Wer positiv denkt, hat es nicht nur einfacher im Job, sondern ist allgemein zufriedener mit seinem Leben. Leider bestimmen oft Sorgen, Ängste und Zweifel unsere Gedankenwelt. Wir verraten Ihnen deshalb heute mehr über die Kraft des positiven Denkens und wie Sie diese in Ihrem (Berufs-) Alltag für sich nutzen können.

Inhalt
1. Deutsche lästern gerne und viel – ein Hinweis auf negatives Denken
2. Positives Denken verändert das menschliche Gehirn
3. Positives Denken können Sie lernen…
4. …und wir verraten Ihnen wie: In 10 Schritten zu einem neuen Lebensgefühl!
5. Schritt 1: Ihre Einstellung ist das A und O
6. Schritt 2: Menschen freundlich und respektvoll behandeln
7. Schritt 3: Vergleichen Sie sich nicht mit anderen
8. Schritt 4: Lernen Sie, Nein zu sagen
9. Schritt 5: Freuen Sie sich über Kleinigkeiten
10. Schritt 6: Akzeptieren Sie, was Sie nicht (mehr) ändern können
11. Schritt 7: Führen Sie ein Erfolgstagebuch
12. Schritt 8: Glauben Sie an sich selbst und achten Sie auf Ihre Bedürfnisse
13. Schritt 9: Erkennen Sie sich selbst
14. Schritt 10: Betrachten Sie jede erledigte Aufgabe und jede Interaktion als eine gelungene Leistung…

Deutsche lästern gerne und viel – ein Hinweis auf negatives Denken

Mittlerweile haben es diverse Forschungen bewiesen: Eine positive Einstellung ist essenziell für die Gesundheit. Sie bedeutet aber noch viel mehr, denn auch im Umgang mit Stress, Sorgen oder Kummer ist optimistisches Denken hilfreich und ebenso wirkt es sich positiv auf die Beziehungen mit unseren Mitmenschen aus. Schließlich verhindert die richtige Einstellung, dass man andere Menschen vorschnell verurteilt, und mit ihr gelingt es Ihnen sogar, sich nicht am Tratsch und Klatsch oder am Lästern über Andere zu beteiligen. Immerhin elf Prozent der Deutschen lästern nämlich täglich…

Statistik: Wie oft lästern Sie über andere? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

…und zwar bevorzugt über Nachbarn und natürlich – wie könnte es anders sein – ihre Kollegen.

Statistik: Über wen aus Ihrem persönlichen Umfeld lästern Sie am liebsten? | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Doch wussten Sie, dass Lästern ein untrüglicher Hinweis auf eine negative Gedankenwelt ist? Tatsächlich verhält es sich in der Realität so, dass vermehrt Ängste, Zweifel oder Sorgen die Gedanken eines Menschen dominieren – und lediglich ein Bruchteil davon positiver Natur ist. In Zahlen ausgedrückt:

Laut wissenschaftlicher Studien hat der Mensch täglich rund 600.000 einzelne Gedanken, nur drei Prozent davon sind positiv.

Dabei ist es unglaublich kräfteraubend, negativ zu sein, sich Sorgen zu machen und unter dem Motto „Was wäre, wenn?“ alles in Zweifel zu ziehen oder sich von „Hätte-Sollen“-Gedanken den Tag vermiesen zu lassen – egal, ob am Arbeitsplatz oder im Privatleben. Positives Denken hingegen bedeutet, dass Sie in der Gegenwart leben und sich auf das Gute konzentrieren. Klingt schön? Ist es auch – und noch viel mehr!

Positives Denken verändert das menschliche Gehirn

Weniger Lästern und eine positivere Lebenseinstellung – das klingt nicht nur schön, sondern hat laut wissenschaftlicher Erkenntnisse sogar Einfluss auf die Gehirnstruktur. Rund ein Prozent der Zellen Ihres Körpers werden pro Tag erneuert, so die Überzeugung der Wissenschaftler. Darunter fallen natürlich auch Ihre Gehirnzellen. Dies erklärt, weshalb Sie rund 66 Tage brauchen, um sich schlechte Angewohnheiten abzugewöhnen oder sich neue (bessere) zuzulegen.

Lese-Tipp:So klappt’s: In 66 Tagen vom Neujahrsvorsatz zur Routine

Und genau diese „neuen“ Gehirnzellen, so Barbara Fredrickson, werden stark von Emotionen beeinflusst. In ihrer Studie teilte sie die Probanden in fünf Gruppen ein, welchen sie nun verschiedene Videos vorspielte:

  1. Gruppe 1 sah Videos, welche Freude hervorriefen.
  2. Gruppe 2 sah friedliche und „zufriedenstellende“ Videos.
  3. Gruppe 3 sah neutrale Videos.
  4. Gruppe 4 sah angsteinflößende Videos und
  5. Gruppe 5 sah Videos, welche sie wütend stimmen sollten.

