Die berühmte Merkel-Raute scheint seit dem Amtsantritt unserer Bundeskanzlerin eine echte Faszination auszuüben. Wenn nur eine Geste ganze Magazinseiten füllen und zum Gegenstand zahlreicher TV-Beiträge werden kann – welche Macht kann dann die gezielt eingesetzte Körpersprache erlangen? Und wie können Sie Gesten und Signale richtig deuten und bewusst für Ihren Erfolg nutzen?

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Inhalt
1. Nonverbal kommunizieren durch Gestik, Mimik & Co
2. Warum ist die Körpersprache im Berufsleben so wichtig?
3. Wissen ist Macht – und die Körpersprache sehr mächtig
4. Körpersprache lesen und einsetzen lernen: 10 Gesten aus dem Berufsalltag
5. Der Blick nach rechts
6. Das Verstecken der Daumen
7. Das Anfassen von Hals, Dekolleté oder Nacken
8. Das Zusammenkneifen der Augen
9. Die Richtung des Bauchnabels
10. Das Bein als Barriere
11. Die Richtung des Oberkörpers
12. Der Blick nach unten
13. Das Dach der Hände
14. Das gegenseitige Spiegeln

Nonverbal kommunizieren durch Gestik, Mimik & Co

In unserem Artikel „Die Körpersprache – Mimik, Gestik und Haltung“ haben wir Ihnen bereits erklärt, dass Menschen zu jedem Zeitpunkt miteinander kommunizieren, auch wenn sie eigentlich schweigen oder nicht dieselbe Sprache sprechen. Ob bewusst oder unbewusst senden sie durch ihre Körpersprache Signale, die von ihrem Gegenüber ebenfalls bewusst oder unbewusst wahrgenommen und interpretiert werden. Diese Körpersprache setzt sich aus drei unterschiedlichen Faktoren zusammen:

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  1. Körperhaltung
  2. Mimik
  3. Gestik

Noch spekulieren Forscher, inwiefern diese Körpersprache angeboren oder antrainiert ist. Nahe liegt die Vermutung einer Mischung dieser beiden Theorien. Glückliche Menschen werden Sie überall lächelnd vorfinden. Andererseits bedeutet das Kopfnicken in großen Teilen der Welt „Ja“, während Sie die Frage in Bulgarien, Indien oder Pakistan dadurch verneinen. So gibt es durch die Körpersprache zwar weniger interkulturelle Missverständnisse als durch die verbale, ganz gefeit sind Sie aber dennoch nicht davor.

Warum ist die Körpersprache im Berufsleben so wichtig?

Die Körpersprache ist für Ihren beruflichen Erfolg eminent wichtig. Hierbei geht es gar nicht einmal so sehr um die interkulturelle Kommunikation, sondern die unternehmensinterne.

Durch die Kontrolle Ihrer Körpersprache sowie den gezielten Einsatz von Haltung, Mimik und Gestik – die sogenannten „Power-Poses“ – werden Sie nämlich sowohl im Bewerbungsprozess als auch im anschließenden Berufsleben deutlich erfolgreicher sein.

Wieso? Weil Sie durch die Körpersprache den ersten Eindruck Ihres Gegenübers von Ihnen beeinflussen können. Sie ist also Ihr ganz persönlicher Manipulationsmechanismus, denn die Wahrnehmung und Auswertung Ihrer Körpersprache läuft bei Ihrem Gesprächspartner zum größten Teil unbewusst ab.

