Es gib Floskeln, die kannst du in beinahe jeder Bewerbung finden. Personaler reagieren darauf dementsprechend gelangweilt. Um aus der Masse herauszustechen, solltest du deshalb ein wenig individueller und kreativer werden – aber bitte nicht zu sehr, denn mit diesen 13 Adjektiven schießt du dich im Bewerbungsprozess selbst ins Aus.

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Bewerber lieben Adjektive – Personaler nicht!

Bei Adjektiven handelt es sich um diese „schönen“, „kleinen“ Eigenschaftswörter, welche verwendet werden, um ein Substantiv näher zu beschreiben. Bewerber nutzen diese „praktischen“ Helferlein gerne, um ihr Anschreiben ein wenig zu individualisieren. Hast du gemerkt, wie häufig Adjektive in nur zwei Sätzen vorkommen können? Nicht selten lesen Personaler in den Bewerbungsunterlagen Sätze wie

„Ich verfüge über ein hohes Engagement, modernes Knowhow und eine außergewöhnliche Flexibilität.“

Leider machen Bewerber genau mit solchen Floskeln einen großen Fehler. Denn schlussendlich klingt der Satz genau danach: nach einer leeren Floskel. Viel überzeugender und professioneller wäre hingegen die Formulierung:

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„Ich verfüge über Engagement, Knowhow und Flexibilität.“

Es mag ein wenig kreatives, dafür aber sehr anschauliches Beispiel sein: Die Nutzung von Adjektiven wirkt schnell unprofessionell und bewirkt damit in Bewerbungsanschreiben sowie einem Vorstellungsgespräch genau das Gegenteil deines eigentlichen Zieles, dem „Überzeugen“.

13 Wörter, auf die du im Bewerbungsprozess verzichten solltest

Tatsächlich reagieren viele Personaler empfindlich auf Adjektive. Vor allem auf folgende 13 Wörter solltest du deshalb im Bewerbungsprozess verzichten.

#1 innovativ: Das Wort „Innovation“ klingt schön und professionell, denkst? Also baust du es in dein Anschreiben ein? Leider hat es in der Form eines Adjektivs nur wenig Aussagekraft und wirkt stattdessen so, als wüsstest du nicht um die wahre Bedeutung des Wortes. Innovativ sind eigentlich eher Dinge als Menschen. Anstatt sich als „innovativ“ zu beschreiben, kannst du beispielsweise schreiben, du hättest Eigeninitiative und denkst im Job stets mit oder bringst Verbesserungsvorschläge ein.

#2 erfinderisch: Auch dieses Synonym für das Adjektiv „innovativ“ ist nicht für eine Bewerbung geeignet. Erfinderisch klingt nach einem verrückten „Einstein-Typ“, der nicht so recht weiß, was er sonst in seiner Bewerbung schreiben soll. Zudem versprüht dieses Adjektiv einen Hauch von „Querdenker“ – und die sind leider nicht in allen Unternehmen beziehungsweise Positionen gerne gesehen. Wenn überhaupt, solltest du das Wort „erfinderisch“ daher nur verwenden, wenn du dich auf eine sehr kreative Stelle bewirbst.

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#3 abgerundet: Du verfügst über „abgerundete“ Kenntnisse in deinem Fachbereich? Das klingt nicht nur seltsam, sondern auch ziemlich langweilig. Die meisten Personaler suchen in Bewerbungsprozessen nicht nach einem Allrounder und dass ein Kandidat über Kenntnisse in allen Bereichen verfügt, ist ohnehin unrealistisch. Lege den Fokus im Bewerbungsanschreiben oder Vorstellungsgespräch deshalb lieber auf deine Expertise und beschreibe, in welchen Bereichen du dich besonders gut auskennst. Überzeuge also durch ein Alleinstellungsmerkmal, statt durch ein abgerundetes, aber wenig spektakuläres Gesamtbild. Die Entscheidungsträger wissen zudem, dass eventuelle Wissenslücken mit ausreichend Motivation sehr schnell via „Learning by Doing“ geschlossen werden können.

#4 talentiert: Natürlich sollten deine Lücken beziehungsweise Schwächen nicht Thema im Bewerbungsanschreiben sein. Im Vorstellungsgespräch kommen sie aber dennoch häufig zur Sprache. Es wird dir dann allerdings nicht viel helfen, wenn du beispielsweise argumentierst, du seist talentiert und würdest deshalb außergewöhnlich schnell lernen. Das klingt nicht nur verzweifelt, sondern auch ein wenig arrogant. Ob du talentiert bist oder nicht, muss der Personaler schlussendlich selbst herausfinden. Lasse diesbezüglich lieber Taten sprechen als Worte. Stelle stattdessen deine Motivation im Bewerbungsprozess in den Mittelpunkt, denn bei fehlender Motivation wäre jegliches Talent sowieso fehl am Platz.

