Menschen sind Sozialwesen. Nur in Gruppen fühlen sie sich wohl und sicher, sei es im Freundeskreis, in einer Paarbeziehung oder auch unter Kollegen. Wer alleine steht, wird zum Außenseiter. Das war schon früher in der Schule so und hat sich auch heute im Berufsleben kaum geändert. Integriert sein heißt beliebt sein. Wer will das nicht? Schließlich ist ein großes berufliches Netzwerk wichtig für Ihre Karriere. Doch genau hierin liegt ein wichtiger Denkfehler: Alleine zu stehen, bedeutet nämlich nicht zwingend, kein großes Netzwerk zu haben. Es kann stattdessen der Schlüssel zu einem solchen sein. Wir haben deshalb heute den besten Rat für Sie, mit welchem Sie auf ungewöhnliche Weise neue Kontakte knüpfen und einen bleibenden Eindruck hinterlassen werden.

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Junge Frau küpft neue Kontakte und baut so ihr berufliches Netzwerk aus
Bildnachweis: iStock.com/djiledesign

Inhalt
1. Einsamkeit macht krank!
2. Das Alleinsein ist vielen Menschen unangenehm
3. Wer alleine ist läuft Gefahr, Mobbing zum Opfer zu fallen
4. Aber Alleinsein bedeutet nicht gleich Einsamkeit
5. Wer alleine steht, knüpft mehr Kontakte bei Netzwerktreffen…
6. …und schindet nachhaltigen Eindruck
7. Kontakte sind wichtig für Ihren beruflichen Erfolg – und Ihr Lebensglück

Einsamkeit macht krank!

75 Jahre lang forschten Wissenschaftler an der Harvard University. Sie begleiteten Menschen in ihrer „Grant Study“ und „Glueck Study“ über das gesamte Leben hinweg, um herauszufinden: Was ist es wirklich, das glücklich macht – und was nicht? Die überraschende Antwort: Gesundheit, Erfolg und Geld sind deutlich weniger wichtig für ein glückliches Leben als gedacht. Stattdessen war das Resultat eindeutig: Nur eine einzige Sache entscheidet im Leben über Glück oder Unglück eines Menschen. Und das sind seine Beziehungen. Je besser ein Mensch integriert ist, und die Rede ist dabei von qualitativ hochwertigen Beziehungen, umso glücklicher ist er im Leben. Selbst Armut, Krankheit oder Misserfolge sind dann plötzlich nicht mehr so dramatisch. Umgekehrt bringen Ihnen all der Erfolg, das Geld und die Gesundheit nichts, wenn Sie Ihr Dasein alleine fristen.

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Das Alleinsein ist vielen Menschen unangenehm

„It's easy to stand in the crowd but it takes courage to stand alone!” (Mahatma Gandhi)
Bild: Arbeits-ABC/Canva.com

Zumindest in unserer Kultur ist es deshalb üblich, bei gesellschaftlichen Anlässen entweder mit dem Partner beziehungsweise der Partnerin aufzukreuzen oder aber mit Freunden, Kollegen oder Bekannten – je nach Anlass. Vor allem, wenn Ihnen die anderen Gäste unbekannt sind, würden Sie auf eine Party, eine Weihnachtsfeier oder ein Netzwerkwerktreffen gewiss nur ungern alleine gehen. Hin und wieder alleine spazieren, auf dem Sofa relaxen oder sich im Garten die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, das kann eine willkommene Abwechslung sein. Alleine shoppen oder ins Kino gehen, das machen auch noch die einen oder anderen.

Aber wer war schon früher in der Schule in der Pause gerne alleine? Oder würden Sie sich in der Mittagspause in der Kantine alleine an einen Tisch setzen? Bleiben Sie alleine in der Kaffeeküche stehen, wenn sich darin eine Gruppe von Kollegen austauscht, die Ihnen unbekannt ist? Vermutlich machen Sie sich dann lieber wieder schnell aus dem Staub und genießen Ihr Päuschen in „vertrauter“ Umgebung. Das Alleinsein ist den meisten Menschen unangenehm – zumindest, wenn sie sich beobachtet fühlen.

