Ganz gemäß dem Motto „Ende gut, alles gut“ muss der Schlusssatz in einer Bewerbung sorgsam gewählt werden. Nach der Formulierung des Einleitungssatzes und eines überzeugenden Hauptteils des Motivationsschreibens, müssen Sie den Leser jetzt am Ende zur Aktion veranlassen, und zwar Sie zum Bewerbungsgespräch einzuladen. Was in der Werbebranche als „Call-to-Action“ bezeichnet wird, brauchen Sie auch als Schlusssatz in Ihrer Bewerbung. Doch Vorsicht, hier können Sie viel bewirken, aber auch ein bislang gutes Anschreiben zerstören. Wir haben daher für Sie alle Tipps, Tricks und No-Gos rund um den Schlusssatz einer Bewerbung zusammengetragen.

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Inhalt
1. Welche Bedeutung hat der Schlusssatz in einer Bewerbung?
2. Tipps & Tricks für den perfekten Schlusssatz
3. Was ist ein Call-to-Action?
4. No-Gos beim Schlusssatz einer Bewerbung
5. Beispiele für Schlusssätze in der Bewerbung

Welche Bedeutung hat der Schlusssatz in einer Bewerbung?

Das Ende eines Textes wirkt immer besonders lange nach. Werbetexten wird deshalb stets der sogenannte „Call-to-Action“ angehängt. Ähnlich ist das in einer Bewerbung: Der Schlusssatz im Bewerbungsanschreiben soll den Leser endgültig davon überzeugen, Sie zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen. Ist dieser zu vorsichtig formuliert oder Sie wählen einen Standardsatz, so könnte der Personaler Sie als unsicher und unkreativ einstufen, ist er allerdings zu forsch und selbstbewusst, wirken Sie eventuell arrogant. Sie sehen, dem Schlusssatz kommt eine ganz besondere Bedeutung zu und er stellt eine echte Herausforderung bei einer Bewerbung dar. Sie müssen das richtige Maß zwischen Selbstbewusstsein und Professionalität finden und sich dennoch von Ihren Mitbewerbern abheben. Sie sollten daher eine persönliche und zugleich natürliche Variante für einen Schlusssatz finden. Hierbei möchten wir Ihnen nun helfen…

Tipps & Tricks für den perfekten Schlusssatz

Sie sollten den Schlusssatz in Ihrer Bewerbung deshalb stets aktiv formulieren und niemals im Konjunktiv schreiben. Präsentieren Sie sich selbstbewusst und motiviert, zu einem Bewerbungsgespräch vorbeizukommen. Der Bewerber sollte nicht in die Rolle des Bittstellers verfallen, sondern Sie offerieren dem Unternehmen ja Ihre Arbeitskraft, Ihr Wissen, Know-How, die Erfahrung und Motivation. Deshalb begegnen Sie sich auf Augenhöhe. Manche Experten raten gar zu selbstbewussten Formulierungen, wie „Wann darf ich mich vorstellen?“. Wir jedoch befürchten, dass dies je nach Branche wiederum zu forsch ist. Unser Geheimtipp für einen gelungenen Schlusssatz in der Bewerbung ist deshalb der sogenannte „Call-to-Action“. Dieser stammt aus der Werbebranche, kann jedoch auch im Motivationsschreiben tolle Erfolge erzielen.

Was ist ein Call-to-Action?

Der „Call-to-Action“ kann als Handlungsaufforderung übersetzt werden. Wie der Name bereits sagt, zielt sie darauf ab, den Leser zu einer bestimmten Aktion zu bewegen. Der Call-to-Action ist daher ein beliebtes Marketing-Tool, welches in quasi allen Medien Verwendung findet. In Texten steht der Call-to-Action in der Regel am Ende. Besonders wirksam ist er dann, wenn er für den Leser klar ersichtlich und ansprechend formuliert ist. Dieser soll sich nicht bevormundet fühlen. Die Formulierung sollte vielmehr den Impuls für eine Handlung wecken, kurz und prägnant sein und zugleich seriös wirken. Das ist nun gewiss einfacher gesagt als umgesetzt. Wir haben Ihnen deshalb am Ende dieses Artikels zahlreiche Beispielsätze zusammengetragen. Lassen Sie sich inspirieren!