Anschließend sollten die Probanden Handlungs- und Lösungsvorschläge für fiktive Problemsituationen entwerfen – mit eindeutigem Ergebnis: Die Gruppen 1 und 2 konnten deutlich mehr, kreativere und praxisorientierte Lösungen präsentieren als die Gruppen 3 bis 5. Die Schlussfolgerung von Fredrickson lautet: Positive Emotionen „weiten“ den Blick, machen offener für die verschiedenen Chancen im Leben und kreativer in Problemlösungsprozessen. Schlicht: Sie befreien Sie aus dem (negativen) Tunnelblick des Alltags.

Menschen, die positiv denken,

  • sehen mehr Möglichkeiten,
  • sind kreativer,
  • verfügen über eine bessere Problemlösungskompetenz,
  • sind resilienter,
  • erzielen bessere Ergebnisse in Tests, Prüfungen & Co,
  • können komplexe Sachverhalte besser überblicken und einordnen,
  • sind toleranter,
  • wirken vertrauenswürdiger,
  • sind sozial beliebter beziehungsweise erfolgreicher,
  • sehen das „große Ganze“ und
  • haben dadurch häufig mehr beruflichen (und privaten) Erfolg.

Positives Denken können Sie lernen…

Und die gute Nachricht ist: Auch, wenn Sie nicht von Geburt an mit unerschütterlich positivem Denken gesegnet sind, können Sie Ihre negative Gedankenwelt verändern und ein neues, positiveres Leben starten. Denn positives Denken ist erlernbar. Um sich eine positive Einstellung zu erarbeiten und diese zu leben, ist es wesentlich, dass Sie Ihre eigenen Schwächen kennen und zu ihnen stehen lernen – dafür sind Überwindungskraft und Selbstvertrauen gefragt.

Lese-Tipp:Selbstbewusstsein stärken: Tipps & Übungen für mehr Selbstvertrauen

Hilfreich ist zunächst eine Analyse der eigenen Gedanken: Wenn Sie Ihre Gedanken aufschreiben oder diese mithilfe von Notizen untersuchen, werden Sie es rasch selbst bemerken: Nur ein Bruchteil davon ist tatsächlich positiv. Ein allseits bekanntes Beispiel aus der Praxis: „Das war nicht schlecht.“ Wieso bevorzugen wir nicht eine positivere Formulierung wie „Das war gut“? Die Antwort lautet: Negative Glaubenssätze.

Lese-Tipp:Aus „negativ“ mach „positiv“: Glaubenssätze auflösen und umwandeln

Viele Menschen leben seit ihrer Kindheit mit einer negativen Grundeinstellung – gegenüber sich selbst, ihrem Leben und ihrer Zukunft. Sie denken und erwarten vor allem Schlechtes und sich selbst zu loben, stellt nicht selten eine große Überwindung dar. Doch genau so eine positive Sicht auf sich selbst und das Leben im Großen und Ganzen kann – wie Sie ja jetzt bereits gelernt haben – einen enormen Einfluss auf Ihr Wohlbefinden, Lebensgefühl sowie Ihren beruflichen Erfolg haben. Nur, wie geht das?

…und wir verraten Ihnen wie: In 10 Schritten zu einem neuen Lebensgefühl!

Die Realität wird von unseren Gedanken erschaffen – und niemand hat behauptet, dass es einfach wäre, diese zu ändern. Doch eines steht fest: Psycho- und Gedankenhygiene ist von großer Bedeutung für die psychische und physische Stabilität und Gesundheit. Wieso das so ist, lässt sich einfach erklären: Wie wir denken, bestimmt, wie wir handeln. Unser Handeln lenkt wiederum unser Verhalten und dieses gestaltet schließlich unser Leben. Oder anders gesagt: Ihre innere Einstellung beeinflusst, wie Sie handeln und sich verhalten – und auch auf andere wirken.

Lese-Tipp:Charisma lernen: 13 Tipps für mehr Ausstrahlung

Viele negative Denkweisen, Zweifel und Sorgen lassen sich also auf tief in Ihnen verankerte Glaubenssätze oder Annahmen in Bezug auf Ihre Person, in Bezug auf Andere oder Situationen zurückführen. Mental-Techniken können Ihnen aber dabei helfen, diese negative Denkweise zu verändern und stattdessen eine grundlegend positive Einstellung sowie eine neue positive Gedankenwelt zu entwickeln.

