Beim Bewerbungsschreiben (auch Anschreiben genannt) kann jeder Satz – ja sogar jedes einzelne Wort – über den Erfolg oder Misserfolg Ihrer Bewerbung entscheiden. Wir haben Ihnen deshalb alle Informationen zu Aufbau, Format und Formulierung zusammengetragen sowie praktische Tipps und kostenlose Muster. 

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Inhalt
1. Bewerbungsschreiben – wie fange ich an?
2. Aufbau des Bewerbungsschreiben
3. Bewerbungsschreiben: Was kommt in welche Zeile?
4. Eine Bewerbung ist auch Werbung – Die AIDA-Formel
5. Gliederung: Absätze im Bewerbungsanschreiben
6. Bewerbungsschreiben: Schritt für Schritt Anleitung
7. Formulierung: Wie können Sie Ihr Bewerbungsschreiben formulieren?
8. Anrede: An wen adressieren Sie das Bewerbungsschreiben?
9. Einleitung: Wie können Sie das Bewerbungsschreiben beginnen?
10. Hauptteil: Was kommt rein, in das Bewerbungsschreiben?
11. Schluss: Wie können Sie das Bewerbungsschreiben beenden?
12. Grußformel: Was sollen Sie unter die Bewerbung schreiben?
13. Postskriptum: PS im Bewerbungsschreiben – ja oder nein?
14. Checkliste: Das „perfekte“ Bewerbungsschreiben in 20 Stichpunkten
15. No-Gos: Die häufigsten Fehler im Bewerbungsschreiben
16. Kostenloses Bewerbungsschreiben Muster

Rollenwechsel: Bewerbungsschreiben – wie fange ich an?

Bevor Sie sich an die konkrete Vorbereitung und Formulierung Ihres Bewerbungsanschreibens setzen, sollten Sie einmal die Perspektiven wechseln. Im Wort Bewerbung steckt nicht umsonst der Begriff Werbung. Sie betreiben also eine Art Selbstmarketing und möchten den Personaler davon überzeugen, dass Sie der richtige Bewerber auf die Stelle sind. Hierzu kann es sehr hilfreich sein, zu Beginn des Bewerbungsprozesses einen Rollenwechsel vorzunehmen und sich einmal in die Lage des Personalers hineinzuversetzen:

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Stellen Sie sich vor, Ihnen liegen dutzende, vielleicht sogar hunderte Bewerbungen auf eine Ausschreibung auf dem Tisch. Welches wäre Ihr Vorgehen?

Gewiss würde Sie die Unterlagen Stück für Stück zur Hand nehmen, das Foto ansehen und das Anschreiben sowie den Lebenslauf schnell überfliegen. Nur denjenigen, welche bereits jetzt einen guten Eindruck bei Ihnen hinterlassen haben, widmen Sie anschließend etwas mehr Zeit, um das Bewerbungsschreiben sowie den Lebenslauf gezielter unter die Lupe zu nehmen. Der Personaler hat also vor allem eines: Zeitdruck. Ihre Aufgabe im Bewerbungsschreiben ist es demnach, einen so knappen und übersichtlichen „Werbetext“ zu verfassen, dass der Personaler ihn in Sekundenschnelle überfliegen kann – und anschließend einen positiven ersten Eindruck von Ihnen hat.

Aufbau: Wie soll ich das Bewerbungsschreiben aufbauen?

Bevor Sie sich jetzt an die konkrete Formulierung des Bewerbungsanschreibens machen, sollten Sie erst einmal wissen, wie dieses schlussendlich überhaupt aussehen sollte. Wir beginnen diesen Leitfaden zum Bewerbungsschreiben deshalb mit dem optimalen Aufbau. Die äußere Form des Bewerbungsschreibens sollte sich nämlich stets an der allgemeingültigen Norm DIN 5008 orientieren.

Definition „DIN 5008“: Bei der sogenannten „DIN 5008“ aus dem Jahr 2011 handelt es sich um Schreib- und Gestaltungsregeln nicht nur für Bewerbungsschreiben, sondern für Textarbeiten jeder Art, zum Beispiel Geschäftsbriefe.

Zwar ist die explizite Forderung einer Bewerbung nach DIN 5008 in der Stellenausschreibung mittlerweile sehr selten geworden, doch sollten Sie sich beim Aufbau Ihres Bewerbungsschreibens dennoch zumindest grob daran orientieren. Je nach Beruf, wählt der ein oder andere Bewerber aber auch extra eine eigene Gestaltung, um aus der Masse herauszustechen und seiner Kreativität Ausdruck zu verleihen.

Tipp: Prinzipiell sollten Sie Bewerbungen auf Führungspositionen oder in konservativen Unternehmen zurückhaltend und professionell sowie nah an der Norm DIN 5008 gestalten. Je kreativer Ihr Beruf und je moderner sowie innovativer das Unternehmen, umso ungewöhnlicher, auffälliger und weiter von der DIN 5008 abweichend kann Ihr Bewerbungsschreiben sein.

Bewerbungsschreiben: Was kommt in welche Zeile?

Die DIN 5008 regelt exakt, wie Ihr Bewerbungsanschreiben aufgebaut sein soll, wie weit die Seitenränder gewählt werden und in welcher Zeile welche Daten zu stehen haben. Alle Vorgaben im Detail sowie ein kostenloses Muster hierzu finden Sie im Artikel:

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Lese-Tipp: „Bewerbung nach DIN 5008 – Deutsches Normwüten“

Auch, wenn Sie sich nicht (gänzlich) an der DIN 5008 orientieren möchten, sollten Sie aber folgende Grundregeln für den Aufbau Ihres Bewerbungsschreibens unbedingt beachten:

Bewerbungsschreiben: Wie lang darf es sein?