No-Gos beim Schlusssatz einer Bewerbung

Erst einmal möchten wir Ihnen aber noch kurz erklären, was Sie beim Schlusssatz unbedingt vermeiden müssen. In diesem einzigen Satz können Sie nämlich zahlreiche Fehler machen. Und wenn der Schluss nicht stimmt, kann auch eine gute Qualität von Einleitung und Hauptteil oftmals nicht mehr überzeugen. Doch welche sind nun eigentlich die absoluten No-Gos beim Schlusssatz?

  1. Der Konjunktiv: Die Wahl des Konjunktiv ist der mit Abstand häufigste Fehler beim Schlusssatz und ein absolutes No-Go. Er wirkt unsicher, bescheiden und geht in die Rolle des Bittstellers: „Ich würde mich freuen, mich bei einem persönlichen Gespräch vorstellen zu dürfen“ klingt alles andere als selbstbewusst. So mag der Konjunktiv zwar sympathisch sein, doch Sie machen sich zugleich klein und wirken unsicher. Der Konjunktiv hat deshalb im Schlusssatz eines Bewerbungsanschreibens absolut nichts verloren.
  2. Die Standardfloskel: Seien Sie ein wenig kreativ, denn Standardfloskeln aus dem Internet haben die Personaler schon unzählige Male gelesen. Lassen Sie sich zwar gerne davon inspirieren, doch wandeln Sie diese dann in eine persönlichere Ansprache um. „Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf eine Einladung zum Bewerbungsgespräch“ ist langweilig und unkreativ. Bauen Sie stattdessen Ihre individuelle, persönliche Note ein.
  3. Der Arrogante: Ja, auch ein Schlusssatz kann arrogant wirken. Als Gegenpol zum Konjunktiv, können Sätze wie das bereits genannte „Wann darf ich mich vorstellen?“ zu suggestiv sein. Finden sie das richtige Maß aus Selbstbewusstsein und Bescheidenheit. Manch ein Personaler mag den Schlusssatz sonst als Dreistigkeit empfinden und die Bewerbung lieber auf den Ablagestapel legen als Sie anzurufen.
  4. Der Falschverstandene: Manche Bewerber neigen auch zu Formulierungen, wie „Ich freue mich in einem persönlichen Gespräch mehr über die Stelle und das Unternehmen zu erfahren“. Wer jedoch nicht zum Kreis der dringend gesuchten Fachkräfte auf dem Markt gehört, sollte hierbei Vorsicht walten lassen. Der Hauptgrund für das Unternehmen, Sie zu einem Bewerbungsgespräch einzuladen, liegt schließlich darin mehr über Sie als Person und qualifizierte Arbeitskraft zu erfahren und nicht umgekehrt.
  5. Der Redner: Sich am Ende einer Bewerbungsanschreibens für die Aufmerksamkeit des Personalers zu bedanken, ist nicht angebracht. Sie befinden sich schließlich nicht auf der Bühne und haben gerade eine Rede gehalten. Zudem machen Sie sich mit dieser Formulierung wieder klein. Sie als Bewerber sind es schließlich wert, dass sich der Leser die notwendige Zeit nimmt.

