Sie haben es geschafft: Sie haben einen neuen Job ergattert. Herzlichen Glückwunsch! Doch die Vorfreude wird bei vielen Menschen kurz vor knapp von Aufregung getrübt: Selbstzweifel, Schüchternheit gegenüber den neuen Kollegen, Angst vor Überforderung & Co sind nicht selten ungeliebte Begleiter beim Start in eine neue Anstellung. Gut, wenn Sie dann für die ersten Tage eine Checkliste zur Hand haben, die Ihnen den Weg durch Nervosität und Chaos leitet. Wir verraten Ihnen deshalb heute, welche Punkte Sie nach dem ersten Monat im neuen Job abgehakt haben sollten.
Junge Frau freut sich auf den neuen Job
Inhalt
1. Fast die Hälfte der Deutschen sucht nach einem neuen Job
2. Checkliste: 10 To-Dos für den ersten Monat im neuen Job
3. To-Do #1: Namen lernen
4. To-Do #2: Papierkram erledigen
5. To-Do #3: Fragen stellen
6. To-Do #4: Verantwortungsbereich abstecken
7. To-Do #5: Unternehmensknigge beobachten
8. To-Do #6: Hierarchie kennenlernen
9. To-Do #7: Pünktlich sein
10. To-Do #8: Leistungswille beweisen
11. To-Do #9: Zeit unter Kollegen verbringen
12. To-Do #10: Feedback einholen

Fast die Hälfte der Deutschen sucht nach einem neuen Job

41 Prozent der Deutschen befinden sich gerade aktiv auf Jobsuche, so eine auf Statista veröffentlichte Umfrage der GfK.

Statistik: Anteil der Arbeitskräfte, die sich aktiv um einen neuen Job bemühen | Statista
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53 Prozent der Erwerbstätigen sehnen sich zudem nach mehr Erfüllung in ihrer aktuellen Tätigkeit und weitere 34 Prozent zeigen sich offen für eine berufliche Veränderung – auch, wenn sie sich (momentan) nicht aktiv darum bemühen.

Infografik: Arbeiten und Leben in Deutschland 2015 | Statista
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Aber wieso eigentlich? Nun, Geld regiert bekanntlich die Welt und so ist ein zu geringes Gehalt für deutsche Arbeitnehmer der Kündigungsgrund Nummer eins. Doch auch ein schlechtes Arbeitsklima kann den Berufsalltag so vergiften, dass sich die Betroffenen lieber nach einer neuen Anstellung umsehen. Und das ist auch gut so, denn (emotionaler) Stress durch eine schlechte Arbeitsatmosphäre kann auf Dauer psychisch und physisch krank machen. Auf dem dritten Platz der Kündigungsgründe befindet sich ein zu langer Arbeitsweg.

Statistik: Was wären für Sie Gründe für einen Arbeitsplatzwechsel? | Statista
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Kein Wunder, schließlich frisst das Pendeln eine Menge kostbare Lebenszeit. Während der Trend also immer mehr zum sogenannten „Extreme Commuting“ geht, also dem Pendeln von über 90 Minuten pro Arbeitsweg oder mehr, scheinen die Arbeitnehmer gegenzusteuern und sich wieder nach kürzeren Arbeitswegen zu sehnen.

Lese-Tipp:Extreme Commuting: Pendeln auf einem ganz neuen Level

Checkliste: 10 To-Dos für den ersten Monat im neuen Job

Egal, ob Sie Berufseinsteiger sind, gekündigt wurden oder sich aus eigenem Antrieb heraus einen neuen Job gesucht haben: Ihnen allen steht nun dieselbe Herausforderung bevor, nämlich der erste Monat in der neuen Stelle. Sie werden Menschen kennenlernen, Arbeitsinhalte und interne Strukturen. Sie werden sich einfügen und ein Stück weit auch beweisen müssen. Schließlich wurden Sie mit gewissen Erwartungen eingestellt. Doch keine Sorge: Wir möchten Ihre Aufregung nicht verstärken, sondern Ihnen bei diesem Prozess unter die Arme greifen. Konzentrieren Sie sich in Ihrem ersten Monat im neuen Job auf die folgenden zehn To-Dos – und es kann eigentlich nichts mehr schiefgehen:

To-Do #1: Namen lernen

„Hallo, ich bin der/die Neue“ – Schön, und wer ist Ihr Gegenüber? Niemand nimmt es Ihnen übel, wenn Sie sich bei der ersten schnellen Vorstellungsrunde im neuen Team noch nicht alle Namen merken können. Doch sollten Sie zumindest die Namen Ihrer direkten Vorgesetzten sowie jener Teammitglieder, mit welchen Sie am engsten zusammenarbeiten, nach den ersten Tagen drauf haben.

Noch einmal nachfragen ist erlaubt, wenn es sein muss auch noch ein zweites Mal – doch wenn Sie sich den Namen dann immer noch nicht merken können, schreiben Sie ihn nieder oder überlegen Sie sich eine Eselsbrücke. Sonst geben Sie Ihrem Gegenüber das Gefühl, er oder sie sei Ihnen nicht wichtig genug, um sich den Namen zu merken.

To-Do #2: Papierkram erledigen

Zu Beginn Ihrer neuen Tätigkeit werden Sie in der Regel immer und immer wieder in die Personalabteilung beordert. Sie müssen noch jenes Formular unterschreiben und folgende Unterlagen nachreichen…der lästige Papierkram lässt sich nun einmal nicht vermeiden. Gut, wenn Sie Initiative zeigen und die Personaler aktiv dabei unterstützen, Punkt für Punkt abzuhaken.

To-Do #3: Fragen stellen

Apropos Initiative – Kennen Sie das Sprichwort:
"Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten"
Wenn Sie zu Beginn viele Fragen stellen, können Sie Missverständnisse und unnötige Fehler vermeiden. Zudem zeigen Sie Interesse und Motivation. Also zögern Sie bei Unklarheiten nicht länger, sondern fragen Sie!

To-Do #4: Verantwortungsbereich abstecken

Eine solche Frage könnte Ihren Verantwortungsbereich betreffen. Es ist nämlich wichtig, dass Sie im neuen Job schnellstmöglich lernen, wo Ihre Möglichkeiten und Grenzen, Befugnisse und Verantwortungen, Aufgaben und Überschneidungen mit den Teammitgliedern liegen. Keiner in der Abteilung möchte schließlich, dass die Arbeit entweder doppelt oder am Ende vielleicht überhaupt nicht erledigt wird. Zudem könnte es eine echte Blamage werden, wenn Sie gleich zu Beginn Grenzen überschreiten oder Ihre Position im Unternehmen völlig überschätzen. Also bleiben Sie erst einmal vorsichtig und fragen Sie, bis Sie sich Ihres Verantwortungsbereichs sicher sind.

To-Do #5: Unternehmensknigge beobachten

Eine echte Blamage könnte es zudem sein, wenn Sie Ihren Chef plötzlich Duzen, obwohl das in der Unternehmenskultur nicht üblich ist, oder wenn Sie im Nadelstreifenanzug erscheinen und Ihre Kollegen Ihnen in Jeans, Sneakers und T-Shirt gegenübertreten. Gehen Sie daher im ersten Monat in Ihrem neuen Job in die Beobachterrolle und versuchen Sie, den im Unternehmen herrschenden Knigge zu erlernen.

To-Do #6: Hierarchie kennenlernen

Zu beobachten – und zu erfragen – sind auch die herrschenden Hierarchien. Wer ist Ihnen vorgesetzt? Wer ist Ihnen unterstellt? Wer gehört Ihrem Team an? Wie kommunizieren die verschiedenen Hierarchieebenen untereinander? Je schneller Sie die Hierarchien und die hier herrschenden – offiziellen sowie inoffiziellen – Regeln kennenlernen, umso reibungsloser fügen Sie sich ein.

