Mal ehrlich: Meistens läuft im Leben doch entweder alles gut oder alles so richtig schief. Und wenn Ihnen das Schicksal wieder einmal einen Stein nach dem anderen in den Weg legt, bleiben Sie dann ruhig und gelassen? Oder versinken Sie in Selbstmitleid, Wut oder Hoffnungslosigkeit? Dass Menschen auf Krisen so unterschiedlich reagieren, hängt mit der sogenannten Resilienz zusammen. Was das bedeutet? Wir verraten es Ihnen!

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Mann verfügt über ein hohen Maß an Resilienz und steht wie ein Fels in der Brandung
Photo by Jeremy Perkins on Unsplash

Inhalt
1. Definition: Resilienz – Das Wundermittel für eine starke Psyche
2. Resilienz gewinnt im Berufsleben immer mehr an Bedeutung
3. Was bestimmt über unsere Resilienz?
4. Innere Stärke trainieren: 10 Maßnahmen für mehr Resilienz im Job
5. Resilienz ist ein Soft Skill – und vieles mehr

Definition: Resilienz – Das Wundermittel für eine starke Psyche

Wenn Sie zu dem Menschentyp „Fels in der Brandung“ zählen, verfügen Sie über ein hohes Maß an Resilienz. Dabei handelt es sich um die Fähigkeit, Krisen zu meistern und sich nach Niederlagen wieder aufzurappeln, den Schmutz von den Schultern zu klopfen und weiterzumachen. Zudem erhöht Resilienz die Anpassungsfähigkeit eines Menschen an Veränderungen, egal ob im privaten oder beruflichen Bereich. Aus diesem Grund ist sie als Eigenschaft auch für die Karriere sehr wichtig. Wer sich dank ausgeprägter Resilienz im Job von Niederlagen wie einer Kündigung oder einem gescheiterten Projekt schneller erholt, hat langfristig bessere Erfolgschancen.

Noch besser, wenn Sie nicht nur über Resilienz verfügen, sondern die Fähigkeit, aus Ihren Fehlern zu lernen. Ein solches Scheitern kann nämlich der Schlüssel zum Erfolg werden, wie wir Ihnen im Artikel „„Wer wagt, gewinnt“ – Vom Risk-Taker zum Überflieger“ bereits erläutert haben.

Resilienz gewinnt im Berufsleben immer mehr an Bedeutung

„Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sichere Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.“ (Thomas Alva Edison)
Bild: Arbeits-ABC/Canva.com

Menschen mit einem hohen Maß an Resilienz sind natürlich schon immer besser – oder sagen wir etwas „leichter“ – durch das Leben geschritten als ihre emotional instabilen Mitmenschen. Dennoch bringt die heutige Zeit Entwicklungen mit sich, welche Resilienz im Berufsleben mehr denn je erforderlich machen. Durch die Globalisierung und Digitalisierung werden Abläufe schneller und komplexer. Zugleich greift auf dem deutschen Arbeitsmarkt immer mehr Jobunsicherheit um sich. Unbefristete Arbeitsverträge werden seltener, häufige Jobwechsel zur neuen Normalität. Zuletzt scheinen auch die psychosozialen Anforderungen im Berufsleben zuzunehmen, betrachten wir einmal die steigenden Zahlen an Burnout- und Mobbing-Fällen.

Umstrukturierungen, Veränderungsprozesse oder Einsparungsmaßnahmen gehören bei vielen Unternehmen mittlerweile zur Tagesordnung. Resiliente Menschen können sich dann besser anpassen und beißen sich nicht unnötig lange an Problemen fest. Sie lernen dadurch, mit ihren Ressourcen zu haushalten und sind demnach auch weniger anfällig für stressbedingte Erkrankungen. Dies liegt außerdem darin begründet, dass Resilienz zugleich ein gewisses Maß an Gelassenheit mit sich bringt.

Was bestimmt über unsere Resilienz?