Ein Beispiel: Wahrscheinlich hat auch Ihr Englischlehrer Fehler mit der Farbe Rot angestrichen. Auch, wenn Sie in einer Prüfung also nur wenige Fehler gemacht haben, sind Ihnen die roten Markierungen deutlich ins Auge gesprungen. Sie haben also gelernt, sich auf das Negative – in diesem Fall Ihre Fehler – zu fokussieren.

Diese ersten Erfahrungen in der Schule haben nun aber maßgeblich unsere Perspektive auf (Arbeits-) Ergebnisse in der Leistungsgesellschaft beeinflusst: Unser Fokus liegt stets auf Mängeln und Fehlern statt auf Erfolgen.

Bei einem Großteil von uns setzt sich dies bis in den heutigen Joballtag fort. Machen Sie sich daher Ihre eigene Gedankenwelt bewusst: Sind auch Sie eher negativ geprägt? Und wenn ja, was können Sie dagegen tun? Wir haben jetzt zehn Schritte für Sie zusammengetragen, die Sie zu einem positiveren Denken führen werden:
10 Schritte, die Sie zu einem positiveren Denken führen werden

Schritt 1: Ihre Einstellung ist das A und O

Bei Ihrer Einstellung handelt es sich um die Linse, mit der Sie auf die Realität blicken. Sie prägt und formt Ihren Alltag. Nehmen Sie Ihre innere Einstellung einmal ganz genau unter die Lupe und beantworten Sie folgende Fragen ehrlich: Sind Sie ein Pessimist? Reagieren Sie häufig mit Angst oder Gleichgültigkeit? Prägen Lästereien, neidische Gedanken, Spott und verachtende Bewertungen Ihren (Job-) Alltag? Sollte dies der Fall sein, haben Sie ganz klar eine negative Lebenseinstellung. Denken Sie darüber nach, wie sich Ihr Leben zum Positiven entwickelt, wenn Sie Ihre Einstellung ändern.

Schritt 2: Menschen freundlich und respektvoll behandeln

Ein wichtiger Aspekt des positiven Denkens ist es, jeden einzelnen Menschen, dem Sie fortan begegnen, mit Wertschätzung und Höflichkeit gegenüberzutreten. Jedes Individuum hat eigene Gefühle und seine eigene Sichtweise auf das Leben – und diese unterscheiden sich vermutlich von Ihren Gefühlen und Ihrer Sicht, sind aber genauso gültig und wertvoll. Wer andere respektiert, tut übrigens auch etwas Gutes für seinen eigenen Selbstwert.

„Wir haben eine solch große Idee von der Seele des Menschen, dass wir es nicht ertragen können, von einer solchen verachtet zu werden, und nicht in ihrer Achtung zu stehen; alles Glück der Menschen besteht in dieser Achtung.“
(Blaise Pascal)

Dies gilt nicht nur für Freunde oder die Familie – nehmen Sie gerade im Job Ihre Mitarbeiter, Kollegen, Kunden, Lieferanten und Klienten, aber auch andere Menschen, auf die Sie täglich treffen, bewusst wahr: Begegnen Sie ihnen anerkennend und wertschätzend und betrachten Sie sie nicht als selbstverständlich. Sagen Sie öfters einfach „Danke“ oder formulieren Sie ein ernst gemeintes Kompliment – und lassen Sie sich von der Freude über diese kleinen Gesten überraschen. Freude ist schließlich das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt!

Schritt 3: Vergleichen Sie sich nicht mit anderen

Vermeiden Sie es, sich mit anderen zu vergleichen – egal, ob es darum geht, auf jemanden herabzuschauen, der vermeintlich keine besonderen Fähigkeiten hat, oder zu jemandem aufzublicken, der bereits mehr Erfahrung oder mehr erreicht hat als Sie. Wer sich permanent mit anderen vergleicht, richtet seinen Fokus nach außen und nicht (mehr) auf das, was Sie selbst erreichen möchten oder auf Ihre eigenen Stärken.

Auch Ihre Freunde, Partner oder Kinder sollten Sie nicht mit anderen vergleichen. Wenn Sie das Ziel haben, etwas zu verbessern, müssen Sie in Ihrem Inneren beginnen und sich auf sich selbst konzentrieren. Es gilt: Was andere tun – oder eben nicht– betrifft ausschließlich die anderen!

