Kündigung – dieses Wort löst bei vielen Deutschen Angst und Schrecken aus. Dabei kann eine Kündigung rückwirkend betrachtet zum größten Glücksfall im Leben werden und Sie zum Beispiel vor einer ernsthaften Erkrankung bewahren oder Ihnen den Weg zu Ihrem Traumberuf, vielleicht auch in die Selbstständigkeit, ebnen. Wir haben deshalb jetzt praktische Tipps für Sie, was Sie nach einer Kündigung tun und nicht tun sollten, damit diese zu einer Chance wird, anstatt zum Albtraum.

Inhalt
1. Nur 39 Prozent der Deutschen fühlen sich in ihrem Job „sicher“
2. Kündigung: Ob Glück oder Unglück, lässt sich erst im Nachhinein bewerten
3. Dos: Tipps für den Umgang mit einer Kündigung
4. Do #1: Nehmen Sie sich Zeit zum Trauern
5. Do #2: Klären Sie Ihren Anspruch auf eine Abfindung
6. Do #3: Checken Sie Ihre finanzielle Lage
7. Do #4: Überbrücken Sie die arbeitslose Zeit
8. Do #5: Bestehen Sie auf ein gutes (!) Arbeitszeugnis
9. Do #6: Der letzte Eindruck zählt
10. Do #7: Pflegen Sie Ihr berufliches Netzwerk
11. Don’ts: Was Sie nach einer Kündigung niemals (!) tun sollten

Nur 39 Prozent der Deutschen fühlen sich in ihrem Job „sicher“

Sicherheit gehört zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Schon immer strebte die Menschheit danach, die Unvorhersehbarkeit des Lebens durch eine scheinbare Sicherheit erträglicher zu machen. Aus dem Grundbedürfnis danach, ein eigentlich unkontrollierbares Schicksal irgendwie in Sicherheit umzuwandeln, entstanden Religionen, soziale Beziehungen und die Welt, wie wir sie heute kennen. Um die Götter milde zu stimmen und dadurch zum Beispiel Ernteausfälle durch Unwetter zu verhindern, wurden Opfergaben erfunden. Um auch im Krankheitsfall überleben zu können, schlossen sich Menschen in Gruppen zusammen und auch heutzutage gibt es unbefristete Arbeitsverträge vor allem aus einem Grund: scheinbare Sicherheit für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

„Glaube dich nicht allzu gut gebettet;
Ein gewarnter Mann ist halb gerettet.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Das Problem mit der Sicherheit ist aber: Sie ist nicht mehr als eine Illusion. Trotz Opfergaben gibt es Hunger auf der Welt, trotz sozialen Beziehungen Einsamkeit und trotz unbefristeten Arbeitsverträgen Kündigungen. Das Leben ist unberechenbar und niemand kann vorhersehen, was die nächsten Stunden, der nächste Tag oder auch das nächste Jahr bringen. Mit dieser Unsicherheit zurechtzukommen, Frieden zu schließen und eine passende Einstellung dazu zu finden, ist deshalb eine der größten Lebensaufgaben in der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre es deshalb für Sie, zu akzeptieren, dass Ihr Job – so sicher er auch erscheinen mag – jederzeit gekündigt werden könnte.

Statistik: Für wie wahrscheinlich halten Sie es, dass Sie innerhalb der nächsten 2 Jahre Ihren Arbeitsplatz verlieren? | Statista
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Dennoch wähnen sich knapp 39 Prozent der Deutschen in der vermeintlichen Sicherheit, ihren Job zumindest in den nächsten zwei Jahren nicht zu verlieren. Aber was, wenn das Unternehmen Insolvenz anmeldet? Wenn Ihre Gesundheit Ihnen einen Strich durch die Rechnung macht und die krankheitsbedingte Kündigung erfolgt? Oder wenn auf der Welt plötzlich ein Atomkrieg losbricht und ohnehin nichts mehr ist, wie es einmal war?

