„Ich kann das“, „ich habe das verdient“, „ich bin ein guter Mensch, intelligent, schön und erfolgreich“ – klingen so Ihre Glaubenssätze? Dann können wir Ihnen nur gratulieren! Allerdings gehören Sie damit leider zur Ausnahme in unserer von Minderwertigkeitskomplexen geplagten Gesellschaft. Die meisten Menschen tragen stattdessen negative Glaubenssätze durch ihr Leben – und suchen sich unbewusst immer wieder deren Bestätigung. Die Folge: Enttäuschungen, Scheidungen, soziale Ablehnung, berufliche Misserfolge…

Inhalt

1. Glaubenssätze – Was ist das eigentlich?
2. Selbsterfüllende Prophezeiung: Die Auswirkung negativer Glaubenssätze
3. Negative Glaubenssätze auflösen – und in positive umwandeln: Wie geht das?
4. Fazit: Positive Glaubenssätze helfen Ihnen zu mehr Erfolg im Leben – und mehr Glück!

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Glaubenssätze – Was ist das eigentlich?

„Glaubenssätze“, das ist ein Begriff, welcher von der Psychologie geprägt wurde und die tief verankerten Überzeugungen eines Menschen beschreibt. In erster Linie geht es dabei um sein Selbstbild, doch auch um jenes der Außenwelt. Glaubenssätze haben nämlich große Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Realität. Sie sorgen also dafür, welche Wertungen und Interpretationen ein Mensch seinen Lebensereignissen zuschreibt.

Beispiel „Sie werden aus betrieblichen Gründen gekündigt“:

Fall 1: Lautet Ihr negativer Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug in meinem Job“, werden Sie sich nun denken: „Betriebliche Gründe? Das ist doch sowieso nur eine vorgeschobene Ausrede, um mich loszuwerden“.

Fall 2: Ist Ihr Glaubenssatz hingegen positiv geprägt und lautet „Ich bin gut in meinem Job und eine wertvolle Arbeitskraft“, könnte Ihre Interpretation der Kündigung grundlegend anders ausfallen: „Schade, dass es dem Unternehmen so schlecht geht, dass es nun schon Stellen abbauen muss. Aber vielleicht ist das ja für mich eine Chance auf einen noch besseren Job, neue Aufgabenbereiche oder ein höheres Gehalt bei einem anderen Arbeitgeber. Ich werde schon wieder (problemlos) eine neue Stelle finden“.

Sie sehen: Glaubenssätze – in positiver wie in negativer Form – haben enorme Auswirkungen auf Ihr Selbstbild und Ihr Lebensgefühl.

Glaubenssätze – da sind sich die Experten einig – bestimmen also maßgeblich das Denken und Handeln eines Menschen. Genau hier liegt aber auch die Problematik, denn Glaubenssätze sind vor allem eines: unbewusst. Und wenn Sie sich Ihre Glaubenssätze nicht irgendwann im Laufe des Lebens bewusst machen und diese eventuell von negativen in positive Überzeugungen umwandeln, können sie Sie Ihren beruflichen Erfolg sowie Ihr privates Glück kosten. Wieso?

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Selbsterfüllende Prophezeiung: Die Auswirkung negativer Glaubenssätze

Weil Sie unbewusst immer wieder nach der Erfüllung Ihrer Glaubenssätze suchen werden. Und sind diese negativ behaftet, so werden Sie im Laufe Ihres Lebens immer wieder dieselben damit verbundenen negativen Erfahrungen machen und Ihre Glaubenssätze dadurch tiefer und tiefer verankern. Sie begeben sich also geradezu in eine Abwärtsspirale. Die Rede ist von der sogenannten selbsterfüllenden Prophezeiung. Zum besseren Verständnis wollen wir an dieser Stelle noch einmal das vorangegangene Beispiel aufgreifen:

Beispiel: Sie wurden nun also aus betrieblichen Gründen gekündigt und befinden sich erneut auf Jobsuche.

Fall 1: Sie schämen sich für die Kündigung. Schließlich wird Ihr soziales Umfeld jetzt – ebenso wie Sie selbst – denken, dass Sie ein Versager sind. Zerknirscht senden Sie einige Bewerbungen raus und präsentieren sich in Vorstellungsgesprächen wenig selbstbewusst. Die Jobsuche verläuft dadurch eher schleppend und Sie schrauben Ihre Ansprüche immer weiter herunter. Hauptsache, Sie finden so schnell wie möglich eine neue Stelle – selbst, wenn sie schlecht bezahlt und alles andere als Ihr Traumjob sein sollte.

Fall 2: Sie wurden gekündigt. Na und? Es war ja aus betrieblichen Gründen und nicht Ihre eigene Schuld. Sie gehen deshalb aktiv auf Ihr soziales Umfeld zu und suchen sich Hilfe in Ihrem (beruflichen) Netzwerk, statt sich für die Kündigung zu schämen. Über Kontakte erhalten Sie Hinweise auf vakante Stellen und schreiben selbstbewusst die ersten Bewerbungen. Wenn Sie nun schon zwangsweise eine berufliche Neuorientierung vornehmen müssen, wieso sollten Sie diese dann nicht zu Ihrem Vorteil nutzen? Sie entschließen sich daher zu einer Weiterbildung, präsentieren sich im Vorstellungsgespräch selbstbewusst und ergattern eine besser bezahlte Stelle in hierarchisch höherer Position.

