Der Jahresbeginn 2026 ist für viele Arbeitnehmer in Deutschland ein Kaltstart. Die Arbeitslosenzahlen steigen, und die Jobsuche gerät vielerorts zur Geduldsprobe. Doch nicht überall sind die Chancen gleich schlecht – oder gut. Eine aktuelle Analyse von JobLeads zeigt: In einigen Städten wird Jobsuche zum Vollzeitjob mit wenig Aussicht auf Erfolg.

Anzeige

Wo ist es besonders schwierig, einen neuen Job zu finden?

Die Studie untersuchte deutsche Großstädte mit mehr als 300.000 Einwohnern und analysierte unter anderem die Arbeitslosenquote, verfügbare Stellen pro 10.000 Beschäftigte, die Anzahl an Unternehmensstandorten sowie den Anteil an Ausschreibungen, die sich ausschließlich an Spezialist:innen richten. Das Ergebnis: Städte im Ruhrgebiet dominieren die Liste der problematischsten Standorte.

Die Verlierer der Joblandschaft: Dortmund, Essen, Duisburg

Dortmund steht auf dem unrühmlichen ersten Platz. Mit einer Arbeitslosenquote von 6,35 % und nur 3.197 Stellenangeboten pro 10.000 Beschäftigte ist die Konkurrenz hart. Gleichzeitig richten sich über die Hälfte der Ausschreibungen an qualifizierte Spezialisten – Quereinsteiger oder Umsteiger haben es hier besonders schwer.

Essen folgt direkt auf Platz 2. Auch hier: überdurchschnittliche Arbeitslosenquote, wenig Angebote, viele Anforderungen. Wer sich bewerben will, muss oft schon ordentlich Erfahrung mitbringen – eine klassische Hürde für Berufseinsteiger.

Duisburg setzt sogar noch eins drauf – mit der höchsten Arbeitslosenquote im Ranking: 6,79 %. Die Stellenlage? Düster. Nur 2.422 Ausschreibungen pro 10.000 Beschäftigte, viele davon mit spezieller Expertise als Voraussetzung.

Der Arbeitstag

Welche Jobs haben Zukunft? Wo knirscht’s zwischen Boomern und Gen Z? Wie verändern KI und Fachkräftemangel unser Berufsleben? „Der Arbeitstag“ ist der Newsletter mit allem, was die moderne Arbeitswelt bewegt. Klar, kompakt und direkt ins Postfach.


Was bedeutet das konkret für Bewerber?

Wer in diesen Städten einen neuen Job sucht, braucht mehr als nur Motivation. In Wuppertal etwa gibt es gerade einmal 2.176 Stellenanzeigen pro 10.000 Beschäftigte – bei fast 15.000 Unternehmen. Das bedeutet: Viele Betriebe sind da, aber kaum welche stellen neue Leute ein.

Auch Bielefeld und Bochum schneiden schlecht ab, trotz moderater Arbeitslosenzahlen. Der Arbeitsmarkt zurrt zu, und fast jede zweite Anzeige verlangt Spezialwissen. Wer als Generalist unterwegs ist oder neu ins Berufsleben startet, landet hier schnell auf dem Abstellgleis.

In welcher Stadt haben Jobsuchende die besten Chancen?

München ist das Gegenmodell. Mit nur 2,9 % Arbeitslosigkeit und fast doppelt so vielen Stellenausschreibungen wie Dortmund bietet die bayerische Landeshauptstadt beste Bedingungen. Zwar sind auch hier viele Anzeigen an Experten gerichtet, doch das Angebot ist so breit, dass auch Fachkräfte mit weniger Spezialisierung eine reelle Chance haben.

Anzeige

Frankfurt, Stuttgart und Karlsruhe schneiden ebenfalls gut ab. Hier trifft wirtschaftliche Stärke auf echte Nachfrage – ein Umfeld, das Jobsuchenden Rückenwind verleiht statt Gegenwind.

Und wie schlagen sich Städte im Osten Deutschlands?

