Arbeiten bis zum Umfallen? Eine Studie des Melbourne Institute enthüllt: Wer mehr als 25 Stunden pro Woche arbeitet, wird dümmer. Zu viel Arbeit schadet der kognitiven Leistungsfähigkeit. Ein Weckruf für alle Workaholics!

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Lange Arbeitszeiten schaden der Gesundheit und kognitiven Leistungsfähigkeit

In der Studie „Use It Too Much and Lose It?“ untersuchten die Forscher die Auswirkungen langer Arbeitszeiten auf die kognitive Leistungsfähigkeit und die allgemeine Gesundheit von Arbeitnehmern. Die Untersuchung basiert auf umfangreichen Daten aus der „Household, Income and Labour Dynamics in Australia“ (HILDA)-Umfrage und zeigt klar, dass eine Arbeitswoche von mehr als 39 Stunden das Risiko für physische und psychische Beschwerden signifikant erhöht.

Mit welchen Tests wurden die kognitiven Fähigkeiten gemessen?

1. Backward Digit Span (Rückwärts-Zahlenspanne)

  • Beschreibung: Dieser Test misst das Arbeitsgedächtnis, indem er die Fähigkeit einer Person bewertet, eine Reihe von Zahlen in umgekehrter Reihenfolge zu wiederholen. Zunächst wird eine Reihe von Ziffern vorgelesen, und die Testperson muss diese Zahlen in umgekehrter Reihenfolge wiedergeben.
  • Ziel: Beurteilt die Kapazität und Flexibilität des Arbeitsgedächtnisses sowie die Fähigkeit zur Informationsmanipulation.

2. Symbol-Digit-Modalitäten-Test (SDMT)

  • Beschreibung: In diesem Test wird den Teilnehmern eine Liste von Symbolen präsentiert, die jeweils einer Zahl zugeordnet sind. Die Aufgabe besteht darin, so schnell wie möglich die Symbole in die entsprechenden Zahlen umzuwandeln.
  • Ziel: Bewertet die Verarbeitungsgeschwindigkeit, visuelle Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Er wird häufig verwendet, um neurologische Beeinträchtigungen zu diagnostizieren.

3. 25-Fragen-Version des National Adult Reading Test (NART)

  • Beschreibung: Dieser Test umfasst eine Liste von 25 unregelmäßig geschriebenen Wörtern, die die Testperson vorlesen muss. Die Aussprache dieser Wörter kann helfen, die prämorbide Intelligenz zu schätzen.
  • Ziel: Schätzt die prämorbide (vor einer Krankheit vorhandene) kognitive Funktion und das Lesevermögen. Wird verwendet, um die Auswirkungen von Demenz oder anderen kognitiven Beeinträchtigungen zu bewerten.

Diese Tests wurden in der Studie „Use It Too Much and Lose It?“ verwendet, um die kognitive Leistungsfähigkeit von Teilnehmern in Bezug auf ihre Arbeitszeit zu messen.

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Die Ergebnisse:

  • Kognitive Leistungsfähigkeit: Bereits ab einer Arbeitswoche von 25 Stunden zeigen sich bei Arbeitnehmern ab 40 Jahren deutliche kognitive Einbußen.
  • Geschlechterunterschiede: Frauen sind von den negativen Auswirkungen langer Arbeitszeiten stärker betroffen als Männer. Die Studie zeigt, dass Frauen nicht nur beruflich, sondern auch privat stärker belastet sind, was zu einem höheren Stresslevel führt.
  • Gesundheitsrisiken: Zu den häufigsten gesundheitlichen Beschwerden zählen Schlafstörungen, erhöhter Blutdruck und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Gründe für den Leistungsabfall

Warum sinkt die kognitive Leistungsfähigkeit bei übermäßiger Arbeitsbelastung? Die Antwort liegt ganz einfach in der fehlenden Erholungsphase. Lange Arbeitszeiten lassen zu wenig Raum für Erholung und Regeneration, was sich im Umkehrschluss negativ auf die geistige und körperliche Gesundheit auswirkt. Zudem steigt durch zu wenig Ruhezeiten der Stresspegel, der sich wiederum negativ auf die Konzentration und die Entscheidungsfähigkeit auswirkt. Wer regelmäßig zu wenig schläft, kennt das.

Rente mit 70: Wie lange können wir geistig fit arbeiten?

Obwohl die Studie schon einige Jahre alt ist, gewinnt sie aktuell wieder an Bedeutung. So diskutieren Politiker und Ökonomen seit geraumer Zeit über eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre, um das Rentensystem zu stabilisieren. Diese Diskussion macht die Ergebnisse der Studie besonders brisant, denn längere Arbeitszeiten und mehr Arbeitsjahre gefährden nicht nur die Gesundheit, sondern beeinträchtigen auch die kognitive Leistungsfähigkeit. Das wirft die Frage auf: Was kann man mit fast 70 überhaupt noch leisten?

Lösungsansätze: So lässt sich gegensteuern

Trotz der düsteren Prognosen bietet die Studie auch Hoffnung und sogar konkrete Handlungsempfehlungen:

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  1. Arbeitszeiten reduzieren: Eine Reduktion der Arbeitszeit auf maximal 39 Stunden pro Woche kann helfen, die kognitive Leistungsfähigkeit zu erhalten und gesundheitliche Risiken zu minimieren.
  2. Work-Life-Balance: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben ist das A und O. Arbeitgeber sollten flexible Arbeitszeiten und Home-Office-Möglichkeiten anbieten.
  3. Pausen und Erholung: Regelmäßige Pausen und ausreichende Erholungszeiten sind wichtig, um Stress abzubauen und die Gesundheit zu fördern. Arbeitnehmer sollten darauf achten, ihre Pausen aktiv zu nutzen und sich körperlich zu betätigen. Stichwort „Pausenplanung„.
  4. Gesundheitsfördernde Maßnahmen: Betriebliche Gesundheitsförderung, wie Fitnessangebote oder Entspannungskurse, helfen, das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu steigern.

Persönliche Geschichten: Betroffener berichten

Ein Mitarbeiter eines Medien-Unternehmens berichtet anonym:

„Ich habe jahrelang mehr als 50 Stunden pro Woche gearbeitet. Erst als ich wegen eines Burnouts mehrere Monate ausfiel, wurde mir klar, wie sehr meine Gesundheit darunter gelitten hat. Heute arbeite ich 35 Stunden pro Woche und fühle mich fitter und produktiver denn je.“

Wir sollten aufhören uns kaputtzumachen!

Die Ergebnisse der Studie sind ein Weckruf für dich und alle anderen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Überdenke deine Arbeitszeit, setze Prioritäten und lerne „Nein zu sagen“ – deine Gesundheit sollte stets an erster Stelle stehen. Es liegt auch an uns, eine Arbeitskultur zu schaffen, die Gesundheit und Wohlbefinden fördert, statt sie zu gefährden. #BetterWorkLifeBalance

Setze ein Zeichen und teile diese Studie mit deinen Freunden, Kollegen und Vorgesetzten. Fordere Veränderungen in deinem Unternehmen aktiv ein und achte auf deine Gesundheit. 

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Bild: Foto von cottonbro studio/Pexels.com