Langweilen Sie den Leser nicht! Ein Personaler hat wenig Zeit und wenn er einen Roman lesen möchte, wird er das in seiner Freizeit tun. Verschwenden Sie also keine Zeit und Mühe mit einer Endlosstory aus Ihrem Leben, sondern besinnen Sie sich auf die wirklich wichtigen Argumente, mit denen Sie den Personaler von sich überzeugen möchten. Das Anschreiben sollte maximal eine DIN-A4-Seite umfassen. In besonderen Fällen sind auch eineinhalb bis maximal zwei Seiten akzeptabel, in der Regel reicht jedoch eine DIN-A4-Seite völlig aus. Nennen Sie lediglich kurz und präzise die Gründe, die für Ihre Bewerbung sprechen, sowie den Anlass, der Sie dazu bewogen hat sich vorzustellen. Genauere Informationen kann der Personaler dem Lebenslauf und weiteren Bewerbungsunterlagen entnehmen.

Tipp: Die beste Medizin, um beim Verfassen des Anschreibens nicht zu verzweifeln, ist eine gute Vorbereitung.

Nehmen Sie ein Blatt Papier zur Hand und schreiben Sie erst einmal formlos alle Argumente auf, die für Sie sprechen und für die angestrebte Position relevant sind.

Bewerbungsschreiben: Welches Papier sollten Sie wählen?

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Das Anschreiben sollte maximal eine DIN-A4-Seite umfassen. Ist bereits der erste äußere Anschein schlecht, kann es passieren, dass der Personaler Ihren Unterlagen keine weitere Beachtung mehr schenkt, sondern diese mit einem Kopfschütteln beiseitelegt. Für ein Anschreiben in Papierform verwenden Sie bestenfalls ein griffiges, nicht zu dünnes Papier (wir empfehlen weißes Papier mit einer Stärke von 80g). Speziell beim Drucken gilt es zu beachten, dass der Drucker einwandfrei funktioniert und ein sauberes Ergebnis liefert. Fettige Fingerabdrücke, Kaffeeflecken und Eselsohren hinterlassen keinen guten Eindruck und sind deshalb unbedingt zu vermeiden.

Bewerbungsschreiben: Welche Seitenränder werden empfohlen?

Ein ansprechendes Layout zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass die Seite nicht zu vollgeschrieben und mit einem ausreichend breiten Seitenrand (mindestens 2,5 cm rechts und links) versehen ist. Wichtige Informationen können zudem fett beziehungsweise kursiv geschrieben oder durch Aufzählungspunkte verdeutlicht werden. Solche „Textverschönerungen“ sollten allerdings nur, wenn unbedingt nötig, angebracht werden.

Bewerbungsschreiben: Welche Schriftart und Schriftgröße sind üblich?

Zu einem übersichtlichen Layout gehört auch ein gut lesbares Schriftbild. Verzichten Sie auf Schnörkelschriften sowie die Anwendung verschiedener Schriftarten. Die gängigsten und am meisten verwendeten Schriftarten sind Times New Roman oder Arial. Je nach Gestaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen können Sie aber auch eine andere Schrift festlegen, zum Beispiel Helvetica oder Verdana. Sie sollten jedoch darauf achten, dass diese das Lesen nicht erschwert und vor allem zum Anlass passt.

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Lese-Tipp:Arial, Calibri & Co. – Welche Schriftart für Ihre Bewerbung?

In der Regel beträgt die Schriftgröße 11 oder 12 Punkt mit eineinhalbzeiligem Abstand. Wenn nötig, kann auch die Schriftgröße 10 festgelegt werden. Der Text des Anschreibens sollte linksbündig ausgerichtet sein, da durch Blocksatz oft unschöne Lücken im Text entstehen. Ebenso erschwert die Silbentrennung das flüssige Lesen.

Bewerbungsschreiben: Beachten Sie Rechtschreibung und Grammatik!

Gravierende Rechtschreib- und Grammatikfehler im Anschreiben sind für viele Personaler ein unverzeihlicher Grund, eine Bewerbung sofort auszusortieren. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Sie Ihre Bewerbungsunterlagen auf Herz und Nieren überprüfen. Verlassen Sie sich niemals nur allein auf die Mithilfe Ihres Rechtschreib- und Grammatikprogramms, sondern bedienen Sie sich auch der verschiedenen Suchmaschinen wie beispielsweise Google. Zusätzlich empfiehlt es sich, das Anschreiben von einer dritten Person überprüfen zu lassen. Beim Verfassen des Anschreibens sollte zudem die neue Rechtschreibung verwendet und auf schlecht leserliche Schachtelsätze verzichtet werden.

Bewerbungsschreiben: Wo kommt die Adresse hin?

Sie beginnen Ihr Bewerbungsanschreiben mit dem Briefkopf. Hierfür setzen Sie linksbündig oben auf das DIN-A4-Blatt Ihre vollständige Anschrift inklusive Namen, Adresse, Telefonnummern und E-Mail-Adresse.

Es folgen ein Absatz und anschließend ebenfalls linksbündig die vollständige Anschrift des Unternehmens, an welches Sie Ihre Bewerbung senden. Bestenfalls können Sie hier direkt einen persönlichen Ansprechpartner einsetzen.

Bewerbungsschreiben: Wo kommt das Datum hin?

In der nächsten Zeile setzen Sie das Datum rechtsbündig ein, und zwar ohne Ortsangabe!

