Personal Branding – also: sich selbst zu einer Marke machen – ist eines dieser Buzzwords, die gerade wieder vermehrt im Internet auftauchen und für Aufsehen sorgen. Was hat es mit der persönlichen Markenbildung auf sich? An wen richtet sich diese Praxis und wozu soll sie überhaupt gut sein? Um das Personal Branding ranken sich einige Fragen, die im folgenden Beitrag umfassend geklärt werden sollen.

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1. Personal Branding: Ein Definitionsversuch
2. Was macht Personal Branding im Kern aus?
3. In 3 + 1 Schritten zur eigenen Personen-Marke
4. Schritt #1: Definieren Sie klare Ziele
5. Schritt #2: Überlegen Sie genau, wie das Ziel erreicht wird
6. Schritt #3: Machen Sie sich präsent
7. Zusatz-Schritt: Überprüfen Sie Ihr Image
8. Warum ist Personal Branding überhaupt wichtig?
9. Personal Branding für Selbstständige
10. Personal Branding für Angestellte
11. Vor- und Nachteile der persönlichen Markenbildung
12. Aus der Praxis: So positionieren Sie sich als Personenmarke
13. Möglichkeit #1: Setzen Sie soziale Medien gezielt ein
14. Möglichkeit #2: Geben Sie Experten-Interviews
15. Möglichkeit #3: Verfassen Sie reichweitenstarke Gastbeiträge
16. Negativ-Beispiele: Wenn Personal Branding nach hinten los geht

Personal Branding: Ein Definitionsversuch

Gleich vorweg: Es gibt keine einheitliche Definition des Begriffs Personal Branding. Vielmehr kursiert im Internet eine Vielzahl an Erklärungsansätzen, die sich teilweise ähneln, aber auch genauso oft voneinander abweichen. Die folgende Definition ist also nicht als allgemeingültig zu verstehen, sondern eher ein individueller Ansatz, der das Personal Branding im Kontext dieses Beitrags greifbarer machen soll.

Personal Branding ist der Versuch der Markenbildung am Menschen. Das Individuum wird, ähnlich wie ein Produkt oder ein Label, ins Zentrum der Aufmerksam gerückt und mit verschiedenen Attributen behaftet. Hierzu gehört nicht nur ein bestimmtes Image, sondern auch die Herausbildung von einem Expertenstatus. Personal Branding ist als Form der Selbstvermarktung zu verstehen, die sich nicht nur an Selbstständige, sondern auch an Angestellte richtet. Es handelt sich also um einen Ansatz, der eine breite Zielgruppe anspricht und viele verschiedene Facetten und Umsetzungsmöglichkeiten bietet.

Was macht Personal Branding im Kern aus?

Um Ihnen die Möglichkeiten der Markenbildung für Personen aufzuzeigen, soll hier kurz der Kern des Personal Brandings skizziert werden. Die folgenden Punkte orientieren sich an der Definition vom Personal Branding-Experten Hubert K. Rampersad.

  • Persönliches beziehungsweise personengebundenes Marketing
  • Image-Bildung
  • Förderung des Verkaufs
  • Aktive Promotion
  • Definieren der äußerlichen Erscheinung
  • Erlangen von (mehr) Bekanntheit

Wichtig: Personal Branding bedeutet keinesfalls, dass Sie sich selbst als Person neu definieren oder verändern müssen, um erfolgreich zu sein. Diese Form des Marketings zielt darauf ab, Ihre Kompetenzen und Besonderheiten zu fokussieren und zur Bildung einer Marke zu nutzen.

In 3 + 1 Schritten zur eigenen Personen-Marke

Unter Branding (zu Deutsch: Markenbildung) versteht man einen wichtigen Aspekt, der einem Unternehmen dabei hilft, sich von der breiten Masse der Konkurrenten abzuheben. Eine Marke wird nicht nur erschaffen, sondern auch beseelt. In diesem Zusammenhang spielen vor allem eine klare Positionieren und das (angestrebte) Image eine wichtige Rolle. Diese Aspekte lassen sich ohne weiteres auch auf das Personal Branding übertragen. Auch hier gilt es, sich positiv abzuheben und als Marke zu manifestieren. Aber wie sieht der konkrete Weg vom „Niemand“ hin zur Eigenmarke aus?