Resilienz ist ebenso wie die Gelassenheit in erster Linie von einem gesunden Selbstbewusstsein abhängig. Wer ein gesundes Selbstwertgefühl hat und sich dementsprechend auch zutraut, mit Veränderungen umzugehen oder neue Herausforderungen zu meistern, lässt sich durch eine Niederlage nicht so schnell aus der Bahn werfen – kann sie vielleicht sogar als Chance begreifen.

„Someone once asked me how I hold my head up so high after all I have been through.
I said it’s because no matter what, I am a survivor, not a victim.“
(Patricia Buckley)

Dieses gesunde oder ungesunde Selbstwertgefühl entsteht wiederum in der frühen Kindheit. Die Beziehung der Eltern untereinander sowie mit dem Kind prägen dessen Selbstbild und dadurch im späteren Leben auch dessen Resilienz. Dennoch ist sie nicht gottgegeben: Ebenso, wie wir Ihnen im Artikel „Selbstbewusstsein stärken: Tipps & Übungen für mehr Selbstvertrauen“ erklärt haben, dass sich das Selbstwertgefühl gezielt trainieren und verbessern lässt, können Sie nämlich auch aktiv an Ihrer Resilienz arbeiten.

Innere Stärke trainieren: 10 Maßnahmen für mehr Resilienz im Job

Die Resilienz baut prinzipiell auf sieben Säulen auf, welche Ihnen Prof. Dr. Jutta Heller in folgendem kurzen Video erläutert:

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Doch wie können Sie diese nun konkret trainieren? Wir haben zehn simple sowie wirksame Maßnahmen für Sie, dank welcher Sie langfristig zu mehr innerer Stärke und Widerstandskraft bei beruflichen Krisen finden werden:

  1. Selbstbewusstsein stärken: Da Resilienz eng mit einem gesunden Selbstvertrauen zusammenhängt, sollten Sie erst einmal an diesem arbeiten. Mit unseren Übungen für mehr Selbstbewusstsein werden Sie auf lange Sicht auch positive Auswirkungen auf Ihre Resilienz wahrnehmen können. Probieren Sie es aus!
  2. Komfortzone verlassen: Ihr neu- oder wiedergefundenes Selbstbewusstsein ermöglicht Ihnen nun, bewusst aus Ihrer Komfortzone herauszutreten, neue Herausforderungen anzunehmen und sich eventuellen Ängsten zu stellen. Nur so können Sie als Mensch wachsen und in Ihrer Persönlichkeit reifen – und eben mehr Resilienz entwickeln.
  3. Optimistisch bleiben: Besonders leicht fällt es Ihnen, Ihre Komfortzonen hinter sich zu lassen, wenn Sie ein optimistischer Mensch sind. Achten Sie auf positive Gedanken und lassen Sie sich von dem beeindruckenden Mechanismus der selbsterfüllenden Prophezeiung verblüffen. Mit einem optimistischen Lebensgefühl können Sie Krisen viel einfacher akzeptieren und als Chance begreifen.
  4. Veränderungen akzeptieren: Akzeptanz ist nämlich ebenfalls ein wichtiger Schlüssel für mehr Resilienz. Viele Menschen hängen der Vergangenheit nach, den Erinnerungen aus scheinbar besseren Zeiten. Egal, ob diese tatsächlich besser waren oder Ihnen Ihr Gehirn hier einen Streich spielt: Sie müssen, sagen wir einmal, zu 85 Prozent in der Gegenwart leben, zu zehn Prozent in der Zukunft und nur etwa fünf Prozent Ihrer Zeit sollten Sie Erinnerungen nachhängen. Veränderungen gehören zum Leben. Lernen Sie, diese zu akzeptieren!
  5. Opferrolle verlassen: Also raus aus der Opferrolle und den Grübeleien im Sinne von „Warum musste mir das passieren?“ oder „Wieso habe ich dieses und jenes nicht anders gehandhabt?“. Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Leben und für Ihre Karriere. Lernen Sie aus Fehlern und nehmen Sie Umstände, welche Sie nicht ändern können, als gegeben an. Begreifen Sie Krisen und Rückschläge als Chance. Auch Steve Jobs wurde einst von Apple gekündigt und Laurence Fink (laut „FOCUS“ der mächtigste Mann der Wall Street) stampfte sein Unternehmen aus dem Boden, als er nichts mehr hatte außer einen ruinierten Ruf und sich selbst.
  6. Zielstrebig, aber flexibel bleiben: Also bemitleiden Sie sich nicht länger selbst, sondern greifen Sie auf Ihren neuen Optimismus zurück, stecken Sie sich (wieder) berufliche Ziele und lassen Sie diese Wirklichkeit werden. Wichtig ist aber, dass Sie bei aller Zielstrebigkeit auch flexibel bleiben. Denn Sie wissen ja: Manchmal hat das Leben andere Pläne für Sie. Je mehr Sinn Sie in Ihrer Arbeit und Ihren Zielen sehen, umso weniger schnell werfen Sie das Handtuch, wenn es einmal schwierig wird.
  7. Selbstkontrolle trainieren: Für diese Zielstrebigkeit sowie den Willen, immer wieder einen neuen Weg zu suchen oder die Ziele zu verändern, wenn Sie auf ein unüberwindbares Hindernis gestoßen sind, benötigen Sie ein hohes Maß an Selbstkontrolle. Und wie ließe sich diese besser trainieren als durch Sport? Melden Sie sich beim Yoga an, treffen Sie sich wieder mit Freunden zum Basketball-Match oder beginnen Sie auf einen Marathon zu trainieren.
  8. Work-Life-Balance optimieren: So tun Sie zugleich Ihrer Work-Life-Balance einen Gefallen. Diese ist wichtig, damit Sie sowohl psychisch als auch körperlich gesund bleiben und nach einer Niederlage ausreichend Energie für einen Neustart besitzen. Wer bereits vor der Krise am Boden liegt, wird auch aller Resilienz zum Trotz nicht mehr aufstehen können. Also achten Sie auf sich und Ihre Gesundheit sowie eine ausgewogene Work-Life-Balance. Arbeit ist (zum Glück) nicht alles im Leben und mit einem erfüllten Privatleben sieht am Ende selbst die Kündigung gar nicht mehr so schlimm aus!
  9. Netzwerk aufbauen: Der Mensch ist ein „Rudeltier“. Daher sollten Sie nicht nur in Ihrem Privatleben nach stabilen Freundschaften suchen, sondern ein umfassendes Netzwerk ist auch im Beruf Gold wert. So finden Sie nicht nur schneller einen neuen Job, wenn Sie einmal gekündigt werden sollten, Sie können auch auf sozialen Rückhalt hoffen, wenn Sie sich einmal in einer beruflichen Krise befinden.
  10. Emotionale Intelligenz erlernen: Wie Sie am besten ein solches Netzwerk aufbauen? Ganz einfach: Trainieren Sie Ihre emotionale Intelligenz. Diese hilft Ihnen dabei, Ihre Mitmenschen und auch sich selbst sowie Ihre eigenen Emotionen besser zu verstehen. Je mehr Sie sich selbst kennenlernen, umso eher können Sie auch Ihre Gefühlswelt aktiv regulieren. Zudem können Sie durch emotionale Intelligenz im Berufsleben punkten. Sie gehört schließlich zur Liste der gefragten Soft Skills.

Resilienz ist ein Soft Skill – und vieles mehr

Auch die Resilienz gehört zu dieser Liste der Soft Skills. Doch vor allem verleiht Sie Ihnen innere Ruhe und Widerstandskraft in persönlichen und beruflichen Krisen. So haben Sie auf Dauer mehr Erfolg und machen sich das Leben einfacher sowie glücklicher. An der eigenen Resilienz zu arbeiten ist ein Weg, der sich lohnt – und gar nicht einmal so schwierig ist. Sie ist schließlich eine oftmals übersehene Superkraft des menschlichen Körpers und Geistes:

„Man never made any material as resilient as the human spirit.“
(Bern Williams)

Was denken Sie zum Thema Resilienz? Wie wichtig ist sie im Berufsleben und wie kann man sie trainieren? Wie haben Sie selbst bereits (berufliche) Krisen gemeistert und welche Erfahrungen können Sie demnach mit unseren Lesern in den Kommentaren teilen?