Bewerbungsschreiben: Wo kommt das Foto hin?

Wenn Sie sich nun fragen, wo Sie auf dem Bewerbungsanschreiben das Bewerbungsbild platzieren sollen, lautet die Antwort: überhaupt nicht! Das Foto bringen Sie entweder klassisch oben rechts am Lebenslauf an oder aber auf einem speziell angefertigten Deckblatt für Ihre Bewerbungsmappe.

Bewerbungsschreiben: Wo kommt der Betreff hin?

Unterhalb des Datums beginnen Sie linksbündig mit dem Betreff in Fettdruck. Das Wort „Betreff“ wird hierbei übrigens nicht verwendet! Schreiben Sie einfach „Bewerbung als…“ oder „Ihre Stellenausschreibung vom TT.MM.JJJJ“. Auf den Betreff folgen die Anrede sowie das eigentliche Anschreiben als Fließtext. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Kapitel „Gliederung: Absätze im Bewerbungsanschreiben“. Hierfür bleibt Ihnen etwa eine halbe Seite, je nach Schriftgröße und -art. Sie müssen sich also kurz, knapp und bündig ausdrücken – und dennoch überzeugen.

Bewerbungsschreiben: Wo kommt die Gehaltsvorstellung hin?

Aus diesem Grund lassen Sie alle unnötigen Informationen weg. Die Gehaltsvorstellung sowie das mögliche Eintrittsdatum nehmen Sie nur (!) in Ihr Bewerbungsschreiben auf, wenn dies explizit in der Stellenausschreibung gefordert wurde. Es steht in diesem Fall in einem kurzen Satz am Ende Ihres Bewerbungsschreibens vor der Grußformel sowie der Unterschrift.

Bewerbungsschreiben: Wo sollen Sie unterschreiben?

Apropos Unterschrift: Zwar ist die handschriftliche Unterzeichnung Ihres Anschreibens nicht verpflichtend, durchaus aber in der Praxis üblich. Unterschreiben Sie Ihr Bewerbungsschreiben daher handschriftlich mit blauer Tinte unter der Grußformel. Das gilt übrigens auch – als Scan – für Online-Bewerbungen.

Bewerbungsschreiben: Wo kommen die Anlagen hin?

Wenn Sie Ihrer Bewerbung drei oder weniger Anlagen beifügen, können Sie diese als eine Art Inhaltsverzeichnis durchnummeriert am unteren Ende Ihres Bewerbungsschreibens und in ausreichendem Abstand zu Grußformel, Unterschrift und eventuellem Postskriptum aufführen. Sollten Sie hingegen vier oder mehr Anlagen zählen, empfiehlt sich die Erstellung eines gesonderten Inhaltsverzeichnisses, zum Beispiel auf einer Art Deckblatt. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Artikel:

Lese-Tipp:Bewerbungsunterlagen – mit oder ohne Anlagenverzeichnis?

Inhalt des Anschreibens: Eine Bewerbung ist auch Werbung – Die AIDA-Formel

Wie bereits erwähnt, ist eine Bewerbung nichts Anderes als Selbstmarketing, also Werbung für Sie als Arbeitskraft. Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einem perfekten Bewerbungsschreiben für sich werben und so Ihre Chancen auf den angestrebten Job erhöhen. Ihr Bewerbungsschreiben soll schließlich bei Ihrem zukünftigen Arbeitgeber einen positiven ersten Eindruck erwecken, den Eindruck, mit Ihnen als Bewerber eine gute Auswahl zu treffen! Die Werbepsychologie kennt hierfür die sogenannte AIDA-Formel. Übertragen auf eine Bewerbung steht AIDA für die Begriffe:

  • A = Attention (Aufmerksamkeit für Ihre Bewerbung erzeugen)
  • I = Interest (Interesse an Ihrer Person wecken)
  • D = Desire (Wunsch, den Bewerber kennenzulernen)
  • A = Action (Handeln und den Bewerber einladen)

Orientieren Sie sich bei der Gliederung sowie der Formulierung Ihres Bewerbungsanschreibens an dieser AIDA-Formel und Sie haben schon einmal ein brauchbares Grundgerüst für den Weg zu Ihrem Traumjob.

Gliederung: Absätze im Bewerbungsanschreiben

Sie wissen nun bereits, wie die äußere Form Ihres Anschreibens auszusehen hat. Die AIDA-Formel gibt Ihnen zudem erste Anhaltspunkte für die Gliederung Ihres Bewerbungsschreibens. Natürlich können Sie auch einfach einen langen Fließtext verfassen und anschließend Ihren Namen daruntersetzen – sollten Sie aber nicht! Ein schön gegliederter Text hinterlässt nämlich nicht nur einen besseren ersten Eindruck, er erleichtert dem Personaler auch die schnelle Erfassung Ihres Bewerbungsschreibens und steigert dadurch Ihre Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Alle wichtigen Regeln und Tipps zur perfekten Gliederung Ihres Anschreibens finden Sie im weiterführenden Artikel:

Lese-Tipp:Bewerbungsschreiben – Optimale Gliederung der Absätze

Dennoch möchten wir die wichtigsten Inhalte an dieser Stelle in Kürze für Sie zusammenfassen:

  • Zwischen dem Betreff und der Anrede setzen Sie zwei Leerzeilen.
  • Die erste Zeile Ihres Bewerbungsschreibens ist stets die Anrede.
  • Anschließend folgt ein optischer Absatz durch eine Leerzeile.
  • Sie beginnen den Fließtext nun mit dem Einleitungssatz und gehen anschließend direkt in den Hauptteil – also das „Herzstück“ der Bewerbung – über.
  • Auch im Hauptteil trennen Sie die thematisch verschiedenen Absätze optisch durch eine Leerzeile.
  • Den letzten Absatz bildet der Schlussteil, mit eventuellen Gehaltsvorstellungen, einem voraussichtlichen Eintrittstermin sowie dem „Call-to-Action“ für die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.
  • Eine weitere Leerzeile steht zwischen diesem Schlussteil und Ihrer Grußformel.

