Was denken Sie: Welche sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine Karriere? Viele Menschen würden jetzt mit Motivation, Leistung oder Ausbildung antworten. Zwar mögen diese auch ausschlaggebend sein, der wichtigste Erfolgsfaktor ist laut Experten jedoch ein anderer. Welcher? Wir verraten es Ihnen.
Welche sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren für eine Karriere?
Inhalt
1. Leistung macht nur 10 Prozent des Erfolgs aus
2. Das „Vitamin B“ macht den Unterschied
3. Image: Wundermittel für Arbeitnehmer und -geber
4. Auch ein Arbeitnehmer hat eine eigene „Brand“
5. So machen Sie aus Ihrem Image eine Personal Brand

Leistung macht nur 10 Prozent des Erfolgs aus

Auf Business Insider sind wir auf eine interessante Zahl gestoßen: Nur zehn Prozent soll die Leistung zum beruflichen Erfolg beitragen. Ihre zahlreichen Überstunden, die Doppelarbeit für den kranken Kollegen oder die ständigen Fort- und Weiterbildungen scheinen schlussendlich gar nicht einmal so wichtig zu sein, wie Sie bislang dachten. Klingt nach einer guten Nachricht, oder? Sie können also getrost auch einmal pünktlich in den Feierabend gehen oder sich mit der Arbeit etwas mehr Zeit lassen – und dennoch erfolgreich werden. Die Frage ist aber: Wenn Leistung nur zehn Prozent ausmacht, welcher ist dann der ausschlaggebende Erfolgsfaktor für Ihre Karriere?

Das „Vitamin B“ macht den Unterschied

Die Antwort ist wenig überraschend: Mit 60 Prozent sind Beziehungen, also das berühmte „Vitamin B“, der schnellste und vielversprechendste Weg zu beruflichem Erfolg. Freundschaften und Kontakte sind häufig das Zünglein an der Waage, wenn es um die Besetzung von Stellen oder auch Beförderungen geht. In dieser Hinsicht ist es zudem wenig überraschend, dass vor allem Menschen mit ausgeprägten Soft Skills heutzutage eine große Karriere ansteuern. Soziale Kompetenzen haben den Hard Skills längst den Rang abgelaufen. Vielleicht, weil eben jene emotional intelligenten Menschen automatisch mehr Kontakte besitzen und neu knüpfen. Wie das funktioniert, haben wir Ihnen im Artikel „Vitamin „B“: Wie Sie im Job Freundschaften knüpfen“ verraten. Doch nicht nur die Quantität der Kontakte ist für Ihren beruflichen Erfolg von Bedeutung, sondern wie so oft im Leben vor allem die Qualität. Das bedeutet: Sie müssen nicht nur viele Leute kennen, sondern bei diesen natürlich auch beliebt sein. Das wirklich wichtige Stichwort in diesem Rahmen ist also „Image“. Je mehr Bekanntschaften Sie haben und je besser diese Ihr Image wahrnehmen, umso schneller und steiler wird Ihre Karriere verlaufen.

Image: Wundermittel für Arbeitnehmer und -geber

Image ist eigentlich ein Wort, welches vor allem mit Personen des öffentlichen Lebens oder auch Institutionen und Unternehmen in Verbindung gebracht wird. In Umfragen ist das Image eines Arbeitgebers für Arbeitnehmer immer noch die wichtigste Eigenschaft, zum Beispiel im Rahmen der Jobsuche:

Statistik: Anteil der Befragten, die folgende Eigenschaften ihrers Arbeitgebers als sehr wichtig oder unverzichtbar einschätzen | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Doch nicht nur der Arbeitgeber muss an einem guten Image , auch „Employer Branding“, arbeiten, sondern auch Arbeitnehmer müssen sich endlich als „Marke“ begreifen.

Auch ein Arbeitnehmer hat eine eigene „Brand“

Jeder Mensch hat ein Image – ob er will oder nicht. Es handelt sich hierbei um nichts anderes als das Bild, welches seine Mitmenschen von ihm haben. Die gute Nachricht ist: Welchen Eindruck Sie Ihrem Gegenüber vermitteln, können Sie beeinflussen. Sie müssen Ihr Image also nicht (mehr) dem Zufall überlassen, sondern können dieses ab sofort bewusst wählen. Im Berufsleben ist Ihre „Brand“ Ihr Aushängeschild. Mit einem Image als „qualifiziert, fleißig und sympathisch“ haben Sie schließlich bessere Chancen auf die Beförderung als mit dem Image „faul, cholerisch und häufig krank“. Beginnen Sie also damit, Ihre Personal Brand aktiv zu gestalten und machen Sie so einen großen Schritt in Richtung Erfolg. Doch wie funktioniert das eigentlich: „Ein Image aufbauen“?

