Sie treffen einen Vorgesetzten auf der Treppe und haben nun beide den gleichen Weg bis zur Kantine. In dieser Situation wird Ihr Chef das informelle Gespräch beginnen, zum Beispiel: “Sagen Sie mal, Herr … wie gefällt es Ihnen denn so im Unternehmen? Sie sind ja nun schon 1 Jahr bei uns …” – nun sollten Sie nichts Falsches sagen …

Reden Sie entspannt, aber nicht zu locker, berichten Sie, was Ihnen im Unternehmen gefällt und wie Sie sich engagieren. Negative Kommentare haben hier nichts verloren – schließlich wollen Sie einen guten Eindruck hinterlassen, wofür Sie nur einige Sätze lang Zeit haben. Vermeiden Sie es zum Beispiel, von Ihrer Position als “Job” zu sprechen, betonen Sie stattdessen, wie gut Sie Ihre Fremdsprachen im Kundenkontakt schon einsetzen konnten.

Smalltalk, egal ob in einer Fremdsprache oder in Ihrer Muttersprache, ist einfach, wenn Sie sich im privaten Umfeld befinden. Hier muss nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden. Sie werden von Ihren Freunden nicht danach beurteilt, wie treffend oder fesselnd Ihr Gesprächsbeitrag ist, wie informiert und höflich Sie sich verhalten.

Komplett anders ist das im geschäftlichen Umfeld. Besonders jüngere Mitarbeiter haben in ihrem kurzen Berufsleben noch nicht viele Situationen erlebt, in denen sie diese besondere Form der Kommunikation üben konnten. Ganz besonders schwierig wird es, wenn Ihr Vorgesetzter Ausländer ist und mit Ihnen in seiner Sprache plaudern möchte. Auch wenn Sie diese Fremdsprache nicht flüssig beherrschen, ist es jetzt wichtig, dass Sie einige Sätze parat haben. Bereiten Sie sich auf eine solche Smalltalk-Situation vor – sie kommt bestimmt!

Smalltalk im Job ist altersabhängig

Gerade im beruflichen Smalltalk gibt es zahlreiche Gelegenheiten, die eigene Position zu festigen, ohne das Ansehen Anderer zu schmälern. Im eigentlichen Job kommen Sie heutzutage mit mindestens 2, wenn nicht 3 Generationen von Menschen zusammen. Es gibt die Kollegen und Mitarbeiter, die kurz vor der Pensionierung stehen, ebenso wie die, die eben erst in ihren Job eingestiegen sind. Weltweit sind über 50 % aller Arbeitnehmer zwischen Ende der 70er und Ende der 90er Jahre geboren. In welcher Altersgruppe Sie sich befinden, kann entscheidend für das Funktionieren der Kommunikation sein. Wenn Sie wissen, dass die unterschiedlichen Altersgruppen unterschiedliche Werte und Ziele haben, damit auch ein anderes Weltbild als Sie, können Sie sich im Smalltalk besser darauf einstellen.

Schauen Sie einfach hin: Ein jüngerer Gesprächspartner wird lieber über moderne Technik reden, im mittleren Alter geht es um Leistung und Karriere und die Älteren, die ihr Berufsleben fast hinter sich haben, legen besonderen Wert auf Hierarchien, sind in Ihrer vergangenen Leistung für das Unternehmen verwurzelt und haben eher fest gefügte Meinungen.

Twitter, Facebook und beruflicher Smalltalk

Wenn Sie mit den ganz jungen Kollegen sprechen, werden Sie vielleicht soziale Netzwerke als Gesprächsthemen vorfinden und das Feeling für Hierarchien und die gebotene Höflichkeit Höhergestellten gegenüber vermissen. Auf Twitter, Facebook und anderen sozialen Netzwerken fallen die Hierarchien und der übliche Umgangston der jungen Leute ist eher flapsig. Stattdessen wird über alles und jeden eine Meinung abgegeben, so unqualifiziert sie auch oftmals sein mag.

Gehören Sie selbst zur jungen Generation, bedenken Sie bitte beim Smalltalk im beruflichen Umfeld, dass Ihre Meinung ungefragt nicht zu jedem Thema willkommen ist. Warten Sie, bis Sie direkt nach Ihrer Meinung gefragt werden, bevor Sie etwas bewerten. Beachten Sie bei Ihrer Wortwahl stets, dass die Wertvorstellungen der Älteren anders ausgerichtet sein können als Ihre eigenen. Auch die Kommunikation per Kurznachricht oder Email folgt anderen Höflichkeitsregeln. Eine Email ohne Anrede und ohne einen abschließenden Gruß ist ebenso falsch wie ein lockeres “Hallo” als Begrüßung eines Vorgesetzten.

Smalltalk als Führungsinstrument

So manche Führungskraft hat im Seminar gelernt, dass das sogenannte “Management by walking around” einen großen Teil ihrer Arbeitszeit umfassen sollte. Kommunikation der kurzen Wege trägt zur Konfliktvermeidung bei und vermittelt der Führungskraft ein direktes Bild über ihre Mitarbeiter. Umgekehrt kann auch jeder Mitarbeiter in diesen kurzen “Momentaufnahmen” ein gutes Bild von sich abliefern, wenn er sich der Bedeutung dieses Smalltalks bewusst ist. Haben Sie das Glück, solche Vorgesetzte zu haben, dann ist es um so wichtiger, dass Sie sich mit den Regeln, den Do’s und Dont’s des Smalltalk im Job näher befassen.

3 Do’s und 3 Don’ts beim Smalltalk

  1. Verwenden Sie Begriffe aus Fremdsprachen und fachliche Termini nur, wenn Ihnen deren Bedeutung wirklich klar ist. Nichts ist peinlicher und wertet Sie mehr herab als Unwissenheit, gepaart mit Ignoranz.
  2. Zeigen Sie mit offener Körpersprache echtes Interesse für Ihr Gegenüber, hören Sie aktiv zu und stellen Sie Fragen, bleiben Sie dabei stets locker.
  3. Wenn Sie derjenige sind, der das Gespräch eröffnet, können Sie sich auf die aktuelle Situation konzentrieren, auf Gemeinsamkeiten, nötigenfalls auch auf das Wetter, um einen Einstieg zu finden. Alles ist besser als zu schweigen.
  1. Unhöflichkeit oder Distanzlosigkeit wird Ihr Gegenüber nicht tolerieren.
  2. Beharren Sie nicht auf Ihrer Meinung, damit das Gespräch nicht seine Lockerheit verliert.
  3. Prahlen und sich großtun haben im Smalltalk nichts zu suchen.

Kommentieren