Optisch ergeben sich daraus im Hauptteil durchschnittlich vier Absätze in Ihrem Bewerbungsschreiben. Gemäß AIDA-Formel sind diese thematisch in der Regel wie folgt gegliedert:

  1. Persönliches Profil: Wer bin ich?
  2. Bewerbungsgrund: Wieso bewerbe ich mich?
  3. Hard- und Soft Skills: Welchen Mehrwert bringe ich für das Unternehmen?
  4. Schlusssatz: Warum sollten Sie gerade mich zum Vorstellungsgespräch einladen?

Schritt für Schritt zu Ihrem „perfekten“ Bewerbungsschreiben: Was ist wichtig?

Mittlerweile wissen Sie, wie Ihr Bewerbungsanschreiben aufgebaut sein sollte, welche Absätze es enthalten muss, wie viel Platz Sie dafür haben und welche Schriftart sowie -größe Sie wählen sollten. Jetzt können Sie sich an die konkrete Formulierung setzen. Wir zeigen Ihnen folgend Schritt für Schritt, wie Sie

  1. Anrede
  2. Einleitung
  3. Hauptteil
  4. Schluss
  5. Grußformel
  6. eventuelles Postskriptum

optimal formulieren und in ein überzeugendes sowie in sich stimmiges Bewerbungsschreiben verwandeln können.

Formulierung: Wie können Sie Ihr Bewerbungsschreiben formulieren?

Folgend sowie in unseren weiterführenden Artikeln haben wir zahlreiche praktische Tipps, Beispiele und kostenlose Muster für die Formulierung Ihres Bewerbungsschreibens zusammengetragen:

Anrede: An wen adressieren Sie das Bewerbungsschreiben?

Besonders wichtig ist es, den richtigen Ansprechpartner im Unternehmen zu finden und das Anschreiben direkt an diesen zu adressieren. Denn der Personalverantwortliche wird sich kaum angesprochen fühlen, wenn ein falscher Name oder einfach nur ein unpersönliches „Sehr geehrte Damen und Herren“ auf dem Anschreiben steht. Dies erweckt eher den Eindruck, dass sich der Bewerber im Vorfeld nicht ausreichend über das Unternehmen und die zuständigen Personen informiert hat. Denken Sie daran: Sie schreiben keinem Freund, sondern einer Person, die Sie nicht kennen. „Lieber Herr…“ oder „Liebe Frau…“ sind deshalb als Anrede sehr unpassend. „Sehr geehrte Frau…“, „Sehr geehrter Herr…“ oder auch „Guten Tag Frau/Herr…“ sind dagegen genau richtig. Verzichten Sie zudem auf ein Ausrufezeichen nach der Anrede, sondern setzen Sie ein Komma.

Einleitung: Wie können Sie das Bewerbungsschreiben beginnen?

Sie wissen ja: Der erste Eindruck zählt! Deshalb sollte Ihr erster Satz in Ihrem Bewerbungsanschreiben bereits das Interesse des Personalers wecken und ihn zum Weiterlesen veranlassen. Seriös, aber nicht langweilig – das ist der Spagat, welchen Sie beim Einleitungssatz schaffen müssen. Wie genau das funktioniert, erläutern wir Ihnen mit zahlreichen Beispielen und praktischen Tipps im Artikel:

Lese-Tipp:Einleitungssätze Bewerbung: Beispiele für Ihr Anschreiben

Prinzipiell sollte Ihre Einleitung nicht länger sein als ein bis drei Sätze, bevor es im Hauptteil „ans Eingemachte“ geht. Wecken Sie das Interesse des Personalers durch eine ungewöhnliche Einleitung mit persönlicher Note, damit er anschließend auch den Hauptteil „verschlingt“ und am besten direkt anschließend zum Telefonhörer greift, um mit Ihnen einen Termin für ein Bewerbungsgespräch zu vereinbaren. Schreiben Sie beispielsweise:

Ausbildung:

„…das Programmieren und die IT-Branche im Gesamten interessieren mich sehr, da ich selbst zur Generation der Digital Natives gehöre und mit diesen Technologien quasi groß geworden bin. Jetzt möchte ich auch beruflich in diesem Bereich Fuß fassen und eine Ausbildung zum Fachinformatiker in ihrem Hause absolvieren.“

Nach Praktikum:

„Die letzten Monate während meines Praktikums in Ihrer/Ihrem Firma/Betrieb/Einrichtung haben mir gezeigt, dass der Beruf „…“ mein Wunschberuf ist. Deshalb bewerbe ich mich bei Ihnen um einen Ausbildungsplatz/Arbeitsplatz.“

Initiativbewerbung:

„Haben Sie Bedarf an unverbrauchten und hochmotivierten Nachwuchskräften? In Kürze werde ich meine Ausbildung/Studium/Fortbildung zum „…“ abschließen und kann es kaum erwarten, meine aktuellen Kenntnisse beruflich umzusetzen.“

Vorangegangenes Telefonat:

„Vielleicht erinnern Sie sich noch an mich, wir haben kürzlich miteinander telefoniert. Daran möchte ich gerne anknüpfen und Ihnen meine Unterlagen übermitteln.“

Stellenanzeige:

„Sie suchen engagierte Persönlichkeiten, die die Herausforderung und Ihre Zukunft im „…“ sehen? Da die ausgeschriebene Stelle genau meine Interessen und Fähigkeiten trifft, nutze ich diese Chance, um mich bei Ihnen vorzustellen.“

Prinzipiell sind Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt und auch hier gilt: Passen Sie Ihren Schreibstil dem Unternehmen an. Es handelt sich um ein innovatives Startup-Unternehmen mit „flippigem“ Image? Dann schreiben Sie ruhig außergewöhnlich und kreativ. Sie streben stattdessen die Führungsposition bei einem Automobilhersteller an? Vielleicht sind dann die durch eine persönliche Note bereicherten Standardfloskeln die bessere Alternative.

Wichtig: Nach der Anrede des Ansprechpartners mit Komma beginnt der Einleitungssatz stets kleingeschrieben!

Hauptteil: Was kommt rein, in das Bewerbungsschreiben?

Wie bereits im Kapitel „Gliederung: Absätze im Bewerbungsanschreiben“ erwähnt, gliedert sich der Hauptteil Ihres Anschreibens meist in etwa vier Absätze:

  1. Persönliches Profil: Wer bin ich?
  2. Bewerbungsgrund: Wieso bewerbe ich mich?
  3. Hard- und Soft Skills: Welchen Mehrwert bringe ich für das Unternehmen?
  4. Schlusssatz: Warum sollten Sie gerade mich zum Vorstellungsgespräch einladen?

Absatz #1: Wer bin ich?

Nach dem Einleitungssatz – welcher wie Sie nun wissen bestenfalls bereits eine persönliche Note erahnen lässt – ist der Personaler jetzt hoffentlich neugierig auf Sie geworden. Er möchte also erst einmal wissen, wer Sie eigentlich sind. Hierbei spielen sowohl Ihre Hard Skills als auch Ihre Soft Skills eine wichtige Rolle.

Lese-Tipp:Soft Skills vs. Hard Skills – Welche sind wichtiger?

Wenn es sich um eine Bewerbung auf eine Stellenanzeige handelt, sollten Sie diese hierbei unbedingt zur Hand nehmen und wortwörtlich die Forderungen des Arbeitgebers an den potenziellen Mitarbeiter auf eine Liste übertragen. Gibt es eine solche Ausschreibung nicht, weil es sich zum Beispiel um ein Initiativbewerbung handelt, erstellen Sie diese Liste dennoch, indem Sie sich fragen:

  • Was könnte sich der Arbeitgeber wünschen?
  • Welche Soft Skills und Hard Skills sind für die vakante Stelle wichtig?
  • Worauf legt das Unternehmen laut Webseite, Leitsätzen & Co besonders großen Wert?

Gleichen Sie diese Liste der „Solls“ nun mit Ihren „Ists“ ab, sprich: Schreiben Sie auf, über welche der geforderten Hard Skills und Schlüsselqualifikationen aus der Stellenanzeige beziehungsweise Ihrer Liste Sie verfügen. Genau diese bilden anschließend den ersten Absatz Ihres Bewerbungsschreibens.

Wichtig: Natürlich ist Ihre Bewerbung überzeugender, je besser sich Ihre Qualifikationen mit den in der Stellenausschreibung geforderten Kompetenzen decken. Dennoch müssen Sie unbedingt ehrlich und authentisch bleiben!

Aus diesem Grund sollten Sie alle in Ihrem Anschreiben genannten Hard Skills und Soft Skills durch entsprechende Beweise untermauern. Solche Belege können zum Beispiel Berufserfahrungen, Weiterbildungen oder Hobbys sein. Schreiben Sie also nicht „Ich bin teamfähig“, sondern besser:

„Meine Teamfähigkeit wurde im Zuge meiner bisherigen Berufserfahrung stets geschätzt, weshalb ich während meiner Anstellung als XXX beim Unternehmen XXX im Jahr JJJJ auf Anraten meines Vorgesetzten zur Mediatorin ausgebildet wurde.“

Genau diese Argumente, Daten, Belege, Nachweise & Co müssen anschließend unbedingt auch im Lebenslauf sowie Ihren Anlagen zu finden sein. In diesem Fall wären das die Ausbildung zur Mediatorin im Jahr JJJJ in Ihrem Lebenslauf sowie ein entsprechender Weiterbildungsnachweis in den Anlagen.

Merken Sie sich also:

  • Orientieren Sie sich beim Verfassen des Hauptteils Ihres Bewerbungsschreibens an der Stellenanzeige oder – wenn eine solche nicht vorhanden ist – an den möglichen Anforderungen und Erwartungen des potenziellen neuen Arbeitgebers.
  • Untermauern Sie jede Ihrer Aussagen zu Ihren Berufserfahrungen, Hard Skills, Soft Skills und sonstigen Fähigkeiten mit entsprechenden Beweisen.
  • Achten Sie darauf, dass sich alle Aussagen sowohl in der Stellenanzeige – wenn vorhanden – als auch in Bewerbungsanschreiben, Lebenslauf, Anlagen oder sonstigen Dokumenten wiederfinden. Es handelt sich hierbei um den sogenannten „roten Faden“ Ihrer Bewerbung.

Absatz #2: Wieso dieses Unternehmen?

