Ein Bewerbungsprozess ist aufwändig – und oftmals frustrierend. Du findest eine vielversprechende Stellenanzeige, siehst dich in Gedanken schon in deinem neuen Traumjob und investiert viel Zeit und Mühe in die „perfekte“ Bewerbung. Und dann: Funkstille oder eine der nichtssagenden Standardabsagen. Du kannst weder daraus schließen, weshalb du abgelehnt wurdest, noch, ob es sich wirklich um den Traumjob gehandelt hätte, den du dir ausgemalt hast. Manchmal entpuppt sich dieser in Realität nämlich als Flop. Hinweise darauf kann es bereits während deines Bewerbungsprozesses geben. In diesen neun Fällen solltest du daher lieber froh sein, eine Jobabsage erhalten zu haben, anstatt dich darüber zu ärgern…

Hinweis #1: Du hattest ein komisches Bauchgefühl

Das Bauchgefühl ist klüger als unser Gehirn. Das ist wissenschaftlich belegt. Intuitive Entscheidungen sind auf lange Sicht meist die besseren. Für manche klingt es nach Willkür, eine Entscheidung aus dem Bauch heraus zu treffen. Schließlich wird dabei der Verstand ausgeschaltet und damit werden auch alle wichtigen Informationen ausgeblendet. Doch Intuition greift auf viel mehr und vielleicht auch wichtigere Informationen zurück: den Erfahrungsschatz eines Menschen, Sinneseindrücke und unterbewusste Beobachtungen.

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„Die ursprüngliche Weisheit ist Intuition, während alles spätere Wissen angelernt ist.“
(Ralph Waldo Emerson)

Wenn du beim telefonischen Kontakt, beim Vorstellungsgespräch oder beim Kennenlernen mit den potenziellen zukünftigen Kollegen ein schlechtes Bauchgefühl hattest, ist die Jobabsage gewiss das Beste, was dir passieren konnte. Du hast nämlich bereits die schlechte Arbeitsatmosphäre, die unterschwelligen Konflikte, die narzisstischen Züge der Führungskraft oder Hinweise auf eine schlechte wirtschaftliche Lage des Unternehmens wahrgenommen.

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Was auch immer es ist, was dein schlechtes Bauchgefühl auslöst: Höre darauf – in allen Lebenslagen! Viele Menschen wählen ihren Job vor allem nach logischen Gesichtspunkten aus: dem hohen Gehalt, den kurzen Fahrtwegen oder der guten Vereinbarkeit mit der Familienplanung. Natürlich spielen diese Argumente auch eine wichtige Rolle. Doch wenn dein Bauchgefühl Alarm schlägt, sind sie nichtig. Also sei froh, dass das Unternehmen dich durch die Jobabsage vor einer Fehlentscheidung bewahrt hat.

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Hinweis #2: Die interne Kommunikation funktioniert nicht

Du erhältst auf deine Bewerbung eine Einladung zum Vorstellungsgespräch von der einen Person und eine Absage von der anderen? Oder du hakst telefonisch nach und dein Gesprächspartner weiß nicht einmal, welcher für dein Anliegen der richtige Ansprechpartner ist? Vielleicht wird deine E-Mail auch erst nach mehreren Wochen bearbeitet, weil der eine Kollege krank war, der zweite im Urlaub, der dritte ist über nichts informiert und der vierte muss noch die Genehmigung vom Chef einholen und der wiederum von seinem Vorgesetzten.

Klingt chaotisch? Richtig! Leider gibt es zahlreiche Unternehmen, in welchen die interne Kommunikation die reinste Katastrophe ist und es dauert nicht lange, bis das auch bei Kunden, Geschäftspartnern und eben Bewerbern durchsickert. Ein solcher Betrieb befindet sich auf dem besten Weg in die Insolvenz. Gut, dass du hier keine neue Stelle angetreten hast!

Hinweis #3: Du erhältst überhaupt keine Rückmeldung

Ein ebenso schlechtes Zeichen ist es, wenn du auf deine Bewerbung oder nach einem Vorstellungsgespräch überhaupt keine Rückmeldung erhältst. Das zeugt entweder ebenfalls von einer fehlgeleiteten internen Kommunikation oder von schlechten Manieren – eventuell einfach beides. Hand aufs Herz: Möchtest du bei einem Arbeitgeber anfangen, der nicht einmal den Anstand und Respekt hat, dir eine Absage zu senden? Schließlich hast auch du Zeit und Mühe in die Bewerbung sowie gegebenenfalls in das Bewerbungsgespräch gesteckt. Verkaufe dich nicht unter Wert, sondern habe das notwendige Selbstbewusstsein, zu solch einem Verhalten „Nein“ zu sagen.