Wissen ist Macht – und die Körpersprache sehr mächtig

Eine aufrechte Haltung wirkt besonders selbstbewusst, das Beißen auf die Lippen unentschlossen, die Vermeidung von Augenkontakt ängstlich oder unehrlich und die geballte Faust aggressiv. Eine Überraschung ist das nicht. Doch die Macht der Körpersprache geht weit über solche offensichtlichen Gesten hinaus. Echte Profis können selbst an einem kurzen Augenzucken, der Blickrichtung der Pupillen oder einer unwillkürlichen Bewegung der Hand die wahren Emotionen und Intentionen eines Menschen erkennen. Dies machen sich Spezialeinheiten in den USA sogar zur Verbrechensbekämpfung zu Nutze. Doch auch zahlreiche erfolgreiche Personen wissen diese ganz besondere Macht für ihre Zwecke einzusetzen, denken wir doch nur noch einmal an die berühmte Merkel-Raute. Nicht nur zur „Manipulation“ Ihres Gegenübers können Sie die Körpersprache aber gezielt einsetzen, sondern eben auch für den Blick hinter dessen Fassade. Wer Körpersprache nämlich zu lesen und interpretieren weiß, lässt sich nicht mehr so leicht von der verbalen Sprache blenden. Echte Profis in diesem Bereich scheinen beinahe Gedanken lesen zu können. Das verschafft Ihnen beruflich einen immensen Vorteil und ist bestimmt auch im privaten Alltag eine echte Erleichterung.

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Körpersprache lesen und einsetzen lernen: 10 Gesten aus dem Berufsalltag

1. Der Blick nach rechts:

Als Mitarbeiter, Vorgesetzter oder auch Personaler kann es nur von Vorteil sein zu sehen, ob Ihr Gegenüber ehrlich oder unehrlich ist. Es gibt viele Methoden, um Lügen zu erkennen, und vor allem Frauen wird hierfür ein besonders feines Gespür nachgesagt. Doch wussten Sie, dass Menschen nach rechts blicken, wenn sie etwas zu erfinden versuchen oder neue Bilder erschaffen möchten – also lügen? Nach links hingegen bewegen sich die Augen, wenn der Mensch sich erinnert, also ehrlich ist. Achten Sie in Zukunft doch einfach einmal darauf, in welche Richtung sich die Pupillen Ihres Gegenübers bewegen. Gehen Sie aus Ihrem Blickwinkel nach links, lassen Sie zum Beispiel bei der Einstellung von Bewerbern Vorsicht walten.

2. Das Verstecken der Daumen:

Ineinander verschränkte Hände sind in der Geschäftswelt eine klassische Geste. Vor allem in Meetings oder Bewerbungsgesprächen legen viele Menschen ihre Hände mit gekreuzten Fingern auf den Tisch. Wer allerdings die Daumen hinter den Handinnenflächen versteckt, verrät damit seine Unsicherheit. Sichtbare Daumen hingegen wirken selbstbewusst, authentisch und positiv. Also merken Sie sich: Ab sofort immer Daumen hoch!

3. Das Anfassen von Hals, Dekolleté oder Nacken:

Unsicherheit lässt sich bei vielen Menschen auch dadurch erkennen, dass sie in den Bereich von Hals, Dekolleté oder Nacken greifen. Noch extremer sind Verunsicherung und Unbehagen in der Regel, wenn die Person dort zu kratzen beginnt. Achten Sie also im Vorstellungs-, Mitarbeiter- oder Kollegengespräch darauf, Ihre Hände unter Kontrolle zu halten.

4. Das Zusammenkneifen der Augen:

Nur wenige Sekunden dauert es, bis wir uns von unserem Gegenüber einen ersten Eindruck gemacht haben. Diesen zu ändern allerdings, ist anschließend ein langwieriger Prozess. Der erste Eindruck kann deshalb im Bewerbungsgespräch oder beim Meeting mit potentiellen Kunden und Geschäftspartnern entscheidend sein. Doch nun können Sie sich das anschließende Bangen und Warten sparen. Achten Sie ab sofort bei der Begrüßung eines Menschen darauf, ob dieser kurz – kaum merklich – die Augen zusammenkneift oder Sie mit offenem Blick begrüßt. Das Zusammenkneifen der Augen ist nämlich eine unwillkürliche menschliche Reaktion auf ein unsympathisches Gegenüber.

