Das zeigt ein Bericht des britischen Chartered Management Institute (CMI). Für die Untersuchung wurden mehr als 1.000 britische Manager befragt, dazu 514 junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren in einer repräsentativen YouGov-Umfrage. Ergänzend führte das CMI Interviews und Fokusgruppen mit jungen Menschen, Arbeitgebern und Pädagogen durch.

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Besonders große Unterschiede gibt es bei Fähigkeiten, die im Arbeitsalltag schnell wichtig werden: Resilienz, Professionalität, Kommunikation und der Umgang mit Feedback. Mehr als sechs von zehn Managern sehen hier bei jüngeren Beschäftigten häufiger Defizite als bei anderen Altersgruppen.

Die Folgen sind für Unternehmen spürbar. 91 Prozent der Manager sagen, dass diese Lücken die Leistung ihrer Belegschaft beeinträchtigen. Und nur 12 Prozent sagen, dass junge Beschäftigte in ihrer Organisation so vorankommen, wie sie es erwarten.

Resilienz wird zum Problem

Wenn junge Beschäftigte Schwierigkeiten haben, sich im Unternehmen zu behaupten oder ihre Probezeit nicht bestehen, nennen Manager verschiedene Gründe. Am häufigsten geht es um mangelnde Motivation: 40 Prozent führen Probleme darauf zurück. Es folgen fehlende Resilienz mit 38 Prozent, schlechtes Verhalten oder mangelnde Etikette am Arbeitsplatz mit 34 Prozent und Probleme mit der Pünktlichkeit mit 32 Prozent.

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Gerade die Resilienz fällt dabei auf. Sie beschreibt die Fähigkeit, mit Rückschlägen, Druck oder schwierigen Situationen umzugehen und sich davon nicht dauerhaft aus der Bahn werfen zu lassen. Für den Einstieg ins Berufsleben ist das relevant, weil viele Anforderungen erst im Arbeitsalltag entstehen.

Wer zum ersten Mal einen Fehler macht, Kritik vom Vorgesetzten bekommt oder eine Aufgabe nicht so schnell bewältigt wie erwartet, muss lernen, damit umzugehen. Diese Erfahrung lässt sich nur begrenzt aus der Schule oder Ausbildung mitbringen.

Junge Menschen haben andere Erwartungen an ihre Ausbildung

Viele der Befragten sehen genau hier eine Lücke. 78 Prozent der jungen Menschen sagen, ihre Ausbildung habe zu stark auf Theorie und zu wenig auf praktische Fähigkeiten für den beruflichen Erfolg gesetzt.

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Das erklärt zwar nicht allein den großen Unterschied zwischen Selbstbild und Einschätzung der Manager. Es zeigt aber, dass junge Menschen selbst einen Abstand zwischen Ausbildung und Arbeitswelt wahrnehmen.

Der Beruf verlangt schließlich Fähigkeiten, die sich nicht einfach aus Fachwissen ableiten lassen. Dazu gehört etwa, mit Kollegen und Vorgesetzten zu kommunizieren, Rückmeldungen anzunehmen oder den eigenen Arbeitstag zu organisieren.

Für Arbeitgeber bedeutet das: Ein junger Mensch kann fachlich gut ausgebildet sein und trotzdem noch nicht wissen, wie er sich in einem Unternehmen bewegen sollte.

An Ehrgeiz fehlt es offenbar nicht

Ein anderes Ergebnis des Berichts widerspricht dem verbreiteten Bild einer wenig ambitionierten jungen Generation. 64 Prozent der befragten 18- bis 24-Jährigen möchten später eine Management- oder Führungsposition übernehmen.

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Auch beim Thema berufliche Orientierung zeigt sich ein Wunsch nach Unterstützung. 83 Prozent sagen, dass sie sich bei Führungspositionen deutlich sicherer fühlen würden, wenn sie Zugang zu einem formellen Mentor oder einem Berufsverband hätten.

Die jungen Beschäftigten wollen also durchaus vorankommen. Was ihnen fehlt, ist aus ihrer Sicht teilweise ein klarer Weg dorthin.