Lese-Tipp:Krankheitsbedingte Kündigung: Tipps für Arbeitnehmer und -geber

Nein, es soll sich hierbei nicht um Schwarzmalerei handeln und wir möchten Ihnen auch keine Angst einjagen. Es ist einfach an der Zeit, den Tatsachen ins Auge zu blicken und sich frühzeitig damit anzufreunden, dass nichts im Leben sicher ist – auch nicht Ihre Arbeitsstelle. Je früher Sie sich damit abfinden, umso schneller werden Sie sich als Persönlichkeit weiterentwickeln, desto mehr werden Sie in sich ruhen und schlussendlich wissen Sie auch einfach den Moment wieder zu schätzen – und alles, was Sie haben. Sie entwickeln eine neue Form der Dankbarkeit.

Kündigung: Ob Glück oder Unglück, lässt sich erst im Nachhinein bewerten

Wenn Sie sich nun etwas vor den Kopf gestoßen fühlen, möchten wir Sie mit einer kleinen Geschichte wieder aufmuntern, die bereits im Artikel „Kündigung in der Probezeit: So machen Sie weiter“ Erwähnung gefunden hat:

„Im alten China lebte ein Mann, der nicht sehr viel mehr besaß als ein Pferd.
Eines Tages lief das Pferd davon.
„Welch Unglück!“, bedauerten ihn die Dorfbewohner.
Der Mann aber entgegnete nur: „Man wird sehen…“

Nur wenige Tage später kam das Pferd zurück.
Doch es war nicht alleine, es brachte eine ganze Herde gesunder und starker Wildpferde mit sich.
„Welch ein Glück!“, riefen die Dorfbewohner.
Der Mann entgegnete wiederum: „Man wird sehen…“

Kurze Zeit später brach sich der Sohn des Mannes beim Versuch, eines der Pferde einzureiten, das Bein.
„Welch Unglück!“, hörte man die Dorfbewohner erneut sagen.
Der Mann hingegen sagte: „Man wird sehen…“

Als schließlich der Kaiser in den Krieg zog, schickte er seine Soldaten, alle jungen Männer zu rekrutieren.
Der Sohn jedoch, durfte aufgrund des gebrochenen Beines bei dem Mann bleiben.
„Welch ein Glück!“, beneideten ihn die anderen Dorfbewohner.

Der Mann aber sagte: „Ist es Glück oder Unglück? Man weiß es nie! Man wird sehen…“

Auch eine arbeitgeberseitige Kündigung – aus welchen Gründen auch immer – stellt für viele Arbeitnehmer erst einmal einen großen Schock dar. Wie soll es jetzt weitergehen? Gerade, wer eine hohe finanzielle Verantwortung trägt, vielleicht eine Familie ernähren oder einen Kredit abbezahlen muss, verfällt oft in große Panik. Und das ist auch durchaus verständlich! Wir möchten Ihnen jedoch beweisen, dass Ihre Angst unbegründet ist, dass es nach einer Kündigung immer irgendwie weitergeht und dass diese rückblickend – wie in der Geschichte – vielleicht sogar zum größten Glücksfall Ihres Lebens wird. Wie also sollten Sie mit einer Kündigung umgehen, damit diese statt zum Albtraum zu einer echten Chance mutiert? Und wie nicht?

Dos: Tipps für den Umgang mit einer Kündigung

Erfolg ist niemals geradlinig. Im Leben werden Sie immer wieder Risiken in Kauf nehmen, Niederlagen einstecken und sich den Staub von den Schultern klopfen müssen. Nur so ist Weiterentwicklung möglich – sowohl persönlich als auch im Job. Und da gehört eben in so manchem Lebenslauf eine arbeitgeberseitige Kündigung dazu. Selbst die erfolgreichsten Menschen der Welt, wie Steve Jobs oder Laurence Fink, mussten in ihrem Leben erst einmal Rückschläge in Kauf nehmen, um mithilfe dieser wichtigen Lektion später erfolgreich zu werden.

Lese-Tipp:Wer wagt, gewinnt – Vom Risk-Taker zum Überflieger

Wichtig ist daher nicht, dass Sie mit aller Gewalt eine Kündigung zu verhindern versuchen, sondern dass Sie diese stattdessen richtig zu händeln wissen. Denn der letzte Eindruck ist genauso wichtig wie der erste. Egal, ob Sie bereits konkrete Anzeichen für eine drohende Kündigung bemerken oder nicht – es ist an der Zeit, dass Sie sich bereits jetzt die wichtigsten Dos und Don’ts bei einer Kündigung zu Herzen nehmen.

