Wenn jeder an sich denkt ist an alle gedacht… Für viele klingt das komisch und Studien haben diese Aussage auch widerlegt. Die rücksichtslose Ellenbogenmethode bringt Menschen langfristig nicht an ihre Ziele, weder im beruflichen noch im privaten Bereich.

Sowohl Hirnforscher, Sozial- als auch Tiefenpsychologen sprechen sich nach ihren aktuellen Untersuchungen gegen die These des sogenannten “homo oeconomicus” aus. Dabei handelt es sich um die Annahme, dass das menschliche Verhalten und auch der berufliche Erfolg sich dann positiv entwickeln, wenn jeder Einzelne nur für sich entscheidet und sorgt.

Rücksichtslosigkeit schadet allen – selbst dem Rücksichtslosen

Menschen, die ohne Rücksicht auf Verluste und auf Kosten Anderer ihren beruflichen Erfolg vorantreiben, scheinen auf den ersten Blick meist erfolgreicher zu sein als die netten und sozialen Kollegen. Doch oft zahlen sie mit ihrem verletzenden Verhalten den hohen Preis der sinkenden sozialen Anerkennung im privaten und beruflichen Umfeld. Außerdem verzichten alle, die auf die Ellenbogenmethode setzen und nur aus Berechnung etwas Gutes für Andere tun, auf Glücksgefühle. Dies entdeckten Hirnforscher 2010 in einer Untersuchung, bei der sie wohlige Hormonausschüttungen bei ihren Probanden feststellten, sobald diese Mitmenschen selbstlos weiterhalfen. Wer sich stets anstrengt, der Lauteste, Stärkste und Dominanteste zu sein, ohne rücksichtsvoll für sein Umfeld zu sorgen, gerät einerseits immer mehr und mehr ins soziale Abseits. Andererseits versagt er sich die schöne Erfahrung, etwas Gutes zu tun und für Andere wichtig zu sein.

Einsamkeit und Krankheit – der Preis der Ellenbogenmentalität

Mit ausgefahrenen Ellenbogen können sich karriereorientierte Menschen zwar Wege eröffnen, doch oftmals schaffen sie dadurch mehr Platz wie ihnen lieb ist. Denn unsoziales Verhalten wird von vielen Kollegen mit Vermeidung quittiert. Diese Einsamkeit im Job überträgt sich bei sehr ambitionierten Berufsegoisten nicht selten auch ins Privatleben. Und das kann langfristig krank machen. Selbst die Gene können laut ärztlichen Studien auf diese Situation reagieren und entzündliche Reaktionen im Körper verursachen. Einsamkeit schadet demnach genauso wie Rauchen. Das bedeutet im Umkehrschluss: zu egoistisches Verhalten im Job kann sogar die Lebenserwartung verkürzen.

Teamfähig anstatt egoistisch handeln

Wer in der Lage ist, gemeinsam mit seinen Kollegen berufliche Ziele erfolgreich im Team zu meistern, wird langfristig erfolgreicher sein als die “Ichlinge” im Job. Dafür braucht es allerdings einige Fähigkeiten. Zu ihnen gehören:

  • offen zu kommunizieren,
  • Feedback richtig zu formulieren und zu geben,
  • eigene Kompetenzen passend anzuwenden,
  • zu sagen, was man denkt,
  • andere zu unterstützen,
  • anderen zuzuhören,
  • andere zu verstehen,
  • flexibel zu sein.

Verbunden einem hohen Maß an Führungskompetenz und Teamfähigkeit bringt die Orientierung auf das Mit- anstatt Gegeneinander auf der einen Seite mehr Zufriedenheit im Job. Auf der anderen Seite kann es zu einem langfristig wirklich erfolgreichen Berufs- und Lebensweg führen.

4 Kommentare

Kommentieren