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#5 schlagfertig: Für viele Menschen ist Schlagfertigkeit eine erstrebenswerte Eigenschaft. In einer Bewerbung macht sich das Adjektiv aber alles andere als gut. Wenn du dich als „schlagfertig“ bezeichnst, schreit das nach einer hohen Konfliktbereitschaft und einem eventuell rauen oder unangemessenen Umgangston. Personaler sind natürlich daran interessiert, Harmonie im Team herzustellen und dementsprechend Bewerber mit geringem Konfliktpotenzial auszuwählen. Eine bessere Wahl wären im Anschreiben daher Schlagworte wie „teamfähig“ oder „empathisch“.

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#6 visionär: Du bezeichnest dich als „visionär“? Dieses Adjektiv ist im deutschen Sprachgebrauch unüblich und klingt daher eher störend als positiv. Der Personaler wird sich fragen, was du mit dieser Floskel ausdrücken möchtest. Als „Visionär“ wie beispielsweise Steve Jobs kannst du dich vielleicht bezeichnen, wenn du eine steile Managerkarriere hinter dir und viele Unternehmen aufgebaut oder erfolgreich geführt hast. Dann hättest du es aber gewiss nicht nötig, eine Bewerbung zu schreiben und dich darin selbst mit dem Adjektiv „visionär“ zu betiteln. Schlussendlich erscheint es einerseits arrogant und andererseits wenig aussagekräftig. Definiere daher lieber, was genau an dir so „visionär“ ist und lasse solche nichtssagenden Adjektive dabei weg.

#7 intelligent: Du bist intelligent? Wer würde das nicht von sich behaupten? Einen Bewerber, der sich im Anschreiben oder dem Vorstellungsgespräch als „dumm“ betitelt, gibt es wohl nicht. Der Personaler kann mit etwas Menschenkenntnis und Berufserfahrung mit hoher Wahrscheinlichkeit aus deiner Bewerbung oder dem Vorstellungsgespräch schlussfolgern, ob du intelligent bist oder eher nicht. Sich als intelligent zu betiteln, macht daher nur Sinn, wenn du außergewöhnlich intelligent bist und diesen IQ entsprechend belegen kannst. Aber Hand aufs Herz: In welchen Jobs ist eine hohe Intelligenz wirklich das ausschlaggebende Entscheidungskriterium? Schlussendlich kommt es in den meisten Berufen doch eher auf andere Kompetenzen wie beispielsweise die emotionale Intelligenz an.

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#8 fortgeschritten: Du verfügst über „fortgeschrittene Kenntnisse“ oder bezeichnest dich sogar selbst als „fortgeschritten“? Was soll das bedeuten? Ob du ein Berufseinsteiger bist oder nicht und über welche Erfahrungen du bereits verfügst, kann der Personaler deinem Lebenslauf entnehmen. Dementsprechend ist dieses Adjektiv wenig aussagekräftig und klingt eher, als hättest du keine besseren Argumente, weshalb du der geeignete Kandidat für die ausgeschriebene Stelle bist. Fortgeschritten zu sein, sagt zudem wenig über deine Persönlichkeit aus. Wähle lieber individuellere Formulierungen, welche du als Mensch für den Personaler greifbarer machst, beispielsweise „geduldig“, „lernbereit“ oder „kritikfähig“.

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#9 konservativ: Dass du konservativ bist, ist eine Information, welche für den Personaler uninteressant und eventuell sogar verwirrend ist. Deine Lebenseinstellung ist prinzipiell deine Privatsache und ob du konservativ, traditionell, modern oder hedonistisch eingestellt bist, ist für die Entscheidungsträger genauso relevant wie deine Gläubigkeit oder dein Klamottenstil – nämlich überhaupt nicht. Schlussendlich geht es nur darum, dass du dich im Berufsleben korrekt präsentierst, beispielsweise hinsichtlich deiner Kleidung, und zum Unternehmen passst. Auch, wenn es sich um ein konservatives Unternehmen handelt, wirst du mit dem Adjektiv „konservativ“ im Anschreiben oder Vorstellungsgespräch deine Chancen nicht erhöhen. Schließlich sagt es nichts über deine Hard und Soft Skills oder sonstigen Stärken aus.