Lese-Tipp:Drohende Kündigung? So verhalten Sie sich richtig

Das hilft Ihnen nämlich, die Angst vor dem „Horrorszenario Kündigung“ abzulegen. Denn wenn Sie einen Plan B haben, verliert die Kündigung plötzlich ihren Schrecken. Wie also sehen sie aus, unsere Tipps für den Umgang mit einer Kündigung?

Do #1: Nehmen Sie sich Zeit zum Trauern

Eine Kündigung tut weh. Das ist menschlich. Sie weckt Selbstzweifel, verletzt Ihr Ego und macht wütend. Sie haben schließlich viel in diesen Job investiert und so wird Ihnen der Aufwand nun gedankt?! Im Optimalfall verfügen Sie über ein gesundes Selbstbewusstsein und nehmen die Kündigung nicht persönlich.

Lese-Tipp:Selbstbewusstsein stärken: Tipps & Übungen für mehr Selbstvertrauen

Aber Hand aufs Herz: Wir Menschen sind keine Roboter und die Emotionen nach einer Kündigung sind nun einmal in erster Linie negativer Art – und das ist auch völlig in Ordnung so. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihrer Wut, Trauer oder dem angestauten Frust Luft zu machen. Treiben Sie Sport, erklimmen Sie einen Berggipfel und schreien Sie sich die Seele aus dem Leib oder leben Sie sich an einem Boxsack aus. Suchen Sie sich gegebenenfalls sogar professionellen Beistand durch einen Therapeuten, Lebenscoach o.ä.

Nur: Verlassen Sie Ihren früheren Arbeitsplatz stets professionell und in Würde. Behalten Sie Ihre negativen Emotionen für sich und setzen Sie sich in einem privaten Rahmen mit diesen auseinander. Lernen Sie, Ihre Wut, den Ärger und Frust irgendwann loszulassen und Ihren Blick nach vorne zu richten. Wer sie jedoch von Anfang an zu unterdrücken versucht, anstatt sich ihnen zu stellen, wird über kurz oder lang psychische (und vielleicht auch physische) Probleme bekommen. Das gilt übrigens nicht nur für eine Kündigung, sondern für alle negativen Emotionen im Leben!

Do #2: Klären Sie Ihren Anspruch auf eine Abfindung

Nachdem Sie sich wieder gesammelt haben, geht es erst einmal an den lästigen Papierkram: Dazu gehört auch Ihr eventueller Anspruch auf eine Abfindung. Wurde Ihnen im Zuge der Kündigung nicht ohnehin vom Arbeitgeber ein Abfindungsangebot gemacht, sollten Sie gegebenenfalls mit der Unterstützung eines Fachanwalts für Arbeitsrecht klären, ob Ihnen eine solche Abfindung zusteht und wenn ja, in welcher Höhe.

Lese-Tipp:Anspruch auf Abfindung bei Kündigung durch Arbeitgeber

Do #3: Checken Sie Ihre finanzielle Lage

Solange Sie noch nicht konkret wissen, wie es beruflich und finanziell für Sie weitergeht oder während Sie sich noch im Bewerbungsprozess befinden, sollten Sie sich unbedingt einen Überblick über Ihre finanzielle Situation verschaffen. Haben Sie eine Abfindung erhalten und wenn ja, wie viel? Beziehen Sie Arbeitslosengeld, wie lange (noch) und in welcher Höhe? Besitzen Sie sonstige Versicherungen, aus welchen Sie nun entweder Leistungen beziehen oder für welche Sie zumindest Ihre Beiträge kürzen beziehungsweise aussetzen können? Auch hierbei kann die Unterstützung durch einen professionellen Finanzberater durchaus hilfreich sein, vor allem, wenn Schulden im Spiel sind, wie der Kredit für Ihr Eigenheim.