Im zweiten Absatz des Hauptteils stellen Sie einen konkreten Bezug zu dem Unternehmen, bei welchem Sie sich bewerben, her. Der Personaler möchte schließlich nicht nur wissen, warum Sie der richtige Bewerber für das Unternehmen sind, sondern auch weshalb das Unternehmen die richtige Wahl für Sie ist. Wenn Sie dem Leser das Gefühl vermitteln, es handelt sich um eine Massenbewerbung, bei welcher Sie lediglich den Unternehmensnamen austauschen, wird Ihre Bewerbung direkt aussortiert. Der Arbeitgeber möchte schließlich nicht Ihr „Plan B“ sein, sondern er wünscht sich motivierte Mitarbeiter, die dem Unternehmen gegenüber loyal sind und für ihren (neuen) Job brennen. Fragen Sie sich also:

  • Wieso möchte ich bei diesem Unternehmen arbeiten?
  • Wodurch hebt es sich gegenüber den Konkurrenten ab?
  • Was macht es für mich interessant, zum Beispiel die Leitwerte, Familienfreundlichkeit oder Internationalität?
  • Inwiefern kann ich mich mit dem Unternehmen identifizieren?
  • Wieso passen dieses Unternehmen und ich „wie die Faust aufs Auge“?

Genau diese Argumente führen Sie nun im zweiten Absatz des Hauptteils an. Aber vergessen sie natürlich nicht eine schöne Überleitung zwischen den thematisch getrennten Gliederungspunkten. Der Hauptteil muss sich alles in allem flüssig lesen.

Absatz #3: Warum bin ich der Richtige?

Eine gute Überleitung zum dritten Absatz zu finden, dürfte nicht allzu schwierig werden. Er stellt schließlich mehr oder weniger eine Zusammenfassung des ersten und zweiten Absatzes Ihres Bewerbungsschreibens dar. Allerdings sollten Sie niemals das bereits Gesagte wiederholen! Kombinieren Sie stattdessen die Argumente für Sie als Arbeitskraft sowie die Wahl des Unternehmens und beantworten Sie die Frage: Welchen Mehrwert können Sie dem Unternehmen bieten – den die anderen Bewerber (hoffentlich) nicht haben? Auch hier können Sie natürlich viel behaupten, wenn der Tag lang ist. Deshalb kommt es ebenfalls auf überzeugende Beweise an. Anstatt „Ich werde Ihre Betriebsabläufe optimieren“, schreiben Sie beispielsweise:

„Dank meiner langjährigen Erfahrung in der Prozessoptimierung, konnte ich die Betriebsabläufe im Unternehmen XXX innerhalb des Jahres JJJJ insofern optimieren, als dass alle Projekte durchschnittlich 20 Prozent schneller abgeschlossen wurden.“

„Als innovativer Querdenker gestaltete ich den Service des Unternehmens XXX in meiner Anstellung als XXX grundlegend neu, was eine 30 Prozent höhere Kundenzufriedenheit nach sich zog.“

Schluss: Wie können Sie das Bewerbungsschreiben beenden?

Der Schlussteil Ihres Bewerbungsanschreibens ist zugleich auch der letzte und damit vierte Absatz des Hauptteils: Hier nennen Sie eventuell noch kurz Ihr mögliches Eintrittsdatum sowie Ihre Gehaltsvorstellungen – allerdings nur, wenn diese Angaben explizit in der Stellenausschreibung gefordert wurden! Welche Gehaltsvorstellungen realistisch sind und wie Sie Ihren Gehaltswunsch im Bewerbungsschreiben formulieren können, erfahren Sie in folgendem Artikel:

Lese-Tipp:Einstiegsgehalt: So klappt’s mit der Gehaltsvorstellung

Ansonsten verfolgt der Schlussteil Ihres Bewerbungsanschreibens vor allem einen Zweck: Den Call-to-Action für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Absatz #4: Wann soll ich zum persönlichen Gespräch erscheinen?

Wenn der Personaler Ihr Anschreiben bis zu diesem Punkt gelesen hat, ist das schon einmal ein gutes Zeichen. Bestenfalls haben Sie sein Interesse geweckt, einen positiven Eindruck hinterlassen und es fehlt nur noch der letzte kleine Ruck, um Sie direkt zum Vorstellungsgespräch einzuladen. Und genau diesen geben Sie ihm im Schlussteil durch einen sogenannten „Call-to-Action“. Geben Sie sich selbstbewusst und veranlassen Sie den Leser aktiv dazu, zum Telefonhörer – oder zur Tastatur – zu greifen, Sie zu kontaktieren und zu einem persönlichen Gespräch einzuladen. Welches Dos und Don’ts, es hierbei zu beachten gilt, erfahren Sie in der weiterführenden Lektüre:

Lese-Tipp:Schlusssatz der Bewerbung: Tipps, Beispiele und No-Gos

Der wohl häufigste Fehler und ein absolutes No-Go ist der Konjunktiv im Schlusssatz. Formulieren Sie also statt „Ich würde mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch freuen“ lieber einen Call-to-Action à la:

„Gerne überzeuge ich Sie persönlich von meiner Eignung. Auf einen Terminvorschlag von Ihnen freue ich mich.“

„Auf einen Anruf und persönliches Vorstellungsgespräch mit Ihnen freue ich mich. Mein Arbeitsbeginn kann nach Absprache erfolgen.“

„Wie Sie sehen, bin ich für eine Mitarbeit hochmotiviert und freue mich, Ihnen dies im Vorstellungsgespräch persönlich zu beweisen.“

Grußformel: Was sollen Sie unter die Bewerbung schreiben?

