Für viele Arbeitgeber und Personalfachleute stellt Ihr Lebenslauf die wichtigste Grundlage für die Beurteilung der eingehenden Bewerbungen dar. Denn aus den Angaben des Lebenslaufes verschafft sich der Arbeitgeber einen ersten Überblick über den bisherigen schulischen und beruflichen Werdegang des Stellenbewerbers. Treffen die Erwartungen nicht zu, wird man sich kaum die Mühe machen, die weiteren eingereichten Bewerbungsunterlagen, wie etwa Schul- und Arbeitszeugnisse, einer intensiveren Kenntnisnahme zu unterziehen, der Fall ist abgehakt!

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Lebensläufe informieren also den Leser über den persönlichen Lebensweg und die fachliche Leistung des Bewerbers. Standard ist ein übersichtlicher, tabellarischer Lebenslauf, üblicherweise am PC verfasst. So lassen sich Schreibfehler korrigieren, ohne das gesamte Dokument neu verfassen zu müssen.

Äußere Form des tabellarischen Lebenslaufes

Hinsichtlich der äußeren Form eines Lebenslaufes werden unterschiedliche Ansichten zum Teil sehr vehement vertreten. Dabei kommt es weniger darauf an, ob beim Lebenslauf z. B. die Zeiten rechts oder links auf dem Blatt stehen, die Tätigkeiten in Stichworten oder als Aufzählung formuliert werden oder ob das Bewerbungsfoto Bestandteil des Lebenslaufes sein soll. Wichtig ist eine vollständige, übersichtliche und Harmonische Darstellung des eigenen Werdegangs, damit der Leser schnell findet, was er sucht.

Um sich den geschilderten schnellen Überblick zu verschaffen, raten Fachleute dazu, die letzte Tätigkeit als erstes zu nennen und den Lebenslauf umgekehrt chronologisch aufzubauen. Begründet wird diese Form damit, dass die letzte oder derzeitige Position von Interesse ist und nicht so sehr, was der Bewerber in der Vergangenheit gemacht hat.

Wir von Arbeits-abc.de meinen, dass ein solcher Aufbau dann sinnvoll ist, wenn man sich aus einer Arbeitsstelle heraus bewirbt und eine gewisse Karriere aufweisen kann.

Was aber, wenn sich jemand aus der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt oder gerade Schule oder Studium abgeschlossen hat? Mit dem Prädikat “Arbeit suchend” möchte man sich ja nicht gerade an erster Stelle präsentieren.

Wählen Sie in diesem Fall die chronologische Form eines tabellarischen Lebenslaufes, d. h., listen Sie Ihren Werdegang in seiner zeitlichen Abfolge auf.

Soll die eigene Weiterbildung, der in der heutigen Zeit ein beachtlicher Stellenwert beigemessen wird, im Lebenslauf besonders hervorgehoben werden? Das können Sie machen. Aber: achten Sie auf den Umfang der Verhältnismäßigkeit zwischen beruflichen Tätigkeiten und beruflicher Fortbildung.

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Der Autor dieses Beitrages kennt aus seiner beruflichen Erfahrung genügend Menschen, die in relativ jungen Jahren gezwungen waren, eine Umschulung zu absolvieren. Ihnen fehlte häufig zwangsläufig sowohl in ihrem alten als auch in ihrem neuen Beruf die Erfahrung. Sie konnten z. T. keine sehr langen Verweilzeiten in einem Unternehmen vorweisen. Eine Untergliederung des Lebenslaufes in berufliche Erfahrungen und Fortbildung führte also dazu, dass diese Bereiche schon von der Optik her wenig proportional waren und dem Leser suggerierten, der Bewerber habe sich von Bildungsmaßnahme zu Bildungsmaßnahme geschleppt, aber kaum “gearbeitet”!

Lassen Sie in so einem Fall Ihre beruflichen Fortbildungen Bestandteil des chronologisch aufgebauten, tabellarischen Lebenslaufes werden.

Lückenlose Aufstellung Ihres Bildungs- und Berufsweges

Verfassen Sie zuerst einen Rohentwurf, der alle Tätigkeiten detailliert beinhaltet. Dazu gehören auch Zeiten der Arbeitslosigkeit, Familienphasen oder Zeiten einer gesundheitlichen Rehabilitation. Erst danach können Positionen u. U. zeitlich zusammengefasst werden, um z. B. einen Wechsel der Arbeitsstelle, eine kurze Phase der Arbeitsuche o. ä. zu kaschieren.

