Der erste Eindruck ist bekanntlich bleibend. Gerade einmal sieben Sekunden braucht das menschliche Gehirn, um sich ein Bild von seinem Gegenüber zu machen – positiv oder negativ. Diese Grundhaltung später zu revidieren, ist ein äußerst schwieriger und langwieriger Prozess. Im Berufsleben ist der erste Eindruck deshalb das A und O. Mit diesen sechs Verhaltensweisen werden Personaler, der Chef oder die neuen Kollegen dich garantiert mögen. Hier kommen unsere Verhaltenstipps für die ersten Sekunden mit einer fremden Person:

Schritt 1: Achte auf deine Körpersprache

Noch bevor du die Augen, das Lächeln oder die Stimme der anderen Person wahrnimmst, siehst du diese zum allerersten Mal aus einiger Entfernung. Vielleicht stehst du mit dem Rücken zu deinem Gegenüber, vielleicht steigst du aus einem Aufzug oder ihr geht beide aufeinander zu: So oder so ist deine Körpersprache das Erste, was dein Gegenüber bei der Begegnung von dir wahrnimmt. Deshalb

Anzeige
  • achte auf eine offene Körperhaltung und lasse die Arme locker hängen. Verschränkte Arme wirken abweisend.
  • stelle beide Beine fest auf den Boden. Überkreuzte Beine oder ein nervöses „Hinundhertänzeln“ wirken unsicher.
  • bewege dich langsam und bewusst. Vermeide hektische und unkontrollierte Gesten. Viele Menschen beginnen sich zum Beispiel aus Nervosität an Hals oder Armen zu kratzen, was rote Striemen hinterlässt, oder Frauen spielen oft aus Langeweile mit ihren Haaren, was wiederum von einigen Herren als Unsicherheit oder sogar Flirtversuch ausgelegt wird – nicht gerade förderlich für einen professionellen ersten Eindruck.
  • stehe aufrecht, das strahlt Selbstbewusstsein aus.

Lese-Tipp:Selbstbewusstsein stärken: Tipps & Übungen für mehr Selbstvertrauen

Schritt 2: Stelle Augenkontakt her

Bleibe aufmerksam, selbst wenn du warten musst. Du solltest nicht auf dein Smartphone oder in Tagträumen versunken aus dem Fenster blicken. Sehe dich um, sodass du andere Personen frühzeitig wahrnimmst, wenn diese auf dich zukommen. Vermeide unbedingt einen prüfenden Blick von oben nach unten und zurück. Dieser wird von deinem Gegenüber eventuell als kritisch oder arrogant wahrgenommen. Wende dich stattdessen der auf dich zukommenden Person zu und stelle unmittelbar Augenkontakt her.

Der geniale Mensch: der, der Augen hat, für das was ihm vor den Füßen liegt.
(Johann Jakob Mohr)

Schritt 3: Zögere kurz

Der dritte Schritt mag dir ungewöhnlich erscheinen, doch er wird dich deinem Gegenüber sofort sympathischer machen. Nachdem du den Augenkontakt mit der anderen Person hergestellt hast – sie also sichtlich wahrgenommen hast – zögere eine Sekunde, bevor du reagierst. Dieses kaum merkliche Zögern von einer oder auch nur einer halben Sekunde nimmt deiner darauffolgenden Reaktion die Willkür. Drehe dich bereits mit einem strahlenden Lächeln um und stelle erst dann Augenkontakt her, dass wirkt zwar immer noch freundlich, doch die „angelächelte“ Person bezieht deine Freude nicht auf sich selbst. Sie wird denken:

Anzeige

„Er/sie lächelt ja freundlich und scheint sich hier wohlzufühlen. Ah, jetzt hat er/sie mich auch gesehen.“

Stelle hingegen erst Augenkontakt her, zögern kurz und setze erst dann dein strahlendstes Lächeln auf, bezieht das Gegenüber deine Reaktion auf sich selbst. Es denkt sich:

„Ah, jetzt hat er/sie mich gesehen. Wenn er/sie mich so freundlich anstrahlt, lächle ich doch direkt zurück!“

Der Mechanismus ist ebenso wirksam wie schwierig in Worte zu fassen. Am besten, du probierst es einfach einmal im Privat- oder Berufsleben aus. Du wirst sehen, dass du auf dein Gegenüber unmittelbar sympathischer wirkst und dementsprechend auch freundlichere Rückmeldungen erhältst.