To-Do #7: Pünktlich sein

Pünktlichkeit ist das A und O im neuen Job. Das gilt nicht nur für das Vorstellungsgespräch oder den ersten Arbeitstag, sondern auch für den ersten Monat in Ihrer frischen Anstellung sowie natürlich bestenfalls für Ihr gesamtes Berufsleben.

Lese-Tipp:Sorry, I’m late – again! 5 Tipps für mehr Pünktlichkeit

Auch private oder Arzttermine, die in die Arbeitszeit fallen, sind im ersten Monat möglichst zu vermeiden. Zeigen Sie Motivation und den Willen, die volle Arbeitszeit und – wenn nötig – sogar noch mehr abzuleisten.

To-Do #8: Leistungswille beweisen

„Leisten“ ist unser nächstes Stichwort: Sie sollten natürlich nicht nur pünktlich erscheinen, sondern dann am Arbeitsplatz auch Motivation, Produktivität und Eigeninitiative unter Beweis stellen. Also wenn Ihnen zum Beispiel noch das Passwort für Ihren neuen Dienstlaptop fehlt, legen Sie nicht faul die Füße hoch und drehen Däumchen, sondern gehen Sie proaktiv auf die Suche nach dem verantwortlichen Informatiker und fragen Sie ihn höflich um Hilfe. So beweisen Sie Leistungswillen und hinterlassen einen positiven ersten Eindruck.

To-Do #9: Zeit unter Kollegen verbringen

Dass Sie nun bereits die Namen Ihrer neuen Kolleginnen und Kollegen kennen, ist ja schön und gut. Doch gerade in einem Job, bei welchem Teamwork großgeschrieben wird, sollten Sie sich von Anfang an bemühen, die Beziehung zu Ihrem Team zu intensivieren. Verbringen Sie die Mittagspause gemeinsam oder nehmen Sie am wöchentlichen Teamabend im Irish Pub teil. Auch, wenn das normalerweise „nicht so Ihr Ding“ wäre, sollten Sie sich niemals von Beginn an zum Außenseiter machen. Denn diesen Stempel werden Sie später nur schwer wieder los. Und Freundschaften können im neuen Job für Sie noch äußerst wertvoll werden.

Lese-Tipp:Vitamin „B“: Wie Sie im Job Freundschaften knüpfen

To-Do #10: Feedback einholen

Sind die ersten 30 Tage im Job vorbei und Sie haben hinter die vorangegangenen neun Punkte einen Haken gesetzt? Super, dann ist es jetzt nur noch Zeit für eines: Feedback! Der Abschluss des ersten Monats in Ihrem neuen Job ist die optimale Gelegenheit für ein erstes kurzes Feedbackgespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Bitten Sie ihn um einen Termin – und zwängen Sie ihm dieses Gespräch nicht einfach auf. So zeigen Sie einerseits Respekt vor seiner Zeit und andererseits Motivation, Kritikfähigkeit sowie Besserungswillen. Selbst, wenn die ersten 30 Tage dann doch nicht durchweg perfekt liefen, ist das die optimale Grundlage für Besserung und dauerhaften Erfolg in Ihrer neuen Anstellung.

Lese-Tipp:Feedbackgespräch: So bereiten Sie sich richtig vor

Und keine Sorge: Schlussendlich waren auch Ihre Vorgesetzten einmal neu in ihrem Job, können sich gewiss noch an die ein oder andere Hürde erinnern und bringen Verständnis für Ihre Situation auf. Und wenn doch alles gnadenlos schiefgeht, wissen Sie ja: In der Probezeit gilt auch für Sie als Arbeitnehmer ein gelockertes Kündigungsrecht.

Lese-Tipp:Probezeit: Die wichtigsten Regeln für die ersten 100 Tage

Welche weiteren Tipps kennen Sie aus eigener Erfahrung für den ersten Monat im neuen Job? Welche lustigen Anekdoten können Sie vielleicht erzählen? Und vor welchen Fettnäpfchen sollten sich unsere Leser hüten? Wir freuen uns auf Ihren Beitrag zum Thema in den Kommentaren!

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