Wer alleine ist, läuft Gefahr, Mobbing zum Opfer zu fallen

Wer alleine ist, mit dem muss ja etwas nicht stimmen. Diese Schlussfolgerung ist so alt wie die Menschheit selbst. Schon vor einigen Jahrhunderten gab es stets den „Dorfdeppen“, der ausgegrenzt wurde. Als Mobbing würde das Phänomen mittlerweile bezeichnet werden. Meist handelte es sich um kranke oder behinderte Menschen, also jene, die nicht ganz der „Norm“ entsprachen. Das hat sich leider bis heute nicht geändert: Mobbing ist nach wie vor ein großes Problem in Schulen, am Arbeitsplatz sowie in nahezu allen sozialen Gruppierungen.

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Oft ist das Opfer auch hier „anders“ in irgendeiner Form, zum Beispiel dicker als die anderen, aus einem anderen Land oder einfach sehr schüchtern. Mobbing kann jeden treffen und ist niemals zu rechtfertigen oder logisch zu begründen. Das beste Mittel, um sich gegen eine solche Ausgrenzung zu wehren: niemals alleine sein. Denn wer sozialen Rückhalt hat, wird nicht gemobbt. Punkt.

Aber Alleinsein bedeutet nicht gleich Einsamkeit

Eine Strategie, die wir alle früh in unserer Kindheit erlernen, um eben glücklich, beliebt und vor sozialer Ausgrenzung geschützt zu sein, ist: das Alleinsein meiden. Alleine zu sein bedeutete schließlich vor Urzeiten Lebensgefahr, als Menschen noch in Höhlen lebten und nur in der Gemeinschaft den Raubtieren, Unwettern & Co trotzen konnten. In der damaligen rauen Welt alleine alt zu werden, war quasi ein Ding der Unmöglichkeit. Es liegt daher in Ihren Genen und auch in der Erziehung, Kultur sowie Ihrer frühkindlichen Prägung, wenn Sie nicht gerne allein sind. Sie sind eher sogar die Ausnahme, wenn das für Sie nicht zutrifft. Die Angst vor der Einsamkeit ist in unserer Gesellschaft tief verankert.

Statistik: Welche der folgenden Dinge machen Ihnen Angst? | Statista
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Lange Rede, kurzer Sinn: Dass Sie sich nicht gerne in der Mittagspause alleine in die Kantine setzen und dass Sie bei Netzwerktreffen jeder Art nur ungern alleine auftauchen, ist völlig normal. Doch liegt dieser Abneigung ein ironischer Denkfehler zugrunde: Alleinsein bedeutet nicht gleich Einsamkeit. Sie kann im Gegenteil sogar der Schlüssel zu mehr Kontakten werden.

Wer alleine steht, knüpft mehr Kontakte bei Netzwerktreffen…

Überlegen Sie einmal: Wann und wie haben Sie im Leben Ihre besten Freunde kennengelernt? Vermutlich als Sie alleine am ersten Tag im Kindergarten waren, alleine in die erste Klasse der Schule kamen oder alleine ein Studium in einer fremden Stadt begonnen haben. Wieso? Weil Sie auffallen, wenn Sie den Mut haben, alleine zu sein. Und weil Ihr Gegenüber weniger Angst vor Zurückweisung hat. Schließlich würde niemand eine eventuelle Abfuhr mitbekommen und abgesehen von einem verletzten Ego ist zumindest keine Blamage zu befürchten.

Der beste Rat, den wir Ihnen für Ihr Leben mitgeben können – sowohl beruflich als auch privat – lautet daher: Haben Sie keine Angst davor, alleine zu stehen oder ohne Begleitung zu einer Veranstaltung wie einem Netzwerktreffen zu gehen.

Sie werden sehen: Ihr Alleinsein währt nicht lange und schon kommen Sie mit Menschen ins Gespräch, mit welchen Sie niemals ein Wort gewechselt hätten, wären Sie in Begleitung gewesen. Vermutlich wären Ihnen diese Menschen nicht einmal aufgefallen – und Sie ihnen umgekehrt auch nicht.

…und schindet nachhaltigen Eindruck

Alleine zu einem Netzwerktreffen zu gehen, ist ungewöhnlich. Und ungewöhnlich zu sein, erfordert Mut und Selbstvertrauen. Das weckt bei den anderen Menschen Interesse. Sie sollten nun natürlich nicht verdrossen in Ihr Smartphone starren oder sich auf andere Art und Weise unnahbar präsentieren. Doch wenn Sie sich alleine an den Tisch setzen oder mit Blick in die Runde an der Bar stehen, Augenkontakt suchen und nett lächeln, werden Sie nicht lange alleine bleiben – garantiert!

