Sind Sie dankbar? Für Ihre Familie und Freunde, Ihre Gesundheit oder Ihren Job? Oder gehören Sie eher zu dem Typ Mensch, der von morgens bis abends jammert – über nervige Kollegen, unzuverlässige Lieferanten oder das schmerzende Knie? Gründe finden Sie gewiss für beides…doch wer sich zukünftig für Dankbarkeit anstelle des Jammerns entscheidet, fördert dadurch nicht nur das eigene Glück, sondernauch langfristig seine Gesundheit sowie den beruflichen Erfolg.

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Mann streckt Arme in den Himmel und ist dankbar für alles
Bild: © beerphotographer – Fotolia.com

Inhalt
1. Definition: Dankbarkeit – was ist das?
2. Exkurs: Was bedeutet Dankbarkeit? Eine spirituelle Reise durch die Weltreligionen
3. „Wie wichtig ist Dankbarkeit?“ – Diese Frage beschäftigt auch die Wissenschaft
4. Welche Auswirkungen hat Dankbarkeit auf das Gehirn?
5. Inwiefern hängen Dankbarkeit und Wohlbefinden zusammen?
6. Wie wirkt sich Dankbarkeit auf die Gesundheit eines Menschen aus?
7. Lässt sich Dankbarkeit verstärken, und wenn ja: wie?
8. Psychologie: Glücklicher, gesünder und erfolgreicher mit diesen 5 Dankbarkeitsübungen
9. Welchen Einfluss hat Dankbarkeit auf das Privat- und Berufsleben?
10. Fazit: Was Dankbarkeit bewirkt? Eine Menge!

Definition: Dankbarkeit – was ist das?

„Immer schön Bitte und Danke sagen“ – haben Ihnen Ihre Eltern das in der Kindheit auch eingebläut? Gut, dann ist aus Ihnen ja ein höflicher Mensch geworden. Dankbarkeit bedeutet jedoch mehr, als dem Kellner ein ernst gemeintes „Danke“ für den an den Tisch gebrachten Kaffee entgegenzubringen. Bei der Dankbarkeit, um welche es heute gehen soll, handelt es sich vielmehr um ein eigenes Lebensgefühl.

„Leider lässt sich eine wahrhafte Dankbarkeit mit Worten nicht ausdrücken,
und ebensowenig darf sie an eine unmittelbare Wiedervergeltung denken.“
(Johann Wolfgang von Goethe)

Dankbarkeit ist die ernst gemeinte Wertschätzung und Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung oder auch eines materiellen beziehungsweise immateriellen Zustandes. Das bedeutet: Sie können für ein Geschenk dankbar sein, zum Beispiel das neue Auto, welches Sie von Ihren Eltern zum 18. Geburtstag erhalten haben. Doch auch Dankbarkeit für einen „immateriellen Zustand“ ist durchaus möglich, also beispielsweise dafür, dass Sie

  • gesund sind.
  • ein gutes Verhältnis zu Ihrer Familie und Ihren Freunden haben.
  • in einem friedlichen Land leben.
  • Urlaub haben.
  • auch als Frau zur Schule gehen dürfen, was längst nicht in jedem Land auf der Welt selbstverständlich ist.
  • und, und, und…

Gerade diese „immaterielle Dankbarkeit“ ist in der Regel Ausdruck eines positiven Lebensgefühls. Es handelt sich um eine Art „innere Haltung“ gegenüber den Mitmenschen, der persönlichen sowie beruflichen Situation sowie dem Leben im Allgemeinen. Sie ist weder an Bedingungen geknüpft noch an materielle Zuwendungen. Rudolf Walter beschreibt diesen Zustand treffend als:

„Man kann dem Göttlichen, den Menschen oder sogar dem Sein gegenüber dankbar sein,
oder allen zugleich.“
(Quelle: Rudolf Walter via Wikipedia)

Die Dankbarkeit spielt aus diesem Grund sowohl in der psychologischen Forschung als auch in verschiedenen Weltreligionen eine fundamentale Rolle. Sie gilt gemeinhin als „erstrebenswerte Lebenseinstellung“. Aber wieso?

