Ein Lebenslauf soll die wichtigsten Stationen der schulischen und beruflichen Ausbildung enthalten, und auch die akademische Vorbildung muss angemessen dargestellt werden. Doch wie sieht es mit den Hobbys aus? Runden sie einen aussagekräftigen Lebenslauf ab, sind sie überflüssiges Beiwerk und wenig aussagekräftig, oder können sie für den Bewerber gar zum Nachteil werden?

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Tatsächlich gehen die Meinungen hier auseinander, eine klare Vorgabe gibt es nicht. Wie so häufig hängt es von den gegebenen Umständen ab: Junge Leute und Auszubildende haben kaum Berufserfahrung vorzuweisen und können deshalb gut beraten sein, einige Hobbys aufzunehmen. Führungskräfte in gehobenen Positionen werden dagegen nach ihren beruflichen Erfahrungen beurteilt, Freizeitbeschäftigungen sind dann fehl am Platz. Insgesamt sollte man sich deshalb gut überlegen, ob Hobbys und Interessen im Lebenslauf erforderlich sind oder nicht.

Im Einzelfall sind Hobbys eine sinnvolle Ergänzung

Auszubildende und Berufseinsteiger können mit einigen wenigen Angaben zu ihren Freizeitaktivitäten einen Lebenslauf vernünftig ergänzen. Die berufliche Ausbildung nimmt dann noch nicht so viel Raum ein, deshalb ist ein kurzer Einblick in das private Leben für den Personalchef recht interessant. Er kann damit besser abschätzen, welchen Menschen er vor sich hat. Steht nach der Bewerbung ein Vorstellungsgespräch an, bieten Hobbies einen guten Ansatzpunkt für den Einstieg ins Gespräch. Sie können die erste Nervosität nehmen, denn ein Personalchef kann damit die Konversation beginnen, und der junge Bewerber wird es einfach haben, etwas über sich und seine Interessen zu erzählen. Anders sieht es bei gestandenen Führungskräften aus, hier sind Hobbys kaum noch von Bedeutung, sie können sogar störend wirken.

Hobbys mit Bezug zum Job von Vorteil

Natürlich können Hobbys auch einen Bezug zur beruflichen Tätigkeit haben. Wer in einem Reisebüro oder bei einer Fluggesellschaft arbeitet, darf gerne reisen. Wer in der Gastronomie arbeiten möchte, darf gerne kochen. Allerdings ist es wichtig, dass man solche Freizeitaktivitäten etwas konkretisiert. So darf das „Lesen“ etwas genauer umschrieben werden, indem man auf das Genre eingeht. Gleiches gilt für Musik und jegliche sportliche Aktivitäten. Sie können detailliert spezifiziert werden, so dass man auf die konkreten Sportarten eingeht.

Die Besetzung einer bestimmten Stelle aufgrund vorhandener Hobbys ist allerdings unwahrscheinlich. Letztlich kommt es immer auf die beruflichen und akademischen Qualifikationen an, nicht aber auf eine bestimmte Freizeitbeschäftigung.

Natürlich kann ein Hobby eine interessante Ergänzung der Ausbildung sein, zwingend erforderlich sind diese allerdings nicht. Allerdings lassen Aussagen zum Hobby detaillierte Schlüsse auf den Bewerber zu, und genau dann ist etwas Vorsicht angesagt.

Das Hobby aus der Sicht des Vorgesetzten

Gerade sportliche oder gefährliche Hobbys lassen eine Beurteilung des Bewerbers zu. Gleiches gilt für politische oder ehrenamtliche Aktivitäten. Wer sportlich sehr aktiv ist, muss sich vielleicht fragen lassen, wie es um die Vereinbarkeit mit der Arbeit bestellt ist. Leistungssportler sollten dieses Thema deshalb frühzeitig ansprechen, damit von Anfang an klar ist, welchen Zeitrahmen die Freizeitbeschäftigung annimmt. Im Zweifel gilt aber immer, ein Hobby besser nicht zu erwähnen, wenn man deshalb ein schlechtes Gefühl hat. Denn wer im Lebenslauf den Eindruck vermittelt, dass man kaum noch Zeit zum Arbeiten hat, könnte schon bald ein Problem mit seinem Vorgesetzten haben. Anderenfalls erhält man eine bestimmte Stelle vielleicht erst gar nicht, weil das Hobby offenbar zu zeitaufwändig oder zu gefährlich ist und somit vermehrte Krankheitsausfälle zu befürchten sind. Letztlich braucht man hier ein bisschen Fingerspitzengefühl, um sich durch ein aufregendes Hobby eben nicht um eine aussichtsreiche berufliche Perspektive zu bringen.

Im Zweifel besser weglassen

Einer der größten Fehler im Lebenslauf ist es, geschönte oder gar unwahre Aussagen zu machen. Man sollte also niemals ein Hobby als große Leidenschaft angeben, der man gar nicht frönt. Wird man dann nämlich nach Einzelheiten gefragt, die man nicht beantworten kann, sieht es schlecht aus mit der eigenen Glaubwürdigkeit.

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Schummeln – besser nicht!

Gleiches gilt für Hobbys, die mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden sind. Wer angibt, gerne Autorennen mit teuren Fahrzeugen zu fahren, muss sich fragen lassen, wie dieses Hobby finanziert wird. Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht, lässt man solche Angaben besser aus dem Lebenslauf heraus.

Im Idealfall gehört deshalb immer etwas Fingerspitzengefühl dazu, wenn es um persönliche Angaben im Lebenslauf geht. Im Zweifel verzichtet man besser auf das eine oder andere spektakuläre Hobby und hat dabei das gute Gefühl, einen fachlich überzeugenden und seriösen Eindruck zu hinterlassen, der nicht durch aufsehenerregende Freizeitaktivitäten abgerundet werden muss.

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