Berlin landet im Ranking im Mittelfeld – mit einer Arbeitslosenquote von 5,51 % und 3.526 Stellenanzeigen pro 10.000 Beschäftigte. Trotz der hohen Zahl an Unternehmen (über 190.000) ist der Konkurrenzdruck enorm. Mehr als 60 % der Jobanzeigen richten sich an Spezialisten. Für Einsteiger oder Umsteiger ist Berlin damit kein Selbstläufer.

Leipzig hingegen schneidet mit einer Arbeitslosenquote von 4,44 % und 3.728 Anzeigen pro 10.000 Beschäftigte etwas besser ab. Allerdings liegt der Anteil an Spezialistenanzeigen auch hier bei über 50 %. Das bedeutet: Die Chancen sind besser als in vielen westdeutschen Städten, aber leicht ist die Jobsuche auch in Leipzig nicht.

Karrierebremsen vs. Job-Magneten: Der Städtevergleich

Die größten Karrierebremsen

RangStadtArbeitslosenquoteStellenanzeigen pro 10.000 BeschäftigteUnternehmen
1Dortmund6,35 %3.19722.471
2Essen5,74 %3.24323.356
3Bielefeld4,99 %3.30413.988
4Duisburg6,74 %2.42215.199
5Bochum4,97 %2.52913.942

Die besten Job-Magneten

RangStadtArbeitslosenquoteStellenanzeigen pro 10.000 BeschäftigteUnternehmen
1München2,90 %4.46092.995
2Frankfurt a.M.3,73 %6.09544.726
3Stuttgart3,28 %5.92531.467
4Nürnberg3,82 %4.29125.156
5Hamburg4,75 %4.049106.879

Was macht die lokale Jobsuche so schwer?

Ein hoher Anteil an „Expertenanzeigen“ wirkt wie eine gläserne Decke: Wer sich beruflich neu orientieren oder nach einer Pause zurückkehren will, fällt durchs Raster. Kombiniert mit hoher Konkurrenz, wenigen Stellenanzeigen und stagnierender Wirtschaftskraft ergibt das eine explosive Mischung für die lokale Jobsuche.

Anzeige

Zudem zeigen die Gehaltsdaten der Studie: Ein hohes Einkommen schützt nicht vor einem schlechten Arbeitsmarkt. Dortmund liegt mit 57.042 Euro Jahresgehalt im Mittelfeld – am Jobangebot ändert das nichts.

Was tun, wenn die eigene Stadt zur Jobfalle wird?

Wer in einer der betroffenen Städte lebt, hat drei Optionen:

  • Pendeln – Mobilität wird zum Karrierefaktor: Wer flexibel ist, erweitert den Radius seiner Möglichkeiten – und erhöht die Chancen auf den passenden Job deutlich. Wann sich ein Umzug oder tägliches Pendeln wirklich lohnt, hängt allerdings von mehreren Faktoren ab.
  • Weiterbildung oder Umschulung: Wer sich beruflich neu oder gezielter positioniert, punktet bei spezialisierten Ausschreibungen.
  • Netzwerken – der unterschätzte Karrierebooster: Algorithmen sortieren Lebensläufe. Menschen erinnern sich an Gesichter. Vitamin B ist für viele Jobs der Türöffner Nummer eins.

Fakt ist: Wohnort ist Karrierefaktor

Die JobLeads-Analyse zeigt schonungslos: Wohnort ist Karrierefaktor. Während München und Frankfurt Fachkräfte fast umwerben, kämpfen Bewerber in Dortmund oder Essen um jedes Vorstellungsgespräch. Die Jobsuche ist längst kein reines Qualifikationsspiel mehr, sondern ein Kampf gegen Statistiken, Standortnachteile und algorithmische Hürden. Wer sich am Arbeitsmarkt durchsetzen will, braucht vor allem eins: Beweglichkeit, Mut – und einen langen Atem.

Anzeige
Hinweis in eigener Sache:  Du fühlst dich im Job frustriert und brauchst einen klaren Plan für deinen Neustart? In unserem Guide „Die Exit-Strategie“ erfährst du, wie du deinen Absprung sicher meisterst – von der Kündigung bis zur Jobsuche. Hier geht’s zum Guide!
Anzeige