Vermögenswirksame Leistungen (VWL) sind Geldleistungen des ArbeitgebersWas sind vermögenswirksame Leistungen?

Nach der Definition sind vermögenswirksame Leistungen (VWL) Geldleistungen des Arbeitgebers, die tarifvertraglich oder im Arbeitsvertrag vereinbart sind. Alternativ können sie vom Arbeitgeber freiwillig gezahlt werden. Sie werden direkt vom Arbeitgeber auf das Anlagekonto überwiesen, das der Arbeitnehmer zu diesem Zweck benennt.

Wer hat Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen?

Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben Arbeitnehmer, deren Tarif- oder Arbeitsvertrag die Zahlung dieser Leistungen durch den Arbeitgeber vorsieht. Vermögenswirksame Leistungen hängen somit maßgeblich von der jeweiligen Branche ab, in der der Arbeitnehmer tätig ist und in der der Betrieb angesiedelt ist. Sie werden zusätzlich zum regulären Einkommen gezahlt. Je nach Branche werden zwischen 6,45 Euro und 40 Euro monatlich als vermögenswirksamen Leistungen in besondere staatlich geförderte Anlageformen eingezahlt. Bezahlt der Arbeitgeber weniger als 40 Euro pro Monat, hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, den fehlenden Betrag aus eigenen Mitteln aufzustocken. Die Überweisungen selbst dürfen aber nur vom Arbeitgeber durchgeführt werden. Einen staatlich garantierten Anspruch auf die Zahlung der vermögenswirksamen Leistungen gibt es allerdings nicht.

Üblicherweise haben neben Arbeitnehmern auch Beamte, Richter, Soldaten und Auszubildende einen Anspruch auf die Zahlung vermögenswirksamer Leistungen. Als Teilzeitbeschäftigter erhält man meist eine anteilige Leistung, die von der Höhe der Teilzeitbeschäftigung abhängig ist. Ist man neu in einer Firma tätig, wird die VWL gerne erst mit dem Ablauf der Probezeit gewährt. Selbständige, Rentner und freie Mitarbeiter haben dagegen keinen Anspruch auf Zahlung der VWL.

Welche Anlagemöglichkeiten gibt es?

Vermögenswirksame Leistungen können in Investmentfonds, Bausparverträge, Banksparpläne oder in die betriebliche Altersvorsorge eingehen. Die bekannteste Form der Anlage dürfte der klassische Bausparvertrag sein. Nicht alle möglichen Anlageformen sind tatsächlich staatlich gefördert. So gilt die klassische Arbeitnehmersparzulage, sofern sie für einen Arbeitnehmer aufgrund des Einkommens in Frage kommt, für einen klassischen Bausparvertrag, nicht aber für eine Anlage in Investmentfonds oder in Banksparpläne. Bei der Auswahl der Anlageform ist deshalb darauf zu achten, ob eine Arbeitnehmersparzulage für den Antragsteller in Frage kommt oder nicht.
Gewährt ein Unternehmen vermögenswirksame Leistungen, schließt man als Arbeitnehmer einen entsprechenden Vertrag ab. Hierbei handelt es sich um einen privaten Vertrag, den er mit einem jeweiligen Versicherer, einer Bank oder einer Bausparkasse eingeht. Der Arbeitgeber hat die vermögenswirksamen Leistungen dann direkt in diesen Vertrag einzuzahlen.

Welche staatlichen Förderungen gibt es?

Vermögenswirksame Leistungen werden nach dem 5. Vermögensbildungsgesetz mit der Arbeitnehmersparzulage gefördert. Dazu gibt der Gesetzgeber die förderfähigen Sparformen vor. So werden Banksparpläne vom Staat nicht gefördert und kommen deshalb in der Praxis nicht allzu häufig vor.

Um allerdings in den Genuss der Arbeitnehmersparzulage zu kommen, dürfen die förderungsberechtigten Personen darüber hinaus ein bestimmtes zu versteuerndes Einkommen nicht überschreiten, das vom Staat festgelegt ist. Es liegt für Alleinstehende bei 17.900 Euro pro Jahr und für Ehepaare bei 35.800 Euro. Somit kommt die Arbeitnehmersparzulage vor allem für Arbeitnehmer in Frage, die ein eher geringes Einkommen beziehen. Für diese Personengruppe ist die Gewährung einer staatlichen Förderung in jedem Fall angemessen und empfehlenswert.