Beispiele für Schlusssätze in der Bewerbung:

  • Ich erwarte mit Interesse Ihre Antwort und freue mich, wenn Sie sich die Zeit für ein persönliches Gespräch nehmen.
  • Mein Arbeitsbeginn kann nach Absprache erfolgen. Sollte zu diesem Zeitpunkt keine vakante Stelle bei Ihnen vorhanden sein, freue ich mich, wenn Sie meine Unterlagen bei der nächsten Besetzung berücksichtigen.
  • Wie Sie sehen, bin ich für eine Mitarbeit hochmotiviert und freue mich Ihnen dies im Vorstellungsgespräch persönlich zu beweisen.
  • Gerne überzeuge ich Sie persönlich von meiner Eignung. Auf einen Terminvorschlag von Ihnen freue ich mich.
  • Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und Sie einen engagierten Mitarbeiter suchen, komme ich gerne zu einem persönlichen Vorstellungsgespräch.
  • Schon jetzt freue ich mich auf eine Einladung von Ihnen und hoffe, Sie mit meiner Bewerbung überzeugt zu haben.
  • Auf eine positive Nachricht von Ihnen freue ich mich.
  • Sehr gerne möchte ich Sie in einem persönlichen Gespräch von meinen Fähigkeiten überzeugen und freue mich auf eine Einladung von Ihnen.
  • Zu einem Vorstellungsgespräch bin ich gerne bereit.
  • Auf eine persönliche Vorstellung, in der ich Sie von meinen Kenntnissen und Motivation überzeugen kann, freue ich mich.
  • Auf einen Anruf und persönliches Vorstellungsgespräch mit Ihnen freue ich mich. Mein Arbeitsbeginn kann nach Absprache erfolgen.
  • Für ein weiterführendes Gespräch stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung!
  • Nun hoffe ich mit meiner Bewerbung bei Ihnen Neugier geweckt zu haben und freue mich auf eine Einladung von Ihnen.
  • Für ein persönliches Gespräch komme ich gerne zu Ihnen.
  • Den Termin der Arbeitsaufnahme und die sonstigen Bedingungen sollten wir in einem persönlichen Gespräch abstimmen. Ich erwarte gern Ihren Terminvorschlag und verbleibe mit freundlichen Grüßen…

Lassen Sie sich von den Beispielen inspirieren und finden Sie diejenige Variante, welche am besten zu Ihnen als Person passt. Sie müssen sich mit Ihrem Schlusssatz wohlfühlen. Verfassen Sie daher einen authentischen, natürlichen sowie auch persönlichen Schlusssatz, den der Personaler nicht schon unzählige Male gelesen hat. Verbleiben Sie dann mit freundlichen oder besten Grüßen und unterschreiben Sie die Bewerbung handschriftlich. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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2 Kommentare

  1. Christopher

    Eine absolut umfassender und lesenswerter Artikel. Insbesondere die Differenzierung zwischen den beiden Extremen “Standardfloskel” und “Der Arrogante” finde ich wichtig und gut verständlich aufbereitet. Mit sehr selbstbewussten Aussagen wie “Wann darf ich mich vorstellen?” tue ich mich ebenfalls recht schwer. Zum einen besteht dabei immer das im Artikel erwähnte Risiko, dass das Selbstbewusstsein als Arroganz aufgefasst wird, zum anderen wirken solche Formulierungen teilweise aufgesetzt und wenig authentisch. Am Ende bleibt das dann doch eine Frage des individuellen Geschmacks der jeweiligen Personalverantwortlichen und je nach Branche und Unternehmen eine Entscheidung von Fall zu Fall, ob solche offensiven Formulierungen ankommen. Ich denke, dass ein bisschen Standard, gemischt mit etwas individueller Kreativität häufig die beste Lösung ist. Die im Artikel genannten Beispielsätze verkörpern das aus meiner Sicht sehr gut und sind damit ein nützliches Hilfsmittel für die Bewerbung.

  2. Daniela Frank-Müller

    Ich kommentiere ja wirklich selten. Aber hier muss ich einfach:

    Sorry, aber jemand, der im Jahr 2015 noch “mit freundlichen/besten Grüßen VERBLEIBT”, hat in den Kursen für moderne Korrespondenz in den Achtzigern was verpasst!

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