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Hinweis #4: Deine Arbeitskraft wird nicht wertgeschätzt

Selbstwertgefühl solltest du auch an den Tag legen, wenn du dich als Bewerber nicht wertgeschätzt fühlst. Die Personaler sind im Vorstellungsgespräch schlecht vorbereitet, am Telefon behandelt man dich unfreundlich und deine zukünftigen Kollegen wirken desinteressiert. Zudem werden deine Gehaltsvorstellungen von Vornherein heruntergehandelt und dass unbezahlte Überstunden zum Job gehören, wird dir direkt klargemacht. Freue dich in diesem Fall lieber über eine Jobabsage, denn du hast etwas Besseres verdient.

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Hinweis #5: Das Unternehmen „bewirbt“ sich nicht bei dir

Was einige Unternehmen und leider auch viele Bewerber nämlich immer noch nicht begriffen haben, ist: Nicht nur du musst dich bei dem Arbeitgeber bewerben, sondern auch er bei dir. Natürlich brauchst du einen Job, um deine Miete zu bezahlen und damit deine Kinder genügend Essen auf dem Tisch haben. Doch auch du bringst dem Unternehmen einen Mehrwert und bietest ihm deine Arbeitskraft, Zeit, Energie und Loyalität. Möchtest du dafür nicht mehr als „nur“ einen mittelmäßigen Zahlungseingang auf deinem Konto am Ende des Monats? Wenn das Unternehmen dich stattdessen von oben herab behandelt, sich nicht bei dir „bewirbt“, sondern dir das Gefühl vermittelt:

„Wir haben so viele Bewerber, Sie sind uns egal. Wenn Sie den Job nicht möchten, nehmen wir halt jemand anderen. Was soll’s.“
Bildernachweis: Arbeits-ABC/Canva.com

– dann ist eine Jobabsage garantiert auf den zweiten Blick ein Glücksfall!

Hinweis #6: Das Unternehmen wächst zu schnell

Solch ein Fehlverhalten ist häufig bei Unternehmen und vor allem Startups der Fall, die sehr schnell wachsen und vielleicht noch nicht so viel Erfahrung mit Recruiting, Employer Branding oder dem Fachkräftemangel gesammelt haben. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall und hier steht die erste richtige Krise häufig noch aus.

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Wenn ein Unternehmen zu schnell wächst – sich sozusagen künstlich aufbläst – kommt in der Regel früher oder später der große Knall. Nach dem Hype müssen Mitarbeiter entlassen werden und du findest dich erneut im Bewerbungsprozess wieder.

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Wird in der Stellenausschreibung oder beim Bewerbungsgespräch also damit geprahlt, dass das Unternehmen vor einem Jahr nur zehn Mitarbeiter hatte, jetzt 2.000 und im kommenden 10.000, sollten bei dir die Alarmglocken läuten. Erkundige dich dann nach dem geplanten Change-Management für ein gesundes Wachstum. Oder sei einfach froh, dass du eine Jobabsage erhalten hast und beobachte die Geschehnisse aus „sicherer Entfernung“.

Hinweis #7: Die Belegschaft ist jung…

Ein weiterer Hinweis darauf, dass eine Jobabsage im Nachhinein gut für dich war, ist eine auffallend junge Belegschaft im Unternehmen. Denn hier sind entweder die älteren Mitarbeiter freiwillig gegangen oder sie „wurden“ gegangen – so oder so ein schlechtes Zeichen. Ein gesundes Unternehmen braucht Mitarbeiter aus allen Altersklassen. Häufig wird mit einem „jungen Team“ geworben, doch in den meisten Fällen ist das eher ein Argument gegen, anstatt für das Unternehmen.

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Hinweis #8: …oder im ständigen Wechsel

Ebenso verhält es sich, wenn die Mitarbeiter nie länger bleiben als wenige Jahre. Zwar empfehlen Experten eine berufliche Veränderung nach spätestens sieben Jahren, doch kann diese auch intern stattfinden, zum Beispiel im Sinne einer Beförderung oder Weiterbildung.

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Ist jedoch kein Mitarbeiter länger als zwei, drei oder fünf Jahre im Unternehmen oder wird die Stellenausschreibung nach kurzer Zeit erneut veröffentlicht, scheint der Arbeitgeber Probleme zu haben – vielleicht finanzieller Art, mit einer schlechten Arbeitsatmosphäre oder mangelnden Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter. Hier wärst auch du gewiss nicht lange geblieben!

Hinweis #9: Du hast einen besseren Job gefunden

Glaube uns: Schlussendlich wirst du spätestens dann über die Jobabsage froh sein, wenn du einen neuen Job gefunden hast, der besser zu dir passt. Im Leben kommt es schließlich immer so, wie es soll. Also vertraue darauf, dass der Job für dich schlichtweg nicht der richtige war und dass eine bessere Alternative kommen wird. Übe dich in Gelassenheit!

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Oder siehst du das anders? Wann warst du schon einmal im Nachhinein froh über eine Jobabsage? Kennst du weitere Hinweise? Wir freuen uns auf deinen Kommentar!

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Bildnachweis: Andrey_Popov/Shutterstock.com