„Gesellschaft braucht der Tor, und Einsamkeit der Weise.“
(Friedrich Rückert)

Alleine knüpfen Sie nicht nur mehr Kontakte, Sie werden diesen auch länger im Gedächtnis bleiben. Irgendwo zwischen Bewunderung und Verwunderung werden sich Ihre Gesprächspartner an die Dame oder den Herren zurückerinnern, der mutig genug war, beim Netzwerktreffen ganz alleine aufzuschlagen. Sie werden sich an Ihre Geschichte erinnern, an Ihr Aussehen und bestenfalls auch Ihren Namen. Wenn Sie anschließend Ihre neuen Kontakte pflegen, sei es persönlich oder via Xing, LinkedIn & Co, ist Ihr Netzwerk bald größer als das all Ihrer geselligen Kolleginnen und Kollegen.

Lese-Tipp: „Vitamin „B“: Wie Sie im Job Freundschaften knüpfen

Vergessen Sie also niemals Ihre Visitenkarten und senden Sie gerne im Anschluss an das erste Kennenlernen eine kurze E-Mail:

„Es hat mich gefreut, Sie gestern kennenzulernen und ich fand unser Gespräch zum Thema … äußerst interessant. Gerne würde ich dieses fortsetzen, wenn ich das nächste Mal in der Stadt bin. Damit wir uns bis dahin nicht aus den Augen verlieren, habe ich Ihnen auf XING eine Kontaktanfrage gestellt.“

Greifen Sie gerne eine Anekdote vom vergangenen Abend auf, einen Witz oder einen Plan, welchen Sie geschmiedet haben. Sie sind in einer ähnlichen Branche tätig und wollten sich bei einem geschäftlichen Essen austauschen? Sie haben beide Spaß am Tennisspielen und möchten sich gerne zu einem Match verabreden? Oder Sie wollten die Adresse für ein Hotel in Thailand durchschicken, welches Sie aus Erfahrung empfehlen können? Völlig egal, worüber Sie gesprochen haben: Greifen Sie das Thema auf, um in Kontakt zu bleiben. So geht gute Netzwerkpflege!

Kontakte sind wichtig für Ihren beruflichen Erfolg – und Ihr Lebensglück

Wofür das alles, fragen Sie sich jetzt? Ganz einfach: Kontakte sind wichtig für Ihre Karriere. Wer die richtigen Leute kennt, erhält bessere Jobangebote oder wird schneller befördert. Durch den Mut und das Selbstbewusstsein, welches Sie durch Ihr Alleinsein beweisen, kreieren Sie zugleich ein beeindruckendes Image bei Ihrem Gegenüber. „Vitamin B“ und ein gutes Image – bei dieser Kombination lässt der Erfolg im Job garantiert nicht mehr lange auf sich warten.

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Zudem kann das Alleinsein der Einsamkeit entgegenwirken, wie Sie nun hoffentlich verstanden haben. Und das wiederum ist der Schlüssel zu Ihrem persönlichen Lebensglück. Doch verstehen Sie uns nicht falsch: Hin und wieder alleine zu sein, hilft Ihnen beim Knüpfen neuer Kontakte. Diese müssen Sie anschließend pflegen – sowohl im Berufs- als auch im Privatleben. Das Alleinsein ist also nur ein erster Schritt hin zu mehr sozialen Kontakten. Wenn Sie hingegen stets einen auf Einzelgänger machen, wirken Sie auf Ihr Umfeld, arrogant oder sozial inkompetent – und bewirken genau das Gegenteil.

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Es kann also nicht schaden, hin und wieder alleine in der Mittagspause am Tisch zu sitzen, zu einem Netzwerktreffen ohne Begleitung zu gehen oder auf eigene Faust die Welt zu bereisen. Sie werden Menschen kennenlernen, die Sie sonst nie getroffen hätten. Auch, wenn diese nicht „nützlich“ für Ihre Karriere sind, so sind Sie schlussendlich um eine Lebenserfahrung, eine Erinnerung, ein wertvolles Gespräch und einen Kontakt reicher. Nur müssen Sie eben das richtige Maß aus Geselligkeit und Alleinsein finden.

Was denken Sie, wie dieses Maß aussehen könnte? Sind Sie eher ein geselliger Mensch oder brauchen Sie viel Zeit alleine? Welche positiven wie negativen Erfahrungen haben Sie in Ihrem Leben gemacht, als Sie alleine waren? Wir sind gespannt, welche Kontakte Sie durch das Alleinsein noch knüpfen werden. Teilen Sie Ihre Geschichte mit uns in den Kommentaren!