Schritt 4: Lernen Sie, Nein zu sagen

Denken Sie „Nein! Nicht mit mir!“, wenn Sie jemand herabwürdigen will oder im Begriff ist, Ihre Grenzen zu überschreiten. Sie selbst bestimmen Ihren Wert. Es ist niemandem möglich, Ihren inneren Wert zu ändern – außer Sie lassen es zu. Machen Sie anderen klar, dass sie mit Ihnen nicht respektlos umgehen können. Bewahren Sie Ihre Grenzen und blicken Sie nach vorne!

Lese-Tipp:Lernen Sie Nein zu sagen, ohne Ihren Erfolg zu gefährden

Andersherum sollten natürlich auch Sie Ihr Gegenüber respektieren und dessen Grenzen niemals überschreiten. Jeder hat einmal einen schlechten Tag, fühlt sich unsicher oder kommt nicht voran – dies sollten Sie aber niemals als Ausrede dafür verwenden, die Zeit von anderen zu vergeuden oder deren Grenzen zu übertreten. Das ist vor allem am Arbeitsplatz eine wichtige Regel.

Schritt 5: Freuen Sie sich über Kleinigkeiten

Egal, ob es ein Lächeln von einem Kunden oder einem Kollegen ist, ein Kompliment für eine Geschäftsidee oder eine Anerkennung Ihrer Leistung: Freuen Sie sich und gestehen Sie sich zu, gute Arbeit getan zu haben.

Schritt 6: Akzeptieren Sie, was Sie nicht (mehr) ändern können

Dies gilt insbesondere für in der Vergangenheit Passiertes und steht im Zusammenhang damit, Aussagen wie „Hätte ich doch nicht …!“ oder „Wäre ich nicht …“ zu vermeiden. Akzeptieren Sie es: Sie haben oder Sie waren! Manches lässt sich nicht mehr ändern und die Gedanken daran erwirken nur Sorgen oder Kummer. Leben Sie im Jetzt und entwickeln Sie eine gewisse Gelassenheit gegenüber der Vergangenheit sowie der Zukunft.

Lese-Tipp: „Just relax: 5 Tipps für mehr Gelassenheit im Job

Schritt 7: Führen Sie ein Erfolgstagebuch

Fokussieren Sie sich fortan auf Ihre Erfolge im Leben und jede noch so kleine Freude. Beginnen Sie ein Erfolgstagebuch und notieren Sie mehrmals täglich oder einfach am Abend vor dem Zubettgehen, worüber SIe sich heute gefreut haben, welche Erfolge Sie verzeichnet, welche Herausforderungen Sie gemeistert und welche Komplimente Sie bekommen haben.

Lese-Tipp:Erfolgstagebuch: Kleines Helferlein mit großer Wirkung

Schritt 8: Glauben Sie an sich selbst und achten Sie auf Ihre Bedürfnisse

Hier sind Ihr Instinkt und Ihre innere Stimme die Schlagworte – folgen Sie diesen und zeigen Sie der Welt Ihre Fähigkeiten. Um Ihre innere Balance zu gewährleisten, die übrigens die Basis für persönlichen Erfolg darstellt, sollten Sie stets rasch auf Ihre emotionalen, körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnisse reagieren.

Schritt 9: Erkennen Sie sich selbst

Werden Sie sich Ihrer eigenen (psychischen) Fähigkeiten, Möglichkeiten sowie Realitäten bewusst – es geht um die Selbsterkenntnis: Sie ermöglicht es, Eigenschaften, Werte, Kräfte und Ihre persönliche (Lebens-)Einstellung zu beurteilen und sie ist schlussendlich der Schlüssel zur Selbstverwirklichung und zu positivem Denken!

Schritt 10: Betrachten Sie jede erledigte Aufgabe und jede Interaktion als eine gelungene Leistung…

…und würdigen Sie sie nicht als einen Teil Ihres (Arbeits-) Tages herab. Im Laufe der Zeit werden Sie Ihren persönlichen Einfluss auf andere sowie den Nutzen, den andere daraus gewinnen, zunehmend bewusster wahrnehmen. Gleichzeitig werden Sie die Aufmerksamkeit Ihres Umfeldes auf sich ziehen: Es wird feststellen, wie gut Sie Ihre Aufgaben erfüllen und Sie aufrichtig schätzen. Und schließlich wird Ihre positive Art ansteckend wirken.

Inwiefern haben Sie Ihr Denken vom Negativen ins Positive verändert? Und welche Konsequenzen hatte dies für Ihr (Berufs-) Leben? Teilen Sie Ihre ganz persönliche Geschichte in den Kommentaren mit uns!

Kommentieren