Schritt #1: Definieren Sie klare Ziele

Was wollen Sie mit Ihrer Personenmarke erreichen? Wie wollen Sie wahrgenommen werden? Was gilt es auf jeden Fall zu vermeiden? Fragen wie diese müssen im Vorfeld Ihrer Branding-Bemühungen unbedingt beantwortet werden – und zwar ausführlich. Nur wenn Sie genau wissen, wohin die Reise gehen soll, kann diese auch von Erfolg gekrönt werden. Es ist wie überall in der Business-Welt: Eine klare Fokussierung auf das Ziel ist Trumpf. Machen Sie sich also genau klar, was die Bildung Ihrer Eigenmarke bewirken soll.

Mögliche Ziele der persönlichen Markenbildung:

  • Mehr Sichtbarkeit im Internet
  • Positionierung als Experte oder Fachkraft
  • Austausch und Vernetzung mit anderen Menschen aus der Branche
  • Abheben von der „grauen Masse“
  • Schärfen des beruflichen Profils

Schritt #2: Überlegen Sie genau, wie das Ziel erreicht wird

Wie Schritt #1 ist auch dieser noch rein theoretischer Natur. Es geht darum, sich zu überlegen, wie Sie Ihrem gesteckten Ziel näher kommen und brauchbare Ideen festzuhalten. Auf diese Weise erstellen Sie sich nach und nach einen ausgefeilten „Schlachtplan“, der den Weg zum Personal Branding ebnet. Stellen Sie sich im Zuge dieses Schrittes vor allem die folgenden Fragen:

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  • Über welche Kanäle will ich vorrangig wahrgenommen werden?
  • Wie schaffe ich es, mich als Experte zu positionieren?
  • Wie gelange ich an wertvolle Kontakte?
  • Wie will ich wahrgenommen werden / Wie soll mein Image sein?

Auch hier gilt es wieder, so konkret wie möglich zu arbeiten. Machen Sie sich umfassende Gedanken und detaillierte Aufzeichnungen, die Ihren Weg zum Ziel einer erfolgreichen Eigenmarke dokumentieren. Je genauer Ihre Vorbereitungen sind, desto weniger Arbeit haben Sie in der Praxis und umso schneller erreichen Sie Ihr Ziel.

Schritt #3: Machen Sie sich präsent

Im dritten Schritt auf dem Weg zur Eigenmarke findet endlich der Übergang in die Praxis statt. Nun wenden Sie an, was Sie zuvor herausgearbeitet haben. Ganz allgemein kann dieser Step wie folgt zusammengefasst werden: Machen Sie sich sichtbar und positionieren Sie sich eindeutig.

Ein überaus erstrebenswertes Ziel sollte es in diesem Zusammenhang immer sein, dass andere Leute (positiv) über Sie reden und Sie mit einem ganz bestimmten Thema (welches Sie vorher selbst definiert haben!) in Verbindung bringen. Auf diese Weise kommt es zu einer Verknüpfung zwischen Ihrem Namen und einem Wissensgebiet. Es ist dann nur noch eine Frage der Zeit, bis Sie einen Expertenstatus erreichen.

Zusatz-Schritt: Überprüfen Sie Ihr Image

Personal Branding ist ein Prozess, der nie zu Ende ist. Wer es einmal geschafft hat, sich selbst ein positives Marken-Image aufzubauen, darf sich keinesfalls in Sicherheit wiegen. Die Wahrnehmung der anderen kann sich zu jeder Zeit ändern.

Damit Sie immer genau wissen, wie Ihre Personenmarke wahrgenommen wird, ist ein permanentes Monitoring notwendig. Das bedeutet längst nicht nur, sich regelmäßig zu googlen. Viel wichtiger ist es, die Grundstimmung einzufangen, die mit Ihrer Person in Verbindung gebracht wird. Wie hat sich Ihr letzter Auftritt auf Ihr Image ausgewirkt? Wie viele Personen konnten Sie durch das Experten-Interview erreichen? Wird es mal wieder Zeit für eine kleine Instagram-Kampagne?

Tipp: Jeder, der sich selbst zu einer Marke machen will, sollte ein Google Alert mit seinem Namen anlegen. Auf diese Weise erfahren Sie immer sofort, wenn andere über Sie im Internet schreiben.

Warum ist Personal Branding überhaupt wichtig?