Exkurs: Was bedeutet Dankbarkeit? Eine spirituelle Reise durch die Weltreligionen

Mehr Dankbarkeit – oder „Gratitude“ – das ist eine Lektion, die vor allem im Yoga häufig und gerne propagiert wird. Und da der Yoga-Trend die westliche Welt derzeit wie eine Welle überschwemmt, wird Dankbarkeit im Volksmund vor allem mit dem Buddhismus oder dem Hinduismus in Verbindung gebracht. Doch das stimmt nicht ganz: Zwar ist die Dankbarkeit im Hinduismus und Buddhismus fest verwurzelt, doch ist sie als Leitmotiv in quasi allen Weltreligionen zu finden.

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Christentum: Mit etwa 2,3 Milliarden Anhängern ist das Christentum die am weitesten verbreitete Religion der Welt. Dankbarkeit ist hier – neben der Liebe – das in der Bibel am häufigsten geäußerte Grundgefühl der Menschen gegenüber ihrem Gott. So soll Martin Luther einst gesagt haben, Dankbarkeit sei

„Die wesentliche christliche Haltung.“
(Quelle: Wikipedia)

Islam: Auch in der mit etwa 1,6 Milliarden Anhängern zweitgrößten Weltreligion spricht die Heilige Schrift, der Koran, von Dankbarkeit. Sie ist fester Bestandteil des täglichen Gebets der Glaubensanhänger und wird von vielen auch im Alltag bewusst praktiziert. Hier soll der Prophet Mohammed einst über die Dankbarkeit gesprochen haben:

„Dankbarkeit für die Fülle, die ihr erhalten habt,
ist die beste Garantie dafür, dass diese Fülle nicht aufhört.“
(Quelle: Wikipedia)

Hinduismus: Etwa 940 Millionen Anhänger zählt der Hinduismus und ist damit die drittgrößte Religion der Welt. Neben Kasten, Ständen und Lebensstadien definiert der hinduistische Glauben auch vier Lebensziele für seine Anhänger:

  1. Dharma (Rechte und Pflichten der Generationen)
  2. Artha (Umgang mit Geld)
  3. Kama (Freude und Genuss)
  4. Moksha (Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod)

Und genau hier, im ersten Lebensziel, dem sogenannten „Dharma“, ist die Dankbarkeit fest in den Rechten und Pflichten der Generationen verankert. So gehört Dankbarkeit gegenüber den älteren Generationen zu den Pflichten der jüngeren. Der Empfang von Dankbarkeit ist zugleich ein festgeschriebenes Recht der Älteren.

Buddhismus: Die etwa 460 Millionen Anhänger des Buddhismus finden gleich in zweierlei Hinsicht Zugang zur Dankbarkeit:

  1. Einerseits wird einem Buddhisten Dankbarkeit gegenüber dem Leben, seinen Geschenken sowie den Opfern, die ihr Leben anderen Lebewesen abverlangt, beigebracht. Ein simples Beispiel hierfür ist das Essen von tierischem Fleisch.
  2. Andererseits erlernen sie bereits im Kindesalter Dankbarkeit gegenüber den „ersten Göttern“, ihren Eltern sowie ihrem Lehrer, dem Buddha.

Bezeichnend für den engen Bezug des Buddhismus zur Dankbarkeit ist wohl, dass jede Rezitation mit einer Ehrerweisung beginnt. Dankbarkeit wird von Buddhisten als wichtigster Grundsatz, Antrieb, Motivation sowie Befreiung aus dem Kreislauf der „Schuld“ – Stichwort: Opfer – angesehen.

Judentum: Das Judentum zählt derzeit etwa 15 Millionen Anhänger. Und auch sie lernen schon früh die Dankbarkeit als wesentlichen Bestandteil der Glaubenslehre sowie des Gottesdienstes kennen. Sie richtet sich vor allem an den Gott und „Schöpfer“, jedoch ist auch die Dankbarkeit gegenüber menschlicher Freundlichkeit und Güte fest im Judentum verankert.

„Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.“
(Quelle: Psalm 30,13)

„Wie wichtig ist Dankbarkeit?“ – Diese Frage beschäftigt auch die Wissenschaft

Egal, ob Sie gläubig sind – in welcher Religion auch immer – oder nicht: Die Dankbarkeit scheint für die Menschheit seit jeher eine tragende Rolle zu spielen. Sie wurde daher auch erstmals im Jahr 1759 von dem Philosophen Adam Smith in seiner „Theorie der ethischen Gefühle“ genauer unter die Lupe genommen und erlangte um das Jahr 2000 schließlich die Aufmerksamkeit der Psychologen. Mittlerweile versucht sich auch die Wissenschaft mittels empirischer Untersuchungen verschiedenen Fragen zu stellen, wie:

  • Welche Auswirkungen hat Dankbarkeit auf das Gehirn?
  • Inwiefern hängen Dankbarkeit und Wohlbefinden zusammen?
  • Wie wirkt sich Dankbarkeit auf die Gesundheit eines Menschen aus?
  • Lässt sich Dankbarkeit verstärken, und wenn ja: wie?
  • Welchen Einfluss hat Dankbarkeit auf das Privat- und Berufsleben?

Sie sind gespannt auf die Antworten? Wir wollen sie Ihnen nicht vorenthalten:

Welche Auswirkungen hat Dankbarkeit auf das Gehirn?

Wirkt sich Dankbarkeit auf das Gehirn aus und wenn ja: wie? Mit dieser Frage setzten sich die Forscher Prathik Kini, Joel Wong, Sydney McInnis, Nicole Gabana und Joshua W. Brown an der Indiana University auseinander:

22 der insgesamt 43 Probanden, welche sich alle aufgrund von Depressionen oder Angststörungen in professioneller Behandlung befanden, wurden dazu angehalten, zu Beginn ihrer Sitzungen dreimal wöchentlich 20 Minuten lang einen Brief zu schreiben, in welchem Sie dem Empfänger ihre Dankbarkeit ausdrücken – ungeachtet dessen, ob sie diesen anschließend tatsächlich absenden wollten oder nicht. Nach drei Monaten wurden sie – sowie die Kontrollgruppe – einem Gehirnscan unterzogen.

Ergebnis: Die 22 Probanden mit der Dankbarkeitsübung zeigten gegenüber der Kontrollgruppe auch Monate nach dem Experiment noch deutlich mehr Aktivität in den bei dem Gefühl „Dankbarkeit“ aktivierten Gehirnregionen: dem Frontal-, Parietal- sowie Hinterhauptlappen. Übrigens werden damit andere Gehirnregionen aktiv als bei anderen positiven Gefühlen oder der Empathie. Das bedeutet: Dankbarkeit ist im Gehirn als eigenständige Emotion aktiv und erkennbar (Quelle: Sciencedirect.com).

Dankbarkeit „baut“ also im wahrsten Sinne des Wortes das Gehirn um – und zwar nicht nur für einen Tag oder eine Woche, sondern dauerhaft. Je öfter und regelmäßiger Sie sich in Dankbarkeit üben, umso schneller, langfristiger sowie stärker wird sie in Ihrem Gehirn verankert und hilft Ihnen dadurch zu einem neuen Lebensgefühl, ja sogar bei der Therapie von Depressionen und Angststörungen.

In einer weiteren Studie an der University of Pennsylvania fanden Martin E. P. Seligman und Tracy A. Stehen zudem heraus, dass dankbare Menschen weniger Stress empfinden, dadurch glücklicher sind und unwahrscheinlicher an einer Depression erkranken (Quelle: Psycnet). Die Dankbarkeit wird daher als eine der effektivsten Emotionen gegen psychische Erkrankungen angesehen. Besonders bewährt hat sich in zahlreichen Studien das sogenannte „Dankbarkeitstagebuch“.

Inwiefern hängen Dankbarkeit und Wohlbefinden zusammen?