Schritt 4: Setze ein strahlendes Lächeln auf

Der vierte Schritt wurde nun bereits erwähnt: Nachdem du den Augenkontakt mit der Person hergestellt und kurz gezögert hast, lächelst du. Es gibt keine wirksamere Methode, um auf andere Menschen sympathisch zu wirken, als ein strahlendes Lächeln. Dieses Zeichen ist auf der ganzen Welt universell einsetzbar und wird von Menschen jeden Alters sowie jeder Kultur verstanden. Dank der Spiegelneuronen wirst du in den meisten Fällen als Dankeschön ebenfalls ein Lächeln erhalten. Die Kennenlernatmosphäre ist direkt aufgelockert und Menschen, die viel lächeln, sind beliebter – garantiert!

Schritt 5: Gehe auf dein Gegenüber zu

Jetzt ist es an der Zeit, deine bisherige Körperhaltung aufzulösen und sich in Bewegung zu setzen. Ist dein Gegenüber noch ein Stück weit entfernt, gehe auf die Person zu. Sobald du nah genug stehst, strecke der Person freundlich die Hand entgegen, begrüße sie mit fester, aber freundlicher Stimme und stelle dich kurz vor. Solltest du zum Beispiel sitzend warten – wie häufig bei einem Vorstellungsgespräch der Fall – erhebst du dich für die Begrüßung unbedingt von deinem Stuhl.

Achtung: In konservativeren Branchen und Unternehmen wird eventuell Wert noch darauf gelegt, dass du die Rangordnung beachten. Prinzipiell gilt dann nämlich, dass die ranghöhere Person die Begrüßung übernimmt, sprich dir zuerst die Hand entgegenstreckt und das Wort ergreift. Um nicht unhöflich zu wirken, gehst du im Zweifelsfall lächelnd sowie mit offener Körperhaltung auf den noch fremden Menschen zu und wartest erst einmal dessen Reaktion ab.

Schritt 6: Nutze das Resonanzphänomen

Nach der Begrüßung folgt meist ein erstes Gespräch. Dieses kann Smalltalk sein, ein Vorstellungsgespräch oder eine Führung durch die Büroräumlichkeiten an deinem ersten Arbeitstag.

Anzeige

Lese-Tipp:Neuer Job? 10 Überlebenstipps für die ersten 30 Tage

Doch nicht nur bei der ersten Konversation mit einer bislang fremden Person, sondern auch bei jedem anderen Gespräch – egal mit wem und ob im Berufs- oder Privatleben – wird dich dieser sechste Tipp sympathischer wirken lassen und dadurch beliebter machen. Beginne, deinen Gesprächspartner zu imitieren und mache dir dadurch das sogenannte Resonanzphänomen zunutze. Durch die subtile Imitation fühlt sich dein Gegenüber ernst genommen, verstanden und wird sich dir schneller öffnen. Warum das so ist, welcher psychologische Effekt hinter dem Resonanzphänomen steckt und wie genau du diesen nutzen kannst, um einen besseren ersten Eindruck zu hinterlassen und dauerhaft beliebter zu werden, erläutern wir dir ausführlich im Artikel:

Lese-Tipp:Resonanzphänomen: Beliebt werden leichtgemacht!

Welche weiteren Tipps und Tricks kennst du, um auf fremde Personen sofort sympathischer zu wirken? Ergänze unsere Liste mit deinen Kommentaren oder bringe weitere Anregungen zum Thema ein. Wir bedanken uns und wünschen dir viel Erfolg beim Ausprobieren der sechs Schritte!

Anzeige

Bildnachweis: Moose Photos/Pexels.com