In beiden Fällen unseres Beispiels hat der Glaubenssatz also Ihr Denken und Handeln beeinflusst und sich dadurch als selbsterfüllende Prophezeiung bestätigt. Weshalb es also erstrebenswert ist, dass Sie negative Glaubenssätze aufspüren und in positive umwandeln, müssen wir an dieser Stelle wohl nicht noch einmal erläutern, oder?

Negative Glaubenssätze auflösen – und in positive umwandeln: Wie geht das?

Negative Glaubenssätze werden in der frühen Kindheit geprägt. Sie haben diese also viele Jahre und Jahrzehnte mit sich getragen und durch die selbsterfüllende Prophezeiung tiefer und tiefer verankert. Viele Menschen sind sich ihrer Glaubenssätze überhaupt nicht bewusst. Und wenn doch, so ist es alles andere als einfach, negative aufzulösen und in positive umzuwandeln. Die Veränderung von Glaubenssätzen ist eine große Herausforderung in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung. Sie benötigen eine Menge Willenskraft, Kritikfähigkeit, Selbstdisziplin und Geduld. Negative Glaubenssätze auflösen – das funktioniert wie folgt:

Schritt 1) Negative Glaubenssätze erkennen: Da Sie Ihre Glaubenssätze unbewusst mit sich tragen und durch die selbsterfüllende Prophezeiung immer wieder bestätigen, liegt der erste Schritt darin, Ihre individuellen Glaubenssätze erst einmal aufzuspüren und niederzuschreiben. Üben Sie sich in Selbstreflexion und beobachten Sie eine Zeit lang genauestens Ihre Gedanken, Worte sowie Ihr Handeln. Schreiben Sie zum Beispiel jeden Abend Ihre Erfolge und Misserfolge des Tages auf, wie Sie diese interpretieren und worin Sie die Gründe für die Geschehnisse sehen. So wird sich recht bald abzeichnen, ob Sie positive oder negative Glaubenssätze, sprich Grundüberzeugungen, bezüglich sich selbst und Ihres Lebens pflegen.

Schritt 2) Negative Glaubenssätze umwandeln: Nun, da Sie Ihre negativen Glaubenssätze entlarvt haben, sollten Sie diese aktiv in positive Glaubenssätze umwandeln. Streichen Sie auf Ihrer erstellten Liste daher alle negativen Glaubenssätze und notieren Sie daneben, darunter oder auf einer neuen Liste deren positives Pendant. Machen Sie also wie in unserem Beispiel aus „Ich bin schlecht in meinem Job“ ein „Ich bin gut in meinem Job und eine wertvolle Arbeitskraft“. Dieser Mechanismus lässt sich natürlich auch auf alle anderen Glaubenssätze übertragen.

Schritt 3) Positive Glaubenssätze festigen: Fertig? Von wegen! Ganz so einfach ist die Umwandlung negativer in positive Glaubenssätze leider nicht. Haben Sie Geduld mit sich, denn es braucht eine Menge Zeit, die tief sitzenden Überzeugungen aus der Kindheit loszulassen und durch neue zu ersetzen. Beobachten Sie daher auch weiterhin Ihr Denken und Handeln. Entlarven Sie negative Glaubenssätze und ersetzen Sie diese durch positive. Schreiben Sie diese auf Ihrer Liste nieder, lesen Sie sie immer wieder durch und sagen Sie sich Ihre neuen positiven Glaubenssätze so oft wie möglich auf.

Lese-Tipp:Erfolgstagebuch: Kleines Helferlein mit großer Wirkung

Besonders wichtig ist, dass Sie sich jetzt im Alltag aktiv auf die Bestätigung Ihrer positiven Glaubenssätze konzentrieren. Erhalten Sie Lob von Ihrem Vorgesetzten? Ein Kompliment vom Kollegen? Oder haben Sie eine Herausforderung gemeistert? Dann schreiben Sie diese Erfolge nieder und festigen Sie durch fortlaufende Bestätigung Ihr neues Lebensgefühl.

Fazit: Positive Glaubenssätze helfen Ihnen zu mehr Erfolg im Leben – und mehr Glück!

Negative Glaubenssätze auflösen und in positive umwandeln – dafür brauchen Sie vor allem Willenskraft, Disziplin, Geduld und eine Menge Selbstreflexion. Doch es ist ein Weg, der sich lohnt und welcher Sie nicht nur auf der Karriereleiter höher hinausbringen wird, sondern auch zu mehr Glück, Zufriedenheit, Selbstbewusstsein und Gelassenheit im Leben führt. Werfen Sie einen ehrlichen Blick auf Ihre Überzeugungen, spüren Sie negative Glaubenssätze auf und warten Sie auf die positiven Effekte Ihrer neuen Glaubenssätze durch die selbsterfüllende Prophezeiung. Sie werden erstaunt sein, welch große Auswirkungen dies auf Ihr Lebensgefühl und Ihren Lebensweg haben wird.

Berichten Sie uns von Ihren Fortschritten oder Beobachtungen in den Kommentaren. Welche negativen Glaubenssätze konnten Sie bei sich identifizieren? Wie haben Sie den Weg von negativen zu positiven Grundüberzeugungen gemeistert? Welche weiteren Tipps haben Sie zum Thema? Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!