Doch Dankbarkeit verändert nicht nur das Gehirn und wirkt Depressionen, Angststörungen oder anderen psychischen Erkrankungen entgegen, sondern sie wirkt sich auch konkret auf das Wohlbefinden eines Menschen aus. Ihre Effekte sind also nicht nur „unbewusst“ auf neuronaler Ebene messbar, sondern auch bewusst im Erleben und der Gefühlswelt eines Menschen. Dankbare Menschen

  • bewerten sich selbst subjektiv als glücklicher, zufriedener und weniger gestresst.
  • sehen mehr „Sinn“ in ihrem Leben.
  • kommen besser mit Veränderungen im Leben zurecht.
  • drücken mehr allgemeine Zufriedenheit mit ihrer Lebenssituation sowie ihren sozialen Beziehungen aus.
  • haben vermehrt positive statt negative Bewältigungsstrategien.
  • sind gelassener und fühlen sich weniger unter Zeitdruck.
  • trauen sich eher, ihre Mitmenschen um Hilfe zu bitten oder hin und wieder „Nein“ zu sagen.
  • verfügen über eine ausgeprägtere Problemlösungskompetenz in schwierigen Situationen.
  • besitzen mehr Kontrolle über ihre Persönlichkeitsentwicklung.
  • sind resilienter.
  • verfügen über ein gesünderes Selbstwertgefühl.

Lese-Tipp:Selbstbewusstsein stärken: Tipps & Übungen für mehr Selbstvertrauen

Wie wirkt sich Dankbarkeit auf die Gesundheit eines Menschen aus?

Und auch auf körperlicher Ebene lassen sich zahlreiche positive Effekte der Dankbarkeit auf die Gesundheit beobachten. So fanden Alex M. Wood, Stephen Joseph, Joanna Lloyd und Samuel Atkins in ihrer Studie „Gratitude influences sleep through the mechanism of pre-sleep cognitions“ heraus, dass Menschen, die ein großes Maß an Dankbarkeit verspüren, gleichzeitig weniger anfällig für Schlafstörungen sind. Sie schlafen besser, tiefer und werden von weniger negativen Gedanken vor dem Einschlafen geplagt. Dadurch verbessert sich natürlich das Wohlbefinden im (Berufs-) Alltag und damit auch die allgemeine Gesundheit sowie Leistungsfähigkeit eines Menschen.

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Und zuletzt wirkt sich die Dankbarkeit positiv auf die Gesundheit des Herzens aus. Sie

  • senkt das Risiko eines Herzinfarktes,
  • erhöht die Herzfrequenzvariabilität,
  • senkt Entzündungswerte und
  • verringert die Beschwerden von Patienten mit Herzinsuffizienz (Quelle: Apa.org).

Lässt sich Dankbarkeit verstärken, und wenn ja: wie?

Die Wissenschaftler sehen in der Dankbarkeit tatsächlich eine Art Charakterzug – ähnlich dem Selbstbewusstsein. Die einen verfügen über etwas mehr, die anderen über etwas weniger. Dankbarkeit ist allerdings nicht angeboren. Ob und wie dankbar ein Mensch durch sein Leben geht, hängt in erster Linie mit seiner Erziehung, Bildung, Kultur oder – wie der das Kapitel „Exkurs: Was bedeutet Dankbarkeit? Eine spirituelle Reise durch die Weltreligionen“ bereits vermuten ließ – seinem Glauben zusammen.

„Dankbarkeit ist der Himmel selber, und es könnte kein Himmel sein, gäbe es die Dankbarkeit nicht.“
(William Blake)

Das bedeutet: Wenn Sie sich in Ihrem Leben bisher noch nie mit dem Thema „Dankbarkeit“ auseinandergesetzt haben, wird es dafür jetzt höchste Zeit. Denn Dankbarkeit können Sie erlernen. Sie lässt sich durch einige ganz einfache Übungen entdecken, bewahren und verinnerlichen.

Psychologie: Glücklicher, gesünder und erfolgreicher mit diesen 5 Dankbarkeitsübungen

Wir haben daher jetzt für Sie fünf ebenso simple wie effektive Dankbarkeitsübungen zusammengetragen, welche Sie ganz einfach, ohne viel Zeitaufwand, aber mit großer Wirkung in Ihren Alltag einbauen können:

Übung 1: Dankbarkeitstagebuch

Wie bereits erwähnt, hat sich das Dankbarkeitstagebuch als effektivste „Trainingsmethode“ für mehr Dankbarkeit bewährt. Notieren Sie ab sofort jeden Tag am Morgen nach dem Aufstehen oder am Abend vor dem Zubettgehen mindestens drei Dinge, für welche Sie dankbar sind. Das können Personen sein, materielle Besitztümer oder ein Zustand, wie Ihre Gesundheit.