Eine Zeit der Arbeitslosigkeit stellt heute nicht mehr unbedingt einen Makel dar. Wichtig ist, wie der Bewerber damit umgeht. Hat er die Zeit genutzt, etwas für seine berufliche Fortbildung zu tun, ging er einer erlaubten Nebentätigkeit nach, engagierte er sich anderweitig etwa im gesellschaftlichen Bereich?

Beim Erstellen Ihres Lebenslaufes sollten Sie auch berücksichtigen, bei wem und auf welche Stelle Sie sich bewerben. Der Inhalte sollte entsprechend zugeschnitten sein; was für die eine Stelle bedeutsam ist, kann anderweitig ggf. vernachlässigt werden. Es gibt somit nicht den Lebenslauf, sondern immer unterschiedliche Varianten.

Inhalt und Aufbau

Daten zur Person

Vor- und Zuname, Anschrift, Geburtsdatum und -ort, Familienstand, Zahl und Alter der Kinder, falls notwendig die Staatsangehörigkeit oder die Angabe einer Aufenthaltsgenehmigung.
Bei den Angaben zu Ihren Kindern denken Sie bitte an das Wörtchen “versorgt”, wenn Sie jemanden haben, der sich während Ihrer Arbeit darum kümmert! Name und Anschrift brauchen Sie natürlich nicht nochmals aufzuführen, falls Sie einen eigenen Briefbogen mit diesen Angaben führen.

Schulausbildung

Die Stationen Ihrer Schulausbildung können Sie zusammenfassen und den höchsten Abschluss nennen. Haben Sie eine bekannte Schule oder Internat besucht, sollten Sie dieses erwähnen.

Studium

Listen Sie die Art und die Richtung des Studiums ebenso auf wie die Hochschule, an der Sie studiert haben. Haben Sie ein Spezialgebiet studiert oder bereits mit einen bestimmten Schwerpunkt geforscht? Stand das Thema Ihrer Abschluss- oder Diplomarbeit für Ihre jetzige Bewerbung in einem Zusammenhang? Haben Sie Ihr Studium abgeschlossen?

Berufsausbildung

Hierzu gehören Angaben zur Art der Ausbildung, der Ausbildungsstätte und des erzielte Abschlusses.

Berufspraxis

Geben Sie die Berufsbezeichnung und Ihre Position an. Nennen Sie die korrekte Bezeichnung des Unternehmens und den Firmensitz. Von besonderer Wichtigkeit ist die Beschreibung Ihres Aufgabenbereiches, sofern dieser über die selbstverständlichen Aufgaben hinausging bzw. geht, Sie z. B. mit Vertretungsbefugnissen für Ihren Vorgesetzten betraut waren oder besondere Tätigkeiten ausgeübt haben, wie etwa Messevorbereitungen o. ä.

Weiterbildung

Haben Sie eine Weiterbildung absolviert, die für Ihr berufliches Weiterkommen nützlich war? Führen Sie die Art des Lehrgangs, den Veranstalter und ggf. Inhalte auf.

Besonderheiten

Verfügen Sie über Fremdsprachenkenntnisse? Beherrschen Sie eine EDV-Software besonders gut? Engagieren Sie sich gesellschaftlich und passt dieses Engagement zur angestrebten Stelle? Dann führen Sie diese Punkte unter diesem Stichpunkt auf.
Selbstverständlich und nicht besonders bei den Gliederungspunkten im tabellarischen Lebenslauf erwähnt: die Dauer der Tätigkeit! Normalerweise nennt man Monat und Jahr. Alternativ können Sie auch nur das Jahr nennen. So lassen sich kleine Lücken zwischen Lebensabschnitten schließen, die von keiner großen Bedeutung sind. Hierzu zählen z. B. die Zeiten zwischen Abitur und Beginn des Wehrdienstes oder die Zeit zwischen Wehrdienst und Beginn des Studiums.

Tabellarischer Muster-Lebenslauf

Was Sie noch wissen müssen …