Die gängigste, aber auch wenig kreative, Grußformel ist „Mit freundlichen Grüßen“. Gerne können Sie aber auch Floskeln wie „Mit besten Grüßen“ oder – je nach Unternehmen und Branche – „Mit herzlichen Grüßen“ schreiben. Auch Anfügungen wie „aus Berlin“ oder „nach München“ sind durchaus gängig.

Postskriptum: PS im Bewerbungsschreiben – ja oder nein?

Ein PS in Ihrem Bewerbungsanschreiben? Das klingt für viele Menschen erst einmal befremdlich. Schließlich handelt es sich dabei eher um eine saloppe Formel aus der E-Mail an den Arbeitskollegen oder der Küchennotiz für den Ehemann, à la „PS: Ich denke an Dich bei Deiner Präsentation heute!“. Tatsächlich ist das Postskriptum aber auch in Bewerbungen ein tolles Mittel der Wahl, um positiv aus der Masse herauszustechen. Das funktioniert allerdings nur, wenn Sie dem Leser dann auch etwas Interessantes mitzuteilen haben. Beispiele für ein PS im Bewerbungsschreiben wären:

„PS: Erkundigen Sie sich gerne bei meinem bisherigen Arbeitgeber, Herrn XXX, unter der Telefonnummer XXX über mich. Er steht Ihnen jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung.“

„PS: Wie es der Zufall will, bin ich in der Woche vom TT.MM.JJJJ bis TT.MM.JJJJ ohnehin in Berlin und stelle mich Ihnen gerne bei dieser Gelegenheit auch persönlich vor.“

„PS: Offensichtlich fanden Sie meine Bewerbung bis zu diesem Punkt interessant – wieso lesen Sie dann nicht einfach auf meinem Blog unter www.bewerberblog-xxx.com weiter?

Checkliste: Das „perfekte“ Bewerbungsschreiben in 20 Stichpunkten

Zusammenfassend sollten Sie also bei Aufbau, Form und Inhalt Ihres Bewerbungsschreibens folgende 20 Punkte beachten – und Sie haben beste Chancen auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch sowie Ihren ganz persönlichen Traumjob:

  1. Das Bewerbungsschreiben muss glaubwürdig sein. Das Bewerbungsschreiben spiegelt den Verfasser wieder. Seien Sie ehrlich, authentisch und übertreiben Sie nicht!
  2. Schreiben Sie in Ihrer Sprache. Von einem Dachdecker erwartet niemand ein Bewerbungsschreiben, welches verdächtig ist, für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen zu werden. Anders sieht die Sache natürlich aus, hat der Bewerber zum Beispiel einige Semester Germanistik studiert.
  3. Das Bewerbungsschreiben muss unbedingt frei von grammatikalischen und Rechtschreibfehlern zu sein.
  4. Gehen Sie auf den Text des Stellenangebotes ein.
  5. Für Ihr Bewerbungsschreiben und Ihren Lebenslauf verwenden Sie nur weißes oder dezent getöntes Papier.
  6. Achten Sie unbedingt auf beste Druckqualität beim Ausdruck.
  7. Wichtig ist auch eine übersichtliche und klare Gliederung.
  8. Vermeiden Sie Farben wie Giftgrün oder Pink sowie Muster und alle Arten von Gags.
  9. Halten Sie sich an eine dezente Farbauswahl und verwenden Sie für Ihre Bewerbungsunterlagen etwas edlere Mappen, Klemm-Mappen oder Einlegesysteme.
  10. Sie sollten beim Abheften der Bewerbungsunterlagen auf die richtige Reihenfolge achten. Das Bewerbungsanschreiben liegt dabei stets obenauf, höchstens noch unter einem Deckblatt.
  11. Anlagen wie Zeugnisse sollten nur in guter und neuer Fotokopie verwendet werden.
  12. Für die Zusendung Ihrer Bewerbungsunterlagen sollten Sie einen stabilen DIN A4 Umschlag mit kartoniertem Rücken verwenden. Das Bewerbungsschreiben wird lose auf die Mappe gelegt.
  13. Achten Sie bei der Beschriftung des Umschlages auf die genaue Anordnung der Empfänger- und Absenderadresse sowie die Briefmarkenpositionierung. Verwenden Sie keine Friedens-, Umwelt- oder Weihnachtsaufkleber.
  14. Versenden Sie Ihre Bewerbungsunterlagen ganz normal. Auf keinen Fall per Express oder Einschreiben-Rückschein.
  15. Finden Sie den richtigen Empfänger für Ihre Unterlagen sowie das Bewerbungsanschreiben heraus.
  16. Verwenden Sie keine langweiligen Standardfloskeln – allerdings auch keine zu kreativen und dadurch unseriösen Formulierungen.
  17. Bestechen Sie durch Persönlichkeit und Einzigartigkeit.
  18. Achten Sie auf den stimmigen „roten Faden“ in Anschreiben, Lebenslauf sowie allen beigefügten Unterlagen.
  19. Untermauern Sie all Ihre Aussagen durch entsprechende Beweise.
  20. Bleiben Sie anschließend (telefonisch) erreichbar, um eine eventuelle Einladung zum Bewerbungsgespräch anzunehmen. Haken Sie – wenn nötig – nach einiger Zeit selbst noch einmal beim Unternehmen nach und zeigen Sie Initiative!