Personal Branding ist immer mit viel Arbeit verbunden. Umso verständlicher ist es natürlich, wenn Sie sich jetzt fragen: Wozu das Ganze? Lohnt es sich wirklich, Zeit und auch Geld in die Bildung einer eigenen Marke zu investieren oder handelt es sich hierbei nur um einen weiteren Marketing-Trend, der schon bald wieder von der Bildfläche verschwinden wird?

Die Antworten: Ja. Und nein. Wer sich einmal dem Personal Branding verschrieben hat, wird schon nach kurzer Zeit die ersten Früchte des Erfolges ernten können. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass man alles richtig anstellt und nicht in die falsche Richtung arbeitet. Die Eigenmarke ist für die verschiedensten Menschen von großem Interesse und erfüllt gleich mehrere Zwecke.

Personal Branding für Selbstständige

Gewerbetreibende, Freiberufler, Freelancer – Sie alle tun gut daran, sich selbst als Marke zu positionieren. Ein professionelles und zugleich sympathisches Image in Kombination mit einem Experten-Status ist in nahezu jeder Branche Gold wert und deswegen absolut erstrebenswert. Hier spielt es auch eine Rolle, dass Personal Branding direkten Einfluss auf die Bereiche Umsatzsteigerung und Wachstum hat.

Tipp: Eine starke Eigenmarke, die durch ein positives Image geprägt ist, hilft Ihnen auch immer, sich gegen Shitstorms zu währen oder diese gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Personal Branding für Angestellte

Wer sich in einem Angestellten-Verhältnis befindet, hat teils gleiche, teils unterschiedliche Absichten wie ein Selbstständiger, wenn es um Personal Branding geht. Auch hier spielt es natürlich eine Rolle, sich klar als Person und Fachkraft zu positionieren, um somit seine beruflichen Kompetenzen herauszustellen. Mit anderen Worten: Personal Branding hilft Ihnen dabei, Ihre Vorzüge klar zu definieren und ansprechend zu präsentieren.

Vor allem in Zeiten der beruflichen Umorientierung oder bei der Suche nach einem neuen Job spielen diese Aspekte eine zentrale Rolle. Bedenken Sie auch, dass Ihnen ein geschärftes Profil dabei behilflich ist, von sogenannten Headhuntern gefunden zu werden. Personal Branding kann also einen direkten Einfluss auf Ihren Karriere-Weg haben.

Vor- und Nachteile der persönlichen Markenbildung

Auch wenn das Kreieren einer Eigenmarke bisher immer sehr gut dargestellt wurde – und sicher auch viele positive Aspekte mit sich bringt – muss dennoch auch festgehalten werden, dass diese Form des Selbstmarketings auch Schattenseiten aufzeigt. Die folgende Übersicht macht deutlich, welche Vor- und Nachteile Personal Branding mit sich bringt.

VorteileNachteile
klare Positionierungviel Arbeit
Aufbau eines Experten-Statuskontinuierliche Überwachung notwendig
Vereinfachte VernetzungImage-Schädigung durch Kleinigkeiten
erhöhte SichtbarkeitHinterfragen aller Tätigkeiten (z.B. in sozialen Netzwerken)
Steigerung des Erfolgs (Verkaufszahlen etc.)Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit können auch zur Belastung werden

 

Es ist falsch zu sagen, dass sich das Personal Branding ausschließlich positiv auf Ihre Karriere auswirken wird. Bedenken Sie immer, dass die Markenbildung mit viel Arbeit verbunden ist und dementsprechend sowohl Zeit als auch Energie fordert. Hinzukommt, dass Sie durch Ihre Eigenmarke eingeschränkt werden. Das wird zum Beispiel dann deutlich, wenn Sie einen unterhaltsamen Inhalt auf Ihrem Social Media-Kanal teilen wollen, dieser aber nicht mit Ihrem Image korreliert.

Dennoch kann festgehalten werden, dass die positiven Effekte vom Personal Branding überwiegen. Wer den Aufwand für das eigene Personenmarketing klar limitiert und sich auf bestimmte Punkte fokussiert, läuft auch nicht Gefahr, zu viel Arbeit in etwas zu stecken, das zu wenig Erfolge mit sich bringt.

Aus der Praxis: So positionieren Sie sich als Personenmarke

Sie wollen am liebsten sofort loslegen und Ihre eigene Personenmarke kreieren? Das können wir sehr gut verstehen. Nachfolgend finden Sie drei Möglichkeiten für gutes Personal Branding.