Do #4: Überbrücken Sie die arbeitslose Zeit

Natürlich sollten Sie sich jetzt in erster Linie darauf konzentrieren, wie es beruflich für Sie weitergehen soll. Möchten Sie sich „nur“ eine neue Stelle suchen? Streben Sie stattdessen eine berufliche Neuorientierung an? Oder sogar eine Selbstständigkeit? Dennoch können Sie Ihre neugewonnene Freizeit auch nutzen, um sich mit einem Nebenjob ein wenig Kleingeld hinzuzuverdienen, um die Zeit der Arbeitslosigkeit finanziell zu überbrücken. Hierbei gibt es aber wichtige Grundregeln zu beachten, damit Sie Ihren Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht verlieren:

  • Sie dürfen nicht mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Einkommen über 165 Euro pro Monat wird auf Ihr Arbeitslosengeld angerechnet.

165 Euro – das klingt nicht unbedingt lukrativ. Dennoch bringt Ihnen der Zuverdienst während Ihrer Arbeitslosigkeit zwei wichtige Vorteile: Er stopft die Lücke in Ihrem Lebenslauf und er stellt eine Möglichkeit zur beruflichen (und persönlichen) Weiterentwicklung dar.

Lese-Tipp:Lücken im Lebenslauf: Ehrlich erklären und sinnvoll füllen

Noch sinnvoller kann es zudem sein, eine Weiterbildungsmaßnahme zu belegen. Auch diese macht sich im Lebenslauf deutlich besser als die Arbeitslosigkeit. Zudem gilt für einen Nebenverdienst aus Weiterbildungsmaßnahmen sogar die erhöhte Freigrenze von 400 Euro ohne Anrechnung auf das Arbeitslosengeld.

„§ 155 Anrechnung von Nebeneinkommen“

(1) Übt die oder der Arbeitslose während einer Zeit, für die ihr oder ihm Arbeitslosengeld zusteht, eine Erwerbstätigkeit im Sinne des § 138 Absatz 3 aus, ist das daraus erzielte Einkommen nach Abzug der Steuern, der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten sowie eines Freibetrags in Höhe von 165 Euro in dem Kalendermonat der Ausübung anzurechnen. Handelt es sich um eine selbständige Tätigkeit, eine Tätigkeit als mithelfende Familienangehörige oder mithelfender Familienangehöriger, sind pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben abzusetzen, es sei denn, die oder der Arbeitslose weist höhere Betriebsausgaben nach.

(2) Hat die oder der Arbeitslose in den letzten 18 Monaten vor der Entstehung des Anspruchs neben einem Versicherungspflichtverhältnis eine Erwerbstätigkeit (§ 138 Absatz 3) mindestens zwölf Monate lang ausgeübt, so bleibt das Einkommen bis zu dem Betrag anrechnungsfrei, der in den letzten zwölf Monaten vor der Entstehung des Anspruchs aus einer Erwerbstätigkeit (§ 138 Absatz 3) durchschnittlich auf den Monat entfällt, mindestens jedoch ein Betrag in Höhe des Freibetrags, der sich nach Absatz 1 ergeben würde.

(3) Leistungen, die eine Bezieherin oder ein Bezieher von Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung vom Arbeitgeber oder dem Träger der Weiterbildung wegen der Teilnahme oder auf Grund eines früheren oder bestehenden Arbeitsverhältnisses ohne Ausübung einer Beschäftigung für die Zeit der Teilnahme erhält, werden nach Abzug der Steuern, des auf die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer entfallenden Anteils der Sozialversicherungsbeiträge und eines Freibetrags von 400 Euro monatlich auf das Arbeitslosengeld angerechnet.“

(Quelle: SGB III – Arbeitsförderung Artikel 1 des Gesetzes vom 24. März 1997, BGBl. I S. 594)

Sollten Sie den Nebenverdienst sogar bereits vor Ihrer Kündigung ausgeübt haben, kann die Freigrenze unter Umständen bis zum dadurch generierten monatlichen Durchschnittseinkommen in den vergangenen zwölf Monaten angehoben werden.

Do #5: Bestehen Sie auf ein gutes (!) Arbeitszeugnis

Egal, ob Sie sich nun direkt auf eine neue Arbeitsstelle bewerben möchten, ein Gap-Year einlegen oder in die Selbstständigkeit starten: Sie sollten sich stets ein Arbeitszeugnis ausstellen lassen. Denn Sie haben ja bereits gelernt, dass das Leben seine eigenen Wege geht und auch, wenn Sie vielleicht denken oder hoffen, dass Sie niemals wieder eine Bewerbung schreiben und ein Arbeitszeugnis vorlegen müssen – ganz sicher können Sie sich nicht sein! Zudem kann ein Arbeitszeugnis auch als Referenzobjekt im Rahmen einer neu gegründeten Selbstständigkeit dienen.