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Das stellt auch Unternehmen vor eine Aufgabe. Wer von jungen Mitarbeitern erwartet, dass sie sich schnell entwickeln, muss ihnen zeigen, wie diese Entwicklung aussehen kann.

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle

Dabei richtet sich der Blick zunehmend auf die direkten Vorgesetzten. 86 Prozent der jungen Beschäftigten sagen, dass es ihnen wichtig ist, dass ihr Vorgesetzter darin geschult wurde, Menschen am Anfang ihrer Karriere richtig zu unterstützen und anzuleiten.

Das ist bemerkenswert, weil Führung in Unternehmen häufig nicht systematisch gelernt wird. Frühere CMI-Forschung ergab, dass 82 Prozent der Manager sogenannte „zufällige Manager“ sind. Sie übernehmen eine Führungsposition, ohne zuvor eine formale Managementausbildung erhalten zu haben.

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Dabei sind gute Fachkenntnisse und gute Führung nicht dasselbe. Wer bisher vor allem für die eigene Leistung verantwortlich war, muss als Führungskraft plötzlich andere Menschen entwickeln, Feedback geben und schwierige Gespräche führen.

Der aktuelle Bericht deutet darauf hin, dass sich eine solche Vorbereitung auszahlen kann. 89 Prozent der Manager, die eine Managementschulung erhalten haben, sagen, dass diese ihre Fähigkeit verbessert hat, jüngere Mitarbeiter zu entwickeln.

Wenn der Einstieg scheitert

Für Unternehmen kann ein misslungener Berufseinstieg teuer werden. Wenn junge Beschäftigte nicht vorankommen und ihre Probezeit nicht bestehen oder das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen, müssen Stellen erneut besetzt und neue Mitarbeiter eingearbeitet werden.

Der Bericht verweist deshalb auch auf die Bedeutung der ersten Berufsjahre. Gerade in dieser Phase entscheidet sich, ob aus einem neuen Mitarbeiter jemand wird, der sich im Unternehmen weiterentwickelt.

Dabei gibt es offenbar auch ein gegenseitiges Misstrauen. 70 Prozent der jungen Menschen haben das Gefühl, dass Arbeitgeber ihrer Generation gegenüber negativ voreingenommen sind.

Das kann die Zusammenarbeit erschweren. Wenn Vorgesetzte junge Mitarbeiter von Beginn an für wenig belastbar oder unprofessionell halten, treffen unterschiedliche Erwartungen aufeinander. Die jungen Beschäftigten wiederum können den Eindruck gewinnen, dass ihnen ohnehin wenig zugetraut wird.

Wer muss sich verändern?

Der Bericht des CMI stellt deshalb eine Frage, die über die Arbeitsbereitschaft junger Menschen hinausgeht: Wie gut sind Unternehmen darauf vorbereitet, Berufseinsteiger zu entwickeln?

Die Verantwortung liegt dabei nicht allein bei einer Seite. Junge Beschäftigte müssen lernen, mit Kritik umzugehen, Verantwortung zu übernehmen und sich an die Anforderungen des Berufslebens anzupassen. Unternehmen können diese Entwicklung jedoch unterstützen, indem sie klare Erwartungen formulieren, Feedback geben und ihre Führungskräfte auf die Arbeit mit Berufseinsteigern vorbereiten.

Gerade der direkte Vorgesetzte kann dabei einen großen Unterschied machen. Für einen erfahrenen Mitarbeiter mag ein knapper Hinweis ausreichen. Ein Berufseinsteiger braucht möglicherweise eine Erklärung, konkretes Feedback und die Möglichkeit, aus Fehlern zu lernen.

Das gilt besonders für Unternehmen, die aus jungen Beschäftigten später Führungskräfte entwickeln wollen. Der Wunsch danach ist vorhanden: Fast zwei Drittel der Befragten können sich eine Management- oder Führungsposition vorstellen.

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Die Studie stammt aus Großbritannien und lässt sich nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen. Sie zeigt aber einen Konflikt, der für den Einstieg ins Berufsleben grundsätzlich interessant ist: Junge Beschäftigte können sich für arbeitsbereit halten und gleichzeitig noch Fähigkeiten benötigen, die erst durch Erfahrung und gute Führung entstehen.

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