Möglichkeit #1: Setzen Sie soziale Medien gezielt ein

Der Einfluss von social media ist nach wie vor ungebrochen. Verschiedene Kanäle wie Facebook, Twitter, Youtube, Instagram und Snapchat sind nicht nur eine tolle Möglichkeit, sich kreativ zu verwirklichen, sondern auch unverzichtbar, wenn Sie sich in der digitalen Welt sichtbar machen wollen.

Die folgenden Punkte gilt es beim Umgang mit sozialen Medien zu beachten:

  • Beschränken Sie sich auf drei bis maximal vier Kanäle (alles andere bedeutet zu viel Aufwand und führt zu einer unsauberen Arbeit)
  • Erarbeiten Sie ein einheitliches Konzept, das einen Wiedererkennungswert erschafft (zum Beispiel durch Verwendung des immer gleichen Header-Bildes)
  • Vermeiden Sie dennoch die Dopplung von Inhalten auf unterschiedlichen Kanälen ? nutzen Sie diese immer individuell
  • Verinnerlichen Sie das „sozial“ in „soziale Medien“, vernetzen Sie sich mit anderen Nutzern, interagieren Sie und seien Sie aktiv (durch Kommentare, Likes und Shares)
  • Legen Sie sich bei Bedarf Zweit-Kanäle an, auf denen Sie privat unterwegs sind und die nichts mit Ihrer Personenmarke zu tun haben

Möglichkeit #2: Geben Sie Experten-Interviews

Interview-Anfragen sind das A und O. Sie verschaffen Ihnen Sichtbarkeit und helfen dabei, einen Expertenstatus aufzubauen. Damit das Interview nicht zum Reinfall wird, sollten Sie die folgenden Punkte beherzigen:

  • Achten Sie auf die Seriosität des Mediums, auf dem das Interview veröffentlicht wird
  • Lassen Sie sich das Interview vor der Veröffentlichung immer noch einmal zeigen
  • Stellen Sie professionelle und hochwertige Fotos Ihrer Person zur Verfügung
  • Überprüfen Sie, ob Ihr Name stets richtig geschrieben wurde
  • Überprüfen Sie die Resonanzen auf das Interview
  • Beteiligen Sie sich aktiv an Diskussionen, die das Interview ins Leben ruft
  • Antworten Sie auf Fragen

Möglichkeit #3: Verfassen Sie reichweitenstarke Gastbeiträge

Egal ob persönlicher Blog oder Fach-Magazin: Ein Gastbeitrag hilft enorm dabei, Sie als Personenmarke bekannt zu machen. Das Besondere an dieser Herangehensweise ist, dass Sie sich einem völlig neuen Zielpublikum präsentieren. Dieses hält nicht nur spannende neue Kontakte bereit, sondern hilft wiederum dabei, Sie und Ihre Inhalte in anderen Netzwerken zu verbreiten. Man könnte in diesem Zusammenhang auch von dem klassischen Schneeball-Prinzip sprechen.

Tipp: Versuchen Sie – so gut es geht – Ihre Brand-Merkmale in den Gastbeitrag einfließen zu lassen. Das kann beispielsweise durch die Wahl eines bestimmten Sprachstils, eine einzigartige Bildsprache oder das Einbinden Ihres Logos geschehen.

Negativ-Beispiele: Wenn Personal Branding nach hinten los geht

Abschließend wollen wir Ihnen an dieser Stelle noch ein paar absolute Personal Branding-No Gos mit auf den Weg geben. Vermeiden Sie diese, wenn Sie wollen, dass die Bildung Ihrer Eigenmarke zum Erfolg wird.

  • Sie stellen sich als das Maß aller Dinge dar
  • Sie verzichten auf den Austausch mit anderen Experten
  • Sie vergessen, Ihre Kernkompetenzen zu kommunizieren
  • Sie positionieren sich so, dass Sie von anderen nur als Konkurrenz wahrgenommen werden
  • Sie grenzen sich nicht klar von anderen ab
  • Sie bleiben sich selbst nicht treu
  • Sie verfolgen keine klare Linie
  • Sie weichen Konflikten bewusst aus
  • Sie wirken nicht vertrauensvoll
  • Sie stellen sich so (unbewusst) negativ dar, dass es anderen schwerfällt, Sie weiterzuempfehlen

Personal Branding ist ein extrem spannendes Thema, über das noch viel mehr berichtet werden kann. Wie sieht Ihre Einstellung zur persönlichen Markenbildung aus? Lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen.

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