Nun können Sie die Anzahl der notierten Punkte von Tag zu Tag erhöhen. Notieren Sie also diese Woche vier Sachen, für welche Sie dankbar sind, nächste Woche dann jeweils fünf, die Woche darauf je sechs und so weiter…Sie werden sehen: Mit der Zeit fallen Ihnen immer mehr Dinge ein und Sie richten Ihre Wahrnehmung auch im Alltag automatisch auf das Positive.

Übung 2: Imagination

Diese zweite Übung mag einigen von Ihnen ein wenig drastisch erscheinen. Die Imagination dreht sich nämlich um Ihren Tod: Stellen Sie sich vor, Sie sterben morgen – sei es durch einen Autounfall, einen Gebäudebrand oder einen Herzinfarkt: Was würden Sie in Ihrem Leben am meisten vermissen? Wenn Sie nur noch einen Tag zu leben hätten, wie würden Sie diesen verbringen? Welchen Streit würden Sie aus der Welt schaffen? Mit welchen Menschen würden Sie in Ihren letzten Stunden gemeinsam essen und lachen wollen? Welche „unerledigten“ Punkte gäbe es auf Ihrer „Bucket List“?

Sich immer wieder die Endlichkeit des Lebens vor Augen zu führen, kann dabei helfen, die Prioritäten im Leben wieder zurechtzurücken, das Positive wieder mehr zu schätzen zu wissen und schlichtweg dankbarer zu sein. Dennoch sollten Sie es natürlich auch nicht übertreiben und in eine „Hilfe, ich könnte jeden Augenblick sterben“-Panik verfallen.

Übung 3: Gelassenheit

Trotzdem kann Ihnen das Bewusstsein um den Tod auch bei dieser dritten Übung helfen: Werden Sie gelassener! Wenn Sie ohnehin jeden Moment sterben könnten, ist dann der Zeitdruck im Job wirklich so wichtig oder sollten Sie nicht vielleicht früher Feierabend machen, um die Zeit mit Ihrer Familie zu verbringen? Ist es der Konflikt mit dem Kollegen wirklich wert, kostbare Energie und Lebenszeit damit zu verschwenden? Und wenn Sie ohnehin nur noch eine Woche zu leben hätten, wieso dann knausern und sich nicht doch den lang ersehnten, aber etwas zu teuren, Urlaub gönnen? Üben Sie sich in Gelassenheit.

Lese-Tipp:Just relax: 5 Tipps für mehr Gelassenheit im Job

Treten Sie einen Schritt zurück aus dem Trubel des Alltags, verlassen Sie das Hamsterrad aus Arbeit, Haushalt, Verpflichtungen & Co und werfen Sie einen gelassenen Blick auf Ihr Leben: Sie werden sehen, dass sich auch dadurch Ihre Prioritäten ganz neu ausrichten und Sie wieder dankbarer werden für all die positiven Dinge und Menschen in Ihrem Umfeld. So traurig es nämlich klingen mag: Viele Menschen haben heutzutage schlichtweg „keine Zeit“ mehr, um dankbar zu sein.

Übung 4: Zähneputzen

Keine Zeit? Wir behaupten: Stimmt nicht! Sie können die Dankbarkeit ganz einfach in Ihren Alltag integrieren. Nehmen wir als Beispiel das Zähneputzen: Worüber denken Sie in diesen ein bis zwei Minuten nach? Wie wäre es ab sofort mit mindestens fünf Dingen, für welche Sie dankbar sind?! Wenn Sie zu den „immer gestressten Karrieremenschen“ da draußen gehören, kann das Zähneputzen zu Ihrer kurzen, aber effektiven alltäglichen Dankbarkeitsübung werden. Probieren Sie es aus!

Übung 5: Münzen

Wenn Sie beginnen, im Alltag mehr auf die Dinge zu achten, für welche Sie dankbar sind, wird sich Ihr Gehirn und damit auch Ihr gesamtes Lebensgefühl zum Positiven verändern. Am Anfang brauchen Sie hierfür jedoch vielleicht noch einen kleinen „Reminder“. Stecken Sie sich also jeden Morgen fünf oder zehn Münzen in die rechte Hosen- oder Jackentasche. Jedes Mal, wenn Sie nun im Laufe des Tages für etwas dankbar sind, nehmen Sie eine dieser Münzen und lassen sie in die linke Tasche wandern.

