Mal ehrlich: Meistens läuft im Leben doch entweder alles gut oder alles so richtig schief. Und wenn Dir das Schicksal wieder einmal einen Stein nach dem anderen in den Weg legt, bleibst Du dann ruhig und gelassen? Oder versinkst Du in Selbstmitleid, Wut oder Hoffnungslosigkeit? Dass Menschen auf Krisen so unterschiedlich reagieren, hängt mit der sogenannten Resilienz zusammen. Was das bedeutet und wie Du Deine Resilienz trainieren kannst, verraten wir Dir jetzt.

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Resilienz Definition

Wenn Du zu dem Menschentyp „Fels in der Brandung“ zählst, verfügst Du über ein hohes Maß an Resilienz. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, Krisen zu meistern und sich nach Niederlagen wieder aufzurappeln, den Schmutz von den Schultern zu klopfen und weiterzumachen. Zudem erhöht Resilienz die Anpassungsfähigkeit eines Menschen an Veränderungen, egal ob im privaten oder beruflichen Bereich. Aus diesem Grund ist sie als Eigenschaft auch für die Karriere sehr wichtig. Wer sich dank ausgeprägter Resilienz im Job von Niederlagen wie einer Kündigung oder einem gescheiterten Projekt schneller erholt, hat langfristig bessere Erfolgschancen.

Noch besser, wenn Du nicht nur über Resilienz verfügst, sondern über die Fähigkeit, aus Deinen Fehlern zu lernen. Ein solches Scheitern kann nämlich der Schlüssel zum Erfolg werden, wie wir Dir im Artikel „„Wer wagt, gewinnt“ – Vom Risk-Taker zum Überflieger“ bereits erläutert haben.

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Resilienz gewinnt im Berufsleben immer mehr an Bedeutung

„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.“ (Thomas Alva Edison)
Bild: Arbeits-ABC/Canva.com

Menschen mit einem hohen Maß an Resilienz sind natürlich schon immer besser – oder sagen wir etwas „leichter“ – durch das Leben geschritten als ihre emotional instabilen Mitmenschen. Dennoch bringt die heutige Zeit Entwicklungen mit sich, welche Resilienz im Berufsleben mehr denn je erforderlich machen. Durch die Globalisierung und Digitalisierung werden Abläufe schneller und komplexer. Zugleich greift auf dem deutschen Arbeitsmarkt immer mehr Jobunsicherheit um sich. Unbefristete Arbeitsverträge werden seltener, häufige Jobwechsel zur neuen Normalität. Zuletzt scheinen auch die psychosozialen Anforderungen im Berufsleben zuzunehmen, betrachten wir einmal die steigenden Zahlen an Burnout- und Mobbing-Fällen.

Umstrukturierungen, Veränderungsprozesse oder Einsparungsmaßnahmen gehören bei vielen Unternehmen mittlerweile zur Tagesordnung. Resiliente Menschen können sich dann besser anpassen und beißen sich nicht unnötig lange an Problemen fest. Sie lernen dadurch, mit ihren Ressourcen zu haushalten und sind demnach auch weniger anfällig für stressbedingte Erkrankungen. Dies liegt außerdem darin begründet, dass Resilienz zugleich ein gewisses Maß an Gelassenheit mit sich bringt.

Was bestimmt über unsere Resilienz?

Resilienz ist ebenso wie die Gelassenheit in erster Linie von einem gesunden Selbstbewusstsein abhängig. Wer ein gesundes Selbstwertgefühl hat und sich dementsprechend auch zutraut, mit Veränderungen umzugehen oder neue Herausforderungen zu meistern, lässt sich durch eine Niederlage nicht so schnell aus der Bahn werfen – kann sie vielleicht sogar als Chance begreifen.

„Someone once asked me how I hold my head up so high after all I have been through.
I said it’s because no matter what, I am a survivor, not a victim.“
(Patricia Buckley)

Dieses gesunde oder ungesunde Selbstwertgefühl entsteht wiederum in der frühen Kindheit. Die Beziehung der Eltern untereinander sowie mit dem Kind prägen dessen Selbstbild und dadurch im späteren Leben auch dessen Resilienz. Dennoch ist sie nicht gottgegeben: Ebenso, wie wir Ihnen im Artikel „Selbstbewusstsein stärken: Tipps & Übungen für mehr Selbstvertrauen“ erklärt haben, dass sich das Selbstwertgefühl gezielt trainieren und verbessern lässt, können Sie nämlich auch aktiv an Ihrer Resilienz arbeiten.

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Innere Stärke trainieren: 10 Maßnahmen für mehr Resilienz im Job

Die sieben Säulen der Resilienz, welche Dir Prof. Dr. Jutta Heller in folgendem kurzen Video erläutert:

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Kann man Resilienz erlernen? Ja, wir haben zehn simple sowie wirksame Maßnahmen für Dich, dank welcher Du langfristig zu mehr innerer Stärke und Widerstandskraft bei beruflichen Krisen finden wirst:

  1. Selbstbewusstsein stärken: Da Resilienz eng mit einem gesunden Selbstvertrauen zusammenhängt, solltest Du erst einmal an diesem arbeiten. Mit unseren Übungen für mehr Selbstbewusstsein wirst Du auf lange Sicht auch positive Auswirkungen auf Deine Resilienz wahrnehmen können. Probiere es aus!
  2. Komfortzone verlassen: Dein neu- oder wiedergefundenes Selbstbewusstsein ermöglicht Dir nun, bewusst aus Deiner Komfortzone herauszutreten, neue Herausforderungen anzunehmen und sich eventuellen Ängsten zu stellen. Nur so kannst Du als Mensch wachsen und in Deiner Persönlichkeit reifen – und eben mehr Resilienz entwickeln.
  3. Optimistisch bleiben: Besonders leicht fällt es Dir, Ihre Komfortzonen hinter sich zu lassen, wenn Du ein optimistischer Mensch bist. Achte auf positive Gedanken und lass Dich von dem beeindruckenden Mechanismus der selbsterfüllenden Prophezeiung verblüffen. Mit einem optimistischen Lebensgefühl kannst Du Krisen viel einfacher akzeptieren und als Chance begreifen.
  4. Veränderungen akzeptieren: Akzeptanz ist nämlich ebenfalls ein wichtiger Schlüssel für mehr Resilienz. Viele Menschen hängen der Vergangenheit nach, den Erinnerungen aus scheinbar besseren Zeiten. Egal, ob diese tatsächlich besser waren oder Dir dein Gehirn hier einen Streich spielt: Du musst, sagen wir einmal, zu 85 Prozent in der Gegenwart leben, zu zehn Prozent in der Zukunft und nur etwa fünf Prozent Deiner Zeit solltest Du deinen Erinnerungen nachhängen. Veränderungen gehören zum Leben. Lerne, diese zu akzeptieren!
  5. Opferrolle verlassen: Also raus aus der Opferrolle und den Grübeleien im Sinne von „Warum musste mir das passieren?“ oder „Wieso habe ich dieses und jenes nicht anders gehandhabt?“. Übernehme Verantwortung für Dein Leben und für Deine Karriere. Lerne aus Fehlern und nehme Umstände, welche Du nicht ändern kannst, als gegeben an. Begreife Deine Krisen und Rückschläge als Chance. Auch Steve Jobs wurde einst von Apple gekündigt und Laurence Fink (laut „FOCUS“ der mächtigste Mann der Wall Street) stampfte sein Unternehmen aus dem Boden, als er nichts mehr hatte außer einen ruinierten Ruf und sich selbst.
  6. Zielstrebig, aber flexibel bleiben: Also bemitleide Dich nicht länger selbst, sondern greife auf Deinen neuen Optimismus zurück, stecke Dir (wieder) berufliche Ziele und lasse diese Wirklichkeit werden. Wichtig ist aber, dass Du bei aller Zielstrebigkeit auch flexibel bleibst. Denn Du weist ja: Manchmal hat das Leben andere Pläne für Dich. Je mehr Sinn Du in Deiner Arbeit und Deinen Zielen siehst, umso weniger schnell wirfst Du das Handtuch, wenn es einmal schwierig wird.
  7. Selbstkontrolle trainieren: Für diese Zielstrebigkeit sowie den Willen, immer wieder einen neuen Weg zu suchen oder die Ziele zu verändern, wenn Du auf ein unüberwindbares Hindernis gestoßen bist, benötigst Du ein hohes Maß an Selbstkontrolle. Und wie ließe sich diese besser trainieren als durch Sport? Melde Dich beim Yoga an, treffe Dich wieder mit Freunden zum Basketball-Match oder beginne auf einen Marathon zu trainieren.
  8. Work-Life-Balance optimieren: So tust Du zugleich Deiner Work-Life-Balance einen Gefallen. Diese ist wichtig, damit Du sowohl psychisch als auch körperlich gesund bleibst und nach einer Niederlage ausreichend Energie für einen Neustart besitzt. Wer bereits vor der Krise am Boden liegt, wird auch aller Resilienz zum Trotz nicht mehr aufstehen können. Also achte auf Dich und Deine Gesundheit sowie eine ausgewogene Work-Life-Balance. Arbeit ist (zum Glück) nicht alles im Leben und mit einem erfüllten Privatleben sieht am Ende selbst die Kündigung gar nicht mehr so schlimm aus!
  9. Netzwerk aufbauen: Der Mensch ist ein „Rudeltier“. Daher solltest Du nicht nur in Deinem Privatleben nach stabilen Freundschaften suchen, sondern ein umfassendes Netzwerk ist auch im Beruf Gold wert. So findest Du nicht nur schneller einen neuen Job, wenn Du einmal gekündigt werden solltest, Du kannst auch auf sozialen Rückhalt hoffen, wenn Du dich einmal in einer beruflichen Krise befindest.
  10. Emotionale Intelligenz erlernen: Wie Du am besten ein solches Netzwerk aufbaust? Ganz einfach: Trainiere Deine emotionale Intelligenz. Diese hilft Dir dabei, Deine Mitmenschen und auch sich selbst sowie Deine eigenen Emotionen besser zu verstehen. Je mehr Du Dich selbst kennenlernst, umso eher kannst Du auch Deine Gefühlswelt aktiv regulieren. Zudem kannst Du durch emotionale Intelligenz im Berufsleben punkten. Sie gehört schließlich zur Liste der gefragten Soft Skills.

Resilienz ist ein Soft Skill – und vieles mehr

Auch die Resilienz gehört zu dieser Liste der Soft Skills. Doch vor allem verleiht sie Dir innere Ruhe und Widerstandskraft in persönlichen und beruflichen Krisen. So hast Du auf Dauer mehr Erfolg und macht dir das Leben einfacher glücklicher. An der eigenen Resilienz zu arbeiten ist ein Weg, der sich lohnt – und gar nicht einmal so schwierig ist. Sie ist schließlich eine oftmals übersehene Superkraft des menschlichen Körpers und Geistes:

„Man never made any material as resilient as the human spirit.“
(Bern Williams)

Was denkst Du zum Thema Resilienz? Wie wichtig ist sie im Berufsleben und wie kann man sie trainieren? Wie hast Du selbst bereits (berufliche) Krisen gemeistert und welche Erfahrungen kannst Du demnach mit unseren Lesern in den Kommentaren teilen?

Photo by Jeremy Perkins on Unsplash

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