer Freunde sind und die Freundschaft mit Ihnen das Beste ist, was Ihren Kollegen jemals passieren wird, werden Sie das auch ausstrahlen und erfahren. Wir meinen damit aber ein gesundes Selbstbewusstsein und ein positives Selbstbild – keine Arroganz. Davon finden Sie nämlich bei all den Narzissten in den Führungsetagen bereits mehr als genug.

Freundschaften im Beruf machen glücklicher, gesünder – und machmal auch erfolgreicher

Apropos Narzissten: Bei der hohen Anzahl an Psychopathen in den Führungsetagen liegt die Vermutung nahe, dass die Einzelkämpfer mit ausgefahrenen Ellenbogen schlussendlich doch weiter kommen im Beruf als ihre „befreundeten“ Kolleginnen und Kollegen. Gleichzeitig werden auf dem Stellenmarkt aber rund 70 Prozent aller vakanten Jobs über Kontakte vergeben. Was Sie also schlussendlich wirklich erfolgreicher macht, ist so pauschal nicht zu beantworten. Freundschaften machen Sie aber zumindest gesünder und glücklicher. Denn Sie wissen ja: So hoch kann Ihre Gehaltserhöhung nur schwerlich sein, dass sie ein Leben ohne Freunde wieder wett machen würde.

„Ein bisschen Freundschaft ist mehr wert
als die Bewunderung der ganzen Welt.“
(Otto von Bismarck)

Oder was denken Sie? Plädieren auch Sie für die Freundschaft am Arbeitsplatz oder eher für die strikte Trennung von Privat- und Berufsleben?

1 Kommentar

  1. Meine ganz persönliche Meinung (nicht wissenschaftlich oder wenigstens empirisch belegt): Ja, Freundschaften im Beruf machen glücklicher, gesünder – und mit Sicherheit auch erfolgreicher. Wer es schafft, eine Freundschaft im Büro aufzubauen, ist in der Regel ein freundlicher, respektvoller und kluger Mensch, mit dem man sich gerne umgibt. Die Tiefe der Freundschaft ist sicherlich immer mal wieder unterschiedlich.
    Das Management muss den respektvollen Umgang aber täglich vorleben, sonst schleichen sich Unfreundlichkeiten wie kleine fiese Wattwürmer ins Team ein. Bitte Chefs, lebt den menschlich-respektvollen Umgang! Dass man es in einem professionellen Umfeld schaffen sollte, freundschaftlich miteinander umzugehen, ist m.E. Voraussetzung für eine funktionierende Organisation (Stichwort Asshole-free-Zone). Ist in der Praxis leider nicht immer so. Sollte aber so sein.

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