Lese-Tipp:Arbeitszeugnis – Anspruch, Geheimsprache und Beispiele

So oder so gilt also: Verlangen Sie von Ihrem früheren Arbeitgeber die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses und nutzen Sie Ihr Recht auf Nachbesserung, wenn nötig. Lassen Sie die Formulierungen im Schriftstück zur Vorsicht von einem Sachverständigen checken, denn als Laie ist es manchmal schwierig, den „Code“ zu knacken.

Do #6: Der letzte Eindruck zählt

Wie bereits erwähnt, ist der letzte Eindruck mindestens ebenso wichtig wie der erste. Versuchen Sie deshalb stets, Ihre Arbeitsstelle im Guten zu verlassen. Klären Sie im Rahmen der Kündigung mit Ihrem Arbeitgeber ab, ob er in Zukunft für telefonische Rückfragen, wie sie in Bewerbungsprozessen oftmals üblich sind, als Referenz zur Verfügung steht. Legen Sie zudem gemeinsam fest, wie Sie die Beendigung des Arbeitsverhältnisses betiteln und nach außen begründen möchten. Denn: Auch Arbeitgeber verfügen natürlich über ein Netzwerk und tauschen sich gegebenenfalls über Sie aus.

Lese-Tipp:Nicht wer leistet, wird befördert. Sondern…?

Wer daher einen schlechten letzten Eindruck hinterlässt oder im neuen Bewerbungsprozess Lügen aufzutischen versucht, kann sich damit selbst ins Aus schießen.

Do #7: Pflegen Sie Ihr berufliches Netzwerk

Apropos Netzwerk: Unter dem Vorsatz, dass Sie im Guten auseinandergegangen sind, sollten Sie unbedingt den Kontakt zu Ihrem früheren Arbeitgeber, den Vorgesetzten und Teamkollegen halten. Sie müssen keine engen Freunde sein, doch pflegen Sie Ihr berufliches Netzwerk zum Beispiel auf digitalem Weg via XING. Wer weiß, wozu es noch gut sein kann…

Lese-Tipp:Xing und LinkedIn: Karriere-Netzwerke richtig nutzen

Don’ts: Was Sie nach einer Kündigung niemals (!) tun sollten

Für einen guten letzten Eindruck ist aber nicht nur wichtig, was Sie im Falle einer Kündigung tun, sondern auch was Sie nicht tun. Wir haben deshalb an dieser Stelle in Kürze auch noch die wichtigsten Don’ts im Umgang mit einer Kündigung für Sie zusammengetragen:

  • Auch, wenn Sie noch wütend, verletzt oder frustriert sind: Sprechen Sie niemals öffentlich oder sogar in einem Vorstellungsgespräch schlecht über Ihren früheren Arbeitgeber. Das hinterlässt vor allem von einer Person einen schlechten Eindruck – und zwar von Ihnen selbst.
  • Verlieren Sie sich nicht in Selbstzweifeln. Sie sind nicht der erste und auch nicht der letzte Mensch auf der Welt, der gekündigt wurde. Versuchen Sie, die Kündigung als Chance zu sehen, an Ihrem Selbstbewusstsein zu arbeiten und diese mit Würde zu tragen.
  • Ängste sind menschlich und normal. Doch lassen Sie nicht zu, dass diese ein gesundes Maß überschreiten. Verfallen Sie nicht in Panik. Sie leben in einem Land mit ausgefeiltem Sozialsystem und werden daher auch nicht unter der Brücke enden. Im Gegenteil: Veränderungen sind im Leben stets die Chance, dass es besser wird als vorher.
  • Verstecken Sie sich nicht, denn es gibt keinen Grund, sich zu schämen. Je mehr Sie sich jetzt zurückziehen oder an sich selbst zu zweifeln beginnen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung an einer Depression. Doch soweit muss es nicht kommen – vor allem nicht „nur“ wegen einer Kündigung.
  • Kämpfen Sie nicht gegen die Situation an. Verlieren Sie sich nicht in „Was wäre gewesen, wenn…“-Gedankenspielen oder versuchen gar auf der Mitleidstour, Ihren Arbeitgeber noch einmal von seiner Entscheidung abzubringen. Halten Sie den Kopf hoch, seien Sie stolz auf das, was Sie bisher erreicht haben, akzeptieren Sie, was Vergangenheit ist, und richten Sie Ihren Blick in die Zukunft.
  • Sie sollten sich als Person nicht über Ihren Job definieren und dementsprechend natürlich auch nicht über eine Kündigung. Der Verlust Ihrer Arbeitsstelle hat in erster Linie nichts, aber auch überhaupt nichts, mit Ihnen als Person zu tun und mindert daher auch in keinster Weise Ihren „Wert“.
  • Sie müssen Ihre Kündigung nicht „wieder wettmachen“ oder irgendjemandem „etwas beweisen“. Und vor allem müssen Sie nicht „alles alleine schaffen“. Seien Sie dankbar für die Hilfe, welche Ihnen von Familie, Freunden sowie unserem Sozialsystem offeriert wird und nehmen Sie diese auch an. Hilfe anzunehmen ist nämlich keine Schande oder ein Zeichen von Schwäche, sondern im Gegenteil ein Beweis Ihrer persönlichen Reife und Stärke.