So machen Sie aus Ihrem Image eine Personal Brand

  • Lernen Sie sich selbst so gut wie möglich kennen: Welche sind Ihre individuellen Stärken, Alleinstellungsmerkmale und wichtigsten „Verkaufsargumente“?
  • Nun legen Sie sich individuelle Ziele fest: Wie soll Ihr „Image“ aussehen? Welche sind Ihre beruflichen sowie persönlichen Ziele?
  • Prüfen Sie nun, wie andere Menchen Sie wahrnehmen. Fragen Sie dazu ganz offen Ihre Familie und Freunde. Auch Kollegen, mit welchen Sie ein enstprechend gutes Verhältnis pflegen, können Ihnen hierbei wichtige Antworten geben. Doch Achtung: Wirklich hilfreich sind diese Gespräche für Sie nur dann, wenn auch negative Aspekte Ihres aktuellen Images oder Ihre Schwächen zur Sprache kommen.
  • Versuchen Sie nun, diese Fremdwahrnehmung mit Ihren eigenen beruflichen Zielen in Einklang zu bringen: Wo befinden Sie sich bereits auf einem guten Weg? An welcher Stelle muss Ihre Personal Brand unbedingt überarbeitet werden?
  • Pflegen Sie Ihre Personal Brand fortan. Sie muss von Ihrem Gegenüber wie ein roter Faden wahrgenommen werden. Das bedeutet, dass sich Ihre Personal Brand nicht nur in Ihren Worten, Taten, Mimiken und Gestiken wiederfinden soll, sondern auch in Ihrem Lebenslauf, in Ihren Qualifikationen, Fort- und Weiterbildungen, in der E-Mail-Signatur, dem Bewerbungsbild, Ihren Social-Media-Präsenzen, der gewählten Kleidung usw.

Weitere praktische Tipps zum Thema Personal Branding finden Sie zudem im Artikel „Personal Branding: Definition, Möglichkeiten und Tipps“. Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet also: Der wichtigste Erfolgsfaktor für Ihre Karriere sind Kontakte und wie diese Sie als Personal Brand wahrnehmen.

Oder was denken Sie? Welche Faktoren haben Sie zu mehr beruflichem Erfolg geführt? Wird Leistung Ihrer Meinung nach überbewertet? Wir freuen uns auf Ihre Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren.

4 Kommentare

  1. Matthias Vöcking

    Leistung wird selbstverständlich nicht überbewertet! Der Artikel macht mich nur darauf aufmerksam, die Zahl völlig unqualifizierter Personen mit Macht und Einfluss, die Leistung nicht den Beitrag zum Erfolg einer Berufslaufbahn zuweisen der ihr auch im Arbeitgeberinteresse zukommen muss, ist größer als erwartet. Die das Arbeitgeberinteresse am stärksten berührenden Größen im Branding eines Beschäftigten sind Leistung und Zuverlässigkeit. Je stärker sich das Branding von der tatsächlichen Leistung abhebt, desto unzuverlässiger ist der Beschäftigte bzw. sein Branding für die Einschätzung seiner Brauchbarkeit für das Unternehmen. Sinnvoller wäre zu fragen, ob die klassische Abgrenzung von “Leistung” in jedem Fall die Brauchbarkeit des Beschäftigten für das Arbeigeberinteresse so abbildet wie vorausgesetzt. Dann wäre aber ein Bedeutungswandel von “Leistung” näherliegend als gegebenenfalls die Überortung enttäuschter Leistungserwartungen (besseres Branding) über die Leistung.

  2. xihongshi

    Es mag ein gewissen Anteil an Wahrheit drin stecken, dass Freundschaften wichtig sind. Aber Nichtkönner, die mit ihren Leistungen Probleme machen, können auch mit Beziehungen nichts werden, weil ihre Freunde sich spätestens dann zurückziehen, wenn die Minderleistung auf sie abzufärben droht. Ich plädiere dafür, dass man seine Bekanntschaften aufbaut und unterhält, aber auf der Basis (als erste Grundvoraussetzung) von Leistung, denn der gute Leistung bringt, wird auch auf Bekannte und Freunde in der Karriereleiter treffen, die hoffen, dass sein guter Ruf auf sie mit abfärbt. Lasst euch also nicht von dem Artikel verrückt machen. Sonst wäre Deutschland längst ein Volk von Blendern und nicht so erfolgreich wie es ist.

  3. Rino Surber

    @Matthias Vöckinger: hätte es nicht treffender Formulieren können.

    …und ich denke, dass die Unternehmen hierfür schon bald die Zeche dafür bekommen, wenn es einzig und alleine darum geht “sich selber zu vermarkten”. Spätestens wenn es hart auf hart kommt, und das Unternehmen nur noch Schwätzer eingestellt hat, werden Sie sehen, dass man mit solchen Leuten eigentlich nichts machen kann. Sie blähen nur den Verwaltungsapparat und somit die Kosten auf.

  4. Das Übliche führt langfristig zum Tunnelblick und einer … des Denkens. Zusätzlich ist es eine erfolgreiche Produktion von Ja-Sagern. Alles nicht geeignet die Probleme der Zukunft zu lösen. Die “Es ist doch alles Gut-Politik” wird leider bald scheitern. Schon heute glaubt fast niemand mehr den Politikern. Schafe haben allerdings viel Geduld, wenn sie aber laufen…Es gibt immer mehr Manager der 2. Kategorie die keine Ahnung von der Realität im Markt haben, sich aber Akademisch sehr wohl fühlen. Die Chefs akzeptieren dies wohl, da von dieser Seite ganz sicher keine Bedrohung zu erwarten ist. Eine WIN-Win Situation für beide, definitiv allerdings eine Lose-Lose Situation für Firmen und die Gesellschaft. Dafür frisst man Startups aus der Hand, sicher oft sogar zu recht, da man über den eigenen überschätzten Inzuchtdenkbereich frische Ideen bekommt. Allerdings fehlt diesen auch der Professionelle Blick und langjährige Erfahrung im Markt. Dies kann man über Umfragen nur zum Teil kompensieren.
    Arroganz verhindert oft die besten Ideen. Genau dieses war aber bei allen erfolgreichen Firmen der letzten Jahre, vor allem in den USA, nicht der Fall. Keine verkrusteten, auf Abschirmung bedachten, Strukturen sind die Erfolgsgarantien.

Kommentieren