5. Die Richtung des Bauchnabels:

Ob Sie Ihrem Gegenüber sympathisch sind oder nicht, können Sie zudem an dessen Körperhaltung erkennen. Auch wenn der Gesprächspartner Ihnen mit einem direkten, offenen Blick begegnet, achten Sie einmal auf die Richtung seines Bauchnabels. Das bedeutet: Dreht sich der Mensch von Ihnen weg, zeigt der Bauchnabel also in eine andere als Ihre Richtung, könnte dies auf Antipathie schließen lassen.

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Lese-Tipp: Sympathisch wirken: 11 Tipps für mehr Sympathie

6. Das Bein als Barriere:

Im Sitzen kreuzen viele Frauen die Beine, während die Männer einen Fuß auf das andere Knie legen. Wer sich sympathisch ist, wird dabei aber trotzdem eine offene, den Gegenüber zugewandte Haltung einnehmen. Wer sich unsympathisch ist hingegen, verwendet das gekreuzte Bein als eine Art Barriere zwischen den beiden Gesprächspartnern. Achten Sie einmal darauf – sowohl bei anderen als auch bei sich selbst.

7. Die Richtung des Oberkörpers:

Wer diese „Bein-Barriere“ aufbaut lehnt sich dadurch häufig auch automatisch zurück. Sich gegenseitig sympathische Menschen allerdings, werden automatisch den Oberkörper nach vorne legen, um die Distanz zwischen den Gesprächspartnern zu reduzieren. Nun sollten Sie endgültig einen Eindruck davon erhalten, ob Sie Ihrem Gegenüber sympathisch sind oder nicht.

8. Der Blick nach unten:

Natürlich kann es auch vorkommen, dass Sie zum Beispiel einen Kollegen durchaus mögen, Sie aber schlichtweg anderer Meinung sind. Erkennen werden Sie die Unstimmigkeit zwischen den Personen daran, dass während der Sprechende seine Meinung äußert, der Angesprochene kurz nach unten blickt. Das kann innerhalb des Bruchteils einer Sekunde passieren oder sich auch mehrmals wiederholen. Mit der Zeit werden Sie ein Gespür dafür entwickeln, ob Sie sich mit Ihrem Gesprächspartner einig sind oder nicht.

9. Das Dach der Hände:

Eine absolute Geste der Überlegenheit sind die zum spitzen Dach geformten Hände. Diese Geste werden Sie häufig im Gespräch zwischen einem Vorgesetzten und dessen Mitarbeiter finden. Setzen Sie diese doch einmal testweise selbst ein und beobachten Sie was passiert. Dem Gegenüber signalisieren Sie dadurch nämlich automatisch – und bei ihm völlig unbewusst –, dass Sie hier das Sagen haben. Es ist gut möglich, dass Sie Ihr Gesprächspartner daraufhin mehr respektieren wird.

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10. Das gegenseitige Spiegeln:

Beobachten Sie das Gespräch zwischen zwei Personen: Beginnen diese vielleicht, sich gegenseitig zu spiegeln? Oder kreuzen Sie bei Ihrem nächsten Gespräch die Beine und wechseln regelmäßig die Seiten: Tut Ihnen Ihr Gegenüber das gleich? Dann sind Sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit gegenseitig sympathisch. Verantwortlich für diese lustige Reaktion sind die Spiegelneuronen in unserem Gehirn. Schon als Säuglinge lernen wir so die Körpersprache unserer Eltern. Auch hier werden Sie bemerken, dass ein Baby zum Beispiel zurücklächelt, wenn die Mutter ihm ebenfalls mit einem Lächeln begegnet.

Die Körpersprache ist ein spannendes Thema, mit welchem Sie sich viele Wochen, Monate oder auch Jahre beschäftigen können. Echte Profis gehen dadurch souveräner durch Privat- und Berufsleben und wissen die Körpersprache für ihren beruflichen Erfolg zu nutzen. Spannende Fakten und praktische Tipps zu diesen „Power-Poses“ finden Sie in folgendem Video:

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