„Spiel und Freude sind wie die zwei Seiten einer kleinen Münze.
Sie zu missachten, heißt auf Reichtum zu verzichten.“
(Unbekannt)

Dies können ein freundliches Lächeln sein, ein Kompliment, Hilfestellung durch einen Kollegen oder der Feierabend mit Ihren Kindern. Nehmen Sie am Abend die Münzen aus Ihrer linken Tasche und versuchen Sie noch einmal Münze für Münze Revue passieren zu lassen, wofür Sie heute dankbar waren.

Welchen Einfluss hat Dankbarkeit auf das Privat- und Berufsleben?

Probieren Sie eine – oder auch alle fünf – der Dankbarkeitsübungen aus und lassen Sie sich von den erstaunlichen Effekten auf Ihr Wohlbefinden verblüffen. Sie wissen ja bereits, dass Dankbarkeit das Gehirn verändert, und zwar nicht nur kurz-, sondern äußerst langfristig. Dies hat positive Konsequenzen für sowohl Ihre psychische als auch Ihre physische Gesundheit. Doch das soll es noch nicht gewesen sein: Dankbarkeit

  • macht Sie gelassener.
  • stärkt Ihr Selbstbewusstsein.
  • sorgt für eine positive Ausstrahlung.
  • verringert Ängste.
  • weitet den Blick für die Chancen und Möglichkeiten im Leben.
  • lässt Sie in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung voranschreiten.
  • verstärkt Ihren Zugang zu sich selbst.

Wir könnten diese Liste ewig weiterführen. Fakt ist aber: Dankbarkeit lässt Sie als Persönlichkeit wachsen. Sie ruhen mehr in sich, werden selbstbewusster und gelassener. Sie stehen dem Leben offen gegenüber und nehmen dadurch (berufliche) Chancen und Möglichkeiten eher wahr als im „Tunnelblick des gestressten Alltags“. Sie bleiben langfristig gesund, glücklich und leistungsfähig. Ihre positive Ausstrahlung wirkt geradezu anziehend auf andere Menschen. Sie werden dadurch sowohl sozial als auch beruflich erfolgreicher – und wissen diesen Erfolg zugleich mehr zu schätzen. Leider gehen nämlich 56 Prozent der Deutschen davon aus, dass der Großteil unserer Gesellschaft undankbar lebt.

Statistik: Glauben Sie, dass es mehr dankbare oder mehr undankbare Menschen gibt? | Statista
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Fazit: Was Dankbarkeit bewirkt? Eine Menge!

Es ist daher an der Zeit, dass Sie selbst einen ehrlichen Blick auf Ihre Lebenseinstellung werfen und sich in (mehr) Dankbarkeit üben. Damit tun Sie nicht nur Ihren Freunden, Bekannten, Angehörigen oder auch Kollegen einen großen Gefallen, sondern vor allem sich selbst. Dankbarkeit lässt Sie nämlich glücklicher, gesünder und erfolgreicher durch das Leben schreiten. Und wie Sie mit unseren fünf Dankbarkeitsübungen gelernt haben, ist sie nicht einmal schwierig. Also hören Sie auf, immer nach rechts und links zu blicken und sich darüber zu grämen, dass Ihre Nachbarn reicher sind, Ihr Kollege erfolgreicher oder die beste Freundin hübscher seien als Sie. Seien Sie dankbar für die positiven Dinge in Ihrem Leben und Sie werden noch mehr Positives anziehen. Das ist das ungeschriebene Gesetz der selbsterfüllenden Prophezeiung. Was Dankbarkeit also bewirkt? Eine Menge – und zwar nur Gutes!

Welche weiteren Dankbarkeitsübungen kennen Sie? Gehen Sie selbst eher dankbar oder undankbar durch Ihr Leben? Und welche positiven Effekte auf Ihr Berufs- und Privatleben konnten Sie durch mehr Dankbarkeit beobachten? Wir freuen uns auf Ihren Beitrag zum Thema in den Kommentaren!

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