Die Laufzeit von vermögenswirksamen Leistungen liegt bei sieben Jahren, das letzte Jahr ist in der Regel beitragsfrei gestellt. Wird diese Laufzeit nicht eingehalten, kann sich dies in Abhängigkeit von der gewählten Anlageform schädlich auf die Gewährung der staatlichen Förderung auswirken.

Welche Vorteile haben vermögenswirksame Leistungen?

Die Einzahlung in die vermögenswirksamen Leistungen setzen sich aus dem Anteil des Arbeitgebers und einem möglichen Anteil des Arbeitnehmers zusammen. Hinzu kommt die staatliche Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage, die unter bestimmten Umständen gewährt wird. Je nach Anlageform kommt außerdem noch eine solide Verzinsung der eingezahlten Beiträge hinzu. Sie liegt etwa zwischen 0,5 und 2,25 Prozent pro Jahr, die höchste Rendite dürfte ein Investmentfonds bieten. Dann ist allerdings unbedingt auf die ausgewählten Fonds zu achten, damit diese möglichst eine akzeptable Schwankung ohne nennenswerte Verlustrisiken aufweisen. Der Auswahl der passenden Fonds kommt dann eine große Bedeutung zu.

Mit der vermögenswirksamen Leistung hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit, im Lauf der Jahre eine kleine Summe an, ohne entsprechende Eigenmittel in nennenswertem Umfang einbringen zu müssen. Er hat somit keine finanziellen Abstriche zu machen, profitiert aber trotzdem am Ende als alleiniger Berechtigter aus der Auszahlung.

Aufgrund der Eingrenzung der Arbeitnehmersparzulage auf Arbeitnehmer mit einem recht geringen zu versteuernden Jahreseinkommen bieten sich vermögenswirksame Leistungen vor allem für Berufsgruppen an, die ein eher geringes Einkommen haben. Sie können mit überschaubaren finanziellen Eigenmitteln dank der staatlichen Förderung und der Unterstützung des Arbeitnehmers im Lauf der Jahre eine solide Summe ansparen, die später der persönlichen Verwendung oder dem Aufbau einer Altersvorsorge dient.

Was ist kritisch zu beurteilen an vermögenswirksamen Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen sind eine solide Sparvariante für Arbeitnehmer mit einem überschaubaren Einkommen. Sie profitieren bei vorgegebenen Anlageformen und einem bestimmten maximalen Einkommen von staatlicher Förderung und von einer soliden Verzinsung.
Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Einkommen, das oberhalb der Grenze der Arbeitnehmersparzulage liegt, erhalten diese staatliche Förderung nicht. Im Gegenzug haben sie das ganze Spektrum an privaten Anlageformen zur Verfügung, das nicht auf den Abschluss eines Tarifvertrags oder auf die freiwillige Zahlung durch den Arbeitgeber angewiesen ist. Diese Arbeitnehmer können nicht zu frei wählen, welche ihre bevorzugte Form des Vermögensaufbaus ist, ist haben auch die freie Wahl, wie viel sie monatlich in ihren Sparvertrag einzahlen möchten. Damit haben sie letztlich ein weitaus breiteres Spektrum an Möglichkeiten zur Verfügung als Arbeitnehmer, die auf die Gewährung von vermögenswirksamen Leistungen angewiesen sind.

Hinzu kommt, dass die Rendite von Anlageformen, die für vermögenswirksame Leistungen in Frage kommen, meist sehr überschaubar ist und sind bei rund maximal zwei Prozent bewegen. Diese Größenordnung allerdings reicht kaum aus, um die kontinuierliche Inflation auszugleichen. Schließt man alternative Anlageverträge ab, sind Renditen in anderer Größenordnung möglich. Zwar ist auch hier auf eine solide Auswahl zu achten, so dass man nicht an risikoreiche Fonds, Aktien oder ähnliche Investitionsobjekte gerät, doch es gibt eine Reihe von etablierten, soliden und seriösen Geldanlagen, die bei einem sehr überschaubaren Risiko eine deutlich bessere Performance liefern als rund zwei Prozent. Damit haben Arbeitnehmer, die statt vermögenswirksamer Leistungen alternative Anlageformen wählen, nicht nur die größere Auswahl, sondern sie werden meist auch von einer deutlich besseren Performance profitieren. So berechtigt die VWL für bestimmte Berufsgruppen also sind, so sehr kommt sie für andere Arbeitnehmer nicht in Frage.

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