Wir hoffen, dass wir Ihnen etwas Mut machen und Ihnen dabei helfen konnten, eine Kündigung als Chance zu begreifen, statt als Niederlage. Wenn Sie unsere Dos und Don’ts im Umgang mit einer arbeitgeberseitigen Kündigung beachten, wird Ihr (Berufs-) Leben ohne größeren Schaden weitergehen – garantiert! Und Sie wissen ja: Ob die Kündigung dann im Endeffekt wirklich ein Unglück, oder aber stattdessen der größte Glücksfall Ihres Lebens war, können Sie ohnehin erst im Nachhinein bewerten.

Wurden auch Sie schon einmal gekündigt? Welche positiven oder negativen Veränderungen hat diese Kündigung für Sie mitgebracht? Beurteilen Sie diese im Nachhinein als Glück oder Unglück? Und welche weiteren Tipps können Sie unseren Lesern dadurch noch mit auf den Weg gehen? Wir bedanken uns für Ihre Anregungen, Geschichten und Erfahrungen in den Kommentaren!

1 Kommentar

  1. M. Wulms

    Selbstverständlich kann eine Kündigung zu neuen Chancen führen.
    Aus unterschiedlichen Gründen habe ich mehrfach nach einer neuen Tätigkeit suchen dürfen/müssen – entweder ging es dem Unternehmen wirtschaftlich nicht (mehr) gut (von Kosteneinsparungen bis zur Insolvenz) oder es passte persönlich nicht (Vorgesetzter = Koleriker, selbstverliebt oder wegen Bonus nur an kurzfristigen Erfolgen interessiert).
    Das erste Mal kam die Kündigung nach einer langen Betriebszugehörigkeit bei einer Firma, wofür ich sehr gerne und mit Stolz gearbeitet habe. Das hat weh getan, umso mehr weil die Kündigung m.E. unfair war. Aufgrund meines guten Rufs und Netzwerks folgte die nächste Aufgabe sehr schnell – sogar in der Kündigungsfrist. Das hat natürlich gut getan. Dieses Projekt und mehrere Folgejobs folgten sich aus o.g. Gründen recht schnell – teilweise gepaart mit Arbeitslosigkeit.
    Auch wenn sich gute Erklärungen gaben, kamen Selbstzweifel und Selbstkritik hoch – verstärkt durch das immer höhere Lebensalter und vermehrt Kritik in der Familie (Existenzangst).
    Fazit:
    Positiv = durch die Jobwechsel habe ich eine breite berufliche Erfahrung und ein größeres Netzwerk aufgebaut.
    Negativ = meine Gesundheit und mein Privatleben haben gelitten.
    N.B.
    Es gibt leider Arbeitgeber, die einem Vieles versprechen (man bekommt tatsächlich NICHT die Gestaltungsfreiheit) und sogar Sachen falsch darstellen (das Unternehmen geht es tatsächlich NICHT gut). Natürlich informiert man sich vorweg, aber geht grundsätzlich nicht vom Schlechten aus.

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