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#10 sparsam: Auch, dass du ein sparsamer Mensch bist, ist für den Personaler von wenig Interesse. Diese Information hat nur Relevanz, wenn du für die Finanzen des Unternehmens zuständig wärest und diesem deine Sparsamkeit dementsprechend zugutekommen würde. Ansonsten solltest du solch „private“ Informationen lieber aus dem Spiel lassen. Du musst dich ich im Anschreiben schließlich kurz halten. Nutze den geringen Platz lieber für Adjektive, welche deine Persönlichkeit oder deine Stärken beschreiben.

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#11 strategisch: Dass du dich als strategisch bezeichnest, klingt zwar professionell, aber was soll das bedeuten? Deine Arbeitsweise kann strategisch sein oder deine Zielerreichung erfolgt strategisch, doch du als Person meintest wohl eher „zielstrebig“ oder „organisiert“. Achte darauf, dass die gewählten Adjektive im Anschreiben oder Bewerbungsgespräch genau das ausdrücken, was du sagen möchtest. Nur so lassen sich Missverständnisse vermeiden, die schlimmstenfalls das Aus im Bewerbungsprozess bedeuten könnten.

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#12 zufrieden: Wer sich als zufrieden betitelt, dürfte vom Personaler ein Stirnrunzeln erhalten. Wenn du nämlich in deiner bisherigen Anstellung so zufrieden warst, weshalb möchtest du dann deinen Job wechseln? Auch als Berufseinsteiger bleibt es doch erst einmal abzuwarten, ob du in der neuen Anstellung zufrieden wärest oder nicht. Natürlich möchte der Arbeitgeber zufriedene, glückliche und gesunde Arbeitnehmer. Zufriedenheit ist aber ein temporärer Zustand, weil das Leben stets aus Höhen und Tiefen besteht, daher beschreibt dieses Adjektiv nicht deine Persönlichkeit und ist dementsprechend wenig aussagekräftig.

#13 wegweisend: Sich selbst als „wegweisend“ zu bezeichnen, zeugt von erheblicher Selbstüberschätzung und die Personaler können gewiss auf einen weiteren Narzissten im Unternehmen verzichten. Wenn du eine wegweisende Persönlichkeit wärest, müsstest du wie beim Adjektiv „#6 visionär“ wohl keine Bewerbung schreiben, sondern der Headhunter oder Personaler wäre von selbst auf dich zugekommen. Du kannst natürlich schreiben, dass du im vorherigen Unternehmen eine Führungsposition innehattest, doch sich selbst als Vorbild oder eben „wegweisend“ zu betiteln, ist eindeutig zu viel des Guten.

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Welche Adjektive solltest für deine Bewerbung wählen?

Du siehst: Es gibt Adjektive, die wenig aussagekräftig sind, die arrogant wirken oder welche du nur verwenden solltest, um andere Personen zu beschreiben, nicht aber dich selbst. Lasse bei der Nutzung von Adjektiven im Bewerbungsprozess daher Vorsicht walten. Weniger ist manchmal mehr und dieses Credo gilt auch für dein Anschreiben sowie das Vorstellungsgespräch: Lasse Adjektive so gut wie möglich weg. Wenn du dennoch einige verwenden möchtest, wähle  aussagekräftige Wörter, die du als Persönlichkeit für den Personaler greifbar machst. Beschreibe verständlich sowie detailgetreu deine Stärken, Hard und Soft Skills und nenne nur Informationen, welche für die ausgeschriebene Stelle von Relevanz sind. Geeignete Adjektive sind beispielsweise:

Natürlich musst du jene Adjektive auswählen, welche auf dich zutreffen. Nur so machst du aus deiner unscheinbaren eine individuelle Bewerbung ohne leere Floskeln, anhand welcher die Personaler dich im Bewerbungsprozess optimal kennenlernen und einschätzen können. Wie bereits erwähnt, kann es aber umso überzeugender und selbstbewusster wirken, wenige bis gar keine Adjektive zu verwenden und stattdessen deinen Lebenslauf, die Zeugnisse sowie deine Persönlichkeit für sich selbst sprechen zu lassen.

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Was denkst du? Bist du eher ein Fan von Adjektiven oder nicht? Und weshalb? Welche Adjektive sind deiner Meinung nach für das Anschreiben oder Vorstellungsgespräch geeignet und welche nicht? Wir sind gespannt auf deine Ergänzungen in den Kommentaren!

Bildnachweis: Arbeits-ABC/Canva.com

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