No-Gos: Die häufigsten und Fehler im Bewerbungsschreiben

Wir möchten Ihnen aber natürlich nicht nur sagen, was Sie im Bewerbungsschreiben tun, sondern auch, was Sie auf jeden Fall unterlassen sollten. Eine Liste der häufigsten und fatalsten Fehler im Bewerbungsanschreiben finden Sie im Artikel:

Lese-Tipp:Leitfaden: Fatale Fehler im Bewerbungsschreiben vermeiden

Zu den No-Gos im Bewerbungsanschreiben gehören auf jeden Fall auch abgedroschene Floskeln. Wollte man eine Rangfolge der Phrasen aufstellen, die im Bewerbungsschreiben einfach nur unter dem Stichwort „abgedroschen“ abgelegt werden, dürften dabei folgende Eigenschaften des offenbar hervorragend geeigneten Kandidaten im Vordergrund stehen: Der Bewerber bezeichnet sich selbst als

  • innovativ denkend,
  • als dynamisch und
  • motiviert mit
  • umfangreicher Erfahrung und
  • proaktivem Verhalten bei Konflikten und Problemen.
  • Als Teamplayer hat er eine
  • einwandfreie Erfolgsbilanz vorzuweisen,
  • die einen großen Mehrwert für das zukünftige Unternehmen darstellt.
  • Und schließlich ist der Kandidat ein ergebnisorientierter Problemlöser,
  • der seinem neuen Vorgesetzten größte Dienste erweisen wird.

Was sich hier als ein Horrorszenario aus einer beliebigen Bewerbung darstellt, ist nach einer aktuellen Studie des Karrierenetzwerks LinkedIn eine Liste der Fehler, die man in einer erfolgreichen Anfrage an den potenziellen Vorgesetzten besser vermeiden sollte. Unzählige Personalchefs raten dann auch, diese Ausdrücke im Anschreiben schlicht zu entfernen. Aussagekräftige Inhalte mit nackten Zahlen machen sich in der Regel viel besser, wenn sie die Höhepunkte der beruflichen Karriere darstellen – und sie vermitteln einen deutlich höheren Gehalt an Informationen, als es diese leeren Phrasen jemals könnten.

Kostenloses Bewerbungsschreiben Muster

Wenn all die bisherigen Informationen für Sie noch sehr abstrakt klingen, haben wir jetzt eine Musterbewerbung für Sie zusammengestellt. Aber Achtung: Übernehmen Sie niemals ganz oder teilweise Musterbewerbungen aus dem Internet. Jeder geübte Personaler wird dieses Vorgehen schnell durchschauen und Ihre Bewerbungsunterlagen direkt aussortieren. Zudem ist jede Bewerbung ebenso individuell wie ihr Verfasser. Fertigen Sie daher niemals „Massenbewerbungen“ an, sondern formulieren Sie für jede Stellenanzeige ein eigenes, individuelles Bewerbungsschreiben. Wir drücken Ihnen die Daumen!

Max Mustermann
Musterstraße 123
98765 Musterstadt

Frau Musterfrau
Musterunternehmen GmbH
Musterweg 987
12345 Musterdorf
TT.MM.JJJJ

Ihre Stellenausschreibung vom TT.MM.JJJJ

Sehr geehrte Frau Musterfrau,

Sie suchen engagierte Persönlichkeiten, die die Herausforderung und Ihre Zukunft im Einkauf sehen? Da die ausgeschriebene Stelle genau meine Interessen und Fähigkeiten trifft, nutze ich diese Chance, um mich bei Ihnen vorzustellen. Schon während meines Studiums arbeitete ich als Werkstudent aktiv in der Abteilung Materialwirtschaft beim Unternehmen Muster AG mit und fand darin meine Berufung. Seit meiner Übernahme vor zwei Jahren bin ich mitverantwortlich für den Einkauf aller Rohstoffe. Da ich noch jung und wissbegierig bin, meine beruflichen Perspektiven in dem Familienbetrieb allerdings begrenzt sind, wird es für mich jetzt Zeit für eine berufliche Weiterentwicklung.

Als international agierendes Unternehmen können Sie mir Entwicklungschancen bieten, die mir bislang verwehrt blieben. Durch meinen einjährigen Auslandsaufenthalt in den USA beherrsche ich fließend Englisch und sehe bei der Musterunternehmen GmbH die einmalige Chance, meine Leidenschaft für diese Fremdsprache mit jener für den Einkauf optimal zu kombinieren. Zu dieser Bewerbung motiviert hat mich zudem Ihr renommiertes Weiterbildungsprogramm „MUSTER-MITARBEITER-FÖRDERUNG“.

Motivation gepaart mit hoher Lernbereitschaft, ein analytischer und systematischer Arbeitsstil sowie Flexibilität und Teamfähigkeit runden mein persönliches Profil ab, wie Sie meinem angefügten Arbeitszeugnis entnehmen können.

Aber lassen Sie uns die Details lieber persönlich besprechen! Auf einen Anruf und ein Vorstellungsgespräch mit Ihnen freue ich mich. Mein Arbeitsbeginn kann nach Absprache erfolgen. Bis dahin verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift Max Mustermann

PS: Erkundigen Sie sich gerne bei meinem bisherigen Arbeitgeber, Herrn Musterarbeitgeber, unter der Telefonnummer 0123-456789 über mich. Er steht Ihnen jederzeit für ein Gespräch zur Verfügung!

Weitere Musterbeispiele für verschiedenste Berufe und Stellen finden Sie zudem in unserer Sammlung „Bewerbungsmuster: Kostenlose Vorlagen für Bewerbungen“. Welche weiteren Tipps, No-Gos oder sonstigen Anmerkungen möchten Sie zum Thema „Bewerbungsschreiben“ loswerden? Dann freuen wir uns auf Ihren Beitrag in den Kommentaren!

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